Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

Mais
Foto: Fernando / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0

Spanien: Gentechnik-Mais bringt keine bessere Ernte

09.12.2015

Weder liefert der Gentechnik-Mais MON810 mehr Ertrag noch vermindert er mit seinen eingebauten Insektiziden den Schädlingsbefall gegenüber konventionellen Sorten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den die Regierung der autonomen spanischen Region Aragon veröffentlicht hat. Fast drei Viertel der Maisproduktion beruhen dort auf Gentech.

An mehreren Standorten in Aragon wurden 2014 diverse konventionelle als auch gentechnisch veränderte Maissorten getestet und verglichen. Bei Sorten wie „Helen“, „Zoom“ und „Kayras“ wurden jeweils die isogenen Linien verglichen – das heißt, die konventionelle Ausgangssorte stand im direkten Vergleich mit der aus ihr entwickelten Gentechnik-Variante. So wird der Vergleich aussagekräftiger.

Eingefügt wurde jeweils das MON810-Konstrukt des US-Konzerns Monsanto. Dadurch produzieren die Maispflanzen auf dem Feld ständig ein Insektengift. MON810 ist derzeit der einzige gentechnisch veränderte Mais, der in der EU angebaut werden darf.

Pro Hektar wurden laut Bericht zwischen 12,6 und 14,3 Kilogramm Mais geerntet. Die Gentechnik-Varianten und ihre konventionellen Vergleichslinien schnitten dabei sehr ähnlich ab – der Unterschied betrug je 0,2 bis 0,3 Kilo. „Es existieren keine signifikanten Unterschiede“, so der offizielle Bericht.

Die gesammelten Daten zeigen auch, dass der Mais-Bohrer, der beim Fressen am Gentechnik-Mais durch ein pflanzeneigenes Insektengift getötet werden soll, in den letzten fünf Jahren keinen nennenswerten Schaden verursacht hat. Auch nicht bei den konventionellen Sorten.

Spanien ist in der EU Spitzenreiter beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais – letztes Jahr waren es 131.000 Hektar, rund ein Drittel der Maisproduktion. 41 Prozent davon wurden in der Region Aragoniens angebaut, dort betrug der Gentechnik-Anteil am Mais 76 Prozent.

Die Autoren raten nach der Auswertung der Daten, sich noch mal grundsätzlich damit zu beschäftigen, ob der Anbau von Gentechnik-Mais der Region tatsächlich etwas bringt. In anderen EU-Staaten wird fast kein gentechnisch veränderter Mais ausgesät. [keh]