Affe Macaca fascicularis
Affe der Art Macaca fascicularis (Foto: André Ueberbach / wikipedia, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)

Gentechniker schaffen autistische Affen

08.02.2016

Chinesische Gentechniker haben das Erbgut von Affen derart manipuliert, dass die Tiere Symptome von Autismus zeigen. Die Forscher wollen die Entwicklungsstörung so besser verstehen lernen – und vielleicht neue Therapien erproben. Andere Wissenschaftler sind skeptisch, ob das irgendwas bringt.

Im Fachmagazin Nature veröffentlichten die Wissenschaftler aus Shanghai im Februar ihre Ergebnisse. Sie hatten bei Affen der Makaken-Gattung – der auch „Javaneraffen“ oder „Krabbenesser“ genannten Art Macaca fascicularis – das menschliche Gen MECP2 eingebaut. Um das neue Erbgut ins Genom zu bekommen, nutzen sie einen Virus, den sie in die Eizellen der Affen einführten. Die Embryonen wurden dann wiederum Makaka-Weibchen eingepflanzt. [+] mehr...

Justiz Gericht Gesetz
Schild am Eingang eines Gerichts in Newcastle (Foto: smlp.co.uk / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

TTIP : Richter kritisieren Paralleljustiz für Investoren

04.02.2016

Um den Streit über Handelsschiedsgerichte beizulegen, hat die EU-Kommission ein neues „Investitionsgericht“ vorgeschlagen. Der Deutsche Richterbund, der nach eigenen Angaben 16.000 Richter und Staatsanwälte vertritt, lehnt das ab. Es gebe in der EU funktionierende Gerichte, ein „Sondergericht für Investoren“ sei daher nicht nötig.

„Das mit dem Vorschlag für ein Internationales Investitionsgericht offensichtlich verbundene Verständnis, die Gerichte der Mitgliedstaaten der Union könnten ausländischen Investoren keinen effektiven Rechtsschutz gewähren, entbehrt sachlicher Feststellungen“, schreibt der Richterbund in einer aktuellen Stellungnahme. „Die Schaffung von Sondergerichten für einzelne Gruppen von Rechtsuchenden ist der falsche Weg.“ [+] mehr...

Karotten Gemüse Lebensmittel
Ohne Saatgut kein Essen (Foto: Chiot's Run / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Saatgut: Gentechnik-freie Lebensgrundlage

03.02.2016

20 Jahre für samenfestes, gentechnik-freies Saatgut: das feierte der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Januar in Kassel. 70 neugezüchtete Gemüse- und 40 Getreidesorten wurden von den Behörden anerkannt und bereichern Felder und Teller.

„Angesichts der zunehmenden Machtkonzentration im Saatgut-Markt, von Gentechnik und drohender Patentierung ist die Frage der Saatgut-Entwicklung heute wichtiger denn je“, betonte Oliver Willing, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. [+] mehr...

Business Lobbyismus
Foto: freeimages.com/pat

Einblicke in den Gentechnik-Lobbyismus

03.02.2016

In der EU steht eine wichtige Entscheidung an: sollen neue Techniken der Erbgutveränderung, zum Beispiel CRISPR-Cas, als Gentechnik betrachtet werden oder nicht? Für Labore und Konzerne hängt davon viel ab. Deshalb machen sie Druck auf politische Entscheidungsträger. Doch ihre Lobbyisten arbeiten nicht immer transparent.

Das zeigt die zivilgesellschaftliche Organisation Corporate Europe Observatory (CEO), die Lobbyisten auf die Finger guckt. Sie hat nun die „New Breeding Techniques (NBT) Platform“ unter die Lupe genommen. Im Transparenzregister der EU-Kommission hat diese ihre Brüsseler Adresse angegeben und dass zwei Personen sich eine halbe Stelle teilten. Zudem den Namens des Chefs sowie die fürs Lobbyieren veranschlagten Kosten: diese lägen zwischen 50.000 und 99.000 Euro pro Jahr. CEO hält das für viel zu niedrig. [+] mehr...

Herbizide Traktor
Drauf aufs Feld - hier wird ein Heribizid auf einen englischen Weizenacker gesprüht (Foto: Chafer Machinery / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Auf Gentechnik folgt Glyphosat

02.02.2016

Seit der Einführung von Soja und Mais, die mittels Gentechnik resistent gegen den Unkrautkiller Glyphosat gemacht wurden, hat sich der Einsatz des Gifts auf den Äckern der Welt fast verfünfzehnfacht. Letztes Jahr wurden 747.000 Tonnen des Wirkstoffs versprüht, mehr als die Hälfte davon auf Gentechnik-Flächen – obwohl diese nur 13 Prozent der globalen Ackerfläche ausmachen. Das berichtet ein Forscher, der Statistiken US-amerikanischer Behörden ausgewertet hat.

Mitte der 1990er Jahre begannen Farmer in den USA, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Die Haupteigenschaft damals wie heute: die Pflanzen können mit Glyphosat besprüht werden, ohne Schaden zu nehmen. Unkraut und andere Pflanzen hingegen sterben. Saatgut und Herbizid („Roundup“) kauften die Landwirte von Monsanto. Seitdem, so hat der Agrarökonom Charles Benbrook berechnet, verneunfachte sich der Glyphosat-Einsatz in der auf High-Tech spezialisierten US-Landwirtschaft. [+] mehr...