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Raps
Foto: net_efekt / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0

Rosinenpicken bei Gentech-Risiken?

09.09.2015

Statt Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen umfassend zu prüfen, pickt sich die Europäische Lebensmittelbehörde die Daten heraus, die ihre bisherigen Annahmen stützen. Das wirft der Verein Testbiotech aus München der EU-Behörde vor – nicht zum ersten Mal. In diesem Fall geht es um die Ausbreitung von herbizidresistentem Raps des Konzerns Monsanto.

So habe die für Gentech zuständige Behörde, die EFSA, eine letztes Jahr veröffentlichte Studie zum Ausbreitungspotenzial von Raps in Schottland zwar auf Geheiß der EU-Kommission in ihre Risikobewertung des Monsanto-Raps MON88302 aufnehmen müssen. Aber, so kritisiert Testbiotech: „Ähnlich wie Monsanto behauptet die EFSA, dass diese Pflanzen kein Problem seien, weil sie nicht über längere Zeit in der Umwelt überdauern und sich nicht ausbreiten würden. Doch die Publikation aus Schottland zeigt ebenso wie zuvor schon Untersuchungen in Japan und den USA, dass die Annahmen der EFSA nicht ausreichend auf Fakten, sondern vielmehr auf einer einseitigen Auswahl und Interpretation wissenschaftlicher Befunde beruhen.“

Der Raps von Monsanto darf seit einigen Monaten als Lebens- und Futtermittel in der EU genutzt werden, importiert wird er aus Übersee. Wegen der gentechnischen Veränderung ist er gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat widerstandsfähig, mit dem die Felder systematisch besprüht werden. Bei der Entscheidung über die Zulassung hatte sich Deutschland enthalten. [dh]