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Ohne Gentechnik Siegel
Ohne Gentechnik Siegel

Alle wollen „Ohne Gentechnik“-Siegel – nur die FDP nicht

21.08.2013

Bis auf die FDP unterstützen alle Parteien im Bundestag das „Ohne Gentechnik“-Logo. Damit können tierische Produkte wie Eier, Milch und Fleisch kenntlich gemacht werden, für die keine gentechnisch veränderten Pflanzen verfüttert wurden. Ähnlich wie bei der Einführung des mittlerweile weithin bekannten Bio-Siegels wollen die Oppositionsparteien außerdem eine Werbekampagne für die grüne „Ohne Gentechnik“-Raute durchführen, wie der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) durch eine Umfrage herausfand.

„Die ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung von Lebensmitteln erfährt von fast allen politischen Parteien offenbar große Sympathie“, erklärte Alexander Hissting, Sprecher des VLOG. „Bei der finanziellen Ausstattung von Informations- und Werbekampagnen zur Bekanntmachung des ‚Ohne Gentechnik‘-Siegels trennt sich jedoch die Spreu vom Weizen.“

Das Siegel ist in Besitz der Bundesrepublik. CDU und CSU sehen die Verantwortung für die Bekanntmachung von „Ohne Gentechnik“ nun aber eher beim VLOG, der es im Auftrag der Regierung verwaltet. Schließlich habe die unionsgeführte Regierung bereits viel für das Siegel getan, Broschüren herausgegeben und Informationen auf der Website des Agrarministeriums bereitgestellt. Man werde die Kennzeichnung auch weiter unterstützen. CDU und CSU betrachten es als eigenes Kind: „ Es war die unionsgeführte Bundesregierung, die dieses Zeichen eingeführt hat.“

Hier gibt es allerdings Widerspruch von der SPD. Auch die reklamiert das Siegel für sich. „Wie Sie wissen, hat die SPD die 'ohne Gentechnik'-Kennzeichnung durchgesetzt – gegen große Widerstände aus der CDU/CSU. Während der Großen Koalition hatten wir gegenüber Bundesminister Seehofer die 'ohne Gentechnik'-Kennzeichnung zur Bedingung gemacht für Verhandlungen über die von der CDU/CSU angestrebte Gentechnikgesetznovelle.“ Deshalb will die SPD auch eine „groß angelegte öffentliche Informations- und Aufklärungskampagne“ über das Siegel. Außerdem fordert die Partei, genauso wie Die Linke und Die Grünen eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht. So müssten künftig nicht nur Lebensmittel, die Gentechnik-Zutaten enthalten, sondern auch Milch, Eier oder Käse, die mit genmodifiziertem Futter hergestellt werden, verpflichtend als solche erkennbar gemacht werden. Das ist bislang nicht der Fall.

Nur die FDP spricht sich klar gegen das „Ohne Gentechnik“-Zeichen aus. Stattdessen fordern die Liberalen eine „Prozesskennzeichnung für alle Lebensmittel und Konsumgüter, bei deren Produkten an irgendeiner Herstellungsstufe gentechnisch veränderte Organismen beteiligt sind.“ Diese stelle dem „mündigen Verbraucher die notwendigen Informationen für eine freie und fundierte Entscheidung“ zur Verfügung. Für das „Ohne Gentechnik“-Siegel solle daher auch nicht geworben werden.

Das Logo für gentechnikfreie Tierprodukte wurde 2009 eingeführt. Der VLOG verzeichnet mittlerweile nach eigenen Angaben 180 Mitglieder. Dazu gehören neben zahlreichen kleinen Unternehmen der Lebensmittel-Branche auch große wie Rewe, die Edeka Handelsgesellschaften Nord und Südwest oder die Oettinger-Brauerei. [dh]