EU Parlament Abstimmung
Foto: © European Union 2014 - European Parliament (http://bit.ly/280xukQ, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Parlament befasst sich mit CRISPR

31.05.2016

Am 7. Juni soll das Europäische Parlament über einen Entschließungsantrag abstimmen. Wenn es nach der Autorin, der britischen Konservativen Anthea McIntyre, geht, sollen CRISPR/Cas und andere neuartige Gentechniken als „Präzisionszucht“ betrachtet werden. Sie dürften nicht „ohne stichhaltige wissenschaftliche Gründe (…) behindert“ werden.

Zudem müssten die Rechtsvorschriften, mit denen die neuen Verfahren – McIntyre nennt auch die Zinkfingernuklease-Technik und die Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese – reguliert werden, „zweckdienlich“ sein und dürften keinen „Aufwand“ verursachen. Diese Formulierungen dürften Gentechnik-Firmen und deren Lobbyisten freuen, die sich dafür stark machen, die teils wenig bekannten Techniken als herkömmliche Züchtung durchzuwinken. Eine Einstufung als Gentechnik – und die damit verbundenen Vorsorgepflichten – wollen sie unbedingt vermeiden. [+] mehr...

Arzt
Arzt (Foto: Alex Proimos - The Stethoscope / flickr, bit.ly/1va18Tq, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Ärztetag warnt vor Glyphosat

30.05.2016

Der Deutsche Ärztetag hat am Freitag vor einer verlängerten Zulassung für Unkrautkiller mit dem Wirkstoff Glyphosat gewarnt. Das Mittel steht im Verdacht, das menschliche Erbgut zu schädigen. „Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert“, so die Vertreter der Ärztekammern.

„Die International Agency for Research on Cancer (IARC) hat 2015 im Zusammenhang mit der wahrscheinlich krebserregenden Wirkung für Menschen festgestellt, dass 'Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht'. Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert. Dieser Effekt muss für eine weitere, langfristige Zulassung durch weitere unabhängige Studien in den Expositionsszenarien für Menschen sicher ausgeschlossen werden“, forderten die Mediziner, die sich zum 119. Mal trafen, diesmal in Hamburg. [+] mehr...

Glyphosat Herbizid
Glyposat-Behälter, hier Marke „Sunphosate“, in einem Feld (Foto: International Institute of Tropical Agriculture / flickr, bit.ly/20G4nOg, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

US-Bürger haben mehr Glyphosat im Urin

26.05.2016

Mehr als 90 Prozent von 131 getesteten US-Verbrauchern haben Rückstände des Unkrautkillers Glyphosat im Urin. Das zeigt eine Laborauswertung der University of California San Francisco (UCSF). In der EU waren es 2013 „nur“ 44 Prozent von 182 untersuchten Großstadtbewohnern.

Auch die Glyphosat-Konzentration im Urin der Amerikaner ist laut dem „Detox Project“, das die Untersuchung angebahnt hat, mit durchschnittlich 3.096 Teilen pro Milliarde (ppb) rund drei mal so hoch wie diejenige der EU-Bürger. Die nun veröffentlichten Daten sind laut dem Projekt nur der Anfang, Testergebnisse von weiteren Personen sollen im Laufe des Jahres bekannt gegeben werden. Finanziert wurde die Laboranalyse von der Organic Consumers Association. [+] mehr...

Bohne
Bohne (Foto: Thomas Then, Own work, via Wikimedia Commons, http://bit.ly/1YYBvQD, creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Normale Züchtung auf Erfolgskurs

25.05.2016

Pflanzen, die auch in kargen Böden oder bei Dürre stabilen Ertrag abwerfen – das versprechen Gentechniker gern. Das Rennen machen oft aber konventionelle Züchter, obwohl sie meist über wesentlich geringere finanzielle Mittel verfügen.

Laut dem Magazin Nature gibt es dafür neue Beispiele: so haben Forscher der Pennsylvania State University Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) gezüchtet, die Phosphor effizienter aufnehmen können. Dafür suchten sie nach Exemplaren, die von Natur aus die gewünschten Eigenschaften aufwiesen – beispielsweise besonders lange Wurzelhaare – und arbeiteten dann mit diesen weiter. Kollegen im afrikanischen Mosambik testen die Bohnen nun unter dortigen Bedingungen und wollen sie schon nächstes Jahr vermarkten, wenn sie die Genehmigung erhalten. [+] mehr...

Nelke Blumen
Eine natürlich pinkgefärbte Nelke - die gentechnisch veränderten sind oft lila (Foto: Zeynel Cebeci via Wikimedia Commons, http://bit.ly/1RnwVWh, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Umweltpolitiker gegen weitere Gentechnik-Nelken und -Mais

24.05.2016

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Genehmigung von weiteren Gentech-Pflanzen gestimmt. Es geht um Import und Verarbeitung von mehreren Mais-„Events“ sowie von transgenen Nelken. Doch auch wenn das Parlament seinen Umweltfachleuten folgt – bindend wäre das Votum nicht.

Mit jeweils 39 Stimmen nahmen die Abgeordneten zwei Entwürfe an, die nun in zwei Wochen dem Plenum des Europaparlaments vorgelegt werden. 23 bzw. 24 Abgeordnete stimmten dagegen. Mit den Resolutionen soll die Europäische Kommission aufgefordert werden, die gentechnischen Organismen nicht zu genehmigen. Sowohl die Nelken als auch die Maispflanzen sind aufgrund des Gentechnik-Eingriffs resistent gegen Unkrautvernichter: der Mais kann mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat besprüht werden, die Zierblumen sind gegen Sulfonylharnstoffe immun. Dass die vor allem als Diabetes-Medikament eingesetzt werden, beunruhigt die Umweltparlamentarier: einen Markt für solche Pflanzen zu schaffen, werde dazu führen, dass das Medikament zum Herbizid umfunktioniert werde. Darunter könnten biologische Vielfalt und Gewässer leiden, so die Abgeordneten. [+] mehr...