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Mais Schmetterling Falter
Foto: Jason Prini / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0)

Gentechnik-Mais: 20 Meter Abstand sollen reichen

02.07.2015

Maispollen kann mehrere Kilometer weit fliegen – das fanden Wissenschaftler heraus, die zehn Jahre lang Daten zum Pollenflug gesammelt hatten. Die EU-Lebensmittelbehörde nahm das zum Anlass, noch einmal ihre bisherigen Empfehlungen zum Anbau von Gentechnik-Mais zu überprüfen. Nun teilte sie mit: es bleibt bei 20 bis 30 Metern zu Naturschutzgebieten.

Für die Gentechnik-Maissorten MON810 und Bt11, die beide ein eigenes Insektengift produzieren, empfiehlt das GVO-Gremium der EFSA weiterhin eine „Isolationsdistanz“ von 20 Metern um geschützte Flächen. Darin sollte der Gentech-Mais nicht angebaut werden, so die oft als zu industrie-nah kritisierten Experten. Allerdings hat derzeit nur MON810 eine gültige Anbaugenehmigung für die Europäische Union.

Beim Mais 1507 von Dupont-Pioneer bleibt die EFSA bei 30 Metern Schutzabstand zu Naturhabitaten. Ihre Berechnungen, in die die neuen Pollenflug-Daten eingeflossen seien, hätten gezeigt, dass so auch „besonders empfindliche“ Schmetterlingsarten wie die Kohlschabe (Plutella xylostella) vor dem Insektengift der Gentechnik-Pflanzen sicher seien.

Letztes Jahr hatte das deutsche Bundesamt für Naturschutz gewarnt, der Pollen von Mais 1507 enthalte 350 Mal mehr Insektengift als der des zugelassenen MON810. Die Auswirkungen auf nützliche Insektenarten sei zu wenig untersucht worden, so das BfN. Wissenschaftler der Behörde, des Ökologiebüro in Bremen und der Uni Bremen veröffentlichten im Oktober ihre Untersuchungsergebnisse zum Pollenflug von Mais. Demnach treten auch in einer Entfernung von viereinhalb Kilometern vom Maisfeld noch tausende Pollen pro Quadratmeter auf.

Die EFSA bleibt dennoch bei der 30-Meter-Empfehlung. Nun könnte wieder neuer Schwung in die Zulassung von Mais 1507 kommen. Die EU-Kommission hatte angekündigt, die erneute Prüfung durch die EFSA abzuwarten. Nun könnte sie den Gentechnik-Mais zum Anbau zulassen – er wäre dann die zweite Gentechnik-Pflanze, die in der EU angebaut werden darf. Die Mitgliedstaaten hatten zuvor bereits abgestimmt – und kamen zu keinem Ergebnis. Deutschland hatte sich der Stimme enthalten. [dh]