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RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Glyphosat-Prozess: Krebskranker akzeptiert reduzierten Schadenersatz

01.11.2018

Im Prozess gegen den Saatgutgiganten Monsanto hat der unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankte US-Platzwart Dewayne Johnson (47) die Schadenersatzsumme von 78 Millionen US-Dollar akzeptiert. Man halte die Strafzahlung zwar nicht für angemessen, Johnson wolle das Verfahren aber noch zu seinen Lebzeiten zu Ende bringen, teilten seine Anwälte mit. Monsantos Mutterkonzern Bayer will trotzdem Rechtsmittel einlegen.

Johnson führt seine Krebserkrankung darauf zurück, dass er jahrelang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Round Up von Monsanto gearbeitet hatte. Das hatte auch eine Geschworenenjury so gesehen und ihm Anfang August 289 Millionen US-Dollar Schadenersatz zugesprochen hatte. Eine Richterin hatte die Summe jedoch am 22.10. auf 78 Millionen Dollar reduziert, da ihr der Strafschadenersatz von 250 Millionen Dollar unverhältnismäßig hoch erschien.

Dem Bayer-Konzern hatte auch dieses Urteil nicht gefallen, da er bestreitet, dass Glyphosat das Krebsrisiko erhöht. Wie Tagessschau.de berichtet, will der Konzern daher weiterhin gegen das reduzierte Schadenersatzurteil Rechtsmittel beim California Court of Appeal einlegen. Der Prozess ist auch deshalb so wichtig, weil er Vorbildcharakter für 8700 ähnliche Klagen haben könnte, die nach Bayer-Informationen Ende August in den USA anhängig waren. Experten gehen allerdings davon aus, dass ihre Zahl zwischenzeitlich weiter gestiegen ist. Auch in Europa klagen bereits krebskranke Glyphosat-Nutzer gegen den Leverkusener Chemiekonzern. Die Prozesse dürften sich noch über Jahre hinziehen. [vef]