Deutschland

Maisfeld mit Baum
Der Anbau von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten.

Gesetzentwurf erschwert Anbauverbote für Gentech-Pflanzen

07.10.2016

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wie Mais bundesweit untersagt oder beschränkt werden kann. Dafür müssen zwingende umwelt- oder agrarpolitische Gründe vorliegen oder erhebliche Nachteile für das Allgemeinwohl drohen, heißt es in dem Gesetzestext, der dem Informationsdienst Gentechnik vorliegt. Der Entwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes soll am 2. November vom Kabinett verabschiedet werden.

Damit will Deutschland eine Richtlinie der Europäischen Union umsetzen, wonach die Mitgliedsstaaten seit 2015 ihr eigenes Territorium vom Anbau EU-weit zugelassener Gentech-Pflanzen (GVO) ausnehmen können (sog. Opt out-Regelung). Der neue Gesetzentwurf regelt nun ein zweistufiges Verfahren, wie der GVO-Anbau in der Bundesrepublik verboten oder beschränkt werden kann. Indem der Entwurf in beiden Stufen die Angabe zwingender Gründe fordert, geht er allerdings über die EU-Richtlinie hinaus. [+] mehr...

EPO EPA Patentamt Patente
Das Europäische Patentamt in München (Foto: EPA)

Weniger Gentechnik-Patente auf Pflanzen und Tiere

24.08.2016

Das Europäische Patentamt war 2015 weniger mit Patenten für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen und -tiere beschäftigt als im Jahr zuvor. Die Zahl veröffentlichter Patente für solche gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist 2015 mit 167 ebenso gesunken wie die Zahl der Patentanmeldungen (254). Das geht aus dem zweiten Biopatentbericht der Bundesregierung hervor, den das Kabinett kürzlich verabschiedete. Nur sieben der Anmeldungen gingen beim deutschen Patent- und Markenamt ein.

Von den 167 erteilten GVO-Patenten betrafen 135 Pflanzen und 32 Tiere. Damit beziehen sich rund 80 Prozent aller angemeldeten und erteilten Patente für Nutzpflanzen darauf, GVO herzustellen oder zu verwenden. Bei den Tieren ist es etwa die Hälfte. Bei den Patentanmeldungen ist zu berücksichtigen, dass sie erst 18 Monate, nachdem sie beim Patentamt eingereicht wurden, veröffentlicht und damit in die Statistik aufgenommen werden können. Insgesamt wurden im Jahr 2015 laut Biopatentbericht 244 landwirtschaftlich relevante Patente erteilt. Das waren 54 mehr als im Jahr 2014. [+] mehr...

Milch Lidl
Milch aus gentechnik-freier Fütterung (Foto: obs/LIDL)

Bayern: bald Hälfte der Milch gentechnikfrei?

22.08.2016

Knapp 2,66 Millionen Tonnen Milch ohne Gentechnik wurden 2015 bei den bayerischen Molkereien angeliefert. Davon waren 429.000 Tonnen Biomilch, die generell gentechnikfrei produziert wird. Das ermittelte das bayerische Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM). Damit wurde 2015 ein Drittel der insgesamt 8,67 Millionen Tonnen bayerischer Milch mit gentechnikfreiem Futter produziert. Das IEM schätzt, dass es 2017 schon die Hälfte sein könnte.

„Damit sind wir in Bayern schon am weitesten“, meint Hans-Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer des Verbandes der Milcherzeuger Bayern. Und das sei nur die statistisch erfasste Milch. Seufferlein geht davon aus, dass der Anteil tatsächlich noch höher ist. Mit 2,23 Millionen Tonnen hat sich die Menge der konventionell erzeugten Milch ohne Gentechnik seit 2011 verdreifacht. In die Mengen fließt auch Milch mit ein, die von außerhalb angeliefert wurde – etwa aus Baden-Württemberg. [+] mehr...

Maus
Labormaus (Foto: Mycroyance / flickr, + /db mouse, http://bit.ly/2aLoZDQ, https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Gentechnik-Firmen profitieren von Tierversuchen

10.08.2016

In Deutschland wurden im Jahr 2013 eine Million gentechnisch veränderte Tiere in Experimenten „verbraucht“ - fast dreimal so viele wie 2004. Die Möglichkeit, Gentech-Tiere zu patentieren, führe zu „Vermarktungsdruck“, heißt es in einem von den Grünen in Auftrag gegebenen Bericht. Das Leid der Tiere bringe aber nicht unbedingt medizinischen Fortschritt.

Insgesamt waren 2013 laut Zahlen des Agrarministeriums drei Millionen Tiere für Versuche herangezogen worden, ein Drittel davon war gentechnisch verändert, so der Autor des Berichts, der studierte Tierarzt und Gentechnik-Kritiker Christoph Then. Vor allem in das Erbgut von Mäusen und Ratten griffen die Gentechniker ein. [+] mehr...

Weizen
Weizen (Foto: Bioversity International / A.Gupta, One of wheat varieties from trial (showing grains), India, bit.ly/2autIeD, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/)

Gentech-Fund könnte Weizenhandel gefährden

08.08.2016

Nach dem Fund von gentechnisch veränderten Weizenpflanzen in Washington State prüft das deutsche Agrarministerium ein Importverbot für Getreide aus den USA. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Gentech-Weizen darf nirgendwo auf der Welt angebaut werden – ein Farmer hatte die Monsanto-Pflanzen jedoch im Juli, 15 Jahre nach Freilandversuchen an der Westküste, auf seinem Feld entdeckt.

Der Weizen ist gentechnisch verändert, damit er mit dem Unkrautkiller Glyphosat besprüht werden kann ohne Schaden zu nehmen. Der Landwirt hatte auf seiner Fläche im Bundesstaat Washington am Pazifik 22 transgene Getreidehalme festgestellt. [dh] [+] mehr...