Auswirkungen von Glyphosat
13,4 Millionen Menschen sind in Argentinien unmittelbar von den Folgen des Glyphosat-Einsatzes betroffen-+-Bild: Pablo E. Piovano

Neue Studie: Glyphosat geht an die Nieren

05.09.2019

Die Herbizide Glyphosat und Paraquat können bei Landarbeitern dauerhaft die Nieren schädigen. Das zeigt eine internationale Studie, auf die das entwicklungspolitische Inkota-Netzwerk hinweist. Das Netzwerk fordert deshalb, Glyphosat auch in den Ländern des Südens zu verbieten.

Landarbeiter auf zentralamerikanischen Zuckerrohrfeldern leiden auffällig oft an chronischer Niereninsuffizienz, einer Krankheit, die bei mangelnder medizinischer Versorgung zu einem tödlichen Nierenversagen führt. „Neue wissenschaftliche Untersuchungen eines internationalen Forschungsteams aus El Salvador, Belgien, Kuba und Sri Lanka belegen nun, dass die eingesetzten Herbizide Paraquat und Glyphosat maßgeblich für die Erkrankungen verantwortlich sind“, schreibt Inkota. Die Wirkstoffe würden zu krankhaften Veränderungen im Zellstoffwechsel führen, so dass die Schadstoffe von den Nieren nicht mehr ausgeschieden werden könnten. Die Studie sei von dem belgischen Nierenheilkundler und Toxikologen Marc De Broe im Juni dieses Jahres beim Jahreskongress der Europäischen Nierengesellschaft (European Renal Association) vorgestellt worden und soll voraussichtlich im September veröffentlicht werden. [+] mehr...

Soja Schrot Export Import Brasilien
Brasilianisches Soja für Tierfutter; Foto: Roosewelt Pinheiro/Abr [http://bit.ly/1UNaYle, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en], via Wikimedia Commons

Der weltweite Anbau von Gentech-Pflanzen wächst kaum noch

03.09.2019

2018 wurden auf 191,7 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Damit wuchs die Fläche um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte der Internationale Service für die Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft (ISAAA) mit.

ISAAA ist die einzige Organisation, die einen jährlichen weltweiten Überblick über den Stand der Agro-Gentechnik liefert. Sie wird von Gentechnik-Konzernen finanziert und propagiert den Anbau gentechnisch veränderter (gv) Pflanzen. Selbst ihre Zahlen zeigen, dass die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen kaum noch wächst und sich weiterhin auf wenige Pflanzen und Länder beschränkt: 99 Prozent der Anbaufläche entfallen auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps. Doch auch hier gibt es noch gentechnikfreie Alternativen. Bezogen auf die von der Welternährungsorganisation FAO veröffentlichten weltweiten Anbauflächen betrage der Gentech-Anteil bei Soja 78 Prozent, bei Baumwolle 76 Prozent, bei Mais 30 und bei Raps 29 Prozent, schreibt die ISAAA. [+] mehr...

DNA Genom
DNA-Modell der Ausstellung 'Genome: The Secret of How Life Works' im Jahr 2012 (Foto: George Bush Presidential Library and Museum / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Studie: Gentechnik-Pflanzen eher Zeitbombe als Chance

30.08.2019

Gentechnik-Pflanzen als Allheilmittel gegen Hunger und Dürre? Wenig geeignet und sehr riskant, sagt eine neue Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion im Europaparlament über neue gentechnische Methoden in der Landwirtschaft. Von einer „üblen Täuschung der Verbraucherinnen und Verbraucher“ spricht gar der Bund für Umwelt- und Naturschutz, BUND.

Der Milchbauer und Grünen-Abgeordnete Martin Häusling ist Co-Autor und Herausgeber der im Juli veröffentlichten Studie „Zukunft oder Zeitbombe? Designerpflanzen als Allheilmittel sind nicht die Lösung!“. Sie besteht aus drei Teilen. Den Hauptteil, die kritische Darstellung der neuen Technologien der Gen-Manipulation, hat Heike Moldenhauer vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik beigesteuert. Die Anwältin Katrin Brockmann bespricht die Rechtslage in der Europäischen Union und in den USA für Produkte aus diesen neuen Technologien. Zum Abschluss beschreibt der Apfelzüchter und -forscher Hans-Joachim Bannier jahrzehntelange Fehlentwicklungen in der globalen Apfelzüchtung, die er auf das agrarindustrielle Denken und eine falsche Perspektive auf die Pflanzengenetik zurückführt. [+] mehr...

Soja Schrot Öl
Sojabohnen, -Schrot und -Öl. Hier auf dem Foto aus den USA, also zu 90% Gentechnik (Foto: United Soybean Board / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Baden-Württemberg: 25 Prozent Gentech-Soja in Lebensmittelproben

23.08.2019

Bei ihren jährlichen Prüfungen haben die Behörden in Baden-Württemberg 2018 in jedem vierten konventionellen Sojalebensmittel gentechnische Verunreinigungen gefunden. Da es sich um kleine Mengen zugelassener Gentech-Pflanzen unterhalb des Grenzwertes handelte, müssen die Produkte jedoch nicht gekennzeichnet oder vom Markt genommen werden, teilte das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz auf Anfrage des Infodiensts mit. Bioprodukte schnitten wie meist überdurchschnittlich gut ab.

Von 83 getesteten konventionellen Sojaprodukten enthielten 21 genmanipulierte Soja, in zwei Fällen deutlich mehr als 0,1 Prozent. Der Grenzwert, ab dem die gentechnisch veränderten Komponenten auf der Zutatenliste angegeben werden müssen, liegt allerdings erst bei 0,9 Prozent. [+] mehr...

Mais  Foto: CCO
Mais Foto: CCO

EU-Kommission lässt zehn Gentech-Pflanzen zu

20.08.2019

Die scheidende Europäische Kommission hat sieben neue Ackerpflanzen als Lebens- und Futtermittel genehmigt, die teils mehrfach gentechnisch verändert (gv) wurden, darunter allein fünf Maissorten. Bei zwei Gentech-Pflanzen verlängerte sie die Zulassung. Mehr als 40 Verbände hatten die Kommission Ende Mai aufgefordert, die GVO nicht vor dem Ende ihrer Amtszeit noch schnell durchzuwinken, sondern ihre Risiken sorgfältig zu prüfen.

Wie die EU-Kommission Ende Juli mitteilte, dürfen neben dem Mais eine neue Sojalinie und eine gv-Baumwolle für zehn Jahre als Lebens- oder Futtermittel in die Europäische Union (EU) importiert werden. Sie alle sind gegen Herbizide resistent oder produzieren Insektengifte. Das gleiche gilt für einen Ölraps und eine Maislinie, deren Zulassung verlängert wurde. Die zehnte im Bunde ist eine gentechnisch veränderte Nelke, die als Schnittblume auf den Markt kommen soll. Der Anbau all dieser Pflanzen ist in der EU verboten. [+] mehr...