Moskito Mücke Insekten Malaria
Anopheles gambiae (Foto: James D. Gathany - The Public Health Image Library , ID#444, http://bit.ly/25WV6oo, public domain)

Gentech-Pilz produziert tödliches Spinnengift

24.06.2019

US-Forscher haben einen Pilz gentechnisch so verändert, dass er ein Spinnengift produziert und damit Malaria-Moskitos ausrottet. Doch das Gift ist auch für den Menschen tödlich.

Die australische Trichternetzspinne gehört zu den giftigsten Spinnen der Welt. Ihr Biss kann für einen Menschen tödlich sein - falls er nicht schnell genug das Gegenmittel gespritzt bekommt. Forscher der Universität von Maryland haben das Erbgut eines Pilz der Gattung Metarhizium pingshaense so verändert, dass er das Gift der Spinne produziert. Der Pilz befällt natürlicherweise Moskitos und tötet sie langsam. Durch die gentechnische Veränderung produziert er das Spinnengift, sobald er sich in der Blutbahn des Insekts befindet und tötet es damit sofort. Die US-Wissenschaftler erprobten die Wirkung in Burkina Faso in Westafrika zusammen mit heimischen Wissenschaftlern. Sie bauten dazu unter einem überdimensionalen moskitodichten Netz ein kleines Dorf nach, mit Moskitos, aber ohne Menschen. Sie imprägnierten Baumwolltücher, auf denen Moskitos gerne rasten, mit dem Gentech-Pilz. Nach 45 Tagen lebten von 1500 Moskitos und ihrem Nachwuchs noch 13 Tiere. [+] mehr...

Justiz Gericht Gesetz
Schild am Eingang eines Gerichts in Newcastle (Foto: smlp.co.uk / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

USA: Gentechnik-Zulassungen sollen noch einfacher werden

20.06.2019

US-Präsident Donald Trump hat die zuständigen US-Behörden angewiesen, die Zulassungsbedingungen für gentechnisch veränderte Organismen zu überarbeiten und deren Zulassung zu erleichtern. Verbraucherschützer kündigten ihren Widerstand an.

Trumps Weisung richtet sich an das Landwirtschaftsministerium, die Umweltbehörde EPA und die Lebensmittelbehörde FDA. Sie sollen innerhalb von 180 Tagen die Regelungen für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in ihrem Geschäftsbereich überarbeiten und GVO mit einem geringen Risikopotential von ungerechtfertigter Regulierung ausnehmen. Besonders berücksichtigt werden sollen dabei genomeditierte Pflanzen, die gesundheitliche, ökologische oder landwirtschaftliche Vorteile versprechen. Zudem soll die Verwaltung einen Aktionsplan entwerfen, um bei den Konsumenten Vertrauen und Akzeptanz von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu erhöhen. Sie sollen Werbematerial erstellen, das die Vorteile der Agro-Gentechnik hervorhebt und betont, dass die staatlichen Regelwerke die Sicherheit der Produkte garantieren. Der Präsident wies die Behörden auch an, eine Strategie zu entwerfen, um die Exporte US-amerikanischer GVO-Produkte zu unterstützen. Sie soll sowohl die Akzeptanz genom-editierter Lebensmittel bei den Handelspartnern erhöhen als auch „ungerechtfertigte Handelsbarrieren“ beseitigen. [+] mehr...

Lobbyismus Lobbyisten
Foto: spekulator / stock.xchng

Zweistellige Millionenbeträge für Glyphosat-PR in Europa

18.06.2019

Der Chemiekonzern Bayer hat nach eigenen Angaben alle Personen in Deutschland und Frankreich informiert, deren Daten 2016 im Auftrag von Monsanto im Rahmen einer Glyphosat-Kampagne von PR-Agenturen gesammelt worden waren. Nach einem Bericht der Tageszeitung taz waren das insgesamt 600 Funktionsträger aus Politik und Gesellschaft. Für die PR-Kampagne vor der Neuzulassung des Unkrautvernichters Glyphosat hatte Monsanto ab 2015 zweistellige Millionenbeträge ausgegeben.

Das sagte Bayers neuer Cheflobbyist Matthias Berninger in einem Interview mit Gabor Steingart. Anders als in Frankreich sollen nach aktuellem Informationsstand in Deutschland keine Journalisten und keine sensiblen privaten Daten aufgelistet worden sein. Die Briefe an die Betroffenen, die Auskunft über die gespeicherten Informationen geben, wurden von der von Bayer beauftragten Anwaltskanzlei Sidley Austin versandt. Der Konzern geht davon aus, dass auch die erfassten Personen in den anderen europäischen Ländern – Berninger sprach von acht - und diejenigen im Umfeld der EU-Institutionen in Kürze Bescheid bekommen. Bislang sind neben Deutschland und Frankreich Listen in Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich bekannt. Darauf fanden sich nach Medienberichten so prominente Politiker wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach oder die frühere französische Umweltministerin und Präsidentschaftskandidatin Segolène Royale. In Frankreich, wo auch Informationen zu politischen Ansichten wie die Haltung zu Glyphosat und private Daten gesammelt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft. [+] mehr...

Auberginen (Foto: cinemaven / stock.xchng)
Auberginen (Foto: cinemaven / stock.xchng)

Indien: illegal gepflanzte Gentech-Auberginen vernichtet

14.06.2019

Umweltaktivisten haben im indischen Bundesstaat Haryana ein Feld mit gentechnisch veränderten (gv) Auberginen entdeckt. Nach Medienberichten ließen die Behörden die illegalen Pflanzen vernichten und ermitteln gegen den Landwirt. Er hatte bereits 2018 solche Auberginen angebaut.

Auf einen Tipp hin hätten Aktivisten der Koalition für ein gentechnikfreies Indien (GM Free India) im April Proben von einem Auberginenfeld in Haryana genommen und von einem privaten Labor untersuchen lassen, berichtete die Times of India. Die Analyse bestätigte, dass es sich um Bt-Auberginen handelte, die mit Hilfe des Erbguts eines Bodenbakteriums Giftstoffe gegen Schädlinge produzieren. Nachdem die Aktivisten Alarm geschlagen hatten, ließen staatliche Stellen die Auberginen ebenfalls untersuchen und bestätigten das Ergebnis. Nun solle eine Kommission ermitteln, wie der Landwirt bereits zum zweiten Mal an das illegale Saatgut gekommen sei, schrieb die Times of India. Wie der Bauer der Zeitung The Hindu berichtete, habe sein Sohn die Auberginen-Setzlinge auf dem Markt von einem fliegenden Händler gekauft. Die indischen Behörden ließen die Gentech-Pflanzen unterdessen vernichten. [+] mehr...

bundesrat
Bundesratsgebäude in Berlin

Bundesrat will mehr Sicherheit für Gene drives als Klöckner

11.06.2019

UPDATE +++ Der Prototyp sind Malariamücken: Tiere, die gentechnisch so verändert wurden, dass die Art sich selbst ausrottet. Für Laborversuche mit solchen sogenannten Gene-drive-Organismen (GDO) hat der Bundesrat vergangenen Freitag schärfere Sicherheitsvorkehrungen verlangt, als es die Agrarministerin in ihrem Gesetzentwurf vorgesehen hatte.

„Auf Antrag des Landes Hessen hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit eine besondere Sorgfalt und ein hohes Sicherheitsniveau bei der Arbeit mit Gene Drive-Organismen im Labor gefordert“, teilte Hessens Umweltstaatssekretärin Beatrix Tappeser mit. Demnach sollen solche Versuche künftig grundsätzlich in die dritte von vier Sicherheitsstufen eingeordnet werden. Die Novelle der Bundesregierung zur Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) sieht dagegen vor, dass solche Laborarbeiten grundsätzlich in Sicherheitsstufe 2 einzugruppieren sind. Was auch im Ländervorschlag unverändert bleibt: Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) kann nach Einzelfallabwägung solche Versuche auch in andere Sicherheitsstufen einordnen, etwa nur in Stufe 1. Die geht davon aus, dass das Risiko für Umwelt und menschliche Gesundheit zu vernachlässigen ist und erfordert keine speziellen Sicherheitsauflagen. [+] mehr...