04.12.2009 | permalink
Der Anstieg der Saatgutpreise bei Gentechnik-Soja ist enorm. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de
Aus dem neuen Bericht des "US Organic Center" geht ein dramatischer Preisanstieg für Gentechnik-Saatgutpreise hervor. Er ist weit höher als bei gentechnikfreiem Saatgut. In 25 Jahren, von 1975 bis 2000, stieg der Preis für gentechnikfreies Soja-Saatgut um nur 63%. Seit 2000, seitdem Gentechnik-Soja den Markt beherrscht, ist der Preis um 230% gestiegen. Landwirte, die 2010 die Gentechnik-Soja "Roundup Ready 2" kaufen, werden 42% mehr pro Sack bezahlen, als 2009. Aber auch Landwirte, die sich für den Anbau von Gentechnik-Mais und Gentechnik-Baumwolle entschieden haben, werden tiefer in die Tasche greifen müssen als konventionell wirtschaftende Bauern. Dies ist nicht verwunderlich bei der von Monsanto bis 2012 angekündigten Umsatzsteigerung. Die soll nämlich zu einem Drittel aus einer Preissteigerung der Gentechnik-Soja "Roundup Ready 2" und dem Gentechnik-Mais "SmartStax" erzielt werden.
02.12.2009 | permalink
Es gibt viel Kritik an der Sicherheitsbewertung von Gentechnik-Mais.
Die amerikanische Firma Renessen hat ihren Antrag auf Zulassung eines Gentechnik-Maises (LY038) in der EU zurückgezogen. Wie die Expertengruppe Testbiotech berichtet, gab es Sicherheitsbedenken bei der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA). Zwar nennt die Firma (ein Gemeinschaftsunternehmen von Monsanto und Cargill) nur ökonomische Gründe. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es auch Sicherheitsprobleme mit der Pflanze gab. So zeigte der Mais unbeabsichtigte Veränderungen in seiner stofflichen Zusammensetzung. Die EFSA, die sich normalerweise schnell mit den Antrags-Unterlagen der Gentechnik-Unternehmen zufrieden gibt, hat in diesem Fall eine Wiederholung von Fütterungsversuchen mit Ratten verlangt. Die vorangegangene Studie hatte Veränderungen im Blutbild und im Urin der Ratten gezeigt. "Der Vorgang ist insbesondere im Hinblick auf die derzeitigen Debatten um das richtige Konzept für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen interessant. Die Behörde geht davon aus, dass diese im wesentlichen als ebenso sicher anzusehen sind wie Pflanzen aus konventioneller Zucht", schreibt Testbiotech in einer Presseerklärung.
Die Expertengruppe veröffentlicht regelmäßig einen Newsletter, der über die Arbeit der EFSA berichten soll. Einmal im Monat liefert er einen Überblick über die neuesten Stellungnahmen sowie über aktuelle Zulassungsanträge von Herstellern.
01.12.2009 | permalink
Brauchen Kühe gentechnisch verändertes Futter aus Übersee?
Ein weiterer Gentechnik-Mais (MIR 604) der Firma Syngenta ist gestern von der EU-Kommission zum Import und zur Verarbeitung zugelassen worden. Vorletzte Woche konnte sich der EU-Ministerrat nicht auf eine einheitliche Position einigen. Damit lag die Entscheidung bei der Kommission. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner stimmte für die Zulassung. Die Futtermittel- und Agrarindustrie übten dabei mächtig Druck aus. Denn wenn der Mais in der EU nicht zugelassen ist, gilt für den Import die Null-Toleranz. D.h. auch mit geringen Spuren verunreinigte Lieferungen müssen an der Grenze zurückgewiesen werden. Die Futtermittelindustrie spricht daher von einer drohenden Futtermittelknappheit, die Europa drohe, wenn Gentechnik-Sorten, die in den USA angebaut werden, in der EU nicht zugelassen sind.
Ein neues Hintergrundpapier verschiedener Verbände deckt nun jedoch auf, dass hinter dem Szenario der Rohstoffknappheit keine gesicherten Fakten stehen. Denn das einzige Land, aus dem es Lieferungen mit in der EU nicht zugelassenen GVOs gibt, sind die USA. Und nur geringe Mengen (0,2%) der Lieferungen nach Europa sind mit nicht zugelassen Gentechnik-Pflanzen verunreinigt. Für die beiden weiteren Hauptanbauländer Argentinien und Brasilien ist kein einziger solcher Verunreinigungsfall dokumentiert.
30.11.2009 | permalink
Der alte und neue EU-Kommissionspräsident Barroso verkündet neue Aufgabenverteilung.
