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Bangladesch Auberginen
In Bangladesch sind Auberginen ein wichtiges Gemüse - hier trägt ein Bauer einen Korb voll (Foto: Todd Post / Bread For The World, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

Bangladesch: Bauern unzufrieden mit Gentechnik

19.11.2015

Seit zwei Jahren können einige Bauern in Bangladesch gentechnisch veränderte Auberginen anbauen. Doch viele sind mit den Ergebnissen unzufrieden, berichtet eine Forschungsorganisation. Obwohl das Gentech-Gemüse mit viel Dünger gepäppelt und mit Pestiziden vor Schädlingen geschützt werde, fielen die Ernten der „konventionellen“ Nachbarn besser aus.

2013 erlaubte die Regierung den Anbau von gentechnisch veränderten Auberginen-Sorten. Den Pflanzen wurde DNA aus Bakterien (Bt) eingebaut, wodurch sie ein Insektizid produzieren – die Bauern sollen so weniger teure Spritzmittel benötigen. Doch in der Praxis scheint das Konzept nicht aufzugehen.

Die Organisation UBINIG, in der sich Aktivisten und Forscher für ein alternatives Entwicklungsmodell in Bangladesch engagieren, hat nach eigenen Angaben 79 der 110 Gentechnik-Landwirte besucht oder telefonisch interviewt. Viele hätten sich sehr unzufrieden über die Bt-Auberginen geäußert. Bei den Ernten seien die Erwartungen vieler Bauern nicht erfüllt worden, herkömmliches Saatgut liefere auf Nachbarfeldern bessere Erträge.

Und das, obwohl die Bauern intensiv von Mitarbeitern eines Regierungsinstituts betreut würden – die oftmals auch die praktische Arbeit auf den Gentech-Gemüseplantagen übernähmen. Und obwohl viel Nährstoffe verabreicht würden – teils mehr, als vom Agrarforschungsrat des Landes empfohlen. Gleichzeitig würden viele verschiedene Pestizide eingesetzt, obwohl die Hersteller des Gentechnik-Saatgut wegen des eingebauten Insektizid-Gens mit dem Gegenteil werben. Es seien „riesige Mengen an Pestiziden“ versprüht worden, berichtet UBINIG.

Wesentlich mehr Mittel, als in der Broschüre zur Gentechnik-Aubergine aufgelistet würden – diese empfiehlt neben chemischen auch einige organische Substanzen – seien auf den Äckern verwendet worden. Ein Mix aus mehreren Insektiziden und Fungiziden.

Auf den Lebensmittelmärkten entwickelten sich die transgenen Auberginen schließlich zu Ladenhütern, so UBINIG. Sie sähen nicht so lange frisch aus wie die konventionellen Gewächse. Gekennzeichnet wurden sie nicht, so dass die Verbraucher von der Genmanipulation nichts wissen konnten. Die Organisation fordert, den Anbau des Gentechnik-Gemüses nun zu stoppen. Die Ernten und die Qualität der Auberginen seien „inakzeptabel“.

Dass Früchte gentechnisch veränderter Pflanzen direkt verzehrt werden, wie die Auberginen in Bangladesch, kommt eher selten vor. Was auf Gentech-Feldern geerntet wird, landet meist im Futtertrog der Massentierhaltung oder wird, vor allem in den USA, zu Biosprit verarbeitet. Auch Textilien werden häufig aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt.

[dh]