04.02.2010 | permalink
Foto: Greenpeace
Die Umweltverbände ziehen Bilanz nach 100 Tagen schwarz-gelbe Regierung. Ob beim Thema Gentechnik-Kartoffel Amflora, MON 810-Anbau-Verbot oder Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung: Die neue Regierung legt mehr Wert auf Industrie-Interessen als auf Verbraucherschutz, so das Fazit von Greenpeace, NABU, BUND, WWF und DNR. Obwohl 70% der Verbraucherinnen und Verbraucher Gentechnik in der Landwirtschaft und im Essen ablehnen, setzt die neue Regierung auf Gentechnik-Pflanzen. Bereits im November stimmte Landwirtschaftsministerin Aigner in Brüssel für die Zulassung einer neuen Gentechnik-Pflanze. Der Anbau der Gentechnik-Kartoffel "Amflora" soll trotz erheblichen Widerstands aus der Bevölkerung gefördert werden. Dabei spielen die Interessen des Amflora-Herstellers BASF offensichtlich eine große Rolle. Denn längst gibt es eine gentechnikfreie Variante, die genau soviel Stärke produziert. Auch der fehlende Einsatz für die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung wird kritisiert. Zwar führte Ilse Aigner letztes Jahr ein einheitliches Bundessiegel ein, lässt aber mit der versprochenen Informationskampagne für das Label weiter auf sich warten. Ernährungs- und Futtermittelindustrie lassen hingegen keine Gelegenheit aus, um gegen die Kennzeichnung Stimmung zu machen.
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Bayerisches Fernsehen: Genehmigungsfilz
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
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