Der Slowene Janez Potocnik wird neuer Umweltkommissar. Der derzeitige Forschungskommissar wird voraussichtlich eine gentechnikfreundlichere Haltung einnehmen als sein Vorgänger Stavros Dimas, der die Zulassung zum Anbau von neuen Gentechnik-Pflanzen stets verzögerte. Der neue Agrar-Kommissar Dacian Ciolos kommt aus dem Land, das derzeit zum Einfallstor der Gentechnik in Europa werden soll: Rumänien. Dort war Ciolos von 2007 bis 2008 Landwirtschaftsminister. Entscheiden wird über die Fragen der Gentechnik zukünftig jedoch der maltesische Verbraucherkommissar John Dalli. Die Generaldirektion für Verbraucher (DG Sanco) bekommt die gesamte Verantwortung für die Biotechnologie, berichtet das Agrarische Informationszentrum. Die neue EU-Kommission wird voraussichtlich im Februar nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Mehrere Entscheidungen über die Zulassungen von Gentechnik-Pflanzen zum Anbau stehen noch aus. Die eventuelle Neu-Zulassung des einzigen in der EU zum Anbau zugelassenen Gentechnik-Maises MON 810 wird auch Einfluss auf die nationalen Anbauverbote in mehreren EU-Ländern haben.
26.11.2009 | permalink
Deutsche Umwelthilfe e. V. verleiht Gentechnik-Kritikerin Marie-Monique Robin den DUH-Umwelt-Medienpreis.
Heute hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) der Gentechnik-Kritikerin Marie-Monique Robin den DUH-Umwelt-Medienpreis 2009 als Autorin und Regisseurin des Films „Monsanto – mit Gift und Genen“ verliehen. Sie erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Fernsehen. Beleuchtet wird in ihrem Film Monsanto und seine fragwürdigen Methoden, sowie Zusammenhänge zur weltweiten Nahrungsmittelkrise. Gelobt wurde ihr investigativer Journalismus, der brisante Themen mit großer Hartnäckigkeit, breitem Wissen und viel Mut recherchiert. Die Auszeichnungen für den 14. DUH-Umwelt-Medienpreis wurden im Rahmen einer Feierstunde am Berliner Gendarmenmarkt überreicht.
25.11.2009 | permalink
Amflora ist eine gentechnisch veränderte Kartoffel mit Antibiotikaresistenz-Markergen. Es gibt gentechnikfreie Alternativen.
BASF Plant Science GmbH hat für 2010 beim zuständigen Bundesamt Versuchspflanzungen mit ihrer gentechnisch veränderten Stärkekartoffel beantragt. Sie hoffen auf die endgültige Anbaugenehmigung seitens der EU, denn in Deutschland stände dem Anbau dank der schwarz/gelben Bundesregierung nichts mehr im Wege. Die Regierung will Amflora für die industrielle Verwertung fördern. Immer wieder wird hierbei offensichtlich von allen Seiten die unliebsame Tatsache verdrängt, dass Amflora ein Antibiotikaresistenz-Markergen trägt, welches auch in der Human-Medizin eingesetzt wird. Die mögliche Einschränkung oder gar das Aufheben der Wirksamkeit des Antibiotikums, ist nicht auszuschließen. Gemäß EU-Recht dürfen derartige Gen-Konstrukte seit 2004 keine Zulassung mehr erhalten. Besonders jetzt problematisch, da sich auch wegen anderer Einflüsse immer mehr Resistenzen gegenüber den herkömmlich eingesetzten Antibiotika bilden. Dabei sind erst in den vergangenen Wochen zwei Kartoffel-Alternativen vorgestellt worden, mit den für die Industrie gleichen günstigen Stärkeeigenschaften, ganz ohne Gentechnik und ohne Resistenzprobleme.
24.11.2009 | permalink
Gentechnik-Mais MIR604 der Firma Syngenta soll zwar in der EU nicht angebaut, aber zum Import und zur Verabeitung zugelassen werden.
Auch der ökologische Anbauverband Biokreis kritisiert, dass beim Treffen des EU-Agrarministerrats letzten Freitag keine klare Mehrheit gegen die Zulassung des Genmaises erwirkt wurde. "Durch die Hintertür landen Milch und Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Produkten gefüttert wurden, auf dem Teller der europäischen Verbraucher", sagt Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer von Biokreis. Auch Deutschland, vertreten von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU), sprach sich für die Zulassung aus. Damit setzt Aigner die im Koalitionsvertrag vereinbarte gentechnikfreundliche Linie der schwarz-gelben Koalition um. "Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA bescheinigte die Unbedenklichkeit", sagte Aigner zur Begründung ihrer Ja-Stimme. Die EFSA steht jedoch massiv in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, stets im Sinne der Gentechnikindustrie zu entscheiden und keine unabhängigen Studien zur Bewertungen heranzuziehen. Für Brunnbauer ist die Zulassung ein Schlag ins Gesicht der Landwirte und Verbraucher. Die Zulassung weiterer Gentechnik-Mais-Sorten soll gewisse Futtermittelimporte legalisieren. Wenn diese nämlich Verunreinigungen mit Gentechnik-Sorten aufweisen, die in der EU nicht zugelassen sind, werden sie an der Grenze zurückgewiesen. Recherchen haben jedoch ergeben, dass dadurch die Versorgung mit Futtermitteln keineswegs bedoht ist, wie die Futtermittelindustrie stets behauptet.
21.11.2009 | permalink
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat im April dieses Jahres den Gentechnik-Mais-Anbau in Deutschland verboten.
