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Pestizide Herbizide Flugzeug
In Amerika werden Spritzmittel teils per Flugzeug ausgebracht (Foto: Kevin Krejci / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

Glyphosat-Streit in Kalifornien

03.03.2016

Nicht nur in der EU, auch in Kalifornien wird über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gestritten. Der US-Westküstenstaat hat das Herbizid auf eine Liste krebserregender Stoffe gesetzt, Monsanto klagt dagegen. Verbraucherschützer unterstützen die Umweltbehörde. Unterdessen hat der Chemiekonzern Dow für 2017 ein neues Spritzmittel angekündigt, das Farmern bei der Bekämpfung glyphosat-resistenter Unkräuter helfen soll.

Die Verbraucherschutzorganisation Center for Food Safety hat angekündigt, das kalifornische Office of Environmental Health Hazard Assessment vor Gericht unterstützen zu wollen. Die Behörde wurde von Monsanto, dem wichtigsten Herstellerunternehmen von Glyphosat und den dazu passenden Gentechnik-Pflanzen, verklagt. Glyphosathaltige Spritzmittel wurden von der Internationalen Krebsforschungsagentur der WHO letztes Jahr als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft. Bleibt das Gift auf der Warnliste des Bundesstaats, müssen Landwirte zunächst „eine klare und angemessene Warnung“ abgeben, bevor sie es auf ihre Felder sprühen. Sonst könnten sie Personen, die sich in der Nähe aufhalten, gefährden. Zudem müssten Trinkwasserspeicher besser geschützt werden.

„Mit seiner Klage gegen den Bundesstaat versucht Monsanto, die Öffentlichkeit über die potenziellen Gefahren seiner Produkte im Dunkeln zu halten“, erklärte Rebecca Spector vom Center for Food Safety. Die Amerikaner hätten jedoch ein Recht zu wissen, dass Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend gelte. Über die Beteiligung der NGO am Gerichtsverfahren entscheidet ein Gericht im April.

In der insbesondere bei Mais, Soja und Baumwolle auf Gentechnik basierenden US-Landwirtschaft wird Glyphosat systematisch eingesetzt. Allerdings hat sich das Unkraut vielerorts angepasst, Landwirte beißen sich an widerstandsfähigen Gräsern die Zähne aus. Teils wird deswegen auf ältere, noch toxischere Spritzmittel zurückgegriffen.

Monsanto-Konkurrent Dow hat nun ein neues Mittel angekündigt: „Elevore“ mit dem Wirkstoff Arylex soll laut dem Konzern 2017 auf den US-Markt kommen. Auch für die EU rechnet Dow in diesem Zeitraum mit einer Zulassung. [dh]