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Sprüheinsatz in Illinois (Foto: Bill Meier / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)-+-

Monsanto darf dicamba-resistente Gentech-Pflanzen vermarkten

21.01.2015

In den USA wurden erstmals Gentechnik-Pflanzen zugelassen, die gegen das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba immun sind. Hersteller Monsanto erhofft sich davon eine Lösung des Resistenzproblems bei seinem Nr.1-Herbizid „Roundup“ (Glyphosat), an das sich viele Unkräuter wegen der Dauerbesprühung auf Gentech-Feldern angepasst haben. Verbraucherschützer warnen vor einer Verzehnfachung des Dicamba-Einsatzes. Sie halten das schon in den 1960er Jahren eingeführte Mittel für hochgiftig.

Eine Behörde des Landwirtschaftsministeriums hat zwei Dicamba-toleranten Gentechnik-Pflanzen grünes Licht gegeben. Die Soja MON 87708 und die Baumwollpflanze MON 88701, beide von Monsanto. Letztere ist auch noch gegen das Herbizid Glufosinat resistent.

Beide Pflanzen sind nach Ansicht der Behörde keine „plant pest“ – gelten also nicht als schädlich für andere Landwirtschaftspflanzen. Das reicht in den USA, um die Gentechnik-Genehmigung zu erteilen. Nun fehlt noch die Zulassung des passenden Herbizidgemischs, mit dem sich die für Umwelt zuständige Behörde (EPA) gerade befasst. Eine Verbraucherschutzorganisation kündigte bereits juristische Konsequenzen an. „Wenn die EPA ebenfalls ihre Verantwortung vernachlässigt, die Gesundheit von Mensch und Umwelt zu schützen, wird das Center for Food Safety alle verfügbaren rechtlichen Optionen nutzen um die Einführung dieser gefährlichen Pflanzen zu stoppen“, erklärte Geschäftsführer Andrew Kimbrell.

Sollten die Dicamba-resistenten Gentech-Pflanzen, wie von Monsanto geplant, in großem Maßstab auf die Felder kommen, droht laut der Organisation ein Anstieg des Dicamba-Einsatzes von derzeit 4 Millionen (ca. 1,8 Mio kg) auf über 40 Millionen Pfund (ca. 18 Mio kg) pro Jahr.

Dicamba, das 1967 erstmals zugelassen wurde, sei in Studien mit erhöhten Krebsraten unter Landwirten und Geburtsschäden bei ihren Söhnen in Verbindung gebracht worden, so CFS weiter. Es könne außerdem leicht abdriften und dann Nachbarfelder oder für Bienen und andere Bestäuber wichtige Blütenpflanzen schädigen. [dh]