Eine europäische Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (http://bit.ly/2qxs1RO)
Eine europäische Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (http://bit.ly/2qxs1RO)

Mehr als eine Million Unterschriften gegen Glyphosat

22.06.2017

UPDATE +++ Die Europäische Bürgerinitiative für ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat hat nach eigenen Angaben mehr als die nötige Million Unterschriften zusammen. Ihr Anliegen muss damit von der Europäischen Kommission geprüft und beschieden werden. Nachdem die Europäische Chemikalienagentur ECHA ihr Glyphosat-Gutachten Mitte Juni eingereicht hat, muss die EU-Kommission in den nächsten sechs Monaten über die Zulassung entscheiden.

Die EU-Kommission diskutiert nach Auskunft einer Sprecherin zurzeit mit den Mitgliedsländern den Vorschlag, die Zulassung für Glyphosat um zehn Jahren zu verlängern. Mitte Juli soll der zuständige Ausschuss in Brüssel voraussichtlich über die Frage abstimmen. Bis dahin wird offenbar nach einer Kompromisslinie gesucht. Im vergangenen Jahr hatte die nötige Mehrheit gefehlt, den Einsatz von Glyphosat über 2017 hinaus zu erlauben. So hatte sich die Bundesregierung in dieser Frage enthalten, da die Koalitionspartner sich uneins waren. [+] mehr...

Ein Gentechnik-Baukasten von Odin (Foto: Dirk Zimmermann)
Ein Gentechnik--+-Baukasten von Odin (Foto: Dirk Zimmermann)

Umweltminister fordert: Gentechnik-Baukästen verbieten

19.06.2017

Niedersachsens grüner Umweltminister Stefan Wenzel will Gentechnik-Baukästen verbieten lassen. In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) warnte er vor Infektionen und der Ausbreitung von Krankheitskeimen. Das berichtete der Weser-Kurier in seiner Sonntagsausgabe.

„Der Umgang mit diesen aus dem Internet frei bestellbaren Kits durch insbesondere auch Privatpersonen ist zu unterbinden, um die Gefahr einer Ansteckung, Vermehrung oder Freisetzung von Krankheitserregern und/oder gentechnisch veränderten Krankheitserregern zu verhindern“, heißt es in dem Schreiben, das dem Weser-Kurier vorliegt. Das Umweltministerium habe die staatlichen Gewerbeaufsichtsämter informiert und Kontrollmaßnahmen eingeleitet, zitierte das Blatt den Minister. Wer rechtswidrig mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) arbeitet, dem droht eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro. Gelangen die GVO dabei in die Umwelt, kann das mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden, sofern die Gesundheit anderer Menschen gefährdet wird. [+] mehr...

Maus Labor Tiere
Labormaus (Foto: rama / wikimedia, http://bit.ly/25H1uA1, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/fr)

CRISPR-Cas9: Forscher fanden 1500 ungewollte Mutationen

14.06.2017

Die Genschere CRISPR-Cas9 ist offenbar doch nicht so zielgenau, wie oft behauptet. Wissenschaftler der Uniklinik der Columbia-Universität in New York fanden nach ihrem Einsatz in Mausversuchen 1500 ungewollte Veränderungen im Genom, berichtete das Fachblatt "Nature Methods". Die gentechnikkritische Organisation GMWatch forderte, solche neuen Verfahren gesetzlich so strikt zu regeln wie die „alte“ Gentechnik.

Die Forscher der Columbia Universität hatten bei blinden Mäusen das verantwortliche Gen mit der Genschere CRISPR-Cas9 repariert. Dann überprüften sie das komplette Erbgut von zwei verschiedenen Mäusen und entdeckten, dass an 1500 Stellen einzelne Nukleotide geändert worden waren (sogenannte Punktmutationen). Außerdem waren mehr als 100 Gene eingefügt oder gelöscht worden. [+] mehr...

Protest gegen Bierpatente vor dem Europäischen Patentamt München. (Foto: Frank Heller)
Protest gegen Bierpatente vor dem Europäischen Patentamt München. (Foto: Frank Heller)

Ein Prost auf patentfreies Bier!

08.06.2017

Mit einem Gespann von sechs Brauereipferden und einem Fass alkoholfreiem Ökobier fuhren und marschierten am Mittwoch rund 100 Aktivisten des Bündnisses „Keine Patente auf Saatgut!“ beim Europäischen Patentamt (EPA) in München vor. Sie überbrachten einen Einspruch gegen ein Patent der Firmen Carlsberg & Heineken, das 2016 erteilt worden war (EP 2575433). Die Brauereikonzerne beanspruchen Braugerste und Bier als ihre Erfindung. Am Einspruch beteiligten sich rund 40 Organisationen.

Auch auf einem Acker in Berlin-Marzahn, neben hoffnungsvoll sprießenden Gerstenpflänzchen, prosteten sich BesucherInnen der Internationalen Gartenausstellung zu. Mitarbeiterinnen des 2000-Quadratmeter-Projekts der Zukunftsstiftung Landwirtschaft informierten dort über den Streit um Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen. Nach deutschem und europäischem Recht dürfen sie eigentlich nicht patentiert werden. Daher auch der Einspruch gegen die Bierpatente. [+] mehr...

Sitzungssaal des Ständerats (Foto: Parlamentsdienste 3003 Bern)
Sitzungssaal des Ständerats (Foto: Parlamentsdienste 3003 Bern)

Schweizer Gentechnikgesetz: Sanktionen statt Lockerung

07.06.2017

Die Schweizer Regierung ist mit ihrem Versuch gescheitert, das dortige Gentechnikgesetz zu liberalisieren. Nach monatelanger Debatte sind Vorschläge wie eine Lockerung bei Freilandversuchen mit Gentech-Pflanzen (GVO) oder ihre künftige Einführung in der Landwirtschaft vom Tisch, teilte das schweizerische Parlament heute mit. Neben einem Umweltmonitoring wird das geänderte Gentechnikgesetz, das am 16. Juni verabschiedet werden soll, nun auch das Anbaumoratorium für GVO bis 2021 rechtsverbindlich festlegen.

Mit einer Mehrheit von nur einer Stimme votierte heute die kleine Kammer des Parlaments, der Ständerat, dafür, dass Pflanzen mit antibiotikaresistenten Markergenen in Freilandversuchen verboten bleiben. Zuvor hatte schon die große Kammer, der Nationalrat, mit deutlicher Mehrheit dafür gestimmt, das Verbot beizubehalten. Die Regierung wollte den entsprechenden Artikel im Schweizer Gentechnikgesetz streichen. [+] mehr...