In einem Offenen Brief an die Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) und an den Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fordert ein breites Bündnis von Verbänden eine eindeutige Position der Bundesregierung gegen die Zulassung neuer Gentechnik-Maissorten („Bt 11“ und „1507“) durch die EU.
Infodienst: Verbände-Brief an Aigner und Gabriel
Am 21. Januar 2009 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, die Maislinien 1507 von Pioneer und Bt11 von Syngenta zuzulassen. Es wären die ersten Gentech-Pflanzen seit 1998, die in der EU zum Anbau zugelassen werden würden.
Im Oktober 2007 hat der EU-Umwelt-Kommissar Stavros Dimas erstmals die Anbauzulassung für die gentechnisch veränderte Maissorten Bt 11 und 1507 abgelehnt. Doch Syngenta und DuPont möchten diese gentechnisch veränderten Maissorten auf den europäischen Markt bringen und haben mächtige Unterstützer. Es ist deshalb möglich, dass Dimas’ Entscheidung von einer Mehrheit der EU Kommissare aufgehoben wird.
Im Frühjahr 2008 wurden europaweit ca. 100.000 E-Mails an die EU-Kommissare verschickt, um Solidarität mit Dimas' Vorschlag zu zeigen.
Die EU-Kommission entschied daraufhin, eine erneute Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einzuholen. Denn elf neue wissenschaftliche Studien weisen auf negative Auswirkungen für die Umwelt durch den Anbau von Gentech-Mais Bt 11 und 1507 hin. Die EFSA wies die Umwelt-Gefahren im Oktober 2008 jedoch zurück. Die elf Studien würde die früheren Sicherheitsbewertungen der Pflanzen nicht in Frage stellen.
EFSA: Request from the European Commission to review scientific studies
Greenpeace.at: Heftige Kritik an EFSA
Die EFSA hat bisher alle Anträge positiv bewertet und steht in der Kritik, nicht unabhängig zu urteilen und lediglich Untersuchungen der Industrie in Betracht zu ziehen. Greenpeace forderte daraufhin die Kommission auf, keine neuen Gentech-Pflanzen zuzulassen, solange das Zulassungsverfahren für GVO nicht überarbeitet ist
Weitere Infos zu EFSA:
Infodienst: Dossier EFSA-Reform
Die genetisch modifizierten Maislinie 1507 ist bereits für den Gebrauch als Nahrungsmittel sowie für die Einfuhr, Verarbeitung und dessen Verwendung in Futtermitteln zugelassen.

Pioneer Hi-Bred and Mycogen Seeds haben in Spanien einen Antrag auf Zulassung für den Anbau in der EU und die Verarbeitung zu Lebens- und Futtermitteln sowie industriellen Produkten eingereicht.
Greenpeace hat gravierende Mängel bei der Sicherheitsbewertung des Maises durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit entdeckt: Grundlegende Daten, die für eine ausreichende Risikobewertung notwendig sind, fehlen in den Unterlagen der Antragsteller. Befunden, die darauf hinweisen, dass der Gen-Mais 1507 nicht als sicher beurteilt werden kann, wurden nicht nachgegangen. Auch die Auflagen für die gesetzlich vorgeschriebene Überwachung des Anbaus der Gen-Saaten (Monitoring) sind ungenügend.
Das GVO-Gremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sieht keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder auf die Umwelt im Rahmen des beabsichtigten Verwendungszwecks - Import und Weiterverarbeitung.
Eine strikte Trennung des GVO-Saatguts im Hinblick auf die Lebensmittel- und der Futtermittelkette hält das Gremium für äußerst unwahrscheinlich. Daher empfehlen die Mitglieder keine Einzelzulassung zu erteilen, solange nicht beide Aspekte, die Lebens- und Futtermittelsicherheit gewährleistet ist.
Der Mais wurde gentechnisch verändert, um ihn resistent gegen das Breitbandherbizid Glufonisat (Liberty Link) und resistent gegen die Schmetterlingslarven des Maiszünslers zu machen.
