Dow / DuPont = Corteva

2017 fusionierten die Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont zu DowDuPont, dem größten Chemiekonzern der Welt mit einem Umsatz von etwa 130 Milliarden US-Dollar, das sind 118 Milliarden Euro. Das neue Unternehmen spaltete sich anschließend in drei Konzerne auf: Einer für Kunststoffe (Dow), einer für Spezialchemiekalien (DuPont de Nemours) und einer für das Geschäft mit Saatgut und Pestiziden. Der neue Agrarkonzern heißt Corteva Agriscience.

Die beiden Unternehmen

Dow Chemical wurde 1897 gegründet und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der größten Chemiekonzerne der Welt. Zum Portfolio von Dow gehören zahlreiche Pestizide und konventionelles sowie gentechnisch verändertes Saatgut, das von der Tochtergesellschaft Mycogen Plant Seeds entwickelt wurde. Deren bekanntestes Produkt sind die transgenen Enlist-Pflanzen, die sowohl gegen Glyphosat als auch gegen das stark giftige Altherbizid 2-4-D resistent sind. 2-4-D war ein Bestandteil der im Vietnamkrieg eingesetzten Herbizidmischung Agent Orange. Es soll Geburtsschäden und Erbgutveränderungen verursachen sowie hormonell wirksam sein. 2015 haben es die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Inzwischen bietet Dow auch Enlist E3-Sojabohnen an, die zusätzlich noch gegen das Herbizid Glufosinat resistent sind. Der Wirkstoff ist in der EU nicht mehr zugelassen, weil er giftig ist und menschliche Embryos schädigen kann. Dow liefert zum Saatgut auch die passenden Herbizidmischung mit den drei Wirkstoffen.

DuPont / Pioneer: Das US-Unternehmen DuPont startete 1802 als Pulverhersteller und wuchs im 20. Jahrhundert zu einem breit aufgestellten Chemiekonzern mit einem Schwerpunkt bei Kunststoffen (Teflon, Elasthan, Lycra, Neopren, Nylon) und Lacken heran. Mit der Übernahme des Agrargeschäfts von Shell 1986 stieg DuPont in das Geschäft mit Pestiziden ein. 1999 kaufte DuPont das Unternehmen Pioneer Hi-Bred, damals noch der weltweit größte Saatguthersteller vor Monsanto. Pioneer geht zurück auf den US-Züchter Henry Wallace, der 1920 der mit der Entwicklung von Hybrid-Saatgut bei Mais begann. Pioneer stellt auch gentechnisch verändertes Saatgut her. Das neueste Produkt heißt Qrome, ein Mais, der drei verschiedene Insektengifte produziert und gegen zwei Herbizide resistent ist.
Du Pont gehört auch zu den wichtigsten Herstellern von Enzymen für Lebensmittelherstellung und andere Anwendungsgebiete, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen produziert werden.

Bereits vor der Fusion hatten Dow und DuPont zusammen den Gentech-Mais 1507 entwickelt, der gegen das Herbizid Glufosinat resistent ist und ein Insektengift erzeugt. Die EU-Komission ließ den Mais trotz starker Kritik zu. Dossier: Was ist Mais 1507?

Die Unternehmensgeschichte auf der Corteva-Webseite.

Protest-Aktion gegen Gentechnik-Mais 1507 vor dem Bundeskanzleramt (Foto: Zukunftsstiftung Landwirtschaft / Daniel Hertwig)

Corteva Agroscience

Der neue Konzern Corteva führt die zusammengelegten Agrar-Aktivitäten von Dow und DuPont weiter. Er tritt offensiv für eine Züchtung durch Genom Editing und Genscheren-wie CRISPR/Cas ein. Für zwei mit Hilfe von Gen-Scheren entwickelte Mais-Linien hat der Konzern bereits die Zusage der US-Genehmigungsbehörde FDA, dass die Produkte ohne besondere Risikoprüfung und Kennzeichnung vermarktet werden könnten.

Die Crispr-Webseite von Corteva