Deutschland

Fruchtcocktail iska Lebensmittelwarnung.de
Etikett des Fruchtcocktails (Screenshot aus lebensmittelwarnung.de, Mehr Informationen: http://bit.ly/2a3a61S)

Gentechnik in der Fruchtmischung

18.07.2016

In Fruchtdosen aus Thailand, die von einer Hamburger Firma in Deutschland verkauft wurden, sind gentechnisch veränderte Organismen festgestellt worden. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf lebensmittelwarnung.de mit. Die Firma habe ihre Kunden informiert und die Ware zurückgerufen.

Es handelt sich um „Tropischen Fruchtcocktail mit Maracujasaft, leicht gezuckert“, vertrieben in Dosen à 425 Gramm unter der Marke „iska Qualität“. Produziert wird er in Thailand für die Hamburger Firma I. Schroeder KG. Als Grund der Warnung gibt die Behörde an: „gentechnisch veränderter Organismus (GVO)“. [+] mehr...

Patente
Kritiker von Patenten auf Lebewesen übergeben in München 800.000 Unterschriften (Foto: Falk Heller / argum)

Hunderttausende Unterschriften gegen Bio-Patente

30.06.2016

Patente auf Pflanzen und Tiere soll es eigentlich nicht geben, dennoch erteilt das Europäische Patentamt in München immer wieder welche. Gestern übergaben Vertreter der Zivilgesellschaft den zuständigen Politikern 800.000 Unterschriften. Die Forderung: Grauzonen im Regelwerk zu beseitigen.

Die Vertragsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) - übrigens kein EU-Vertrag, auch Länder wie die Schweiz, Norwegen und die Türkei sind dabei - sind sich im Prinzip einig, dass Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere nicht gewünscht sind. Nur gentechnisch veränderte Organismen gelten als „Erfindungen“ und können daher legal patentiert werden. Trotzdem findet das Amt Möglichkeiten, auch Patentanträge bei nicht-gentechnischen Lebewesen durchzuwinken. [+] mehr...

Honig
Honig (Foto: Zsuzsa N.K. / freeimages.com, bit.ly/297Rrl8)

In vielen Honigen zu viel Glyphosat

28.06.2016

Stichproben zeigen: in deutschem Honig sind mitunter Rückstände des Unkrautkillers Glyphosat - teils deutlich mehr als gesetzlich erlaubt. Ein Problem für Imker, die ihr Produkt dann nicht verkaufen dürfen, auch wenn nicht sie es sind, die das Herbizid einsetzen. Eine Studie zeigt aber auch, dass zumindest in den USA auch glyphosat-belastete Honige an Verbraucher verkauft wurden. Umstritten ist nach wie vor, ob das Mittel Krebs auslösen kann.

Ein Imker aus Brandenburg hatte letzten Sommer eine Honigprobe genommen und diese vom Labor einer niedersächsischen Behörde prüfen lassen. Das Ergebnis: sein Honig enthielt hundertmal mehr Glyphosat als für Lebensmittel erlaubt - 5,11 Milligramm pro Kilogramm Honig statt des gesetzlichen Höchstgehalts von 0,05 Milligramm. Der Imker führt das darauf zurück, dass Landwirte in seiner Region Glyphosat spritzen und dabei auch Kornblumen, die die Bienen gerne anfliegen, das Herbizid abkriegen. Der Landkreis Spree-Neiße, in dem der Imker seine Bienen hält, ordnete laut einem Schreiben eine nochmalig Untersuchung der Honigprobe an. [+] mehr...

Raps
Raps (Foto: Maria Eklind / flickr, Rapeseed, bit.ly/28MsMjR, creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Gentechnik-Kontamination mit Langzeit-Wirkung

21.06.2016

Letztes Jahr säten Landwirte in acht Bundesländern unbeabsichtigt Gentechnik-Raps aus - das Saatgut war mit transgenen Samen des Bayer-Konzerns verunreinigt. Da Raps lange im Boden überdauern kann, fordern Landwirtschafts- und Verbrauchervertreter, die betroffenen Äcker 20 Jahre zu überwachen.

Das Rapssaatgut bleibt auch nach einem Umbruch der Pflanzen keimfähig. „So lange besteht also mindestens das Risiko, dass vereinzelt gentechnisch veränderter Raps auf den verunreinigten Flächen keimt“, erklärt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Daher müssen die Bundesländer die betroffenen Flächen über 20 Jahre hinweg überwachen und auflaufenden Durchwuchsraps vernichten.“ [+] mehr...

March against Monsanto 2015
Teilnehmer des March Against Monsanto 2015, hier in San Francisco (Foto: Peg Hunter / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Brief an Bayer wegen Monsanto-Übernahme

09.06.2016

Die Organisatoren des „Monsanto Tribunals“, die den amerikanischen Gentechnik-Riesen im Herbst vor ein symbolisches Gericht in Den Haag stellen wollen, haben einen offenen Brief an den deutschen Bayer-Konzern geschrieben. Sie wollen beispielsweise wissen, ob Bayer im Fall einer Übernahme bereit sei, für die von Monsanto „weltweit angerichteten Schäden und Altlasten aufzukommen“.

Die Absender, zu denen auch die frühere Landwirtschaftsministerin Renate Künast und der Insekten- und Agrarforscher Hans Rudolf Herren gehören, wollen außerdem wissen, ob Bayer die Pestizide und Gentechnik-Saaten des US-Konkurrenten weiter vertreiben werde „und dies immer noch mit dem Verweis die Menschheit retten zu wollen, rechtfertigt?“ Zudem interessiert sie, ob die Bayer-Manager für die vom Konzern angestrebte Megafusion Bonuszahlungen erhalten. [+] mehr...