Argumente

Argumente gegen Agro-Gentechnik ("Grüne Gentechnik")

1. Gentechnik hilft nicht gegen Hunger

Ein Drittel aller Lebensmittel geht verloren oder wird verschwendet. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Getreide sind über die Jahre stark gestiegen. Die für den Anbau von Nahrungspflanzen zur Verfügung stehenden Flächen konkurrieren zunehmend mit Flächen für den Anbau von Energie- und Futterpflanzen. Dazu kommt ein dramatischer Verlust an Bodenfläche und Bodenfruchtbarkeit durch eine intensive Landnutzung. Gentechnik hat bislang keines dieser Probleme lösen können – im Gegenteil: sie ist eher die Speerspitze der industriellen Landwirtschaft. mehr...

2. Gentechnik führt zu mehr Gift auf dem Acker

Die meisten Gentechnik-Pflanzen, die zurzeit angebaut werden, sind derart gentechnisch verändert, dass sie gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel immun sind. Dabei werden das Saatgut und das dazu passende Gift oft von ein und derselben Firma vertrieben. Derzeitiger Marktführer ist Monsanto mit herbizidresistenten Pflanzen, die gegen das Spritzmittel Glyphosat („Roundup“) unempfindlich sind („Roundup Ready“). Das gleiche System, teils mit anderen Wirkstoffen, wird auch von Bayer, Syngenta, Dow oder Pioneer angeboten. mehr...

3. Gentechnik schränkt Rechte von Bauern und Züchtern ein

Lange galt der Grundsatz, dass Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen nicht „erfunden“ und daher nicht patentiert werden können. Nachdem im Jahr 2000 die höchste richterliche Instanz im europäischen Patentrecht, die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes in München, entschieden hat, dass genmanipulierte Pflanzen und Tiere grundsätzlich patentierbar sind, wurden einige tausend Patente auf Gentechnik-Pflanzen und –Tiere erteilt. mehr...

4. Gentechnik vermindert Artenvielfalt

Gerade wegen des Klimawandels sind wir auf den Reichtum der Pflanzen- und Tierwelt  angewiesen. Wir brauchen ihn, um in Zukunft aus der genetischen Vielfalt zu schöpfen und Pflanzen an schwierige Bedingungen anzupassen  Im letzten Jahrhundert sind aber 75 Prozent der Kultursorten unserer Landwirtschaft verschwunden. Gentechnisch veränderte Pflanzen funktionieren nur in einem industriellen Landwirtschaftssystem: Anbau als Monokultur und Einsatz von Dünger und Pestiziden. mehr...

5. Gentechnik führt zu hohen Kosten

Bei der Diskussion um die Vor- oder Nachteile der Agro-Gentechnik wird oft vergessen, dass durch den Anbau von Gentechnik-Pflanzen erhebliche Folgekosten für die gesamte Gesellschaft entstehen. Beim Transport und beim Anbau kann es zu Verunreinigungen von Rohstoffen und gentechnikfreien Ernten kommen. Das verursacht Probleme für die Bauern, die Hersteller und Verarbeiter von Lebensmitteln und auch für Saatgutzüchter. Zum Schutz müssen sie erhebliche Mehrkosten in Kauf nehmen. mehr...

6. Gentechnik-Risiken nicht ausreichend erforscht

Zu den Gesundheitsauswirkungen eines längerfristigen Verzehrs von Gentechnik-Pflanzen gibt es fast keine unabhängigen Untersuchungen. Allerdings gibt es Hinweise auf Risiken: beispielsweise ließen Fütterungsstudien mit gentechnisch verändertem Monsanto-Mais Auswirkungen auf Blutparameter erkennen. Das Gift, das die Pflanzen zur Insektenabwehr selbst produzieren, könnte anderen Untersuchungen zufolge das Immunsystem beeinflussen. Das Ackergift Glyphosat, das auf vielen Gentechnik-Plantagen systematisch versprüht wird, gilt laut Krebsforschungsagentur IARC als "wahrscheinlich krebserregend". mehr...

Fotos auf dieser Seite: 1. Benny Haerlin / SOS; 2. mordoc/freeimages; 3. zitrusblau; 4. International Institute of Tropical Agriculture/flickr, bit.ly/1O6DYIc, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0; 5. Testbiotech: Atlas der unkontrollierten Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen; 6. Mycroyance / flickr, bit.ly/1RQxAzv, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0