Glyphosat
Glyphosat auf EU-Äckern noch bis 2022? (Foto: Chafer Machinery/Flickr.com)

Neue Studie: Glyphosat schädigt nützliche Bakterien

10.11.2021

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat in einer Übersichtsstudie dargestellt, wie sich Glyphosat auf Gemeinschaften von Mikroorganismen, Mikrobiome genannt, auswirkt. Das Ergebnis: Glyphosat schädigt Mikrobiome, die wichtig für die Gesundheit von Pflanzen, Tieren und Menschen sind. Die Wissenschaftler forderten die Behörden auf, diese Effekte zu berücksichtigen und die bisherigen Rückstandsgrenzwerte für Glyphosat zu überarbeiten.

Der Boden, Pflanzenwurzeln, Haut und Darm von Tieren und Menschen sind alle von charakteristischen Mikrobiomen besiedelt. Diese bestehen aus Bakterien, Pilzen und allen Arten von mikroskopisch kleinen Tieren. Sie arbeiten mit ihrem Wirtsorganismus zusammen, liefern Nährstoffe oder schützen ihn vor Krankheiten. Die Forscher aus den Niederlanden, Deutschland, China und den USA werteten Studien aus, die sich mit der Wirkung von Glyphosat auf solche Mikrobiome befassten. Und zwar bei Rückstandskonzentrationen, wie sie in der Umwelt vorkommen. In einer Mitteilung der Universität Kassel, deren Professorin Maria Finckh an der Arbeit beteiligt war, heißt es: „Bis vor kurzem erschienen die Auswirkungen relativ geringer Rückstandskonzentrationen auf Mikrobiome im Boden, auf und in Pflanzen und in Tieren in der wissenschaftlichen Literatur nicht eindeutig.“ Doch die Autoren des Übersichtsartikels hätten festgestellt, dass sich immer dann Effekte zeigten, wenn das Mikrobiom nicht nur oberflächlich betrachtet, sondern einzelne Gattungen und Arten von Mikroorganismen oder spezifische Prozesse analysiert wurden. [+] mehr...

Kartoffel Vielfalt
Kartoffel-Vielfalt Foto: Informationsdienst Gentechnik

Neue Kartoffelsorte: resistent gegen Krautfäule und gentechnikfrei

05.11.2021

Das Internationale Kartoffelzentrum in Peru (CIP) und die internationale Organisation Crop Trust haben eine neue gentechnikfrei gezüchtete Kartoffelsorte vorgestellt. CIP-Matilde ist resistent gegen die Kraut- und Knollenfäule, die gefährlichste Pilzinfektion bei Kartoffeln. Die auf peruanische Verhältnisse hin gezüchtete CIP-Matilde wird parallel schon in einigen afrikanischen Ländern eingesetzt, um dort neue, resistente Sorten zu züchten. In Europa gibt es bereits einige gentechnikfreie Kartoffelsorten, die gut mit der Krautfäule fertig werden.

Peru ist die Heimat der Kartoffel, die es dort in einer großen genetischen Vielfalt gibt, darunter zahlreiche Wildsorten, aus denen die essbaren Knollen einst gezüchtet wurden. Das CIP startete vor 20 Jahren ein Programm, in dem die vielen Wildsorten auf hilfreiche Eigenschaften wie die Resistenz gegen Krautfäule untersucht wurden. Geeignete Kandidaten wurden dann züchterisch so bearbeitet, dass die Resistenzen erhalten blieben, aber negative Eigenschaften der wilden, nicht essbaren Knollen aussortiert wurden. Pre-breeding nennt sich dieser Prozess, bei dem genetische Marker und Labormethoden eingesetzt werden, das Erbgut aber unverändert bleibt. Von einer „Vorbereitung für eine züchterische Nutzung“ spricht das Julius Kühn-Institut. [+] mehr...

Mais Mexiko Vielfalt
Mais ist wichtiges Grundnahrungsmittel in Mexiko (Foto: © Curt Carnemark / World Bank, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Oberstes Gericht: Gentech-Mais bleibt in Mexiko verboten

03.11.2021

Mexiko wehrt sich gegen gentechnisch veränderten (gv) Mais: Nachdem Präsident Manuel López Obrador bereits im Januar angekündigt hatte, Anbau und Import schrittweise zu verbieten, bestätigte das Oberste Nationalgericht im Oktober ein richterliches Anbauverbot aus dem Jahr 2013. Das Problem: Der Gerichtsbeschluss ist nur vorläufig und im Jahr 2021 importierte das nordamerikanische Land mehr gv-Mais als zuvor.

