Chinesischer Bauer mit Reisfeld (Foto: Markus Raab, Wikimedia Commons,https://bit.ly/41KrkY9,https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en)

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China: Agro-Gentechnik soll die nationale Sicherheit stärken

Im neuen Fünfjahresplan hat die chinesische Regierung die Landwirtschaft stärker als bisher mit der nationalen Sicherheit verknüpft. Die Betriebe sollen mehr produzieren, damit das Land weniger abhängig von Agrarimporten wird. Dabei setzt die Regierung stark auf eigenes, gentechnisch verändertes Saatgut.

Aus Sicht der Regierung habe sich die Landwirtschaft „zu einer tragenden Säule der nationalen Sicherheit gewandelt“, schreibt das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum über den neuen Fünfjahresplan. Dabei spiele der technologische Fortschritt eine entscheidende Rolle. Die Regierung will ein umfassendes System für Agrarwissenschaft und Innovation aufbauen und die kommerziellen Züchtungs- und Saatgutunternehmen stärken. Die Denkfabrik Think China verweist auf das Nanfan Silicon Valley in Hainan, wo China seine Saatgutforschung konzentriert: 800 Forschungseinrichtungen mit rund 8000 Forschenden.

Die South China Morning Post schreibt von den „qualitativ neuen Produktionskräften“, die ausgebaut werden sollen. Dazu zählt auch gentechnisch verändertes Saatgut. Während diese technischen Neuerungen derzeit erst drei Prozent der Betriebe zugutekämen, sollen bis 2030 zwei Drittel aller Betriebe davon profitieren. Dazu passt eine aktuelle Meldung auf Devdiscourse, wonach das chinesische Landwirtschaftsministerium MARA für weitere 73 gentechnisch veränderte Maissorten den Zulassungsprozess begonnen habe. Im November 2025 warnte das Ministerium für Staatssicherheit vor ausländischen Spionen, die Getreidesaatgut und genetische Daten abgreifen wollen.

Bisher hat sich, trotz der starken staatlichen Unterstützung, der kommerzielle Anbau der neuen Gentech-Sorten nur langsam entwickelt. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA schätzte in einem Bericht von Dezember letzten Jahres, dass in China 2025 gv-Mais und Soja auf rund drei Millionen Hektar angebaut worden seien. Trotz der politischen Unterstützung seien die Landwirt:innen zurückhaltend, die Verbraucher:innen skeptisch und die Ernteerträge oft nicht überzeugend. Auf letzteres hatte auch die Agentur Reuters im Mai 2025 hingewiesen.

Dass China beim gv-Saatgut neben Reis und Weizen als Grundnahrungsmittel vor allem auf Mais und Soja setzt, liegt am hohen Bedarf an Futtermitteln. Zwar konnten bei Mais die Importe von 27 Millionen Tonnen 2023 auf knapp drei Millionen Tonnen in 2025 gesenkt werden. Doch kauft China jedes Jahr über 100 Millionen Tonnen zumeist gentechnisch veränderter Sojabohnen, um daraus Futtermittel und Speiseöl herzustellen. Zwar produziert das Land selbst rund 20 Millionen Tonnen Soja, die jedoch meist zu Lebensmittel wie Tofu verarbeitet werden. Schweine, Hühner und Fische dagegen werden überwiegend mit Schrot aus importierten Sojabohnen gefüttert. Diese stammen zum größten Teil aus Brasilien und den USA. Laut Reuters stieg der Marktanteil Brasiliens aufgrund der Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China 2025 auf 74 Prozent. Denn China hatte im Mai 2025 US-Soja mit 34 Prozent Zoll belegt. Als Folge davon brachen die Lieferungen ein und die US-Landwirt:innen blieben im Sommer auf ihren Ernten sitzen. Als beide Länder den Streit im Oktober entschärften, versprach China, in den kommenden drei Jahren jeweils mindestens 25 Millionen Tonnen US-Sojabohnen einzukaufen. US-Präsident Donald Trump konnte das als Erfolg verkaufen. China sicherte damit seinen immensen Sojabedarf breiter ab und ist nicht mehr so stark von Südamerika abhängig wie in den letzten Jahren.

Doch das Ziel der chinesischen Regierung ist es, den Futtermittelbedarf aus dem Ausland deutlich zu reduzieren. Bis 2033 will sie die heimische Sojaproduktion auf 35 Millionen Tonnen erhöhen und die Importe auf 79 Millionen Tonnen zurückfahren. Eine Schätzung, die das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum für sehr optimistisch hält. Forschende der chinesischen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten im April, dass es ihnen gelungen sei, ein Gen in der Sojabohne abzuschalten und dadurch in zwei Feldversuchen bis zu 40 Prozent höhere Ernten zu erzielen. [lf]

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