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Weizen
Foto: Alexander Schimmeck / flickr, -+-Weizen - Wheat, http://bit.ly/2acvv7R, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0

Gentech-Weizen versagt auf dem Feld

30.06.2015

Britische Wissenschaftler haben Weizen gentechnisch so verändert, dass er Blattläuse mit Duftstoffen vertreibt. Auf dem Feld zeigt er aber keine Wirkung, wie die Forscher nun zugaben. Das Fachmagazin Science spricht von einer „Enttäuschung“. Bis zum nächsten Freilandversuch könnte es einige Jahre dauern.

Die Forscher des Instituts Rothamsted Research testeten den Gentechnik-Weizen in den Jahren 2012 und 2013 auf bewachten Freilandflächen in der Grafschaft Hertfordshire. Dank künstlicher DNA – die einem Gen der Pfefferminze nachempfunden ist – soll der Weizen den Duftstoff Beta-Farnesen absondern. Für Blattläuse ist das ein Warnstoff, der sie zur Flucht alarmiert. Im Labor hätte das auch gut geklappt, so die Gentechniker im Fachmagazin Scientific Reports, in dem nun die Ergebnisse der Tests veröffentlicht worden.

Doch auf dem Feld zeigte sich in beiden Jahren „kein signifikanter Unterschied in der Blattlauspopulation“ auf gentechnischem und herkömmlichen Weizen. „Das waren enttäuschende Nachrichten“, zitiert das Magazin Science einen britischen Agrarfunktionär.

Das Rothamsted Research Institut bietet zwei mögliche Erklärungen: einerseits sei der Blattlausbefall wegen des kalten Wetters in den Versuchsjahren ohnehin niedrig gewesen. Andererseits könne der Misserfolg aber an der gentechnischen Veränderung an sich liegen: denn die Weizenpflanzen sondern den Duftstoff ständig ab, während Blattläuse ihre Artgenossen nur im Fall einer tatsächlichen Attacke durch feindliche Insekten wie Wespen warnen.

Die Gentechniker wollen nun weiter am Weizen basteln. Laut Science könnte es aber „mehrere Jahre“ dauern, bis neue Freilandversuche stattfinden.

Im Jahr 2012 hatten Gentechnik-Gegner der Gruppe „Take the Flour Back“ angekündigt, die Versuchsfelder zu zerstören. Als die nach eigenen Angaben rund 400 Personen zählende Gruppe, darunter Landwirte und Bäcker, auf das Feld zuliefen, wurden sie jedoch von der Polizei gestoppt. Rothamsted Research ließ die Gentechnik-Flächen umzäunen und bewachen. [dh]