Neues VLOG-Siegel für Futtermittel. Foto: VLOG
Neues VLOG-Siegel für Futtermittel. Foto: VLOG

Neues Siegel für gentechnikfreies Futter

23.09.2016

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat jetzt auch ein Siegel für gentechnikfreie Futtermittel entwickelt. Das Siegel „VLOG geprüft“ erhalten Futtermittel, die nach EU-Recht nicht als gentechnisch verändert gelten und nach dem strengen VLOG-Zertifizierungsstandard von unabhängigen Instituten kontrolliert wurden, teilte der Verband mit. Wer „VLOG geprüfte“ Futtermittel anbietet, zeigt ein neues Internet-Portal, der Non-GMO Finder.

Vor Ort beim Hersteller, in den Dokumenten und mit molekularbiologischen Analysen prüfen unabhängige Zertifizierungsstellen, ob das Futter wirklich den strengen Vorgaben des VLOG entspricht. Zwar stand schon bisher auf dem Kraftfutter, ob es gentechnisch veränderte Pflanzen enthält. Ob und wie das kontrolliert wurde, sei bisher aber nicht transparent gewesen, so VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting. Nun gebe es eine verlässliche Kennzeichnung, die den Kontrollaufwand bei der Herstellung gentechnikfreier Lebensmittel reduziere. [+] mehr...

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer)
Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer)

Monsanto lässt sich von Bayer kaufen

14.09.2016

Der größte Deal der deutschen Wirtschaftsgeschichte ist geschlossen: Der amerikanische Saatgutgigant Monsanto lässt sich vom deutschen Chemiekonzern Bayer für 66 Milliarden US-Dollar kaufen. Beide hätten eine bindende Fusionsvereinbarung unterzeichnet, teilte Bayer heute nach einer Aufsichtsratssitzung in Leverkusen mit. Damit könnte der weltgrößte Konzern für Agrochemie entstehen, falls die Wettbewerbshüter und die Aktionäre von Monsanto zustimmen.

In dem seit Mai laufenden Übernahmepoker hatte Bayer sein Angebot schrittweise von 122 auf zuletzt 128 US-Dollar je Monsanto-Aktie erhöht. Außerdem sicherte Bayer Monsanto zwei Milliarden US-Dollar Ausgleichszahlung zu, falls die Kartellbehörden dem Deal nicht zustimmen. Bis Ende 2017 will Bayer die Transaktion abschließen. [+] mehr...

Schutzbedürftige Vogelwelt nahe Hawaii
Schutzbedürftige Vogelwelt nahe Hawaii. (Foto: Terns on Tern_Island_Flickr_Lieutenant Elizabeth Crapo_NOAACorps)

Forschungsmoratorium für Gene Drive

13.09.2016

UPDATE - Für das sogenannte Gene Drive, eine Methode zur schnellen Verbreitung von Genen unter Populationen, haben die Mitglieder der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) ein Forschungsmoratorium bis zum Jahr 2020 empfohlen. Zunächst müssten die Folgen der Methode für den Naturschutz abgeschätzt und ein IUCN-Leitfaden für den Umgang mit Gene Drive entwickelt werden. Forschung und vor allem Feldversuche zu Gene Drive solle die IUCN so lange nicht unterstützen. 71 Staaten und 355 NGOs hatten den nicht bindenden Beschluss kurz vor dem Weltnaturschutzkongress digital gefasst.

Beim Kongress selbst wurde die neue Technologie kontrovers diskutiert. Der amerikanische Genforscher Kevin Esvelt, der sich als einer der ersten für neue Gentechnik-Methoden wie CRISPR-Cas9 aussprach, ist auch einer der größten Mahner: „Wenn im Labor etwas schief geht, kann das auch für Menschen außerhalb des Labors Folgen haben“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den 33-Jährigen. Er als Genforscher sei besonders beunruhigt, denn Wissenschaftler seien für alle Folgen ihrer Arbeit moralisch verantwortlich. [+] mehr...

Elephant
Monsanto and Bayer - a merger of two giants (Photo: Pixabay, baludo, CC0)

Elefantenhochzeit? Bayer erhöht erneut Angebot für Monsanto

06.09.2016

Der Poker der Bayer AG mit dem US-Saatgutgiganten Monsanto um eine Übernahme geht in die nächste Runde: Der Bayer-Konzern bietet jetzt für den Fall einer „einvernehmlichen Übernahme“ 127,5 Dollar je Monsanto-Aktie, informiert das Unternehmen heute über die „fortgeschrittenen Verhandlungen“. Das entspricht nach Medienberichten einem Kaufpreis von mehr als 65 Milliarden Dollar inklusive Schulden. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat bereits angekündigt, eine mögliche Fusion „sehr sorgfältig“ zu untersuchen.

Sie werde die Bedenken bezüglich der Auswirkungen der Fusion auf die Preise, die Vielfalt der Saatgutprodukte sowie auf Forschung und Innovation angemessen berücksichtigen, schrieb Vestager im Juni an den grünen Europaabgeordneten Sven Giegold. Denn sie rechne damit, dass eine Entscheidung über eine mögliche Fusion vor europäischen Gerichten landen könnte. Giegold und sein Parteikollege Martin Häusling hatten in einem offenen Brief gefordert, die Fusion zu verbieten. [+] mehr...

Indien Baumwolle FiBL
In Indien leben viele Kleinbauern vom Baumwoll-Anbau (Foto: FiBL)

Indien: Monsanto soll Gebühren für Baumwollsaat senken

31.08.2016

Der US-Konzern Monsanto hat einen Antrag auf Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Baumwollsorte in Indien zurückgezogen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Grund sei der Wunsch der indischen Regierung, der weltgrößte Saatguthersteller möge die Technologie der sogenannten Bollgard II-Baumwolle mit heimischen Firmen teilen. Außerdem ordneten die Behörden an, Monsanto müsse die Lizenzgebühren senken, welche die indischen Bauern für das Saatgut dieser Baumwolle zahlen müssen. Laut Handelsblatt geht es um eine Größenordnung von 70 Prozent.

Damit eskalierte ein bereits seit Jahren schwelender Streit um die Höhe der Linzenzgebühren, der Monsanto nach Angaben von Reuters bereits mehrere Millionen US-Dollar pro Jahr an Einnahmen gekostet hatte. Denn die Regierung hatte bereits in der Vergangenheit aufgrund wütender Bauernproteste gegen die hohen Lizenzgebühren begonnen, den Preis für Baumwollsaat zu regulieren. Nach Einsprüchen mehrerer Saatguthersteller hat die indische Regierung die neuen Beschlüsse jetzt vorübergehend zur Prüfung ausgesetzt. [+] mehr...