EPO EPA Patentamt Patente
Das Europäische Patentamt in München (Foto: EPA)

Weniger Gentechnik-Patente auf Pflanzen und Tiere

24.08.2016

Das Europäische Patentamt war 2015 weniger mit Patenten für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen und -tiere beschäftigt als im Jahr zuvor. Die Zahl veröffentlichter Patente für solche gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist 2015 mit 167 ebenso gesunken wie die Zahl der Patentanmeldungen (254). Das geht aus dem zweiten Biopatentbericht der Bundesregierung hervor, den das Kabinett kürzlich verabschiedete. Nur sieben der Anmeldungen gingen beim deutschen Patent- und Markenamt ein.

Von den 167 erteilten GVO-Patenten betrafen 135 Pflanzen und 32 Tiere. Damit beziehen sich rund 80 Prozent aller angemeldeten und erteilten Patente für Nutzpflanzen darauf, GVO herzustellen oder zu verwenden. Bei den Tieren ist es etwa die Hälfte. Bei den Patentanmeldungen ist zu berücksichtigen, dass sie erst 18 Monate, nachdem sie beim Patentamt eingereicht wurden, veröffentlicht und damit in die Statistik aufgenommen werden können. Insgesamt wurden im Jahr 2015 laut Biopatentbericht 244 landwirtschaftlich relevante Patente erteilt. Das waren 54 mehr als im Jahr 2014. [+] mehr...

Milch Lidl
Milch aus gentechnik-freier Fütterung (Foto: obs/LIDL)

Bayern: bald Hälfte der Milch gentechnikfrei?

22.08.2016

Knapp 2,66 Millionen Tonnen Milch ohne Gentechnik wurden 2015 bei den bayerischen Molkereien angeliefert. Davon waren 429.000 Tonnen Biomilch, die generell gentechnikfrei produziert wird. Das ermittelte das bayerische Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM). Damit wurde 2015 ein Drittel der insgesamt 8,67 Millionen Tonnen bayerischer Milch mit gentechnikfreiem Futter produziert. Das IEM schätzt, dass es 2017 schon die Hälfte sein könnte.

„Damit sind wir in Bayern schon am weitesten“, meint Hans-Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer des Verbandes der Milcherzeuger Bayern. Und das sei nur die statistisch erfasste Milch. Seufferlein geht davon aus, dass der Anteil tatsächlich noch höher ist. Mit 2,23 Millionen Tonnen hat sich die Menge der konventionell erzeugten Milch ohne Gentechnik seit 2011 verdreifacht. In die Mengen fließt auch Milch mit ein, die von außerhalb angeliefert wurde – etwa aus Baden-Württemberg. [+] mehr...

Pappel Baum Bäume
Foto: sonnentau / flickr, 2007 Pappel, bit.ly/2bn1uSK, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0

Forscher wollen CRISPR-Bäume in Schweden freisetzen

17.08.2016

Fünf Jahre lang wollen schwedische Forscher Gentechnik-Bäume im Freien testen. Neu ist: Eine der Zitter-Pappeln haben sie mittels CRISPR verändert. Ein Gen sei aus dem natürlichen Erbgut des Baums gelöscht worden, erklären die Gentechniker in ihrem Antrag. Die schwedischen Behörden haben ihn bislang noch nicht bewilligt.

Im südschwedischen Laholm wollen die Forscher der Universität Umeå bis 2021 gentechnisch veränderte Zitter-Pappeln/Espen (Populus tremula) auf einer Fläche von weniger als einem Hektar freisetzen. Auswirkungen auf die Umwelt habe das „wahrscheinlich nicht“, da die „optimale Phänologie wahrscheinlich bereits durch die Natur selektiert“ sei. Um das Risiko, dass sich die künstlich eingebrachte oder veränderte DNA ausbreiten könnte, zu minimieren, werde man Blüten entfernen, Zäune errichten und Pufferzonen anlegen, heißt es in dem Antrag, den das Joint Research Center der EU-Kommission veröffentlicht hat. [+] mehr...

Leuchten biolumineszenz
Foto: "Mycena chlorophos at Hachijojima botanical park", by self (Own work lalalfdfa) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) via Wikimedia Commons

Ernüchterung für Fans von leuchtenden Gentech-Pflanzen

16.08.2016

Vor drei Jahren hatten ein paar junge Gentechniker großen Erfolg beim Spendensammeln: über 480.000 Dollar überwiesen ihnen tausende Privatpersonen. Das Versprechen: jeder Spender sollte Samen von Leucht-Pflanzen erhalten. Nun ist das Geld aufgebraucht. Die Fans warten aber noch immer auf ihre Gentechnik-Wunderpflanzen.

So berichtete MIT Technology Review im Juli, die Gentech-Firma habe bislang schon mehr als 900.000 Dollar ausgegeben, um Gänserauken (Arabidopsis thaliana) zum Leuchten zu bringen. Mit bescheidenem Erfolg – Biolumineszenz künstlich herbeizuführen und fest in einer Pflanze zu verankern erweist sich als schwieriger als gedacht. Dabei war den Crowdfundern, die über die Plattform Kickstarter gespendet hatten, der Mai 2014 als Liefertermin für ihr Gentechnik-Saatgut genannt worden. [+] mehr...

Monsanto
Protest gegen Monsanto in Österreich, 2014 (Foto: Die Grünen Kärnten / flickr, #Monsanto 280++, bit.ly/2baMMuL, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Wie Monsanto seine Produkte rechtfertigt

15.08.2016

Der Gentechnik-Konzern Monsanto steht immer wieder in der Kritik. Seine Kommunikationsabteilung versucht, den öffentlichen Diskurs zu formen und so die eigenen Produkte zu legitimieren. Amerikanische Soziologinnen haben nun Tausende Dokumente der Monsanto-Webseite ausgewertet.

Diese fanden die Forscherinnen der University of Tennessee auf der aktuellen Internetseite des Gentech- und Pestizidgiganten sowie im Internet Archiv, das Zeitreisen in die digitale Vergangenheit ermöglicht. 1.200 Dokumente werteten sie aus, von der Pressemitteilung über Redemanuskripte bis zum Jahresbericht. Veröffentlicht wurde ihre Studie im Fachmagazin Environmental Communication. [+] mehr...