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Acker Traktor
Aussaat von Winterraps auf einem Ökobetrieb in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan)

Landwirtschaft muss raus aus der Tretmühle

02.06.2016

Um Klima, Wasser und Böden zu schützen und gleichzeitig genug gesunde Nahrung für alle Menschen zu erzeugen, muss sich die Landwirtschaft drastisch verändern. Vielfältiger, ganzheitlicher, ökologischer – das empfehlen die Wissenschaftler des International Panel of Experts on Sustainable Food Systems (IPES-Food) in einem soeben veröffentlichten Bericht.

Die wissenschaftlichen Daten zeigten, dass diese vielfältigere und ökologischere Landwirtschaft mit der industriellen Landwirtschaft von heute mithalten könne – und das ohne Unmengen an künstlichem Dünger und Pestiziden, dafür mit lokal angepasstem Saatgut und innovativen Anbaumethoden. Insbesondere unter schwierigen Umweltbedingungen – Trockenheit oder Überflutungen beispielsweise, die wegen des Klimawandels immer häufiger auftreten werden – sei eine solche Landwirtschaft im Vorteil, so das Gremium, zu dem unter anderem der frühere UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, gehört.

Zur Gentechnik verlieren die Autoren in dem fast 100 Seiten starken Bericht nur wenige Worte: es gebe viele Hinweise, dass der Gentechnik-Anbau – und besonders das Anpflanzen von herbizid-toleranten Pflanzen in Monokulturen – dazu beigetragen habe, dass Landwirte mit resistenten Unkräutern und Schädlingen zu kämpfen haben. In den 1960ern sei eine erste Resistenz festgestellt worden, heute gebe es über 210 bekannte Unkräuter, die gegen Spritzmittelwirkstoffe wie Glyphosat resistent sind. Viele davon könnten mit dem Gentech-Anbau in Verbindung gebracht werden.

Die Landwirtschaft sei hier in eine „Tretmühle“ hineingeraten: mehr Pestizide führten zu mehr Resistenzen, wodurch die Bauern noch häufiger zur Giftspritze griffen. Das treibe auch die Kosten in die Höhe, löse aber nicht das Grundproblem. [dh]