01.12.2009 | permalink

Unnütze Zulassung von Gentechnik-Verunreinigungen

Kühe auf Wiese Brauchen Kühe gentechnisch verändertes Futter aus Übersee? Bei Danone bald nicht mehr. (Photo:Simone Knorr)

Ein weiterer Gentechnik-Mais (MIR 604) der Firma Syngenta ist gestern von der EU-Kommission zum Import und zur Verarbeitung zugelassen worden. Vorletzte Woche konnte sich der EU-Ministerrat nicht auf eine einheitliche Position einigen. Damit lag die Entscheidung bei der Kommission. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner stimmte für die Zulassung. Die Futtermittel- und Agrarindustrie übten dabei mächtig Druck aus. Denn wenn der Mais in der EU nicht zugelassen ist, gilt für den Import die Null-Toleranz. D.h. auch mit geringen Spuren verunreinigte Lieferungen müssen an der Grenze zurückgewiesen werden. Die Futtermittelindustrie spricht daher von einer drohenden Futtermittelknappheit, die Europa drohe, wenn Gentechnik-Sorten, die in den USA angebaut werden, in der EU nicht zugelassen sind.
Ein neues Hintergrundpapier verschiedener Verbände deckt nun jedoch auf, dass hinter dem Szenario der Rohstoffknappheit keine gesicherten Fakten stehen. Denn das einzige Land, aus dem es Lieferungen mit in der EU nicht zugelassenen GVOs gibt, sind die USA. Und nur geringe Mengen (0,2%) der Lieferungen nach Europa sind mit nicht zugelassen Gentechnik-Pflanzen verunreinigt. Für die beiden weiteren Hauptanbauländer Argentinien und Brasilien ist kein einziger solcher Verunreinigungsfall dokumentiert.

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