29.06.2010 | permalink

Gentechnik-Zulassungen ohne Risikoforschung

EU-Fahne Die EU ist für die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen zuständig. (Foto:Informationsdienst Gentechnik)

Sechs gentechnisch veränderte Maislinien sollen in der EU zugelassen werden, geht es nach den Herstellern Syngenta, Pioneer und Monsanto - und nach der Bundesregierung. Gestern stimmte der deutsche Vertreter beim EU-Agrarrat für die Zulassung der sechs Maislinien für den Import und die Verarbeitung zu Lebens- und Futtermitteln. Wie immer gab es jedoch keine ausreichende Mehrheit, so dass die EU-Kommission über die Zulassung entscheiden wird. In der Regel gibt die Kommission grünes Licht für die Gentechnik. Ulrike Höfken, die Sprecherin für Agro-Gentechnik der Grünen kritisiert das Abstimmungsverhalten der zuständigen Landwirtschaftsministerin Aigner, die zu allem "Ja und Amen" sage. Das EU-Zulassungssystem sei außerdem zu Recht umstritten. Forscher auf einer Grünen-Tagung zum Thema Risikoforschung am Montag hätten beklagt, dass das Vorsorgeprinzip vernachlässigt werde. Außerdem werden kritische Studien zum Thema Agro-Gentechnik diffamiert, das Risiko von Gentechnik-Pflanzen ist daher nicht ausreichend erforscht. Zulassungen, die jetzt getroffen werden, seien Fehlentscheidungen, so die Meinung unabhängiger Wissenschaftler. Professor Gilles Eric Séralini von der französischen Universität Caen kritisierte gegenüber der taz, dass die Zulassungen erfolgen, ohne dass die Regierungen Untersuchungen forderten, die mehr als 90 Tage an Säugetieren durchgeführt werden. Séralini forderte Studien, die von unabhängigen Wissenschaftlern durchgeführt werden, und nicht - wie bisher - von den Unternehmen selbst.

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