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Raps Samen
Rapssamen sind klein und leicht - gehen beim Transport auch leicht verloren (Foto: Gwendolyn Stansbury, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Gentechnik-Verunreinigung im Rapsfeld

02.11.2015

Gentechnisch veränderter Raps darf in der Europäischen Union – anders als in den USA oder Kanada – nicht angebaut werden. Trotzdem landete er jetzt in England und Schottland auf dem Acker. Wie Medien berichten, waren allerdings nur kleine Versuchsflächen betroffen, die transgenen Rapspflanzen müssen auf Anweisung des zuständigen Ministeriums zerstört werden.

Laut den Berichten war konventionelles Rapssaatgut aus Frankreich mit gentechnisch veränderten Samen verunreinigt. Der Raps war auf kleinen Feldern versuchsweise ausgesät worden, so sollten Daten für eine Zulassung der Sorte gesammelt werden. Eigentlich Routine. Doch mit den konventionellen gelangten auch die gentechnisch veränderten Rapssamen auf die Testflächen. Das französische Rapssaatgut wurde zurückgerufen.

Laut Landwirtschaftsministerium bestand kein Risiko, dass sich die in den Raps eingebaute DNA weiter verbreitet – denn die kürzlich ausgesäten Pflanzen hätten ja erst im kommenden Frühjahr geblüht. Insekten und Wind hätten den Pollen der Gentechnik-Rapspflanzen dann auf anderer Rapspflanzen oder verwandte Arten tragen können.

Also: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? So leicht ist es nach Ansicht der Soil Association nicht. Der britische Umweltverband verweist auf ähnliche Fälle in Schweden und anderen Ländern, in denen Gentechnik-Verunreinigungen noch nach Jahren für Probleme sorgten. Insbesondere die kleinen Rapssamen gehen schnell verloren und können auch längere „Wartezeiten“ im Boden überdauern – aus ihnen können dann erneut Pflänzchen sprießen. Die Soil Association forderte deshalb, die Flächen mindestens zehn Jahre lang zu kontrollieren.

Gentechnik-Verunreinigungen kosten immer wieder eine Menge Geld – für Laboruntersuchungen von verdächtigen Pflanzen, Saatgut-Rückrufe und Nachsorge-Kontrollen. Allein vier größere Fälle, bei denen in Mais, Reis und Lein Gentechnik-Körner festgestellt worden waren, verursachten nach Berechnungen des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau Schäden von 5,4 Milliarden US-Dollar. [dh]