RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Glyphosat: Sammelklage gegen Bayer nimmt die nächste Hürde

12.07.2018

Ein Bundesrichter in San Francisco hat die Sammelklage von 450 Krebspatienten zugelassen, die das Herbizid Glyphosat für ihre Erkrankung verantwortlich machen. Der von Bayer übernommene Hersteller Monsanto scheiterte mit seinem Antrag, das Verfahren einzustellen.

Zwei Jahren lang hatte Richter Vince Chhabria ermittelt, hatte sich die Argumente der Kläger und Monsantos sowie der jeweiligen Experten angehört. Er zwang den Hersteller dazu, interne Mails zu veröffentlichen, die als Monsanto Papers bekannt wurden und belegten, wie der Konzern Behörden und Wissenschaftler beeinflusste. Nun kam Richter Chhabria in seinem abschließenden Bericht zu dem Ergebnis, dass die Klagen zulässig seien. Zwar seien die Beweise dafür, das Glyphosat Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) auslöse, schwach, aber wissenschaftlich seriös begründet. Eine Jury könnte auf dieser Basis zu dem Ergebnis kommen, dass Glyphosat in umweltrelevanten Konzentrationen Krebs auslösen könne. Auf die Klägerseite komme als nächstes die Herausforderung zu, in einigen der anhängigen Fälle zu belegen, dass Glyphosat in den Mengen, denen Anwender üblicherweise ausgesetzt seien, ein Non-Hodgkin Lymphom verursachen könnte. Nur dann sei ein Verfahren vor einer Geschworenen-Jury zu rechtfertigen, schrieb der Richter. [+] mehr...


                                Edeka Ohne Gentechnik
Hähnchenfleisch mit 'Ohne Gentechnik'-Siegel (Foto: Edeka)

Handelskonzerne fordern klare Regulierung der Neuen Gentechnik

11.07.2018

Führende Lebensmittelhändler aus Deutschland und Österreich wie Edeka, Lidl, Rewe und SPAR haben an die EU-Kommission appelliert, die Verfahren der Neuen Gentechnik strikt zu regulieren. Die Verfahren wie CRISPR/Cas und die daraus entstehenden Produkte sollten nach EU-Gentechnikrecht als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft werden.

Für die Konzerne geht es dabei auch ums Geschäft. Sie erinnern die EU-Kommission daran, dass sich Lebensmittel mit „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung als wichtiger Qualitätsstandard auf dem europäischen Markt etabliert hätten. Mit beträchtlichem logistischem und finanziellem Aufwand sei es gelungen, „dem sehr klar artikulierten Wunsch der Verbraucher nach ohne Gentechnik hergestellten Lebensmitteln gerecht zu werden.“ Längst seien die Produkte der Nische entwachsen. „So wird etwa in Deutschland für das Jahr 2018 ein Jahresumsatz mit Lebensmitteln ohne Gentechnik im Wert von rund acht Milliarden Euro erwartet; in Österreich sind seit vielen Jahren bereits die komplette Produktion von Milch, Eiern und Geflügelfleisch als gentechnik-frei zertifiziert“, heißt es in dem Schreiben der Unternehmen. Dazu komme die stark wachsende Bio-Branche, die ebenfalls keine gentechnisch veränderten Organismen einsetze. Für alle Unternehmen, die bedeutende Umsätze mit Futter- und Lebensmitteln ohne Gentechnik erzielen, sei die Frage, ob die neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas als Gentechnik eingestuft werden von besonderer Bedeutung. „Wir stehen gegenüber unseren Kunden und Geschäftspartnern dafür gerade, dass die Auslobung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auch tatsächlich hält, was sie verspricht“. [+] mehr...


                                Befragung
Die große Mehrheit der Deutschen lehnt Agrogentechnik ab. (Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)

Unverändert: Vier Fünftel der Deutschen lehnen Agrogentechnik ab.