Das Cry 1F-Protein, das die Pflanzen vor Fraßinsekten schützt, wird in allen Pflanzenteilen und während der gesamten Vegetationsperiode erzeugt.
Das dafür notwendige Gen wurde aus Bakterien (Bacillus thuringiensis (Bt)) gewonnen.
Beschluss der Kommission vom 3. März 2006 über die Zulassung des Inverkehrbringens von aus der genetisch veränderten Maissorte 1507 (DASØ15Ø7-1) bestehenden, diese enthaltenden oder aus dieser gewonnenen Lebensmitteln gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates.
● EU-Kommission, März, 2006.
Beschluss der Kommission
Das Gutachten des wissenschaftlichen Gremiums der Europäischen Lebensmittelbehörde auf Anfrage der Kommission bezüglich des Inverkehrbringens des Maises 1507.
● Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Gremium für genetisch veränderte Organismen, Sep. 2004.
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
Die zuständige Niederländische Behörde sieht keinen Grund, den Antrag über das Inverkehrbringen des Maises 1507 abzulehnen. Zahlreiche öffentliche Einwände weist die Behörde mit dem Hinweis ab, dass der vorliegende Antrag keine Genehmigung für den Anbau einschließt.
● The Netherlands Competent Authority Sep. 2003.
Risikobericht der Niederländischen Behörde (engl.)
Die spanische Behörde für Biosicherheit (The Comisión Nacional de Bioseguridad) erklärt auf Grundlage der Informationen der Antragsteller, dass im Rahmen der beabsichtigten Nutzung des gentechnisch veränderten Maises 1507 kein Hinweis auf Risiken für Menschen, Tiere oder die Umwelt vorliegt.
● The Comisión Nacional de Bioseguridad, Aug. 2003.
Risikobericht der Spanischen Behörde (engl.)
Zusammenfassung der Anmeldung über Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen gemäß der Richtlinie 2001/18/EC. Als Verwendungszweck wird im Antrag der Anbau und die Weiterverarbeitung des Mais 1507 zu Lebensmitteln und Futtermitteln genannt.
● Pioneer Hi-Bred International, Mycogen Seeds. Eingereicht in Spanien am 11. Juli 2001.
Antrag des Herstellers (engl.)
Zusammenfassung der Anmeldung über das Inverkehrbringen (Import) des Mais 1507 gemäß der Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG.
● Pioneer Hi-Bred International, Mycogen Seeds. Eingereicht am 11. Dezember 2000 in den Niederlanden.
Antrag des Herstellers (engl.)
Eingereichte Unterlagen zu Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, Monitoring (engl)
Die Prüfung der Antragsunterlagen von Pioneers ergibt gravierende Gründe, die gegen die Zulassung des Gen-Mais 1507 sprechen. Greenpeace zeigt die Mängel bei der Risikobewertung auf.
● Greenpeace, Mai 2005.
Neue Risikosaat für die EU
● Greenpeace European Unit, Dez. 2005.
EFSA fails again: insect resistant GM Bt maize 1507 (C/ES/01/01) should not be grown in Europe.
Die EU-Kommission hat am 3. März die Markteinführung der genetisch modifizierten Maislinie 1507 für den Gebrauch als Nahrungsmittel und Nahrungsbestandteil genehmigt.
ngo-online (7. März 2006)
Der Mais der Linie 1507 ist das vierte Erzeugnis, das nach dem Inkrafttreten der Richtlinie 2001/18/EG bewertet und genehmigt wurde.
Die erteilte Genehmigung erstreckt sich auf die Einfuhr dieses GVO und dessen Verwendung als Futtermittel. Der Anbau und die Verwendung in Lebensmitteln werden dadurch nicht erlaubt.
● Europäische Kommission, Nov. 2005.
Kommission gestattet Einfuhr zur Verwendung in Futtermitteln
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt

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