Baumwolle Indien
Foto: Jeremy Evans Thomas / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0-+-

Bt-Baumwolle in Indien schmeckt den Insekten weiterhin

20.03.2020

Was hat der jahrelange Anbau gentechnisch veränderten Bt-Baumwolle in Indien gebracht? Mehr Kunstdünger, mehr Insektizide und keine besseren Ernten: Das ist die Antwort zweier Experten, die diese Entwicklung über fast 20 Jahre hinweg begleiteten.

Im Jahr 2002 brachte Mahyco, das indische Joint-Venture des Gentechnik-Konzerns Monsanto, seine gentechnisch veränderte Bt-Baumwolle auf den indischen Markt. Sie sollte mit ihren selbst produzierten Toxinen den Baumwollkapselbohrer abtöten und so die Erträge steigern und gleichzeitig den Verbrauch an Insektiziden verringern. Doch die Ernten seien die letzten 13 Jahre nicht gestiegen und Indiens Kleinbauern würden weit mehr Geld für Baumwoll-Insektizide ausgeben als je zuvor. Zu diesem Ergebnis kamen der Anthropologe Glenn Davis Stone von der Washington University und K.R. Kranthi, langjähriger Direktor des indischen Baumwoll-Instituts. In ihrer im Fachmagazin Nature Plants erschienenen Arbeit beschreiben sie den Ablauf so: [+] mehr...

Banane
Oft mit Pestiziden: Bananen (Foto: CCO, stux, Pixabay)

Traditionelle Züchter präsentieren pilzresistente Banane

17.03.2020

Die Pilzkrankheit Sigatoka schädigt die Bananenproduktion für den Weltmarkt. Seit Jahren versprechen Gentechnologen, pilzresistente Sorten zu züchten. Jetzt kommt in Frankreich eine Sigatoka-resistente Sorte auf den Markt. Doch die Banane Pointe d’Or wurde herkömmlich gezüchtet, ganz ohne Gentechnik und geeignet für den Bio-Anbau.

Für den Bananenexport in die Industrieländer bauen Landwirte vor allem die Sorte Cavendish an. Sie liefert gute Erträge, ist aber anfällig für Pilzkrankheiten und wird deswegen intensiv mit Pestizden besprüht. Eine der Pilzkrankheiten heißt Black Sigatoka und befällt die Blätter der Bananenstaude. Bereits 2003 schwärmte der US-Lobbyverband BIO von gentechnisch veränderten Bananen, die gegen Sigatoka resistent wären und bald auf den Markt kämen. Es gibt sie bis heute nicht. [+] mehr...

Weizen Mähdrescher Ernte
Foto: tpmartins / flickr; Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0

Weizen: Ein Gentechnik-Oldie drängt auf den Markt

13.03.2020

Das argentinische Gentechnik-Unternehmen Bioceres will in Argentinien eine Zulassung für seinen gentechnisch veränderten HB4-Weizen bekommen. Die Pflanze soll Hitze und Salz besser aushalten als herkömmlicher Weizen. Es wäre die weltweit erste Zulassung für den kommerziellen Anbau eines gv-Weizens. Doch so schnell wird sie wohl nicht kommen.

Hinter dem Kürzel HB4 versteckt sich ein Produkt der alten Gentechnik. Bioceres hatte ein Gen aus der Sonnenblume identifiziert, das die Pflanze gut mt Trockenheit und salzigen Böden zurechtkommen lässt. Dieses Gen baute das Unternehmen in Soja, Weizen, Luzerne, Mais und Zuckerrohr ein. Für die HB4-Sojabohne hat Argentinien einen ersten Anbau schon vor einigen Jahren genehmigt. Jetzt drängt das Unternehmen auf die Zulassung des Weizens. Der wurde bisher nur in Feldversuchen angebaut, in Argentinien, aber auch in Spanien. In den Versuchen soll er nach Firmenangaben bei Trockenheit höhere Erträge geliefert haben als Vergleichssorten. An der HB4-Technologie arbeitet Bioceres bereits seit zwei Jahrzehnten. Schon 2013 gründeten die Argentinier zusammen mit dem französischen Pflanzenzüchter Florimond Desprez ein Unternehmen namens Trigall Genetics, um den Weizen auf den Markt zu bringen. Damals wurde 2016 als Start für den Anbau genannt. [+] mehr...

Afrika
Kleinbäuerin in Afrika (Foto: skeeze / Pixabay, CC0, creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0)

Gentech-Kartoffeln für ostafrikanische Kleinbauern?

10.03.2020

In Irland und den Niederlanden entwickelte gentechnisch veränderte Kartoffeln sollen in Ruanda und Uganda kommerziell angebaut werden. Dagegen wehren sich lokale Umweltgruppen zusammen mit dem Afrikanischen Zentrum für Biodiversität. Unterstützung kommt von Kleinbauernorganisationen aus den Anden, der Heimat der Kartoffel.

In die gentechnisch veränderten Kartoffeln wurde Erbgut aus südamerikanischen Wildkartoffeln eingebaut, das sie resistent gegen die Krautfäule, eine Pilzerkrankung, machen soll. Die Gentechniker sprechen dabei von Cis-Genese, weil im Gegensatz zur Trans-Genese kein artfremdes Erbgut eingebaut wurde, sondern arteigenes. Doch die gentechnischen Methoden für den Einbau und die daraus resultierenden Risiken sind die gleichen wie bei der Trans-Genese. Deshalb gilt im EU-Gentechnikrecht auch die Cis-Genese als zu regulierende Gentechnik. [+] mehr...

Raps Schweiz Basel
Greenpeace machte 2012 auf Gentechnik-Raps am Rheinhafen in Basel aufmerksam (Foto: Patrik Tschudin / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

Risikoabschätzung: Wenn Gentech-Pflanzen sich vom Acker machen

05.03.2020

Gentechnisch veränderte Pflanzen können ihr Erbgut an verwandte Wildpflanzen weitergeben oder selbst auswildern. Welche Risiken das mit sich bringt, wird allerdings bei der Zulassung dieser Pflanzen nur unzureichend untersucht. Auf diese Lücke hat das industrieunabhängige Forschungsprojekt Rages hingewiesen und fordert Konsequenzen: Was entkommen kann, darf nicht freigesetzt werden.

Im Rahmen von Rages hat das Institut Testbiotech zusammen mit weiteren Wissenschaftlern die Risikoabschätzung für gentechnisch veränderte Pflanzen durch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA unter die Lupe genommen. Parallel dazu trugen die Wissenschaftler systematisch die Studien zusammen, die sich mit den ungewollten Nachkommen gentechnisch veränderter Pflanzen in freier Wildbahn beschäftigten. Dabei zeigte sich, dass bei diesen Nachkommen auch unerwartete Effekte auftraten, die bei den ursprünglichen Gentech-Pflanzen nicht beobachtet worden waren. Beschrieben wurden unter anderem eine größere Anzahl von Samen oder Pollen, erhöhte Stressresistenz und andere biologische Veränderungen. Als Ursachen dieser Effekte wurden Umwelteinflüsse oder Interaktionen im Erbgut der Nachkommen benannt. Mögliche Risiken seien eine verstärkte Ausbreitung der neuen Pflanzen, die zur Destabilisierung von Ökosystemen führen könnte, heißt es in einem Aufsatz, den die Rages-Wissenschaftler in der Fachtzeitschrift Environmental Sciences Europe veröffentlicht haben. [+] mehr...