Kein Patent auf Leben
Foto: Kein Patent auf Leben

Streit um Crispr-Patente: Wer bekommt die Milliarden?

02.04.2022

Vor zehn Jahren stellten Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna Crispr/Cas9 als neues gentechnisches Werkzeug vor. Sie bekamen dafür den Nobelpreis. Doch im Streit um die Patente für das Verfahren mussten die beiden Wissenschaftlerinnen und die mit ihnen verbundenen Universitäten von Kalifornien und Wien in den USA eine herbe Niederlage hinnehmen. Beendet ist der Patentstreit damit noch lange nicht.

Das US-Patentamt wies Ende Februar 2022 Patentansprüche zurück, die Charpentier und die beiden Universitäten (in den Unterlagen als CVC abgekürzt) gestellt hatten. Stattdessen sprach das Patentamt diese Rechte dem Molekularbiologen Feng Zhang und dem Broad Institut in Cambridge, Massachusetts zu. [+] mehr...

Schweine fressen viel Soja Foto: United Soybean Board, https://bit.ly/3uIjaPq, creativecommons.org/licenses/by/2.0
Schweine fressen viel Soja Foto: United Soybean Board, https://bit.ly/3uIjaPq, creativecommons.org/licenses/by/2.0

Ukrainekrieg: Ausnahmeregeln für Bio-Eiweißfutter?

30.03.2022

Weil die Ukraine ein wichtiges Exportland für gentechnikfreie Soja- und Rapsfrüchte ist, sorgen sich angesichts des dortigen Krieges Bauern und Verbände um den Nachschub. Wichtig sind diese Ackerfrüchte vor allem als Eiweißfutter für gentechnikfreie konventionelle oder biologische Schweine und Hühner. Politiker und Verbände fordern, die Fütterregeln für diese Tiere vorübergehend zu lockern und die Tierbestände generell zu reduzieren.

So hat sich Agrarstaatssekretärin Silvia Bender vergangene Woche beim Agrarrat in Brüssel dafür ausgesprochen, „EU-weit als zeitlich begrenzte Maßnahme konventionelle Futtermittel in Bio-Eiweißfuttermitteln zu nutzen“, teilte ihr Ministerium mit. Diskutiert werde vor allem, Biolandwirten fünf Prozent konventionelles gentechnikfreies Eiweißfutter für Schweine und Geflügel aller Altersgruppen bis maximal 31.12.2022 zu erlauben, schrieb eine Sprecherin des Agrarministeriums auf Anfrage des Infodiensts. Ziel sei es, eine rechtliche Lösung zu finden, um eine Versorgung der Bio-Tiere mit Eiweißfuttermitteln sicher zu stellen. Regeln müsse das die Europäische Kommission und umsetzen die Bundesländer; mit beiden sei man dazu im Austausch. Eine Beschlussvorlage zum Thema sei unter den Bundesländern bereits im Umlauf, hieß es aus Sachsen-Anhalt. Österreich hat die fünf-Prozent-Ausnahme für erwachsene Tiere nach Expertenangaben schon verlängert. [+] mehr...

Gentechnik bedroht die Vielfalt (Foto: CCO)
Gentechnik bedroht die Vielfalt (Foto: CCO)

Brasilien: Gentech-Mais kontaminiert alte Landsorten

25.03.2022

Traditionelle Maissorten in Brasilien sind großflächig mit dem Erbgut gentechnisch veränderter Maissorten verunreinigt. Wissenschaftler der brasilianischen Agrarforschungsbehörde Empraba fanden in einem Drittel von gut 1000 untersuchten Proben Gene für Herbizidresistenzen und für die Produktion verschiedener für Insekten giftiger Bt-Toxine. Die Experten folgerten daraus, dass die in Brasilien geltenden Biosicherheitsstandards nicht ausreichen, um die alten Landrassen zu schützen.

Brasilien weist ähnlich wie Mexiko eine große Vielfalt an alten Maissorten auf, von denen viele endemisch sind, also nur dort vorkommen. Ihre genetischen Besonderheiten, die sich im Laufe der Jahrhunderte des Anbaus in einer regenarmen Region herausgebildet haben, sind eine wertvolle Ressource, um andere Maissorten züchterisch an den Klimawandel anzupassen. [+] mehr...

Milch Tasse
Milch (Foto: Andreas Levers / flickr, bit.ly/1TLvA1b, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)-+-

Aus dem Gentech-Reaktor: In den USA kommt Milch ohne Kuh auf den Markt

22.03.2022

Das Unternehmen Betterland Foods will diesen Sommer in den USA die erste Milch auf den Markt bringen, die ohne Kühe erzeugt wurde. Sie besteht aus pflanzlichen Ölen und Milcheiweiß. Dieses stammt von gentechnisch veränderten Mikroorganismen, die Kuh-DNA enthalten und damit die Proteine im Bioreaktor herstellen, aus einer Nährlösung mit Zucker.

Entwickelt hat die Gentech-Mikroorganismen und die damit hergestellten Proteine die Firma Perfect Day. Das Startup aus San Francisco begann damit vor acht Jahren, hat inzwischen insgesamt 750 Millionen US-Dollar an Wagniskapital eingeworben und arbeitet an seinem Börsengang. Es wirbt damit, dass seine Herstellungsweise weitaus weniger Wasser verbrauche und Treibhausgase ausstoße als die Milcherzeugung mit Rindern. Laut Perfect Day haben die Proteine von der US-Lebensmittelbehörde FDA den Status „Generally Recognized as Safe“ (generell als sicher anerkannt) bekommen. Das Unternehmen vermarktet sie in den USA bereits als Bestandteil von Eiscreme, Backmischungen und veganem Käse sowie als Proteinpulver zur Nahrungsergänzung. [+] mehr...

Mais-Versuch
Mais Versuchsfeld (Foto: Infodienst)

Genome Editing: England erleichtert Feldversuche

20.03.2022

Trotz vielfältiger Kritik hat das britische Parlament zugestimmt, die Anforderungen an Feldversuche mit genomeditierten Pflanzen in England zu senken. Künftig reicht eine kurze Information ans Agrarministerium, wenn Wissenschaftler einen Versuchsanbau im Freien planen. Und die britische Regierung will die Regeln für Produkte neuer gentechnischer Verfahren weiter lockern. Opposition und Verbände warnen, dass jegliche Sicherheitsvorschriften für Umwelt und Gesundheit aufgegeben werden.

Die Regelung des Agrarministers, der das Londoner Oberhaus diese Woche zustimmte, sieht vor, dass Testanbau mit bestimmten genomeditierten Pflanzen von der geltenden Freisetzungsverordnung für Gentechnik-Gewächse ausgenommen wird. Nicht mehr reguliert werden Versuche mit solchen Pflanzen, die auch konventionell hätten gezüchtet werden oder natürlich hätten entstehen können, erläuterte Staatssekretär Richard Benyon. Sollen solche genomeditierten Pflanzen kommerziell angebaut werden, gelten weiter die bisherigen Regeln. Benyon kündigte Leitlinien an, die festlegen, welche Pflanzen genau unter die Ausnahmeregelung fallen. Nach Information der Organisation Beyond-GM will das Ministerium die Leitlinie bis Ende April vorlegen. [+] mehr...

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