Labor Genomsquenzierung
Genomsequenzierung (Foto: Lawrence Berkeley Nat'l Lab - Roy Kaltschmidt, DNA sample picotiter plate preparation, http://bit.ly/24QkbyR, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0, flickr)

Behördenstudie: fallspezifische Risikobewertung bei neuer Gentechnik

03.06.2019

Die Herstellung von Pflanzen mithilfe neuer gentechnischer Verfahren kann immer mit unbeabsichtigten Nebeneffekten verbunden sein. Deshalb muss es Teil der Risikobewertung sein, umfassend nach solchen Änderungen zu suchen. Zu diesem Ergebnis kamen Mitarbeiter des österreichischen Umweltbundesamtes und des deutschen Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in einem Forschungsprojekt.

In einem Artikel über ihre Forschungen beschreiben die Wissenschaftler die Vielzahl an Verfahren, die unter den Begriff „Neue Gentechnik“ fallen sowie deren schnelle Entwicklung. Betrachtet werden auch die unterschiedlichen Anwendungen: Herbizidresistenzen, Resistenzen gegen Krankheiten, Toleranz gegen äußere Bedingungen wie Dürre sowie eine geänderte Zusammensetzung von Inhaltsstoffen. Angesichts der Vielzahl von Verfahren und Eigenschaften plädieren die Autoren für eine fallspezifische Risikobewertung der jeweiligen Produkte und skizzieren dafür einen Rahmen. [+] mehr...


                                Soja
Weitere Monsanto-Soja vor der EU-Zulassung (Foto: Franz Haindl, pixelio.de)

Verbände warnen vor Zulassungswelle bei Gentech-Pflanzen

28.05.2019

Mehr als 40 Verbände haben den europäischen Gesundheitskommissar gebeten, bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober keine weiteren gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Europa mehr zu genehmigen. 12 GVO, darunter Mais, Baumwolle und Sojabohnen, stehen demnach aktuell kurz vor der Zulassung. Laut einer Tabelle der Grünen hat die EU-Kommission in ihrer Amtszeit bereits den Import von 24 GVO erlaubt - gegen das ausdrückliche Votum des EU-Parlaments.

Insgesamt dürfen nach Angaben der Organisation Testbiotech derzeit fast 70 Gentechnik-Pflanzen nach Europa importiert und in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. Mehr als 40 Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft, Umweltschutz, Lobby-Kontrolle, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft befürchten nun, dass „die alte EU-Kommission noch unbemerkt unangenehme Themen abräumt“, wie es Benny Haerlin von Save Our Seeds formuliert. „Während sich das politische Brüssel nach der Wahl neu sortiert, darf die Verwaltung bei der Gentechnikzulassung nicht vollendete Tatsachen schaffen“, mahnt Haerlin, der vor vielen Jahren grüner Abgeordneter im Europäischen Parlament war. [+] mehr...


                                Europaflagge, Foto: Greg Montani (Pixabay)
Europaflagge, Foto: Greg Montani (Pixabay)

Europawahl: Parteien antworten auf Fragen zur Gentechnik

24.05.2019

An diesem Sonntag, dem 26. Mai, können Sie das nächste Europäische Parlament wählen. Dabei entscheiden Sie mit darüber, ob gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen und Tiere künftig auf deutschen Äckern und Tellern landen werden. Weil die Wahlprogramme zum Thema Gentechnik teils etwas dünn sind, haben zehn Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft einige Parteien direkt angeschrieben.

Am weitesten unter den Parteien geht die Linke: Sie lehnt Agrogentechnik grundsätzlich ab. Daher fordert sie von der Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, die Agro-Gentechnik in der Europäischen Union (EU) komplett zu verbieten. Zwischen Zulassungen zum Anbau und Handel zu unterscheiden, macht für die Linke keinen Sinn, da Risiken und Verunreinigungen überall drohen. Das so genannte „opt-out“, durch das in der EU zugelassene GVO in einzelnen Mitgliedsstaaten verboten werden können, hält sie für „ein unmoralisches Angebot“. [+] mehr...


                                Lobbyismus Lobbyisten
Foto: spekulator / stock.xchng

Monsanto erfasste Kritiker in sieben europäischen Ländern

21.05.2019

Eine PR-Agentur hat im Auftrag der Bayer-Tochter Monsanto in mindestens sieben europäischen Ländern Daten von kritischen Journalisten, Politikern und anderen Interessengruppen gesammelt, teilte der Chemiekonzern Bayer heute mit. Betroffen sind neben Deutschland und Frankreich Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und Großbritannien. Außerdem seien Mitarbeitende von EU-Institutionen erfasst worden.

Ob auch in weiteren europäischen Ländern solche Listen erstellt wurden, prüfe im Auftrag Bayers derzeit eine internationale Anwaltskanzlei, hieß es weiter. Sie werde auch ermitteln, wie viele Menschen die Agentur FleishmanHillard im Jahr 2016 erfasst hat. Diese Kanzlei werde die Betroffenen zeitnah kontaktieren und darüber informieren, welche Daten von ihnen gespeichert wurden, schreibt Bayer auf seiner Glyphosat-Webseite www.hier-sind-die-Fakten.de. Die Kanzlei werde spätestens Ende kommender Woche damit beginnen. Wie berichtet hatten französische Medien vergangene Woche enthüllt, dass FleishmanHillard dort 200 Medienschaffende und Politikerinnen erfasst hatte, darunter so hochrangige Persönlichkeiten wie die damalige französische Umweltministerin Ségolène Royale. Die Staatsanwaltschaft in Frankreich ermittelt bereits. [+] mehr...


                                DNA Genom
DNA-Modell der Ausstellung 'Genome: The Secret of How Life Works' im Jahr 2012 (Foto: George Bush Presidential Library and Museum / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Europa: Mehrheit der Agrarminister will Gentechnikrecht überarbeiten

16.05.2019

Eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) hat sich beim Agrarrat am Dienstag dafür ausgesprochen, dass die nächste Europäische Kommission das Gentechnikrecht zeitnah entsprechend der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen überarbeiten soll. Das sei eine Konsequenz aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juli 2018, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan nach dem Treffen.

Die Frage, ob dabei neue gentechnische Verfahren wie Crispr-Cas9 als Gentechnik reguliert bleiben sollen, ist in Europa wie in Deutschland weiter umstritten. Während etwa Holland auf das Potential neuer Züchtungstechniken verwies und die Regeln gerne lockern würde, plädierte der polnische Agrarminister nach Medienberichten dafür, die geltenden Regeln beizubehalten. Die Polen seien den neuen Technologien gegenüber sehr kritisch eingestellt und mit der geltenden Regulierung zufrieden. [+] mehr...