Auberginen (Foto: cinemaven / stock.xchng)
Auberginen (Foto: cinemaven / stock.xchng)

Indien: illegal gepflanzte Gentech-Auberginen vernichtet

14.06.2019

Umweltaktivisten haben im indischen Bundesstaat Haryana ein Feld mit gentechnisch veränderten (gv) Auberginen entdeckt. Nach Medienberichten ließen die Behörden die illegalen Pflanzen vernichten und ermitteln gegen den Landwirt. Er hatte bereits 2018 solche Auberginen angebaut.

Auf einen Tipp hin hätten Aktivisten der Koalition für ein gentechnikfreies Indien (GM Free India) im April Proben von einem Auberginenfeld in Haryana genommen und von einem privaten Labor untersuchen lassen, berichtete die Times of India. Die Analyse bestätigte, dass es sich um Bt-Auberginen handelte, die mit Hilfe des Erbguts eines Bodenbakteriums Giftstoffe gegen Schädlinge produzieren. Nachdem die Aktivisten Alarm geschlagen hatten, ließen staatliche Stellen die Auberginen ebenfalls untersuchen und bestätigten das Ergebnis. Nun solle eine Kommission ermitteln, wie der Landwirt bereits zum zweiten Mal an das illegale Saatgut gekommen sei, schrieb die Times of India. Wie der Bauer der Zeitung The Hindu berichtete, habe sein Sohn die Auberginen-Setzlinge auf dem Markt von einem fliegenden Händler gekauft. Die indischen Behörden ließen die Gentech-Pflanzen unterdessen vernichten. [+] mehr...

bundesrat
Bundesratsgebäude in Berlin

Bundesrat will mehr Sicherheit für Gene drives als Klöckner

11.06.2019

UPDATE +++ Der Prototyp sind Malariamücken: Tiere, die gentechnisch so verändert wurden, dass die Art sich selbst ausrottet. Für Laborversuche mit solchen sogenannten Gene-drive-Organismen (GDO) hat der Bundesrat vergangenen Freitag schärfere Sicherheitsvorkehrungen verlangt, als es die Agrarministerin in ihrem Gesetzentwurf vorgesehen hatte.

„Auf Antrag des Landes Hessen hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit eine besondere Sorgfalt und ein hohes Sicherheitsniveau bei der Arbeit mit Gene Drive-Organismen im Labor gefordert“, teilte Hessens Umweltstaatssekretärin Beatrix Tappeser mit. Demnach sollen solche Versuche künftig grundsätzlich in die dritte von vier Sicherheitsstufen eingeordnet werden. Die Novelle der Bundesregierung zur Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) sieht dagegen vor, dass solche Laborarbeiten grundsätzlich in Sicherheitsstufe 2 einzugruppieren sind. Was auch im Ländervorschlag unverändert bleibt: Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) kann nach Einzelfallabwägung solche Versuche auch in andere Sicherheitsstufen einordnen, etwa nur in Stufe 1. Die geht davon aus, dass das Risiko für Umwelt und menschliche Gesundheit zu vernachlässigen ist und erfordert keine speziellen Sicherheitsauflagen. [+] mehr...

Labor Genomsquenzierung
Genomsequenzierung (Foto: Lawrence Berkeley Nat'l Lab - Roy Kaltschmidt, DNA sample picotiter plate preparation, http://bit.ly/24QkbyR, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0, flickr)

Behördenstudie: fallspezifische Risikobewertung bei neuer Gentechnik

03.06.2019

Die Herstellung von Pflanzen mithilfe neuer gentechnischer Verfahren kann immer mit unbeabsichtigten Nebeneffekten verbunden sein. Deshalb muss es Teil der Risikobewertung sein, umfassend nach solchen Änderungen zu suchen. Zu diesem Ergebnis kamen Mitarbeiter des österreichischen Umweltbundesamtes und des deutschen Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in einem Forschungsprojekt.

In einem Artikel über ihre Forschungen beschreiben die Wissenschaftler die Vielzahl an Verfahren, die unter den Begriff „Neue Gentechnik“ fallen sowie deren schnelle Entwicklung. Betrachtet werden auch die unterschiedlichen Anwendungen: Herbizidresistenzen, Resistenzen gegen Krankheiten, Toleranz gegen äußere Bedingungen wie Dürre sowie eine geänderte Zusammensetzung von Inhaltsstoffen. Angesichts der Vielzahl von Verfahren und Eigenschaften plädieren die Autoren für eine fallspezifische Risikobewertung der jeweiligen Produkte und skizzieren dafür einen Rahmen. [+] mehr...

Soja
Weitere Monsanto-Soja vor der EU-Zulassung (Foto: Franz Haindl, pixelio.de)

Verbände warnen vor Zulassungswelle bei Gentech-Pflanzen

28.05.2019

Mehr als 40 Verbände haben den europäischen Gesundheitskommissar gebeten, bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober keine weiteren gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Europa mehr zu genehmigen. 12 GVO, darunter Mais, Baumwolle und Sojabohnen, stehen demnach aktuell kurz vor der Zulassung. Laut einer Tabelle der Grünen hat die EU-Kommission in ihrer Amtszeit bereits den Import von 24 GVO erlaubt - gegen das ausdrückliche Votum des EU-Parlaments.

Insgesamt dürfen nach Angaben der Organisation Testbiotech derzeit fast 70 Gentechnik-Pflanzen nach Europa importiert und in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. Mehr als 40 Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft, Umweltschutz, Lobby-Kontrolle, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft befürchten nun, dass „die alte EU-Kommission noch unbemerkt unangenehme Themen abräumt“, wie es Benny Haerlin von Save Our Seeds formuliert. „Während sich das politische Brüssel nach der Wahl neu sortiert, darf die Verwaltung bei der Gentechnikzulassung nicht vollendete Tatsachen schaffen“, mahnt Haerlin, der vor vielen Jahren grüner Abgeordneter im Europäischen Parlament war. [+] mehr...

Europaflagge, Foto: Greg Montani (Pixabay)
Europaflagge, Foto: Greg Montani (Pixabay)

Europawahl: Parteien antworten auf Fragen zur Gentechnik

24.05.2019

An diesem Sonntag, dem 26. Mai, können Sie das nächste Europäische Parlament wählen. Dabei entscheiden Sie mit darüber, ob gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen und Tiere künftig auf deutschen Äckern und Tellern landen werden. Weil die Wahlprogramme zum Thema Gentechnik teils etwas dünn sind, haben zehn Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft einige Parteien direkt angeschrieben.

Am weitesten unter den Parteien geht die Linke: Sie lehnt Agrogentechnik grundsätzlich ab. Daher fordert sie von der Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, die Agro-Gentechnik in der Europäischen Union (EU) komplett zu verbieten. Zwischen Zulassungen zum Anbau und Handel zu unterscheiden, macht für die Linke keinen Sinn, da Risiken und Verunreinigungen überall drohen. Das so genannte „opt-out“, durch das in der EU zugelassene GVO in einzelnen Mitgliedsstaaten verboten werden können, hält sie für „ein unmoralisches Angebot“. [+] mehr...