Gold
Goldener und weißer Reis (Foto: IRRI Photos/flickr.com)

Multi-Vitamin-Reis gegen „versteckten Hunger“?

15.08.2017

Wissenschaftler der Eidgenösssichen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben eine gentechnisch veränderte Reissorte vorgestellt, die in ihren Körnern sowohl Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A erzeugt als auch die Spurenelemente Eisen und Zink anreichert. Damit ließe sich der „versteckte Hunger“ in Entwicklungsländern wirkungsvoll eindämmen, heißt es in der Mitteilung der Hochschule.

Das hieß es bereits vor 20 Jahren, als ETH-Wissenschaftler erstmals eine Reissorte entwickelten, die Beta-Carotin bildete. Im Jahr 1999 wurde dieser ‚Golden Rice' öffentlich präsentiert, mit dem Versprechen, damit den Vitamin A –Mangel in Entwicklungsländern wirkungsvoll zu bekämpfen. Bis heute wird der Golden Rice nicht kommerziell angebaut. Das internationale Reisforschungsinstitut IRRI auf den Philippinen hat in den letzten Jahren versucht nachzuweisen, dass der Gentech-Reis für den Verzehr geeignet ist. In diesem Jahr hat es nun erstmals Zulassungsanträge gestellt, unter anderem in den USA und auf den Philippinen. [+] mehr...

Aquabounty Lachs Fisch AquAdvantage
Gentechnisch veränderter Lachs (Foto: ©Aquabounty)

Kanada: Erstmals Gentech-Lachs im Handel

11.08.2017

Ein unbekannter Händler hat der Firma Aquabounty 4,5 Tonnen ihres gentechnisch veränderten (gv) AquAdvantage-Lachses abgekauft. In Kanada ist keine Gentechnik-Kennzeichnung vorgeschrieben, so dass nicht bekannt ist, über welche Vertriebswege der gv-Lachs zu den Verbrauchern gelangte. Theoretisch könnte er auch in andere Länder exportiert worden sein.

Der AquAdvantage-Lachs wurde durch den Einbau von Genen anderer Fische so verändert, dass er doppelt so schnell wächst wie ein natürlicher Lachs. Es ist weltweit das erste gv-Tier, das Verbrauchern aufgetischt wird. Die USA hatten den AquAdvantage-Lachs im November 2015 für den Verzehr freigegeben. Allerdings hatte der US-Kongress kurz darauf beschlossen, dass der gv-Lachs erst verkauft werden darf, wenn die Lebensmittelbehörde FDA Vorgaben für die Kennzeichnung erarbeitet hat. Diese fehlen bis heute. In Kanada erfolgte die Freigabe im Mai 2016 und hier verkaufte Aquabounty nach eigenen Angaben die ersten 4,5 Tonnen gv-Lachs zum Preis von 45.000 Euro. [+] mehr...

Moskito Aedes aegypti
Die Ägyptische Tigermücke (Foto: James Gathany, US Department of Health and Human Services / wikipedia, gemeinfrei)

USA: Millionen Mücken gegen die Mückenplage?

08.08.2017

Ein Unternehmen des Google-Konzerns setzt seit Mitte Juli in Kalifornien Millionen von Tigermücken frei. Da die Männchen mit dem Bakterium Wolbachia infiziert wurden, können bei der Paarung mit wilden Weibchen die Larven nicht überleben, erklärt eine Webseite zum Projekt. Man hoffe, die Zahl der Mücken und damit die Übertragung von Krankheiten, etwa des Zika-Virus, auf diesem Weg deutlich zu reduzieren.

Insgesamt 20 Wochen lang will das Unternehmen Verily in Kooperation mit der zuständigen Behörde von Fresno jeweils eine Million Tigermückenmännchen fliegen lassen. Das sei die bisher größte Freisetzung dieser Art in den USA. Jeden Morgen fährt ein Spezialfahrzeug durch die beiden 1,2 Quadratkilometer großen bewohnten Versuchsgebiete in der kalifornischen Stadt und lässt etwa 150.000 Wolbachia-Moskitos fliegen. Sie werden in Spezialgeräten von Verily hergestellt und nach Geschlecht sortiert. Um die Bevölkerung zu beruhigen, verweist die Behörde darauf, dass die Männchen der Aedes ägypti weder stechen noch Krankheiten übertragen. [+] mehr...

Elsevier
Elsevier verlegt das Fachjournal Food and Chemical Toxicology (Foto: ActuaLitté / flickr, CC BY-SA 2.0)

Die Monsanto-Akten: Sturm gegen kritische Studie

04.08.2017

Seit Monaten verhandelt ein Gericht in Kalifornien eine Sammelklage von Menschen, die ihre Krebserkrankung auf das Herbizid Glyphosat von Monsanto zurückführen. Die Anwälte der Kläger erzwangen, dass Monsanto interne Akten offenlegen musste. Diese offenbaren, wie der Konzern Wissenschaftler bezahlte und Behörden beeinflusste.

Von der Kanzlei Baum Hedlund veröffentlichte Unterlagen zeigen jetzt, wie der Konzern dazu beitrug, dass die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology (FCT) eine zuvor veröffentlichte Studie mit Glyphosat-kritischem Ergebnis 2013 wieder zurückzog. Für die Studie hatten Professor Gilles-Eric Séralini und sein Team von der Universität Caen Ratten zwei Jahre lang mit gentechnisch verändertem Mais gefüttert und mit leicht glyphosathaltigem Wasser getränkt. Die Tiere entwickelten deutlich häufiger Krebserkrankungen und Leberschäden als die unbelastete Kontrollgruppe. Als die Studie im September 2012 in der Zeitschrift FCT erschien, erhob sich ein Proteststurm gentechnikfreundlicher Wissenschaftler und Organisationen. [+] mehr...

Ohne Gentechnik Milch
Das Ohne Gentechnik-Siegel auf einer Milchpackung (Foto: Simone Knorr)

Bayern: Immer mehr Milch ohne Gentechnik

02.08.2017

Die bayerischen Molkereien haben 2016 rund drei Millionen Tonnen konventionelle Milch mit Ohne Gentechnik-Kennzeichnung erfasst, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen noch 473.000 Tonnen Bio-Milch, die ebenfalls ohne Gentechnik hergestellt wird. Hier stieg die erfasste Menge 2016 um über zehn Prozent an. Insgesamt lieferten Bayerns Bauern also 3,5 Millionen Tonnen Milch ohne Gentechnik (oGT), was fast 40 Prozent der gesamten im letzten Jahr erfassten Milchmenge entsprach. Das teilte das bayerische Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM) mit.

Auch für 2017 prognostiziert das Institut ein weiteres starkes Wachstum. Es hat von Mitte April bis Mitte Mai 2017 die Molkereien befragt, wie sie die Entwicklung für das laufende Jahr einschätzen. „Für das Jahr 2017 haben weitere Unternehmen angekündigt, die Erfassung von Milch oGT auszuweiten bzw. komplett darauf umzustellen. Damit könnte nach unseren Berechnungen der Anteil von Milch oGT (konv.) zum Ende des Jahres 2017 auf bis zu 55 % steigen“. Laut IEM sind es nicht nur die Forderungen des Handels, die das Wachstum antreiben. Manche Molkereien würden aus Kostengründen die Erfassung vollständig auf Ohne Gentechnik-Milch umstellen, selbst wenn sie noch nicht die gesamte Milchmenge entsprechend vermarkten könnten. [+] mehr...