Ein Kollektiv aus Landwirten, Wissenschaftlern und Imkern, das 2013 gegen gv-Mais in Mexiko geklagt hatte, bezeichnete den Richterspruch trotzdem als „historische Entscheidung“ zugunsten der heimischen Maisvielfalt und der Ausübung kollektiver Rechte. Einstimmig habe das Gericht die 130 Argumente der vier Agrarchemieunternehmen zurückgewiesen, die sich seit acht Jahren mit Dutzenden von Klagen vor zehn Bundesgerichten gegen das vorläufige Verbot von gv-Mais in Mexiko gewehrt hätten, heißt es in einer Presseinformation der Gruppe Demanda Colectiva Maíz (dt.: Sammelklage Mais). Den Unternehmen Bayer/Monsanto, Syngenta, Dow Agrosciences (heute Corteva) und PHI-Mexiko warf das Klagekollektiv vor, die Risiken von gv-Mais für Mexiko nicht untersucht zu haben. Die Initiative sieht die natürlichen heimischen Maissorten durch Einkreuzung und Verunreinigung bedroht. Außerdem gefährdeten die mit dem herbizidresistenten Mais verbundenen Pestizide Insekten und Biodiversität. [+] mehr...

Mais  Foto: CCO
Mais Foto: CCO

Saatgutkontrollen: Behörden finden Gentechnik in fünf Maispartien

29.10.2021

In den diesjährigen Kontrollen von Saatgut auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) haben die zuständigen Länderbehörden in fünf von 740 beprobten Saatgutpartien Verunreinigungen nachgewiesen. Dabei handelte es sich um Maissaatgutpartien, von denen vier in Baden-Württemberg und eine in Bayern entdeckt wurden. Das verunreinigte Saatgut wurde nach Behördenangaben nicht ausgesät. Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut forderten die Bundesländer auf, ihre Saatgutkontrollen zu verstärken und Saatgut auch auf Verunreinigungen mit neuer Gentechnik zu überprüfen.

Von den 740 Proben, die die Länderbehörden von 01.10.2020 bis 30.09.2021 analysiert hatten, entfielen 439 auf Mais und 173 auf Winterraps. Daneben analysierten die Länder Sojabohnen (40 Proben), Zuckerrüben (21), Sommerraps (17) sowie einige Proben von Senf, Tomaten, Zucchini, Luzerne und Rote Rüben. Neu aufgenommen ins Monitoring hatten einzelne Bundesländer Leinsaat (10 Proben) und Zuckermais (23). Sie zogen damit die Konsequenzen aus Verunreinigungsfällen des vergangenen Jahres. [+] mehr...

Europaflagge, Foto: Greg Montani https://pixabay.com/de/photos/europa-flagge-sterne-fahne-1395913/
Europaflagge, Foto: Greg Montani https://pixabay.com/de/photos/europa-flagge-sterne-fahne-1395913/

Neue Gentechnik: Fast 70.000 EU-Bürger kommentieren Kommissionspläne

27.10.2021

Rund 70.880 Bürger und Institutionen haben in der ersten Phase der offiziellen Folgenabschätzung ihre Meinung zu Überlegungen der EU-Kommission geäußert, neue Regeln für neue Gentechnikverfahren (NGT) zu erlassen. Fast die Hälfte davon waren Deutsche, zeigt die Statistik auf der EU-Webseite. Die übergroße Mehrheit dieser Statements (mehr als 69.000) kam über die Aktion „Keep GMO out of our food“ (dt.: Halte Gentechnik aus unserem Essen raus). Ihre Organisatoren ordnen sie daher als Gentechnikkritiker ein, die an strengen Regeln für NGT festhalten wollen.

Zahlreiche gentechnikkritische Verbände und Initiativen aus ganz Europa hatten ein Eingabeformular der Aktion „Keep GMO out of our food“ auf ihren Webseiten eingebunden und dazu die Argumente gegen eine Deregulierung der neuen Gentechnik noch einmal aufgelistet und erläutert. Über dieses Formular wurden die einzelnen, namentlich gekennzeichneten Stellungnahmen dann an die EU-Kommission weitergeleitet. Auch die NGOs selbst haben die EU-Überlegungen kritisch kommentiert. [+] mehr...

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