Justiz Gericht Gesetz
Schild am Eingang eines Gerichts in Newcastle (Foto: smlp.co.uk / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

USA deregulieren die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen

25.05.2020

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat neue Zulassungsregeln für gentechnisch veränderte Pflanzen veröffentlicht. Umwelt- und Verbraucherorganisationen warnen, dass künftig die Mehrheit der Gentechnik-Pflanzen in den USA ohne jede Zulassung angebaut werden könnte. Besonders kritisch sehen sie, dass die Saatgutkonzerne selbst entscheiden, ob eine amtliche Zulassung notwendig ist.

Das neue Gesetz geht auf einen Erlass von US-Präsident Trump vom Juni letzten Jahres zurück. Es sieht eine weitgehende Deregulierung vor für Organismen, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren hergestellt wurden. Doch auch für die alte Gentechnik gibt es Erleichterungen. Für sie gilt künftig, dass eine einmal als sicher eingestufte gentechnische Veränderung nicht mehr neu zugelassen werden muss, wenn sie mit anderen Veränderungen kombiniert oder in anderen Sorten eingesetzt wird. [+] mehr...

Food
Lebensmittel anders anbauen! (Foto: CC0)

EU-Kommissarin: vorerst keine neuen Regeln zur Agro-Gentechnik

20.05.2020

Die EU-Kommission hat ihre Strategie ‚Vom Hof auf den Teller’ für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung vorgestellt. Bis 2030 will sie den Pestizidverbrauch halbieren und den Biolandbau auf 25 Prozent steigern. Doch in der Strategie stehen immer noch die neuen gentechnischen Verfahren, die nach Meinung ihrer Kritiker überhaupt nicht nachhaltig sind.

In ihrer Mitteilung argumentiert die Kommission, der Klimawandel bringe neue Gefahren für die Pflanzengesundheit mit sich. In diesem Zusammenhang schreibt sie: „Neue innovative Techniken, einschließlich der Biotechnologie und der Entwicklung biobasierter Produkte, können bei der Steigerung der Nachhaltigkeit eine Rolle spielen, sofern sie für Verbraucher und Umwelt sicher sind und gleichzeitig Vorteile für die Gesellschaft insgesamt mit sich bringen.“ Mit diesen Techniken lasse sich auch „die Verringerung der Abhängigkeit von Pestiziden beschleunigen“. Mit 'innovative Techniken der Biotechnologie' meint die EU-Kommission neue gentechnische Verfahren wie die Gen-Schere Crispr/Cas. [+] mehr...

Trade
Is TTIP a threat to consumers? (Photo: Rob 124/Flickr.com)

TTIP 2.0: Das Gentechnikrecht ist nicht verhandelbar

14.05.2020

75 Verbände unter der Führung von Friends of the Earth Europe haben EU-Handelskommissar Phil Hogan geschrieben. Sie fürchten, dass die EU in den laufenden Handelsgesprächen mit den USA Zugeständnisse bei den Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen machen wird. Die Kommission verneint das, will aber die Zusammenarbeit mit den USA in „innovativen Bereichen der Biotechnologie“ fördern.

Bereits im Februar machten in Brüssel Berichte über die TTIP 2.0 genannten und kurz vor dem Abschluss stehenden Handelsgespräche die Runde. Die EU-Kommission wolle auf Wunsch der USA neue gentechnisch veränderte Pflanzen schneller zulassen, berichtete das Magazin Politico und nannte zwei Jahre als maximale Verfahrensdauer. Da die Gespräche nach Medienberichten auch während der Pandemie weitergeführt wurden, wandten sich nun 75 europäische Verbände an Handelskommissar Hogan. Sie erinnerten ihn daran, dass das strenge EU-Zulassungsverfahren das Ziel habe, Menschen und Umwelt zu schützen und deshalb nicht zur Verhandlung stehen dürfe. Statt dessen müsse es verbessert werden, denn die Zulassungen beruhten „auf einer oberflächlichen wissenschaftlichen Bewertung, die wichtige potentielle Schäden ignoriert“. Darüber hinaus seien die EU-Zulassungen „das Ergebnis eines zutiefst undemokratischen Entscheidungsprozesses“, in dem die Kommission einseitig entscheide, ohne die Unterstützung einer qualifizierten Mehrheit der Mitgliedsstaaten und gegen die Einwände des Europäischen Parlaments. Die Verbände forderten die Kommission auf, die Sicherheitsbewertung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu verbessern und das Urteil des Europäischen Gerichtshofs über den Geltungsbereich des Gentechnikrechts umzusetzen. Auch müsse die Kommission alle Versuche zurückweisen, GVO, die aus neuen gentechnischen Verfahren wie Crispr/Cas stammen, von der Gentechnik-Gesetzgebung auszunehmen. [+] mehr...

Pestizid
Gift auf dem Acker (Foto: pixabay, CC0, hpgruesen)

Dicamba erhöht das Krebsrisiko von Landwirten

11.05.2020

Landwirte, die das Herbizid Dicamba eingesetzt hatten, erkrankten häufiger an Leberkrebs als Kollegen, die das Spritzgift nicht anrührten. Das ergab eine Studie der US-Gesundheitsbehörde. Für die Dicamba-Hersteller Bayer und BASF kommt sie zur Unzeit, da die Umweltagentur EPA die Zulassung für deren Spritzmittel erneuern muss.

Die National Institutes of Health (NIH) hatten die Agricultural Health Study (AHS) neu ausgewertet. Für diese Langzeitstudie wurden in den Jahren 1993 bis 2005 die Daten von 57.000 Landwirten aus den US-Bundesstaaten Iowa und North Carolina aufgenommen. Neben dem Gesundheitszustand wurde auch erfasst, welche Pestizide die Landwirte wie häufig nutzten. Bis heute werden diese Landwirte regelmäßig ärztlich untersucht. [+] mehr...

Umsatzentwicklung von Lebensmittel mit Ohne Gentechnik-Siegel nach Produktbereichen von 2017 bis 2020. © 2020, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)
Umsatzentwicklung von Lebensmittel mit Ohne Gentechnik-Siegel nach Produktbereichen von 2017 bis 2020. © 2020, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)

Der Umsatz mit Ohne Gentechnik - Lebensmitteln wächst weiter

07.05.2020

Die Deutschen haben 2019 rund 11,3 Milliarden Euro für Lebensmittel ausgegeben, die das Ohne Gentechnik – Siegel tragen. Gegenüber 2018 bedeute das eine Steigerung von 15 Prozent, meldete der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), der dieses Siegel vergibt. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem weiteren Anstieg von mindestens fünf Prozent.

Die Zahlen beruhen auf Auskünften der Lizenznehmer des Ohne Gentechnik – Siegels. Diese Hersteller und Verarbeiter erzielten mit den ausgelobten Lebensmitteln einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro durch den Verkauf an den Einzelhandel. Durch dessen Marge und die Umsatzsteuer dürften die Endverbraucherpreise im Schnitt etwa 27 Prozent höher sein als die Herstellerumsätze, schätzt der VLOG und kommt so auf 11,3 Milliarden Euro. Damit machten Ohne Gentechnik – Produkte bereits über fünf Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes in Deutschland aus, schrieb der Verband. Zum Vergleich: Der Umsatz mit Bio-Lebensmittel im deutschen Handel lag 2019 bei 12,0 Milliarden Euro. Überschneidungen zwischen den beiden Segmenten gibt es kaum. Bio-Lebensmittel müssen sowieso gentechnikfrei hergestellt werden, so dass die allermeisten Bio-Hersteller keine zusätzliche Ohne Gentechnik – Auslobung verwenden. [+] mehr...