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Schimpanse Affe
Gibt's auch in gentechnisch und patentiert: Schimpanse (Foto: -+-owenbooth / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)-+-

Weiter Patente auf Schimpansen

30.09.2015

Rückschlag für Patentkritiker: die US-Firma Intrexon darf ihre Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Säugetiere behalten. Das entschied das Europäische Patentamt. Intrexon vermarktet Versuchstiere für die Pharmaforschung, denen es künstliche DNA einbaut.

Der Verein Testbiotech hatte gestern noch versucht, das Patentamt – eine Nicht-EU-Institution, dessen Mitarbeiter hauptsächlich in München und Den Haag sitzen – umzustimmen. Testbiotech und viele andere Verbände aus ganz Europa halten Patente auf gentechnisch veränderte Säugetiere, insbesondere jedoch auf Menschenaffen, für ethisch inakzeptabel.

Doch das Patentamt entschied: zwei Intrexon-Patente auf transgene Schimpansen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe, Mäuse, Ratten und Kaninchen bleiben bestehen. Dabei hat das Amt ähnliche Patente zuvor durchaus aufgehoben, zum Beispiel von Altor BioScience aus den USA. Wegen „technischer Mängel“, wie es danach hieß.

Doch Intrexon darf erst mal weitermachen. Auf seiner Website wirbt das Unternehmen zwar nicht direkt mit gentechnischen Menschenaffen für Versuchslabore. Es verweist aber zum Beispiel auf seine Tochterfirma Exemplar Genetics. Die bietet gleich auf der Startseite Minischweine an, die dank Gentechnik an „stabiler“ Hypercholesterinämie, also einem zu hohen Cholersterinspiegel, und an „vorhersagbarer“ Arterienverkalkung leiden. Praktisch für Pharmaforscher, schlecht für die Schweine.

Testbiotech will nun Beschwerde gegen die Entscheidung des Patentamts einlegen. Der Verein fordert zudem die Politik auf, einzuschreiten. „Gentechnisch veränderte Versuchstiere werden heute als lukratives Produkt gehandelt, von Patenten geschützt und massiv beworben. Ohne klare Gesetzgebung versuchen die Firmen weiterhin maximalen Profit auf Kosten der Tiere zu machen", so Testbiotech-Geschäftsführer Christoph Then.

Eingreifen könnten beispielsweise die Mitgliedsländer der Europäischen Patentorganisation, unter deren Aufsicht das Amt agiert. Sie entsenden Vertreter in den Verwaltungsrat, aus Deutschland sitzt dort ein Beamter des SPD-geführten Justizministeriums. [dh]