Französische Nationalversammlung, Foto: Coucouoeuf [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hemicycle_assemblee_nationale.JPG
Französische Nationalversammlung, Foto: Coucouoeuf [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hemicycle_assemblee_nationale.JPG

Frankreich: Parlament will Gentechnik in tierischen Lebensmitteln kennzeichnen

12.06.2018

Die französische Nationalversammlung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der vorsieht, dass tierische Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen, wenn die Tiere zuvor mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) gefüttert wurden. Gleichzeitig lehnten die Abgeordneten das von der Regierung geplante Glyphosatverbot ab 2021 ab.

Milch, Eier, Fleisch und andere Produkte von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter erhielten, sollen künftig den Aufdruck „nourri aux OGM“, also „gefüttert mit GVO“ tragen. So haben es die Abgeordneten der Nationalversammlung beschlossen, zusammen mit zahlreichen anderen Kennzeichnungsvorgaben, etwa zur Haltungsform von Tieren oder der Anzahl der Pestizidbehandlungen bei Obst und Gemüse. Der französische Umweltdachverband France Nature Environnment hatte im Vorfeld der Abstimmung für diese Kennzeichnungen geworben und dafür gesorgt, dass die Abgeordneten über 70.000 Unterstützer-Mails erhielten. [+] mehr...


                                Ohne Gentechnik Siegel
Ohne Gentechnik Siegel

Lebensmittel ohne Gentechnik boomen in Deutschland

08.06.2018

Die Lebensmittelhersteller werden 2018 für sieben Milliarden Euro Produkte mit ‚Ohne GenTechnik’-Siegel an den Lebensmittelhandel verkaufen. Gegenüber den Umsätzen in 2017 bedeute das eine Steigerung von 27 Prozent, meldete der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).

Nach Angaben des VLOG setzten die Lebensmittelverarbeiter 2017 mit Lebensmitteln mit ’Ohne GenTechnik‚-Siegel 5,44 Milliarden Euro um. Dabei spielten Milch und Milchprodukte mit 3,06 Milliarden Euro die bedeutendste Rolle. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI geht davon aus, dass inzwischen knapp die Hälfte der in Deutschland erzeugten Milch gentechnikfrei ist. Mit Geflügelfleischprodukten wurden laut VLOG 1,36 Milliarden und mit Eiern 772 Millionen Umsatz erzielt. Den Rest teilten sich Rind- und Schweinefleisch sowie andere ausgelobte Sortimente. Die Umsatzangaben für 2017 beruhen auf Auskünften der Lizenznehmer des ’Ohne GenTechnik‚-Siegel. Die sieben Milliarden Euro Umsatz für 2018 stellen eine Prognose der Unternehmen dar. Alle Zahlen beziehen sich auf die Umsätze der Hersteller mit dem Handel. Die Ausgaben der Endverbraucher für Lebensmittel mit ‚Ohne Gentechnik’-Siegel dürften etwa 20 Prozent höher sein, schätzt der VLOG. Das wären rund 6,5 Milliarden Euro für 2017 und prognostizierte 8,4 Milliarden Euro für 2018. „Die fulminante Entwicklung des ‚Ohne GenTechnik‘-Siegel ist Zeichen des großen Vertrauens der Verbraucher und des Lebensmitteleinzelhandels in das Qualitätssiegel“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. [+] mehr...


                                Baysanto-Protest
Nicht nur Bauern stellen sich gegen die Monsanto-Übernahme durch Bayer. Unterstützung bekommen sie nun auch von den TeilnehmerInnen des deutschen Kirchentags.

Mit Monsanto kauft Bayer auch den Ärger

04.06.2018

Es hätte kaum knapper sein können: Diesen Donnerstag, sieben Tag vor Fristende, wird der Chemiekonzern Bayer für 63 Milliarden US-Dollar die Aktien des amerikanischen Saatgutherstellers Monsanto aufkaufen. In etwa zwei Monaten, wenn die Auflagen der Kartellbehörden erfüllt sind, könne man mit der Integration des US-Unternehmens beginnen, teilte Bayer heute mit. Der Name Monsanto wird nicht übernommen.

Zwei Jahre hatte Bayer gebraucht, die weltweit 30 erforderlichen Genehmigungen der Kartellbehörden für die größte deutsche Firmenübernahme einzuholen. Die letzten Freigaben kamen in den vergangenen Tagen. Hätten sie bis 14. Juni nicht vollständig vorgelegen, hätte Monsanto vom Vertrag zurücktreten können – mit massiven finanziellen Folgen für Bayer. [+] mehr...


                                Baumwolle
Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt ist gentechnisch verändert. Foto: Simone Knorr

Pakistan: Konventionelle Baumwolle ist flächendeckend gentechnisch verunreinigt

04.06.2018

Die gentechnikfreien Baumwollsorten in Pakistan sind durch Bt-Baumwolle gentechnisch verunreinigt. Das meldete die pakistanische Zeitung The News und sieht darin eine Ursache für die zunehmenden Resistenzen bei Schädlingen.

Seit 2010 darf in Pakistan gentechnisch veränderte Baumwolle kommerziell angebaut werden, die Bt-Toxine zur Abwehr von Schädlingen produziert. Nach Angaben der industrienahen Organisation ISAAA wächst inzwischen auf 97 Prozent der pakistanischen Anbaufläche Bt-Baumwolle. Sie hat inzwischen auch die gentechnikfreien pakistanischen Baumwollsorten kontaminiert, wie jetzt das Pakistan Central Cotton Committee einräumte. Alle 15 großflächig angebauten gentechnikfreien Sorten, die von privaten Züchtern oder staatlichen Organisationen entwickelt worden seien, hätten sich als verunreinigt erwiesen, berichtete The News von einem Treffen der Behörde. Selbst die von den staatlichen Forschungsinstituten entwickelten Hochleistungssorten CIM-620 and CRIS-129 könnten nicht mehr als gentechnkifrei angesehen werden, heißt es im Text. Als Ursache nennen die von der Zeitung befragten Wissenschaftler die Übertragung des Bt-Erbguts durch Pollenflug und anschließende Befruchtung – und warnen vor einer großen Gefahr: [+] mehr...


                                Mnst
Bayer-Monsanto (Foto: Friends of the Earth Europe, bit.ly/3CC-BY-NC-SA20, bit.ly/foee8)

Baysanto: 60 Tage Einspruchsfrist gegen US-Genehmigung

30.05.2018

Das Justizministerium der USA hat Klage gegen die Übernahme des Saatgutgiganten Monsanto durch den Chemiekonzern Bayer eingereicht. Zugleich legte es dem Gericht einen mit Bayer ausgehandelten Vergleich vor. 60 Tage lang können bei der US-Justizbehörde jetzt noch Einwände gegen die Fusion geltend gemacht werden, bevor ein US-Gericht entscheidet, ob der 62,5 Millionen-Dollar-Deal im öffentlichen Interesse liegt.

Wie berichtet ist Bayer bereit, Geschäftsbereiche im Wert von 7,6 Milliarden Euro zu verkaufen – von Gemüsesaatgut- bis IT-Geschäft. Wie die Kartellwächter des US-Justizministeriums am Dienstag mitteilten, beseitigten die geplanten Veräußerungen Bayers an den Konkurrenten BASF auch in den USA sämtliche wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Die Verkäufe seien das größte Paket, das bei einer Übernahme in den USA bislang gefordert wurde, hieß es in der Presseinformation. Das jetzt eingeleitete Gerichtsverfahren soll laut Medienberichten eher formalen Charakter haben. [+] mehr...