Kretschmann
Bleibt Ministerpräsident, muss künftig aber mit einem CDU-Landwirtschaftsminister klar kommen: Winfried Kretschmann (Foto: Bündnis90/Die Grünen Baden-Württemberg, CC BY-SA 2.0)

Ba-Wü: Grün-Schwarz für Gentechnik-Anbauverbot

03.05.2016

Grüne und CDU in Baden-Württemberg haben sich gestern auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Auch zur Gentechnik und zum Unkrautkiller Glyphosat äußern sie sich darin. Lesen Sie hier die wichtigsten Passagen:

*** ANBAUVERBOT: „Wir wollen, dass der Pflanzenanbau in Baden-Württemberg weiterhin gentechnikfrei bleibt. Den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen werden wir untersagen, weil in der kleinräumigen Agrarstruktur Baden-Württembergs eine Koexistenz mit dem konventionellen und ökologischen Landbau sowie mit Imkern nicht gewährleistet ist.“ [+] mehr...

TTIP wird von der Öffentlichkeit als undemokratische Bedrohung empfunden. Foto: Christian Mang / Campact
TTIP wird von der Öffentlichkeit als undemokratische Bedrohung empfunden. Foto: Christian Mang / Campact

TTIP-Texte im Netz

02.05.2016

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace Niederlande hat heute mehr als 200 Seiten Verhandlungsdokumente zu TTIP ins Netz gestellt. Nach Ansicht der NGO geht daraus hervor, dass auch schon bestehende Umweltstandards ausgehebelt werden könnten, wenn sich EU und USA auf das Abkommen einigen.

Die Dokumente zeigen, wo die Verhandlungen schon weit fortgeschritten sind und wo die Unterhändler beider Seiten noch voneinander entfernt liegen. In eckigen Klammern werden jeweils die Positionen von EU und USA zu verschiedenen Themen, darunter Landwirtschaft, Schiedsgerichte oder regulatorische Kooperation, gegenüber gestellt. Laut Greenpeace wurde die Echtheit der Dokumente zusammen mit WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung geprüft. Ins Netz gestellt wurden komplett neu abgetippte Texte, um absichtlich eingebaute Fehler, die Ermittler auf die Spur des Datenlecks bringen könnten, zu entfernen. So sollen die Quellen vor etwaigen Strafen geschützt werden. [+] mehr...

Milch Lidl
Milch aus gentechnik-freier Fütterung (Foto: obs/LIDL)

Lidl-Milch bald „Ohne Gentechnik“

02.05.2016

Auf der Frischmilch, die der Discounter Lidl unter seiner Eigenmarke „Milbona“ verkauft, soll ab Juli in allen 3.200 Filialen das „Ohne Gentechnik“-Siegel zu finden sein. Damit wird den Kunden signalisiert: die Kühe wurden nicht mit gentechnisch veränderter Soja oder Mais gefüttert.

Lidl folgt damit anderen Supermärkten, die von ihren Milchlieferanten gentechnik-freie Fütterung verlangen. Laut einem Manager erhalten die Bauern von Lidl einen Zuschlag, an der Kasse soll die Milch nicht teurer werden. H-Milch soll nächstes Jahr ebenfalls aus Ställen ohne Gentechnik-Pflanzen im Futtertrog kommen. [+] mehr...

Labor Studie Tests
Foto: 123dan321 / freeimages

Kein CRISPR bei Demeter

28.04.2016

Gentechnisch veränderte Pflanzen haben in der Bio-Landwirtschaft nichts zu suchen – auch dann nicht, wenn es um ganz neue Gentech-Verfahren wie CRISPR/Cas, Zinkfingernuklease-Technik oder Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese geht. Daran ließen die Delegierten des Anbauverbandes Demeter bei ihrer jährlichen Versammlung keinen Zweifel.

„Der Demeter e.V. setzt sich gemeinsam mit den anderen Bioverbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür ein, dass auch die neuen gentechnischen Verfahren in der EU eindeutig dieser umstrittenen Methode zugeordnet und als Gentechnik reguliert werden“, betonte Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber. „Genau wie bei den älteren Gentechnik-Verfahren muss  das Vorsorgeprinzip angewandt werden.“ [+] mehr...

Kinder Verbraucher
Keinen Bock auf Gentechnik! Verbraucher, nicht nur in Deutschland und der EU, sind gentech-kritisch (Foto: ©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler)

Drei Viertel gegen Gentech auf dem Acker und im Futtertrog

27.04.2016

Mehr als drei Viertel der Bürger wünschen ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft, fast 80 Prozent lehnen es ab, dass Schweine, Hühner und Kühe mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Das zeigt die „Naturbewusstseinsstudie 2015“ des Umweltministeriums, für die über 2.000 Menschen in Deutschland befragt wurden.

53 Prozent stimmen „voll und ganz“ zu, dass Nutztiere nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden sollten, 26 Prozent stimmen „eher zu“. Nur fünf Prozent vertreten diese Ansicht „überhaupt nicht“. Niedrigere Preise sind offenbar kein geeignetes Gegenargument: 67 Prozent widersprechen der Aussage, es sei gut, wenn durch „gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft die Lebensmittelpreise sinken“. [+] mehr...