Aktion des Naturschutzbund Deutschland zu den GroKo-Verhandlungen. Foto: NABU/Volker Gehrmann
Aktion des Naturschutzbund Deutschland zu den GroKo-Verhandlungen. Foto: NABU/Volker Gehrmann

Große Koalition für Vorsicht bei CRISPR-Cas

07.02.2018

UPDATE +++ Eine mögliche große Koalition will den Gentechnik-Anbau bundesweit einheitlich verbieten. Das steht im Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und SPD heute beschlossen haben. Die „neuen molekularbiologischen Züchtungstechnologien“ wie CRISPR-Cas sollen so geregelt werden, dass das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit der Verbraucher gewährleistet werden. Ob die SPD tatsächlich in die Koalition eintritt, werden bis 2. März ihre Mitglieder entscheiden. Bei der CDU wird sich am 26. Februar ein Parteitag mit der Frage befassen.

„Wir halten an der Saatgutreinheit fest“, heißt es im Koalitionsvertrag weiter. Gemeint ist, dass das Saatgut, das in Deutschland ausgebracht wird, frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sein soll. Und: „Patente auf Pflanzen und Tiere lehnen wir ab. Ebenso das Klonen von Tieren zur Lebensmittelerzeugung.“ [+] mehr...

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (Foto: European Union, Jennifer Jacquemart)
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (Foto: European Union, Jennifer Jacquemart)

Baysanto: Erst die Hälfte der Behörden hat zugestimmt

05.02.2018

Die Bayer AG hat der Europäischen Kommission vergangenen Freitag „umfangreiche Zusagen“ unterbreitet, damit sie dem Erwerb des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto zustimmt. „Wir sind zuversichtlich, damit die Bedenken der Europäischen Kommission vollständig ausräumen zu können“, schrieb ein Bayer-Sprecher dem Infodienst Gentechnik. Die Kommission hat ihre Entscheidung, ob sie die Übernahme wettbewerbsrechtlich genehmigt, unterdessen auf 5. April verschoben.

Anfang Januar hatte die New York Post berichtet, der Pharma- und Chemiekonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen habe begonnen, US-amerikanische Unternehmensteile zu veräußern. So werde ein Hersteller von Saatgut für Gemüse sowie ein Agrar-Softwarespezialist zum Kauf angeboten. Schon im Oktober 2017 hatte Bayer mit BASF vereinbart, große Teile des Geschäfts mit Feldfrucht-Saatgut wie Raps, Soja und Baumwolle an den Konkurrenten abzugeben. [+] mehr...

Feld
Die GAP muss Biodiversität fördern (Foto: CC0, KRiemer)

Naturschutzamt: schnelles Aus für Glyphosat in Deutschland

31.01.2018

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat sich in die politische Diskussion um glyphosathaltige Spritzmittel eingeschaltet und empfiehlt, ihre Anwendung in Deutschland so schnell wie möglich zu beenden. Wenn Behörden über die Zulassung von Pflanzengiften entschieden, müssten sie auch die negativen Wirkungen auf die biologische Vielfalt berücksichtigen, heißt es in einem Positionspapier. Auch im Gentechnikrecht sollten die zur Gentech-Pflanze passenden Pestizide stets mitgeprüft werden.

Zu den „Mindestanforderungen“ des nationalen Naturschutzes zähle auch, die Kombinationswirkung verschiedener Wirk- und Zusatzstoffe in den Spritzmitteln zu prüfen, so das BfN. Bis zu ihrem endgültigen Verbot sollte der Einsatz glyphosathaltiger Pflanzengifte maximal beschränkt und Auflagen erteilt werden. So sollten Betriebe nur Glyphosat versprühen dürfen, wenn sie zugleich eine ökologische Ausgleichsfläche ohne Herbizideinsatz bereitstellten, fordert die Behörde. In Natur- und Wasserschutzgebieten müsse der Einsatz des Totalherbizids schnellstmöglich verboten werden. Außerdem regt das BfN eine Abgabe auf Spritzmittel an. [+] mehr...

RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Studie weist Schwermetalle in glyphosathaltigen Pestiziden nach

26.01.2018

Der französische Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini hat in elf glyphosathaltigen Pestiziden Schwermetalle wie Arsen, Kobalt, Nickel und Blei nachgewiesen. Außerdem zeigte seine Studie, die jüngst in der Zeitschrift „Toxicology Reports“ veröffentlicht wurde, dass Glyphosat erst in der Mischung mit Zusatzstoffen seine giftige Wirkung entfalten kann.

Für die Studie verglichen Séralini und sein Team reines Glyphosat, drei verschiedene glyphosathaltige Pestizide sowie einen wichtigen Zusatzstoff. Diese Polyoxyethylenamine (POEA) sorgen in den Pestiziden dafür, dass der Wirkstoff Glyphosat ins Innere der Blätter eindringen kann. [+] mehr...

Soja
Megafusionen im Agrarsektor befördern die industrielle Landwirtschaft (Foto: CC0)

EU-Kommission erlaubt die Einfuhr dreifach resistenter Sojabohnen

22.01.2018

Die EU-Kommission hat sechs gentechnisch veränderten Pflanzen die Zulassung für den Import als Lebens- und Futtermittel erteilt. Darunter finden sich auch zwei umstrittene dreifach herbizidresistente Soja-Linien, die nach Meinung von Kritikern nur unzureichend auf Gesundheitsgefahren untersucht wurden.

Dabei handelt es sich um Sojabohnen der Konzerne Bayer und DowDuPont. Die Bayer-Soja mit der Bezeichnung FG72 × A5547-127 ist nicht nur gegen Glyphosat, sondern auch gegen die Spritzmittel Glufosinat und Isoxaflutol resistent. Die Sorte DAS-44406-6 von DowDuPont übersteht Duschen mit Glyphosat, Glufosinat und 2-4-D. All diese Herbide sind gefährlich für Mensch und Umwelt. Der von Bayer entwickelte Wirkstoff Glufosinat ist giftig und kann menschliche Embryonen schädigen. Deshalb läuft seine Zulassung in der EU im Juli 2018 endgültig aus. Doch in andere Länder verkauft Bayer das Gift weiterhin. Beim Bayer-Herbizid Isoxaflutol hegt selbst die europäische Lebensmittelbehörde EFSA den Verdacht einer krebserregenden Wirkung. 2,4-D soll Geburtsschäden und Erbgutveränderungen verursachen sowie hormonell wirksam sein. 2015 haben es die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. [+] mehr...