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In Indien leben viele Kleinbauern vom Baumwoll-Anbau (Foto: FiBL)

Indien: Monsanto soll Gebühren für Baumwollsaat senken

31.08.2016

Der US-Konzern Monsanto hat einen Antrag auf Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Baumwollsorte in Indien zurückgezogen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Grund sei der Wunsch der indischen Regierung, der weltgrößte Saatguthersteller möge die Technologie der sogenannten Bollgard II-Baumwolle mit heimischen Firmen teilen. Außerdem ordneten die Behörden an, Monsanto müsse die Lizenzgebühren senken, welche die indischen Bauern für das Saatgut dieser Baumwolle zahlen müssen. Laut Handelsblatt geht es um eine Größenordnung von 70 Prozent.

Damit eskalierte ein bereits seit Jahren schwelender Streit um die Höhe der Linzenzgebühren, der Monsanto nach Angaben von Reuters bereits mehrere Millionen US-Dollar pro Jahr an Einnahmen gekostet hatte. Denn die Regierung hatte bereits in der Vergangenheit aufgrund wütender Bauernproteste gegen die hohen Lizenzgebühren begonnen, den Preis für Baumwollsaat zu regulieren. Nach Einsprüchen mehrerer Saatguthersteller hat die indische Regierung die neuen Beschlüsse jetzt vorübergehend zur Prüfung ausgesetzt.

Die Bollgard-Pflanze wird seit 2002 in Indien von Millionen von Bauern angebaut. Die Baumwollpflanze, die selbst Insektengift produziert, war die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die in Indien zum Anbau zugelassen wurde. Trotz Schwächen in der Schädlingsabwehr wurden laut Reuters 2015 noch 41 Millionen Pakete der Bollgard-Samen verkauft. Monsanto habe damit 97 Millionen US-Dollar an Gebühren eingenommen. Für die neue Generation der Bollgard-Samen, die Bollgard II Roundup Ready Flex, verspricht Monsanto jetzt wieder vollen Schädlingsschutz.

Indien ist nicht das einzige Land, das mit Monsanto-Baumwolle Probleme hat. Burkina Faso, zweitgrößter afrikanischer Baumwollhersteller, hatte im Frühjahr beschlossen, wieder auf konventionelles Saatgut umzusteigen. Und in Argentinien hat man sich im Juni nach jahrelangem Streit mit dem Saatgut-Giganten auf neue Linzenzgebühren verständigt. [vef]