03.03.2010 | permalink
Mit Kartoffelsuppe gegen die Amflora - Greenpeace-Protest vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Foto: Jan Haase/Greenpeace
Gestern hat der Gesundheitskommissar John Dalli die gentechnisch veränderte Stärke-Kartoffel Amflora zugelassen. Kritiker warnen sowohl vor den Gesundheitsgefahren der Kartoffel durch das eingebaute Antibiotika-Resistenz-Gen und merken außerdem an, dass die Kartoffel völlig überflüssig ist. Denn schon letztes Jahr gab es mehrere Meldungen von Produzenten, die eine gleichwertige Kartoffel durch konventionelle Züchtung entwickelten. Der Kartoffelstärkeproduzent Emsland Group stellte im Oktober seine Amylopektin-Kartoffel her, die eine mit der Amflora vergleichbare Stärkezusammensetzung aufweist. Die Annahme, dass die Amflora hierzulande nicht erwünscht ist, scheint sich nun zu bestätigen: "Wir sehen zurzeit keine Möglichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen wären zu groß", so ein Vertreter von Emsland. Da Geschäftspartner Gentechnik ablehnen, sei das Risiko zu groß. Auch für den anderen großen Stärkehersteller "Südstärke" kommt die Nutzung der Amflora nicht in Frage, da die Gefahr der Verunreinigung für die auch belieferte Lebensmittelindustrie zu groß sei, berichtet die taz.
Dieses Jahr wird die Amflora nur auf 20 Hektar in Bütow (Mecklenburg-Vorpommern) angebaut. Außerdem ist in Schweden und Tschechien ein Anbau geplant. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminster Till Backhaus schlägt Bundesministerin Aigner vor, zu prüfen, ob Deutschland von der Schutzklausel Gebrauch machen kann und den Anbau der Amflora damit zu verbieten.
Greenpeace hat heute morgen mit einer riesigen Projektion auf das Kanzleramt gegen den Anbau der Amflora protestiert. Die Aktivisten fordern die Bundesregierung auf, das Risiko für die Gesundheit und Umwelt ernst zu nehmen und den Anbau in Deutschland zu verbieten.
AFP: Stärkehersteller wollen Genkartoffel Amflora nicht anbauen
Infodienst: Hintergrund Gentech-Kartoffel
Presseportal: Neue Osnabrücker Zeitung: Kommentar zu Genkartoffel Amflora
Ad-Hoc-News, Germany: Emsland Stärke GmbH sieht Bedenken wegen Genkartoffel Amflora (Approval - Emsland Stärke GmbH has doubts about gene-potato Amflora)
Greenpeace: Leuchtender Protest gegen Gen-Kartoffel
GeN: Kuhhandel oder Todesstoß: Kontaminationen werden legalisiert
Save Our Seeds: BASF-Kartoffel eröffnet neue Runde der Gentechnik-Kontroverse
Landwirtschaftsministerium: Backhaus fordert klare Anbauregelungen und Prüfung der Schutzklausel
Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V.: StellungnahmeNewsletter bestellen
● Gentech-Kartoffel:
BASF zieht sich zurück
● Bt-Mais und Bienen:
EuGH-Urteil: Großer Erfolg für Imker-Bündnis
● Patente:
Tomaten-Patent in höchster Instanz

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen.
Spenden Sie hier!
Bestellen Sie den Flyer hier
Das PDF bekommen Sie hier
Die Guten Gründe online
Alle Informationen auf dieser Seite sind kostenlos. Das heißt aber nicht, dass unsere Arbeit nichts kostet. Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt!
Online-Spende hier!
.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst