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Bayer-Monsanto (Foto: Friends of the Earth Europe, bit.ly/3CC-BY-NC-SA20, bit.ly/foee8)

Bundestagsanhörung: Bei Firmenfusionen Biodiversität prüfen?

01.07.2018

Aspekte wie Biodiversität, Ernährungssouveränität und Gesundheitsschutz sollen im Rahmen von Fusionskontrollverfahren berücksichtigt werden. Das fordert die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen in einem Antrag. In einer öffentlichen Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages äußerten sich Experten unterschiedlich.

„Marktkonzentration im Agrarmarkt“ lautete das Thema der Anhörung vergangene Woche. Im Mittelpunkt standen dabei die von den Wettbewerbshütern genehmigten großen Fusionen in der Agrochemie und –gentechnik (Bayer/Monsanto, Syngenta /Chem China, Dow/Dupont). Die Frage war: Reicht es aus, solche Megafusionen nur unter dem Blickwinkel des Wettbewerbsrechts zu betrachten? [+] mehr...


                                Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege Foto: The Mexican-American Commission for the Eradication of the Screwworm, https://bit.ly/2ueFxg4,  Lizenz: US Copyright Office, Public Domain
Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege-+-Foto: The Mexican-American Commission for the Eradication of the Screwworm, https://bit.ly/2ueFxg4, -+-Lizenz: US Copyright Office, Public Domain

Gene Drive: US-Forscher haben das nächste Insekt im Visier

27.06.2018

Wissenschaftler der Universität von North Carolina haben eine Fliegenart mit Hilfe von Genome Editing so verändert, dass nur die männlichen Nachkommen überleben. Nun soll sich diese Eigenschaft mittels Gene Drive noch schneller in freier Wildbahn durchsetzen.

Das Ziel der Forscher ist es, die Neuwelt-Schraubenwurmfliege auszurotten, ein gefürchteter Tierparasit. Die Schmeißfliegenart legt ihre Eier in Wunden und Schleimhäute, die daraus schlüpfenden Larven fressen sich ins Fleisch der Tiere. Die Wissenschaftler der Universität von North Carolina haben Schraubenwurmfliegen entwickelt, die quasi auf Kommando nur noch männliche Nachkommen zeugen. Die Tiere vermehren sich in Zuchtanlagen normal, solange sie mit der Nahrung auch das Antibiotikum Tetrazyklin erhalten. Wird das Antibiotikum abgesetzt, zeugen die Tiere nur noch Männchen, die Weibchen sterben im Larvenstadium. Werden diese Männchen freigesetzt, zeugen sie selbst nur männliche Nachkommen und vererben diese Eigenschaft auch dominant an ihren Nachwuchs. [+] mehr...


                                Weizen
Foto: Alexander Schimmeck / flickr, -+-Weizen - Wheat, http://bit.ly/2acvv7R, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0

Monsanto-Gentechnik in kanadischem Weizen aufgetaucht

26.06.2018

Am Rande einer Landstraße in der kanadischen Provinz Alberta fanden die Behörden herbizidresistenten Weizen. Das darin festgestellte Erbgut hatte der Konzern Monsanto im Jahr 2000 in Feldversuchen in Kanada getestet. Wieso es plötzlich auftauchte, wissen die Behörden nicht.

Die kanadische Lebensmittelbehörde CFIA beschreibt den Fall so: Im Sommer 2017 besprühte eine private Firma in der Provinz Alberta die Seitenstreifen einer Landstraße zur Unkrautbekämpfung. Sie informierte die Provinzbehörde, dass Weizenpflanzen am Straßenrand die Roundup-Dusche überstanden hätten. Die Behörde nahm Proben, stellte fest, dass der Weizen herbizidresistent war, und informierte im Januar 2018 die CFIA. Diese bestätigte den Fund und fand heraus, dass die Resistenz von einem gentechnisch veränderten (gv-) Monsanto-Weizen (MON 71200) stammte, den der Konzern um die Jahrtausendwende in etwa 300 Kilometer Entfernung von Fundort der Pflanzen versuchsweise angebaut hatte. Die CFIA nahm weitere Proben entlang der Straße und in anliegenden Feldern und wurde dabei noch viermal direkt an der Straße fündig. Gleichzeitig untersuchte die Behörde Proben der 2017er Ernte an kanadischem Weizen sowie Rückstellmuster früherer Weizenexporte und fand keine gentechnischen Verunreinigungen. Der resistente Weizen zählte auch nicht zu einer der 450 in Kanada registrierten Weizensorten. Obwohl weiterhin völlig unklar ist, wie die Resistenz in die Pflanze kam und diese an den Straßenrand, gab das CFIA Entwarnung: Es handle sich um einen lokalen Vorfall, kein gv-Weizen habe die Lebens- oder Futtermittelkette erreicht. Die Behörde will nun die Farm, auf deren Gelände die resistenten Pflanzen gefunden wurden, drei Jahre überwachen. [+] mehr...


                                Prof. Urs Niggli Foto: FiBL
Prof. Urs Niggli Foto: FiBL

Protest gegen Zitat: Bayer legt Agrarbroschüre neu auf

22.06.2018

Mit der Übernahme des Saatgut-Giganten Monsanto hat der Chemiekonzern Bayer eine Kommunikationskampagne gestartet, um gegen die Vorbehalte der Deutschen gegen Gentechnik und Glyphosat anzugehen. Doch kaum wurde die erste Broschüre unter die Journalisten gebracht, gab es Ärger: Der Direktor des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBl), Prof. Urs Niggli, wehrte sich gegen die Verwendung eines Zitats.

Die 40seitige Broschüre mit dem Titel „Landwirtschaft und Ernährung von morgen“ ist - neben einer neuen interaktiven Webseite – Teil der Kampagne unter dem Slogan „Hier sind die Fakten“. Bayer wolle damit zu einer Versachlichung der Agrardebatte beitragen, schreibt Pflanzenvorstand Liam Condon im Vorwort. Fragen wie „Ist Glyphosat wirklich gefährlich?“ oder „Ist CRISPR-Cas Gentechnik durch die Hintertür?“ wolle man mit Fakten beantworten. Die Antworten lauten, wenig verwunderlich: nein. [+] mehr...


                                RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)
RoundUp Monsanto (Foto: Mike Mozart, http://bit.ly/2yIfwuQ, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Krebs durch Glyphosat? Erster Juryprozess beginnt in den USA

19.06.2018

UPDATE +++ Die Ärzte hatten nicht erwartet, dass der krebskranke Dewayne Johnson diesen Tag noch erleben würde: Gestern begann in San Francisco der erste Juryprozess zur Frage, ob das von Monsanto entwickelte Herbizid Roundup das Leiden des 46-Jährigen verursacht hat. Es ist eines von zahlreichen Gerichtsverfahren, die der Chemiekonzern Bayer mit dem Kauf des Agrargiganten Monsanto übernommen hat.

Nach einem Bericht von Medical Daily pflegte Johnson von 2012 bis 2015 die Grünanlagen eines kalifornischen Schulzentrums und versprühte dort 20-30 Mal im Jahr das Herbizid Roundup. 2014 bekam der Familienvater Lymphdrüsenkrebs und sah die Ursache im glyphosathaltigen Herbizid. Er verklagte Monsanto und nach zweijährigen Ermittlungen startete der zuständige Richter am San Francisco County Superior Court nun den Juryprozess mit der Suche nach Geschworenen. Im US-Rechtssystem ist dies der letzte Schritt im Gerichtsverfahren, nachdem der Richter im Vorfeld die Positionen und Argumente beider Seiten zusammengestellt hat. Der Auftrag des Richters an die Geschworenen lautet, nicht nur zu prüfen, ob Johnsons Erkrankung durch Roundup verursacht wurde. Sie sollen auch den Vorwurf berücksichtigen, Monsanto habe Belege für die Risiken seines Herbizids verheimlicht. [+] mehr...