Mais  Foto: CCO
Mais Foto: CCO

EU-Kommission lässt zehn Gentech-Pflanzen zu

20.08.2019

Die scheidende Europäische Kommission hat sieben neue Ackerpflanzen als Lebens- und Futtermittel genehmigt, die teils mehrfach gentechnisch verändert (gv) wurden, darunter allein fünf Maissorten. Bei zwei Gentech-Pflanzen verlängerte sie die Zulassung. Mehr als 40 Verbände hatten die Kommission Ende Mai aufgefordert, die GVO nicht vor dem Ende ihrer Amtszeit noch schnell durchzuwinken, sondern ihre Risiken sorgfältig zu prüfen.

Wie die EU-Kommission Ende Juli mitteilte, dürfen neben dem Mais eine neue Sojalinie und eine gv-Baumwolle für zehn Jahre als Lebens- oder Futtermittel in die Europäische Union (EU) importiert werden. Sie alle sind gegen Herbizide resistent oder produzieren Insektengifte. Das gleiche gilt für einen Ölraps und eine Maislinie, deren Zulassung verlängert wurde. Die zehnte im Bunde ist eine gentechnisch veränderte Nelke, die als Schnittblume auf den Markt kommen soll. Der Anbau all dieser Pflanzen ist in der EU verboten. [+] mehr...

Boris Johnson, Foto: gov.uk, https://bit.ly/2ZMCL04, http://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/
Boris Johnson, Foto: gov.uk, https://bit.ly/2ZMCL04, http://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/

Boris Johnson will Gentechnikrecht liberalisieren

08.08.2019

Der neue Premierminister Boris Johnson will nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) das britische Gentechnikrecht liberalisieren. Das sagte Johnson in seinen ersten Reden nach seiner Amtseinführung Ende Juli. Doch ob aus der Ankündigung Realität wird, erscheint fraglich.

„Lasst uns jetzt beginnen, den außergewöhnlichen Sektor der Biowissenschaften des Vereinigten Königreiches von Regeln gegen Genveränderung zu befreien“, propagierte Johnson direkt nach seiner Ernennung vor seinem Amtssitz in 10, Downing Street. „Und lasst uns die krankheitsresistenten Feldfrüchte entwickeln, die die Welt ernähren werden.“ Zuvor hatte der EU-Gegner auf die enorme Stärke von britischer Wirtschaft und Lebenswissenschaften verwiesen. Er rief dazu auf, nicht auf die Risiken, sondern auf die Chancen des für den 31. Oktober geplanten Brexit zu schauen. In seiner ersten Rede vor dem Unterhaus wiederholte er tags drauf diese Forderungen. [+] mehr...

VLOG-Grafik: Lebensmittel ohne „Ohne GenTechnik“ in Zahlen (31.3.2019)
VLOG-Grafik: Lebensmittel ohne „Ohne GenTechnik“ in Zahlen - Anzahl der Produkte und Umsätze (31.3.2019)

Lebensmittel ohne Gentechnik: zehn Milliarden Euro im zehnten Jahr

06.08.2019

Der Einfluss der Verbraucher ist deutlich: 69 Prozent der Deutschen wollen Lebensmittel kaufen, die ohne Gentechnik hergestellt sind. 14.000 Produkte tragen heute - zehn Jahre nach seiner Einführung – das Ohne-Gentechnik-Siegel. Und der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) schätzt, dass die Kunden 2019 erstmals mehr als zehn Milliarden Euro für solche Produkte ausgeben werden.

„Der Markt für Lebensmittel ohne Gentechnik wächst seit Jahren und ist inzwischen fast so groß wie der Markt für Bio-Lebensmittel“, kommentiert VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. „Beide Erfolgsgeschichten zeigen deutlich, dass die Menschen in Deutschland zunehmend auf mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelerzeugung achten.“ „Das ‚Ohne GenTechnik‘-Siegel gibt den Verbrauchern Macht – Macht mit jedem Einkauf zu entscheiden, ob der Anbau gentechnisch unveränderter Pflanzen gefördert wird oder nicht“, ergänzt Anne Markwardt von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Denn nur anhand des Siegels können die Kunden erkennen, ob die Tiere, deren Produkte sie im Supermarkt kaufen, mit gentechnisch veränderten Pflanzen wie Mais oder Soja gefüttert wurden. [+] mehr...

Bayer Crop Science Division Office Headquarters, Foto: Tony Webster, https://bit.ly/2YtecDN, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Bayer Crop Science Division Office Headquarters, Foto: Tony Webster, https://bit.ly/2YtecDN, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Bayer verkauft weniger Gentechnik-Saatgut

30.07.2019

Die Bayertochter Monsanto hat im 1. Halbjahr 2019 deutlich weniger gentechnisch verändertes (gv) Soja- und Maissaatgut verkauft als in der ersten Hälfte 2018. Das ergibt sich aus dem Halbjahresbericht des Bayerkonzerns, der heute vorgelegt wurde. Auch Pflanzengifte des Konzerns wie das glyphosathaltige Roundup fanden weniger Abnehmer. Bayer führt das vor allem aufs Wetter und auf Handelskonflikte zurück.

Die Umsatzerlöse bei gv-Saatgut für Soja gingen demnach währungsbereinigt um 25 Prozent, bei Mais um drei Prozent zurück. Dabei wird so gerechnet, als habe Monsanto schon ab 1.1.2018 zu Bayer gehört und die an den Konkurrenten BASF abzugebenden Geschäftsbereiche bereits nicht mehr. Tatsächlich hat der Leverkusener Chemiekonzern den amerikanischen Saatguthersteller erst am 7. Juni 2018 für 63 Milliarden US-Dollar erworben und durfte ihn ab September ins Unternehmen integrieren. Heute ist der neue Großkonzern an der Börse weniger wert, als Bayer damals für Monsanto bezahlt hat. Dementsprechend bezweifeln seither immer mehr Aktionäre, dass sich das Geschäft gelohnt hat. [+] mehr...

DNA Genom
DNA-Modell der Ausstellung 'Genome: The Secret of How Life Works' im Jahr 2012 (Foto: George Bush Presidential Library and Museum / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Fast 150 Anmeldungen für Bürgerkonferenz zur „Biotechnik“

29.07.2019

UPDATE +++ Für eine Verbraucherkonferenz über neue gentechnische Verfahren, die am 10. August in Berlin starten wird, haben sich 148 Personen registrieren lassen. Das schrieb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dem Infodienst Gentechnik auf Anfrage. 20 von ihnen sollen über drei Wochenenden eine schriftliche Stellungnahme zu diesen Verfahren verfassen.

Wie das BfR mitteilte, sollen diese 20 Personen so heterogen wie möglich aus den 148 Anmeldungen ausgewählt werden. Kriterien seien soziodemografische Eigenschaften wie Alter, Geschlecht oder berufliche Tätigkeit. Mit der Teilnahme sollte jedoch kein berufliches Interesse verbunden sein, schreibt die Behörde. Haben sich mehrere Menschen mit ähnlichen Eigenschaften angemeldet, entscheide das Los. Ziel der Verbrauchertreffen nach dem Vorbild dänischer Konsensus-Konferenzen sei es, Bürgerinnen und Bürger an der Debatte zu einem verbraucherrelevanten und öffentlich kontrovers diskutierten Thema zu beteiligen. Die erarbeitete Stellungnahme soll bei einer dreitägigen Abschlusskonferenz vom 28. bis 30. September an Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft übergeben werden. [+] mehr...