09.07.2018

UPDATE +++ 79 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass Gentechnik in der Landwirtschaft verboten werden sollte. Das ergab die Studie Naturbewusstsein 2017 des Bundesumweltministeriums.

Die grundsätzliche Zustimmung für ein Verbot gentechnisch veränderter Organismen bewege sich seit Jahren relativ stabil auf hohem Niveau, heißt es in der Studie, die bereits in den Jahren 2009, 2013 und 2015 durchgeführt wurde. Die Antworten der 2000 befragten Verbraucher zeigen zwei Motive für die Ablehnung: Zwei Drittel von ihnen wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel essen. Noch größer ist mit 78 Prozent die Zustimmung zu dem ethisch begründeten Statement: „Der Mensch hat kein Recht, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern.“ [+] mehr...


                                DNA Gene
Foto: Duncan Hull / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0-+-

Grüne streiten über neue Gentechnik

05.07.2018

UPDATE +++ Mit einem Impulspapier hatte der neue Bundesvorstand von Bündnis90/Die Grünen im April eine parteiinterne Debatte über den Einsatz neuer gentechnischer Methoden in der Landwirtschaft angestoßen. Jetzt hat sie die Öffentlichkeit erreicht: Die grüne baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer votierte im Nachrichtenmagazin Spiegel dafür. In der Frankfurter Rundschau konterte erzürnt ihre Parteikollegin, die Bundestagsabgeordnete Renate Künast.

„Die Grünen dürfen die Chancen der Gentechnik nicht länger ignorieren“, findet Theresia Bauer. „Wenn wir durch innovative Ansätze heute bessere und kurzfristigere Erfolge erzielen können - auch für typisch grüne Ziele -, ist kritisch-konstruktive Offenheit gefragt“, schreibt die Wissenschaftsministerin. Die 53jährige bezieht sich damit auf neue Methoden wie die sogenannte Genschere CRISPR-Cas. Wegen vergleichsweise geringer Kosten wäre ein breiter Einsatz innovationspolitisch sinnvoll, meint die studierte Volkswirtschaftlerin und plädiert für eine „sinnvolle Regulierung“ jenseits des geltenden strengen Gentechnikrechts. [+] mehr...


                                Labor DNA Forschung
Ein DNA-Forschungslabor des US-Energieministeriums (Foto: Lawrence Berkeley Nat'l Lab - Roy Kaltschmidt, DNA Analyzers at the Joint Genome Institute, http://bit.ly/1tvPZ15, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Verbände-Resolution: Neue gentechnische Verfahren als Gentechnik regulieren

03.07.2018

Alle Verfahren, die unter Begriffen wie Genom-Editing, zielgerichtete Mutagenese oder neuere Mutagenese-Verfahren firmieren, sollten als Gentechnik reguliert werden. Das fordern 21 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz in einer Resolution von den Abgeordneten im Bundestag und im Europäischen Parlament.

Die Organisationen argumentieren, dass auch die neuen Verfahren technische Eingriffe direkt auf der Ebene der DNA vornehmen und das Erbgut verändern. Dabei könnten die biologischen Eigenschaften von Organismen grundlegend verändert werden, etwa indem ganze Stoffwechselwege ausgeschaltet würden, heißt es in der Resolution. Werkzeuge wie Gen-Scheren würden DNA-Abschnitte über ihre eigentlichen Zielregionen hinaus verändern und seien deshalb nicht mit herkömmlicher Züchtung oder spontaner Mutagenese vergleichbar. „Selbst wenn ein gentechnischer Eingriff möglicherweise gezielter erfolgt, bedeutet das nicht, dass er sicherer ist. Die Auswirkungen der DNA-Veränderungen lassen sich – angesichts der Komplexität des Genoms und seiner Wechselwirkungen mit anderen Elementen der Zelle und mit der Umwelt – nicht voraussagen“, schreiben die Organisationen. [+] mehr...