Moskito Aedes aegypti
Die Ägyptische Tigermücke (Foto: James Gathany, US Department of Health and Human Services / wikipedia, gemeinfrei)

Gentech-Mücken verbreiten unerwartet ihr Erbgut

18.09.2019

Eine Studie hat gezeigt, dass in Brasilien ausgesetzte Gentech-Moskitos ihr Erbgut unkontrolliert weitergegeben haben. Daraus könnten besonders robuste Moskito-Stämme entstehen, fürchten die Wissenschaftler.

Die britische Firma Oxitec hatte von 2013 bis 2015 in dem brasilianischen Städtchen Jacobina wöchentlich rund 450.000 männliche Moskitos freigelassen. Deren Gene waren so verändert worden, dass die Nachkommen der Insekten noch als Larven sterben sollten. Damit wollte Oxitec die Population der Tiere reduzieren, die Dengue- und Gelbfieber übertragen können. Gleichzeitig sei dadurch eine Übertragung des Erbguts in folgende Generationen ausgeschlossen, argumentierte Oxitec. [+] mehr...

Gentechnik-Soja "Intacta": Beschwerde am EU-Gerichtshof (Foto: CCO, Pixabay)
Gentechnik-Soja "Intacta": Beschwerde am EU-Gerichtshof (Foto: CCO, Pixabay)

Europäischer Gerichtshof: Mehr Risikoprüfung braucht es nicht

16.09.2019

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat eine Klage gegen die Zulassung einer gentechnisch veränderten Sojabohne von Monsanto abgelehnt. Nach Ansicht des Gerichts wurden die Risiken der Gentechnik-Bohne ausreichend untersucht, bevor die EU-Kommission ihren Import zuließ.

Geklagt hatten Testbiotech, das europäischen Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (ENSSER) sowie der Verein Sambucus. Sie warfen der EU-Kommission vor, die gesundheitlichen Risiken der gentechnisch veränderte Sojabohne Intacta von Monsanto nicht ausreichend geprüft zu haben. Die Bohne war die erste gegen das Herbizid Glyphosat resistente Sojabohne, die zusätzlich noch ein Insektengift produzierte. Die EU habe die mögliche Kombinationswirkungen der in den Pflanzen enthaltenen Herbizide und Insektizide nicht beachtet, lautete der Hauptvorwurf der Kläger. [+] mehr...

EFSA
Das Hauptgebäude der EFSA in Parma (Foto: Lucio Rossi / EFSA)

Studie bestätigt EFSA-Gentechnik-Gutachten mangelnde Qualität

12.09.2019

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat bei ihrer Abschätzung der Umweltrisiken der Gentechnik-Maissorte MON 810 wissenschaftlich mangelhaft gearbeitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine tschechische Umweltwissenschaftlerin in ihrer Bewertung, die von der Fachzeitschrift Environmental Sciences Europe veröffentlicht wurde.

Konkret wirft Veronika Chvátalová von der Masaryk Universität in Brünn in ihrer Untersuchung den EFSA-Gutachtern vor, sie hätten relevante Studien übergangen, Informationen einseitig oder falsch zitiert, Unsicherheiten verschwiegen und notwendige weitere Untersuchungen nicht verlangt. Zudem hätten die EFSA-Experten dabei versagt, Studien und ihre Ergebnisse kritisch zu interpretieren. [+] mehr...

Bayer Crop Science Division Office Headquarters, Foto: Tony Webster, https://bit.ly/2YtecDN, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Bayer Crop Science Division Office Headquarters, Foto: Tony Webster, https://bit.ly/2YtecDN, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Bayers Anwälte sagen: Monsanto-Listen waren nicht illegal

09.09.2019

Die von Bayer beauftragte Anwaltskanzlei Sidley Austin LLP habe in den Stakeholder-Listen von Monsanto keine Hinweise auf illegales Verhalten gefunden, erklärte der Konzern. Unklar ist, ob den Anwälten alle Listen vorlagen.

Im Mai 2019 berichteten französische Medien darüber, dass die Bayer-Tochter Monsanto in den Jahren 2016 und 2017 von der Agentur FleishmanHillard Listen mit Hunderten Wissenschaftlern und Politikern, Verbraucherschützern und Journalisten hatte erstellen lassen. Sie sollen neben deren Einstellung zu Glyphosat auch private Informationen enthalten haben. Laut Sidley Austin umfassten die Listen 1.475 Personen aus zehn Ländern sowie von EU-Institutionen. [+] mehr...

Campact übergibt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (re.) 450.000 Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (https://bit.ly/2k4ovMU; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)
Campact übergibt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (re.) 450.000 Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (https://bit.ly/2k4ovMU; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Bundesregierung verschiebt Glyphosatausstieg auf Ende 2023

06.09.2019

Die Bundesregierung hat ein Aktionsprogramm Insektenschutz beschlossen. Es sieht vor, die Anwendung glyphosathaltiger Pestizide bis 31. Dezember 2023 verbindlich zu beenden. Umweltverbände kritisieren den späten Ausstiegstermin, Grüne warnen vor einem möglichen „Kuhhandel“.

Ende 2023 sei der „europarechtlich frühestmögliche Zeitpunkt“, begründete Bundesumweltministerin Svenja Schulze den Termin. Sie wies darauf hin, dass der Einsatz von Glyphosat schon vorher deutlich eingeschränkt werde. Das Aktionsprogramm nennt dazu „Anwendungsverbote im Haus- und Kleingartenbereich und für Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, sowie ein Verbot der Anwendung vor der Ernte und deutliche Beschränkungen der Anwendung vor der Aussaat und nach der Ernte“. Allerdings ist für die dafür notwendige Verordnung im Aktionsprogramm kein fester Termine vorgesehen. Verbieten will die Bundesregierung ab 2021 die Anwendung von Glyphosat und anderen Pestiziden „mit besonderer Relevanz für Insekten in ökologisch besonders schutzbedürftigen Bereichen“. Vom Tisch ist die zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium umstrittene Auflage, dass Landwirte Ausgleichsflächen bereitstellen müssen, wenn sie Pestizide einsetzen, die die Artenvielfalt gefährden. Im Aktionsprogramm ist nur noch unverbindlich von einem „Refugialflächenansatz“ die Rede, der negative Auswirkungen bestimmter Pestizide auf die Biodiversität kompensieren soll. [+] mehr...