Parlament
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Europaparlament betont das Vorsorgeprinzip bei neuer Gentechnik

22.10.2021

Mit seiner Stellungnahme zur EU-Lebensmittelstrategie hat das Europäische Parlament auch einen Absatz zu neuen gentechnischen Verfahren verabschiedet. Er deutet an, dass die Parlamentarier den gentechnikfreundlichen Kurs der Kommission kritisch sehen, sich mehr Vorsorge und eine transparente Kennzeichnung wünschen. Deutlichere Worte hat das deutsche Bundesamt für Naturschutz gefunden. Es erklärt in einem Positionspapier, warum auch neue gentechnische Verfahren reguliert werden müssen.

Bereits Ende letzten Jahres hatte die EU-Kommission ihre Lebensmittelstrategie Farm to Fork (deutsch: Vom Hof auf den Tisch) vorgestellt. Das Europaparlament hat sich am Dienstag mit 452 zu 170 Stimmen bei 76 Enthaltungen hinter die Pläne der Kommission gestellt. Im Vorfeld hatten Lobbyverbände der Agrarindustrie, allen voran der europäische Bauernverband Copa-Cogeca, gezielt versucht, bei Abgeordneten Stimmung gegen die EU-Strategie zu machen. Ihr Ziel war es, konkrete Zahlen- und Zeitangaben etwa bei der Pestizidreduktion zu verhindern. Die Parlamentarier ließen sich davon nicht beeindrucken und stärkten die Position der Kommission. [+] mehr...

Reis Reisbauern Indien
Reisbauern in Indien, Foto: M@hieu / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Reismehlfall: indische Regierung will "gründlich prüfen"

21.10.2021

Das indische Handelsministerium will den Fall des gentechnisch verunreinigten indischen Reises, der im Sommer weltweit zum Rückruf von Schokolinsen und Backwaren geführt hatte, gründlich untersuchen. Das berichtet das indische Nachrichtenportal „The Hindu“. Dabei beruft es sich auch auf den Infodienst Gentechnik, der im August als erster berichtet hatte, dass die 500 Tonnen verunreinigten Bruchreises aus Indien stammten.

Während das Handelsministerium jetzt betont, dass in Indien gv-Reis nicht kommerziell angebaut werden dürfe, verweisen indische Bauern und Umweltaktivisten darauf, dass es in der Vergangenheit Feldversuche mit verschiedenen gv-Reissorten gegeben habe, die zu den Verunreinigungen geführt haben könnten. Bauernverbände und Handelsministerium fürchten laut „The Hindu“ nun um den Ruf des indischen Reises als sichere Exportware. Die Regierung wittere gar eine „Verschwörung, um das Image Indiens … zu verleumden“, schreibt das Portal. Ein Sprecher des Handelsministeriums wird mit der Vermutung zitiert, die gentechnisch veränderten Bestandteile könnte in Europa hinzugefügt worden sein, um Kosten zu sparen. Seiner Meinung nach könnten die kontrollierten Feldversuche früherer Jahre nicht eine so große Menge Reis verunreinigen. [+] mehr...

Apfel Feuerbrand
Feuerbrand bei Äpfeln (Foto: I, Paethon / wikimedia, http://bit.ly/1Uv80lO, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, )

Kommt der nächste Gentech-Apfel aus Südtirol?

15.10.2021

Der für Landwirtschaft zuständige Südtiroler Landesrat Arnold Schuler sieht in neuen gentechnischen Verfahren wie Crispr/Cas eine große Chance für den Apfelanbau in Südtirol. Seine Vorstellungen stoßen bei Umwelt- und Verbraucherverbänden auf Kritik. Sie warnen vor einem Paradigmenwechsel in der Südtiroler Politik, die bisher stark auf gentechnikfreie Produkte setzte. Doch noch sind Schulers Gentech-Äpfel Zukunftsmusik.

