26.01.2010 | permalink

Ohne-Gentechnik-Siegel geliebt und gehasst

Bild: Milchpackung - die faire Milch Die faire Milch mit Ohne-Gentechnik-Logo und im Preis kostendeckend für den Landwirt. Quelle: MVS

Verbraucherministerin Aigner hat eine erneute Diskussion um die Gentechnik-Kennzeichnung von Lebensmitteln losgetreten. Ihre Ankündigung, die umfassende Kennzeichnung auf EU-Ebene voranzutreiben, nutzt der Bauernverband und die Lebensmittelindustrie, um Stimmung gegen das von ihr vorangebrachte "Ohne Gentechnik"-Label zu machen. Beim neuen Vorschlag geht es um die umgekehrte Kennzeichnung: Produkte sollen mit einer Gentechnik-Kennzeichnung versehen werden, wenn das Futter für die Tiere aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurde. Das würde bedeuten, dass viele tierische Produkte eine Gentechnik-Kennzeichnung tragen würden und für die Verbraucher somit sichtbar wäre, ob sie mit ihrem Kauf den Anbau von Gentechnik-Pflanzen unterstützen. Dagegen wehrt sich die Futtermittelindustrie, die die Milchhersteller im Nachteil sieht. Der Raiffeisenverband möchte daher lieber eine komplette Prozess-Kennzeichnung. Diese hätte zur Folge, dass auch Produkte eine Gentechnik-Kennzeichnung tragen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen im Labor hergestellt wurden, selbst jedoch nicht gentechnisch verändert sind. Eine risikoreiche Freisetzung von Gentechnik-Pflanzen findet bei der Herstellung von Zusatzstoffen und Vitaminen nicht statt. Grund für die plötzliche "Transparenzfreude" der Industrie: Verbraucher sollen an Gentechnik herangeführt werden und dem Argument folgen, Gentechnik wäre sowieso schon "überall drin". Das dies nicht stimmt, beweisen immer mehr Hersteller. Seit letzter Woche steht die "Faire Milch" der Milchvermarktungs-GmbH mit dem "Ohne Gentechnik"-Siegel in den Regalen. Und selbst große Hersteller wie Campina und Lidl schreiben ihren Landwirten gentechnikfreie Fütterung vor. Verbraucherinnen und Verbrauchern ist die Kennzeichnung übrigens wichtig: Laut einer neuen Umfrage ist für beinahe jeden fünften die Aufschrift "Ohne Gentechnik" kaufentscheidend.

Newsletter bestellen

Flyer - Gute Gründe gegen Gentechnik

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen. 

 Spenden Sie hier!
 Bestellen Sie den Flyer hier
 Das PDF bekommen Sie hier
 Die Guten Gründe online

+ + Spenden für den Infodienst + +

Alle Informationen auf dieser Seite sind kostenlos. Das heißt aber nicht, dass unsere Arbeit nichts kostet. Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt!
 Online-Spende hier!

Wussten Sie schon ...?


.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein. http://www.youtube.com/watch?v=KFM8QDyubHA
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
 Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

Nachrichten
Gerd das Gen auf facebook Infodienst Gentechnik auf twitter