Herbizid Glyphosat Herbizide Acker
Herbizide werden versprüht (Foto: Courtesy of Syngenta)

Glyphosat: keine Mehrheit für Einsatz ab 2018

25.10.2017

UPDATE +++ Da sich nicht die nötige Mehrheit für einen weiteren Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat abzeichnete, vertagten die EU-Mitgliedsländer heute in Brüssel ihre Abstimmung dazu auf den 9. November. Das Europäische Parlament hatte sich gestern dafür ausgesprochen, Glyphosat ab 2022 endgültig zu verbieten. Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag, das Herbizid für zehn Jahre zu erlauben, jetzt ebenfalls auf fünf Jahre verkürzt.

Denn auch eine Zulassung für sieben Jahre fand bei einem Meinungsbild im zuständigen Brüsseler Ausschuss keine qualifizierte Mehrheit. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, waren nur 13 EU-Mitgliedsländer dafür, sieben waren dagegen. Acht hätten sich bei einer Abstimmung enthalten, einige davon weil sie von ihren Regierungen noch nicht autorisiert waren, sich zu dem erst am Tag vor der Sitzung geäußerten Vorschlag zu positionieren. [+] mehr...

EU Parlament Abstimmung
Foto: © European Union 2014 - European Parliament (http://bit.ly/280xukQ, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

EU-Abgeordnete: Glyphosat ab 2020 verbieten

19.10.2017

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (EP) fordert, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ab Ende 2020 endgültig zu verbieten. Das Bundesagrarministerium sondiert aktuell bei den KollegInnen vom Umweltressort, ob man sich auf eine vorübergehende Verlängerung der Zulassung für zwei bis drei Jahre verständigen kann, bestätigte eine Sprecherin des Umweltministeriums dem Infodienst auf Anfrage. Kommenden Mittwoch sollen die EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel darüber abstimmen, ob und wie lange Glyphosat weiter versprüht werden darf.

Bislang fehlte in der EU eine qualifizierte Mehrheit zu dieser Frage, unter anderem weil Deutschland sich enthalten hatte. Wie eine Sprecherin betonte, bleibe es bei der Position von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dass ein Kompromiss nur unter strengen artenschutzrechtlichen Auflagen denkbar sei. Diese seien bisher nicht angeboten worden. Es sieht derzeit also nicht danach aus, dass Deutschland kommende Woche für einen weiteren Einsatz von Glyphosat stimmen wird. Denn auch die Grünen, mit denen die CDU aktuell Koalitionsverhandlungen führt, wollen Glyphosat verbieten. [+] mehr...

DNA Genom
DNA-Modell der Ausstellung 'Genome: The Secret of How Life Works' im Jahr 2012 (Foto: George Bush Presidential Library and Museum / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Wissenschaftler: neue gentechnische Verfahren streng regulieren

18.10.2017

Neue gentechnische Verfahren sollten strikt nach Gentechnikrecht beurteilt und zugelassen werden, meint die Wissenschaftlervereinigung ENSSER (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility). Die 60 Unterzeichner der Erklärung betonten, dass diese Techniken unbeabsichtigte, unvorhersehbare und potentiell negative Konsequenzen mit sich bringen können. Eine gründliche und wissenschaftlich unabhängige Risikoprüfung sei deshalb unerlässlich.

ENSSER veröffentlichte die Stellungnahme parallel zu einer Konferenz der Europäischen Union zu diesem Thema. „Es geht nicht darum, diese Techniken zu verbieten“, erklärte ENSSER-Vorstandsmitglied Ricarda Steinbrecher auf dieser Tagung. „Wir brauchen jedoch eine Regulierung und Risikobewertung, da diese Techniken noch sehr neu und nicht ausreichend erforscht sind.“ Die Behauptung der Befürworter, die neuen Techniken seien präzise und würden nur die beabsichtigten und erwünschten Effekte hervorrufen, sei ungerechtfertigt, heißt es in der ENSSER-Erklärung. Veröffentlichte Studien zeigten, dass es regelmäßig zu unerwarteten und unerwünschten Nebenwirkungen käme. Der Vorschlag, die neuen Verfahren aus dem Gentechnikrecht herauszunehmen, würde das EU-Zulassungsverfahren zerstören, das auf dem Vorsorgeprinzip beruht, warnte ENSSER. [+] mehr...

Syngenta
Syngenta ist einer der größten Saatgut- und Pestizidhersteller der Welt (Foto: Courtesy of Syngenta)

Verunreinigter Mais kostet Syngenta 1,2 Milliarden Euro

16.10.2017

Der Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta hat sich mit klagenden US-Landwirten auf einen Vergleich geeinigt und soll dafür nach Medienberichten gut 1,2 Milliarden Euro zahlen. Der Streit mit Schätzungen zufolge bis zu 400.000 US-Bauern schwelt seit 2013. Damals hatten chinesische Behörden 1,45 Millionen Tonnen US-Mais zurückgewiesen, weil er mit dem in China noch nicht zugelassenen Gentech-Mais Viptera von Syngenta verunreinigt war.

In einem ersten Prozess verurteilte ein Gericht in Kansas Syngenta diesen Sommer dazu, 7.300 klagenden Landwirten 195 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen. Die Landwirte warfen Syngenta vor, sie über die Verhandlungssituation mit China getäuscht zu haben. Syngenta habe den GV-Mais 2011 mit der Ankündigung auf den US-Markt gebracht, eine Importgenehmigung durch China stehe unmittelbar bevor. China habe den Import jedoch erst drei Jahre später erlaubt. Dadurch sei ihnen China als Wachstumsmarkt weggebrochen, klagten die Landwirte. Gleichzeitig seien die Maispreise deutlich gesunken, was sie ebenfalls Syngenta anlasteten. [+] mehr...

Herbizide Glyphosat Pestizide allgemein
Herbizide (Foto: Chafer Machinery / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Glyphosat: EU-Abgeordnete fordern Untersuchungsausschuss

12.10.2017

UPDATE +++ Erkranken Menschen durch den Unkrautvernichter Glyphosat nun häufiger an Krebs oder nicht? Um klarer zu sehen, hatte das Europäische Parlament (EP) gestern Experten zu einer Anhörung unter dem Titel „Die Monsanto Papiere und Glyphosat“ nach Brüssel eingeladen. Dabei blieben offenbar so viele Fragen unbeantwortet, dass sozialistische und grüne Abgeordnete einen Untersuchungsausschuss zum Thema einsetzen wollen. Auch die österreichische Umweltorganisation „Global 2000“ hält das für dringender denn je.

Die Anhörung habe gezeigt, „dass wir zu Recht seit längerem daran zweifeln, dass bei der Unbedenklichkeitsprüfung für Glyphosat alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, so der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling. Damit der Einfluss des Herstellers Monsanto auf die positive Klassifizierung des Wirkstoffs Glyphosat genauer untersucht werden kann, unterstützen die Grünen im EP die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. [+] mehr...