Südtirol ist das größte Apfelanbaugebiet Europas. Auch andere Obstsorten sowie Wein werden dort intensiv angebaut. In einem Strategiepapier mit dem Titel LandWIRtschaft 2030 fordert Schuler unter den Stichpunkten Ausbau der Forschung: „Moderne Züchtungsmethoden (CIS-Genetik, Genom-Editierung) für die Entwicklung von resistenten und robusten Sorten“. Um das umzusetzen sollen am Südtiroler Versuchszentrum Laimburg „standortangepasste und resistente Sorten mit neuesten Technologien“ gezüchtet werden. [+] mehr...

Rote Seebrassen aus Japan - gentechnikfrei (Foto: Malias, Flickr.com, cc-by-2.0)
Rote Seebrassen aus Japan - gentechnikfrei-+-(Foto: Malias, Flickr.com, cc-by-2.0)

Japan lässt Crispr-Fisch als Lebensmittel zu

12.10.2021

Ein japanisches Unternehmen will einen mit Crispr/Cas veränderten Zuchtfisch vermarkten. Mit Zustimmmung der japanische Behörden nimmt es derzeit Vorbestellungen für die ersten Test-Portionen entgegen. Das japanische Gesundheitsministeriums verlangte keine Sicherheitsprüfung, da dem Fisch keine Fremdgene zugefügt wurden. Auch erste Gentech-Tomaten gibt es in Japan inzwischen zu kaufen.

Wissenschaftler der Universitäten Kyoto und Kindai haben mit dem Verfahren Crispr/Cas ein Gen im Erbgut von Seebrassen ausgeschaltet, das das Muskelwachstum unterdrückt. Dadurch setzen die Tiere in gleicher Zeit etwa 20 Prozent mehr Fleisch an und verwerten dabei das Futter besser. Vermarkten soll diese Gentech-Seebrassen das 2019 gegründete Unternehmen Regional Fish. Es teilte Mitte September mit, dass es vom Gesundheits- und Fischereiministerium die notwendigen Genehmigungen erhalten habe. Laut Ministerium sei die Gentech-Seebrasse als Lebensmittel ebenso sicher wie ihre natürlichen Artgenossen, da die Veränderung in der Natur vorkommen könne. Laut Regional Fish handelt es sich um das weltweit erste genom-editierte tierische Lebensmittel, das nach Durchlaufen nationaler Verfahren auf den Markt gebracht werde. Bisher ist lediglich in den USA und Kanada der mit alter Gentechnik produzierte Aquabounty-Lachs als Lebensmittel zugelassen. [+] mehr...

Der Sitz der EU-Kommission in Brüssel. Foto: EmDee - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91781296
Der Sitz der EU-Kommission in Brüssel. Foto: EmDee - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91781296

EU fragt Bürger: neue Regeln für neue Gentechnik?

08.10.2021

Noch bis 22. Oktober können alle EU-Bürgerinnen und Bürger sich an einer Konsultation der EU-Kommission beteiligen. Sie will bestimmte Verfahren der neuen Gentechnik aus dem bisherigen Gentechnikrecht herausnehmen und hat ihren Fahrplan für dieses Vorhaben zum Kommentieren ins Netz gestellt. Zahlreiche Organisationen haben die Menschen aufgerufen, sich an der Konsultation zu beteiligen und ihren Protest gegen die Kommissionspläne zum Ausdruck zu bringen.

Bereits in ihrer im April 2021 vorgelegten Studie zu neuen gentechnischen Verfahren hat die Kommission durchblicken lassen, dass sie das Gentechnikrecht zugunsten dieser neuen Technologien ändern will. Mit der am 24. September begonnenen Konsultation hat sie ihre Pläne präzisiert und mitgeteilt, dass sie die bisherige Gentechnik-Gesetzgebung so verändern will, dass bei Pflanzen, die „durch gezielte Mutagenese und Cisgenese gewonnen“ wurden, die bisherige Risikobewertung und Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen entfällt. [+] mehr...

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