Herbizid im Einsatz
Herbizid im Einsatz (Foto: Chafer Machinery / flickr, Chafer Sentry, Applying Defy at 250l/ha on wheat land in Lincolnshire, bit.ly/29E6Sk4, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Import-Genehmigung für Gift-Soja

26.07.2016

Die EU-Kommission hat am 22.Juli drei neue Gentechnik-Sojasorten der Konzerne Monsanto und Bayer zugelassen. Zwei Sorten sind gegen mehrere Herbizide gleichzeitig resistent. Gutachten, die auf gesteigerte Gesundheitsrisiken durch die Pestizid-Rückstände und deren Kombinationen hinweisen, wurden bei der Entscheidung letztlich ignoriert. Zwar räumte die EU-Kommission gegenüber dem Verein Testbiotech selbst gesundheitliche Bedenken ein – die neuen Gentech-Sorten dürfen nun aber trotzdem in der EU in den Trog und auf den Teller. Die Mitgliedstaaten waren in zwei Abstimmungen nicht zu einer klaren Mehrheit für oder gegen die Zulassungen gelangt und überließen so die Entscheidung der Kommission.

Monsanto bezeichnete die Einfuhrgenehmigung als einen Meilenstein. Der Verein Testbiotech kritisiert sie dagegen scharf. Die Gesundheitsgefährdung durch Rückstände von Spritzmitteln durch den Import dieser „Gitftsoja“ seien nicht ausreichend untersucht.Ein von Testbiotech Anfang des Jahres veröffentlichtes Gutachten legt den Verdacht nahe, dass Rückstände – vor allem aus der kombinierten Anwendung dieser Spritzmittel – Erbgutveränderungen und Vergiftungen der Leber sowie Tumore auslösen können. Der Verein gibt zu bedenken, dass es derzeit keine verlässlichen Grenzwerte für Rückstände dieser Herbizide gibt. Eine Kombinationswirkung der Gifte sei von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA überhaupt nicht untersucht worden. [+] mehr...

Baumwolle Afrika
Foto: World Bank Photo Collection / flickr, Young women harvesting cotton. Madagascar, Photo: © Yosef Hadar / World Bank, http://bit.ly/29S6ZY2, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0

Gentechnik-Baumwolle in Malawi

22.07.2016

Die Regierung Malawis hat Monsanto die Genehmigung für Anbauversuche mit gentechnisch veränderter Baumwolle erteilt. Landwirte sollen die insektengift-produzierenden Pflanzen nun auf ihren Äckern testen, meldet die Zeitung The Nation.

Nach den Versuchen soll das Landwirtschaftsministerium entscheiden, ob die gentechnisch veränderten Baumwollpflanzen zum kommerziellem Anbau zugelassen werden. Gentech-Baumwolle sondert aufgrund eingebauter Bakterien-Gene ein Gift (Bt-Toxin) gegen Schädlinge ab. In vielen Ländern gibt es aber Berichte über resistente Schädlinge, die sich an das Gift der Pflanzen gewöhnt haben – die Bauern greifen dann zusätzlich zur Giftspritze. [+] mehr...

QR Code Scan
Foto: geralt / pixabay, CC0 Public Domain

Schwache Gentech-Kennzeichnung nimmt zweite Hürde

19.07.2016

Nach dem Senat hat auch das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten letzte Woche ein Gesetz angenommen, mit dem die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen in Lebensmitteln geregelt werden soll. Für Kritiker ist das „Augenwischerei“ - Unternehmen könnten die Informationen hinter einem QR-Code verstecken, der mit dem Smartphone gescannt werden müsste. Viele US-Bürger besitzen keines.

Strengere Kennzeichnungsvorschriften, wie sie seit Anfang Juli im Bundesstaat Vermont gelten, würden durch das wachsweiche Gesetz, auf das sich Demokraten und Republikaner geeinigt haben, rückgängig gemacht. Die Verbraucherschützer des Center for Food Safety rufen Präsident Obama auf, das Gesetz nicht zu unterzeichnen. Sie verweisen auf Angaben des Landwirtschaftsministeriums, wonach viele Gentechnik-Lebensmittel durchs Raster fallen würden: beispielsweise Öl aus genmanipulierten Sojabohnen. [+] mehr...

Fruchtcocktail iska Lebensmittelwarnung.de
Etikett des Fruchtcocktails (Screenshot aus lebensmittelwarnung.de, Mehr Informationen: http://bit.ly/2a3a61S)

Gentechnik im Fruchtsaft

18.07.2016

Im einem Fruchtsaft aus Thailand, der von einer Hamburger Firma in Deutschland verkauft wird, sind gentechnisch veränderte Organismen festgestellt worden. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf lebensmittelwarnung.de mit. Die Firma habe ihre Kunden informiert und die Ware zurückgerufen.

Es handelt sich um „Tropischen Fruchtcocktail mit Maracujasaft, leicht gezuckert“, vertrieben in Dosen à 425 Gramm unter der Marke „iska Qualität“. Produziert wird er in Thailand für die Hamburger Firma I. Schroeder KG. Als Grund der Warnung gibt die Behörde an: „gentechnisch veränderter Organismus (GVO)“. [+] mehr...

Rapsoel Öl
Rapsöl (Foto: Andrew Hitchcock, Canola Oil / flickr, http://bit.ly/29SL9Gs, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Neue Gentechnik: Rapsöl landet schon auf dem Teller

14.07.2016

In der EU wird noch immer darüber diskutiert, wie neue Gentechnik-Verfahren – darunter CRISPR oder die Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (OgM) – reguliert werden. In den USA landen erste Produkte schon auf dem Acker – und auf den Tellern der Verbraucher. Laut Bloomberg.com wurden letztes Jahr über 3.000 Hektar gen-editierter Raps geerntet und zu Öl gepresst. Beworben werde dieses als „Nicht-Gentechnik“.

In diesem Jahr sollen Landwirte in North Dakota und Montana alleine 8.000 Hektar des angeblich gentechnik-freien Rapses angebaut haben. Der Agrarhandels-Gigant Cargill verarbeitet ihn zu Öl weiter. Das Saatgut stammt von der Biotech-Firma Cibus. Unklar ist aber, um welches Öl es genau geht und ob es ein anerkanntes Nicht-Gentechnik-Label trägt. Die Organisation Non-GMO Project, die die Kennzeichnung in den USA vergibt, erklärte letztes Jahr, den Cibus-Raps nicht aufzunehmen, berichtete die Rundfunkstation KPBS. [+] mehr...