EU Parlament Abstimmung
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Europa: Ist Crispr-Cas nach der Wahl keine Gentechnik mehr?

18.04.2019

Angesichts sinkender Erträge bei der Weizenernte will Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) künftig stärker auf gentechnisch veränderte Pflanzen setzen. Sie nennt sie allerdings nicht so. Wenn das Erbgut von Pflanzen mit der Crispr-Technologie verändert werde, sei das eine „neue Züchtungsmethode“, sagte sie heute in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe.

Die grüne Gentechnik – also ihr Einsatz in der Landwirtschaft – werde in Deutschland nicht akzeptiert, konstatierte die Ministerin. „Das muss man hinnehmen.“ Mit dem Crispr-Verfahren, auf das sie große Hoffnungen setze, könne man das Erbgut von Pflanzen aber gezielter und schneller positiv beeinflussen, als das durch klassische Züchtung gehe, behauptete die Ministerin. Die Interviewer wunderten sich: „Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stuft auch das als Gentechnik ein“, hielten sie der Ministerin entgegen. Darauf Klöckner: „Damit müssen wir umgehen.“ [+] mehr...


                                Mais
Mais (Foto: Ozzy Delaney, corn / flickr, bit.ly/28LWvcy, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Ohne Gentechnik: oranger Mais mit Betacarotin

16.04.2019

Konventionellen Züchtern ist es gelungen, Maissorten zu entwickeln, die mehr Betacarotin enthalten. Damit lasse sich nach Einschätzung der Wissenschaftler Mangelernährung in Entwicklungsländern schnell und wirkungsvoll bekämpfen.

Vor 20 Jahren begann Torbert Rocheford, Professor an der Purdue Universität im US-Staat Indiana, mit der Züchtung von Mais, der mehr Betacarotin enthält. Der menschliche Körper wandelt den orangen Farbstoff in Vitamin A um. Fehlt das Vitamin in der Ernährung, verlieren Kinder ihre Sehkraft und können erblinden. Im Februar meldete die Purdue Universität stolz, dass es einen von Rocheford entwickelten betacarotinreichen Mais jetzt auch in den USA zu kaufen gebe. NutraMaize heißt die Firma, mit der der Professor und sein Sohn den orangen Mais in den Staaten vermarkten. [+] mehr...


                                Justiz Gericht Gesetz
Schild am Eingang eines Gerichts in Newcastle (Foto: smlp.co.uk / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

US-Gericht: Bayer soll mit Glyphosat-Klägern Vergleich schließen

12.04.2019

Im Rechtsstreit um Gesundheitsschäden durch den Unkrautvernichter Glyphosat wies ein amerikanisches Bundesgericht die Parteien einer Sammelklage an, sich um einen außergerichtlichen Vergleich zu bemühen. Nach Medienberichten will der Chemiekonzern Bayer sich dem Wunsch fügen, einen Mediationsversuch zu starten. Unterdessen hat ein französisches Gericht in letzter Instanz anerkannt, dass Monsantos Herbizid Lasso bei einem Landwirt Nervenschäden verursacht hat.

Der kalifornische Richter führt ein Sammelverfahren, das nach Angaben der Organisation „U.S. Right to Know“ inzwischen rund 800 Klagen bündelt. In einem ersten Musterprozess hatte die Geschworenenjury dem krebskranken Rentner Ed Hardemann Ende März 80 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Sollten sich sämtliche Prozessparteien jetzt nicht auf einen Mediator einigen, werde er selbst einen beauftragen, schrieb Richter Vince Chhabria gestern in seiner Anweisung. Den für 20. Mai geplanten Start eines weiteren Prozesses sagte er ab. Sein Ziel ist offenbar, die Gerichtsverfahren schnell abzuschließen, statt sie durch alle Instanzen laufen zu lassen. [+] mehr...


                                Behörden BVL
Eingang zum Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin (Quelle: BVL, Gloger)

Agrarministerium: Artenschutzauflage für Pestizide rechtswidrig

09.04.2019

Umwelt- und Landwirtschaftsministerium streiten seit Wochen um Artenschutzauflagen für Pestizide mit und ohne Glyphosat. Die wichtigste Auflage des Umweltbundesamtes sei rechtlich nicht umsetzbar, erklärte nun die Zulassungsbehörde von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Der Streit begann bereits im November 2018. Damals legte Bundesumweltministerin Svenja Schulze einen Vorschlag zum Glyphosatausstieg vor und nutzte damit geschickt eine Lücke aus. Denn Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte seit ihren Glyphosatausstiegsversprechungen im April 2018 nichts Substanzielles geliefert. [+] mehr...


                                Raps (Foto: flickr.com, labete / CC BY-NC-ND 2.0)
Raps (Foto: flickr.com, labete / CC BY-NC-ND 2.0)

Spuren von Gentech-Raps auf deutschen Versuchsfeldern

05.04.2019

Bei Sortenversuchen eines Saatgutunternehmens wurde in sieben Bundesländern gentechnisch verunreinigter Raps der Monsanto-Marke Dekalb ausgesät. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Dienstag mit. Außerdem spross solcher Raps nach jüngsten Erkenntnissen bei 84 deutschen Landwirten auf fast 2200 Hektar Ackerfläche. Laut BVL haben sie die gesamte Aussaat rechtzeitig vor der Blüte wieder vernichtet.

Wie berichtet stammt der Raps aus einer französischen Charge, für die Monsanto konventionelles Saatgut aus Spanien und Argentinien gemischt hatte. Wie der gentechnisch veränderte Raps GT 73, der gegen Glyphosat resistent ist, hineingelangen konnte, ist nach Unternehmensangaben unklar. Dieser Raps wird zwar in keinem dieser Länder angebaut, darf aber als Lebens- und Futtermittel nach Europa importiert werden. Er war in der Vergangenheit auch schon an Bahnstrecken gefunden worden. [+] mehr...