26.03.2010 | permalink

Gentechnik-Mais-Anbau in den USA: Wettrüsten gegen die Natur

In den USA breitet sich ein Maisschädling aus, der den Landwirten erhebliche Schäden beschert. Laut einer neuen Studie in Auftrag von Greenpeace ist der Gentechnik-Mais-Anbau Schuld daran, dass sich der Western Bean Cutworm (WBC) im Mais-Gürtel der USA seit Jahren vermehrt. Kritiker befürchten schon lange, dass der großflächige Anbau von Gentechnik-Pflanzen die biologische Vielfalt gefährdet und dadurch erhebliche Probleme für die Umwelt und in der Landwirtschaft entstehen. Im konkreten Fall des WBC funktioniert das so: Sowohl der Maiszünsler als auch der Baumwollkapselbohrer befallen gern Maispflanzen und können dem Maisanbau Probleme bescheren. Der WBC ist eine konkurrierende Raupe, die dem Kapselbohrer normalerweise unterlegen ist. Mit dem Anbau des gentechnisch veränderten Bt-Maises wird permanent das Bt-Toxin auf den Acker gebracht, das für den Baumwollkapselbohrer giftig ist. Dieser wird durch Bt-Pflanzen also verdrängt. Sein natürlicher Feind, der WBC, hat dadurch eine Nische gefunden, in der er problemlos gedeihen kann. Denn gegen ihn wirkt das Bt-Toxin nicht. Die Folgen zeigen sich seit Jahren in den USA, wo 2008 ca. 28 Mio. Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut wurde: Seit dem Jahr 2000 wurde dort der Befall des Insektes beobachtet, was sich seitdem zu einem handfesten Problem ausweitet. Teilweise werden bis zu 50% Ernteverluste gemeldet. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, möchten man meinen. Doch statt sich darauf zu konzentrieren, das ökologische Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen, rüsten Gentechnik-Konzerne weiter auf und sehen in dem Problem weiteres Gewinn-Potential. So wird den Landwirten empfohlen, zusätzlich giftige Spritzmittel einzusetzen, um die Schädlinge zu vernichten. Eine andere „Lösung“ soll die Zulassung einer weiteren Gentechnik-Maispflanze („SmartStax“) mit acht Gen-Konstrukten bieten, die sechs verschiedene Bt-Gift-Varianten enthält und damit das Auftreten neuer Schädlinge verhindern soll. Beim „Wettrüsten“ gegen die Natur, so Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter von Greenpeace, leidet nicht nur die Umwelt. Landwirte könnten zuletzt als Verlierer dastehen, denn sie müssen immer mehr Geld für teures Saatgut und Spritzmittel aufbringen.

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