Labor Genomsquenzierung
Genomsequenzierung (Foto: Lawrence Berkeley Nat'l Lab - Roy Kaltschmidt, DNA sample picotiter plate preparation, http://bit.ly/24QkbyR, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0, flickr)

Neue gentechnisch veränderte Sorten lassen sich nachweisen

27.03.2020

Es ist eine Standardbehauptung von Gentechnikern und Behörden: Mit neuen gentechnischen Verfahren eingebrachte Änderungen bei Pflanzen lassen sich nicht von natürlichen Mutationen unterscheiden. „Stimmt nicht“, sagt der französische Biochemiker Eric Meunier. Er beschreibt biochemische Methoden, mit denen sich einzelne Sorten akkurat unterscheiden lassen. Entwickelt haben diese Methoden Pflanzenzüchter, um ihre Sortenrechte zu verteidigen.

Denn wenn Züchter eine neue Sorte entwickeln, wollen sie über Lizenzgebühren für das Saatgut daran verdienen. Das ermöglichen ihnen Sortenschutzgesetze, die den Züchtern entsprechende Rechte einräumen. Um diese im Streitfall auch durchsetzen zu können, muss ein Züchter nachweisen, dass es sich bei einer Pflanze um „seine“ Sorte mit ihren klar definierten Merkmalen handelt. Das gilt für konventionelle Sorten ebenso wie für Sorten, bei denen mit Gen-Scheren wie Crispr/Cas ins Erbgut eingegriffen wurde. [+] mehr...

Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)
Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

USA: Dicamba-Zulassung kommt auf den Prüfstand

24.03.2020

Die Zulassung der aktuellen Dicamba-Herbizide von Bayer, BASF und Corteva durch die US-Umweltbehörde EPA wird intern überprüft. Als Termin dafür ist zwar erst der Herbst 2021 vorgesehen. Doch allein die Ankündigung lässt den Druck auf den leichtflüchtigen Wirkstoff Dicamba weiter wachsen. Denn auch ein Gericht überprüft die EPA-Entscheidung.

In den USA gibt es für die Behörden des Bundes eine Generalinspektion, das Office of the Inspector General (OIG). Deren Aufgabe ist es, die Arbeit der Behörden zu begutachten. Die für die Umweltbehörde EPA zuständige Abteilung des OIG hat ihren Inspektionsplan vorgelegt und darin die Dicamba-Inspektion angekündigt. Diese soll feststellen, ob die EPA sich bei der Zulassung an die Anforderugen des Bundes und die Grundsätze der Wissenschaftlichkeit gehalten hat. [+] mehr...

Baumwolle Indien
Foto: Jeremy Evans Thomas / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0-+-

Bt-Baumwolle in Indien schmeckt den Insekten weiterhin

20.03.2020

Was hat der jahrelange Anbau gentechnisch veränderten Bt-Baumwolle in Indien gebracht? Mehr Kunstdünger, mehr Insektizide und keine besseren Ernten: Das ist die Antwort zweier Experten, die diese Entwicklung über fast 20 Jahre hinweg begleiteten.

Im Jahr 2002 brachte Mahyco, das indische Joint-Venture des Gentechnik-Konzerns Monsanto, seine gentechnisch veränderte Bt-Baumwolle auf den indischen Markt. Sie sollte mit ihren selbst produzierten Toxinen den Baumwollkapselbohrer abtöten und so die Erträge steigern und gleichzeitig den Verbrauch an Insektiziden verringern. Doch die Ernten seien die letzten 13 Jahre nicht gestiegen und Indiens Kleinbauern würden weit mehr Geld für Baumwoll-Insektizide ausgeben als je zuvor. Zu diesem Ergebnis kamen der Anthropologe Glenn Davis Stone von der Washington University und K.R. Kranthi, langjähriger Direktor des indischen Baumwoll-Instituts. In ihrer im Fachmagazin Nature Plants erschienenen Arbeit beschreiben sie den Ablauf so: [+] mehr...

Banane
Oft mit Pestiziden: Bananen (Foto: CCO, stux, Pixabay)

Traditionelle Züchter präsentieren pilzresistente Banane

17.03.2020

Die Pilzkrankheit Sigatoka schädigt die Bananenproduktion für den Weltmarkt. Seit Jahren versprechen Gentechnologen, pilzresistente Sorten zu züchten. Jetzt kommt in Frankreich eine Sigatoka-resistente Sorte auf den Markt. Doch die Banane Pointe d’Or wurde herkömmlich gezüchtet, ganz ohne Gentechnik und geeignet für den Bio-Anbau.

Für den Bananenexport in die Industrieländer bauen Landwirte vor allem die Sorte Cavendish an. Sie liefert gute Erträge, ist aber anfällig für Pilzkrankheiten und wird deswegen intensiv mit Pestizden besprüht. Eine der Pilzkrankheiten heißt Black Sigatoka und befällt die Blätter der Bananenstaude. Bereits 2003 schwärmte der US-Lobbyverband BIO von gentechnisch veränderten Bananen, die gegen Sigatoka resistent wären und bald auf den Markt kämen. Es gibt sie bis heute nicht. [+] mehr...

Weizen Mähdrescher Ernte
Foto: tpmartins / flickr; Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0

Weizen: Ein Gentechnik-Oldie drängt auf den Markt

13.03.2020

Das argentinische Gentechnik-Unternehmen Bioceres will in Argentinien eine Zulassung für seinen gentechnisch veränderten HB4-Weizen bekommen. Die Pflanze soll Hitze und Salz besser aushalten als herkömmlicher Weizen. Es wäre die weltweit erste Zulassung für den kommerziellen Anbau eines gv-Weizens. Doch so schnell wird sie wohl nicht kommen.

Hinter dem Kürzel HB4 versteckt sich ein Produkt der alten Gentechnik. Bioceres hatte ein Gen aus der Sonnenblume identifiziert, das die Pflanze gut mt Trockenheit und salzigen Böden zurechtkommen lässt. Dieses Gen baute das Unternehmen in Soja, Weizen, Luzerne, Mais und Zuckerrohr ein. Für die HB4-Sojabohne hat Argentinien einen ersten Anbau schon vor einigen Jahren genehmigt. Jetzt drängt das Unternehmen auf die Zulassung des Weizens. Der wurde bisher nur in Feldversuchen angebaut, in Argentinien, aber auch in Spanien. In den Versuchen soll er nach Firmenangaben bei Trockenheit höhere Erträge geliefert haben als Vergleichssorten. An der HB4-Technologie arbeitet Bioceres bereits seit zwei Jahrzehnten. Schon 2013 gründeten die Argentinier zusammen mit dem französischen Pflanzenzüchter Florimond Desprez ein Unternehmen namens Trigall Genetics, um den Weizen auf den Markt zu bringen. Damals wurde 2016 als Start für den Anbau genannt. [+] mehr...