Beim gestrigen Treffen der EU-Agrarminister konnte keine klare Mehrheit gegen die Zulassung der Gentechnik-Maissorte MIR604 erwirkt werden. So steht der Kommission für eine Zulassung der Maissorte aus dem Hause Syngenta zum Import und zur Verarbeitung nichts mehr im Wege. Seit vielen Jahren der Enthaltung Deutschlands sprach sich Agararministerin Aigner gestern dafür aus, ganz im Sinne der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarungen. Ministerin Aigner will die Entscheidung beschwichtigen: "Es geht auch nicht um den Anbau, sondern um ein Futtermittel". Bündnis90/Die Grünen wiesen sie im Vorfeld schon darauf hin, dass diese Entscheidung definitiv nicht das Interesse der Verbraucher und Landwirte vertritt. Sie bestätigt die schwarz-gelbe Politik zugunsten der Gentechnik-Konzerne. Aigner mache sich zur Steigbügelhalterin der Futtermittelindustrie. Diese hat ein großes Interesse an der Zulassung, denn die in den letzen Monaten gefundenen Verunreinigungen von Futtermitteln mit MIR604 lassen einen Import nicht zu.
19.11.2009 | permalink
US-Botschaft in Berlin
Es sollte eine lebhafte Diskussion geben in der Amerikanischen Botschaft. Anlass ist der Besuch von zwei US-Farmern, die hier in Deutschland über ihre guten Erfahrungen mit Gentechnik-Saaten berichten. Gary Schmalshof aus Illinois und Gordon Wassenaar aus Iowa sind bereits durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gereist und stellten sich nun heute den Fragen von Landwirten, Studenten, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern sowie den Medien. Zu der Veranstaltung zugelassen waren aber nur ausgewählte Gäste. Zahlreiche Personen gentechnikkritischer Organisationen, die sich angemeldet hatten, wurde die Teilnahme angeblich aus Platzgründen verweigert. Letztendlich gab es doch noch frei Plätze, berichtet eine Teilnehmerin. Kritische Fragen waren offenbar nicht erwünscht oder wurden von Schmalshof und Wassenaar abgebügelt. Stattdessen schwärmten die Landwirte von pflugloser Bodenbearbeitung, die mit einer abwechselnden Fruchtfolge von Gentech-Soja und -Mais ihren Boden schont. Gordon Wassenaar wirbt auf der Homepage von Monsanto übrigens auch für Gentechnik: Höhere Erträge, bessere Böden, weniger Ernteschaden und eine Lösung für den Hunger der Welt würden die Biotech-Pflanzen bringen. Die Frage, warum in den USA, eines der größten Gentechnik-Anbau-Länder, 49 Millionen Menschen nicht immer genug zu essen haben, wurde heute nicht diskutiert.
Das “Biotech Outreach Program” findet übrigens seit drei Jahren statt. Im Bericht vom letzten Jahr wird vom wachsenden Interesse deutscher Landwirte gesprochen, Biotechnologie trotz öffentlicher Ablehnung anzuwenden. Auch dieses Jahr waren die beide US-Landwirte von der angeblich großen Akzeptanz der Gentechnik unter deutschen Bauern begeistert.
17.11.2009 | permalink
Seit der Einführung der Gentechnik ist der Pestizidverbrauch in den USA deutlich angestiegen.
Der Einsatz von gentechnisch veränderten Mais-, Soja- und Baumwolle-Pflanzen hat in den USA zu einem stark angestiegenen Verbrauch von Pestiziden geführt. Dies besagt eine neue Studie, die von mehreren Umweltorganisationen erstellt und heute veröffentlicht wurde. Demnach führt der Einsatz von Gentechnik auch zu einer Ausbreitung von Unkräutern, die gegen Pflanzengifte resistent sind. Außerdem sind die Pestizid-Rückstände in Lebensmittel angestiegen. Für die Studie wurden offizielle Daten zum Pestizidverbrauch des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums ausgewertet. Zwischen 1996 und 2008 ist der Verbrauch von Herbiziden um 383 Millionen Pfund angestiegen. Gentechnik-Pflanzen werden seit 1996 in den USA kommerziell angepflanzt und haben sich bei Landwirten schnell durchgesetzt. Besonders häufig werden "Roundup Ready"-Pflanzen angebaut, die gegen das Spritzmittel "Roundup" resistent sind. Beides wird von Monsanto angeboten, dem Marktführer der Biotech-Branche. Deren Sprecher wollten sich zu der neuen Studie nicht äußern. Für Mike Wach, dem Managing Director der Biotechnology Industry Organization (BIO) ist nur wichtig, dass Landwirte die Gentechnik-Saat massenweise anwenden. Denn dann würden die Vorteile dieser Pflanzen offensichtlich überwiegen. "Dieser Report bestätigt, was wir seit Jahren wissen", sagt Bill Freese vom Aktions-Netzwerk Center for Food Safety. Der Anstieg des Pestizidverbrauchs nütze vielleicht den Biotech-Firmen. Für die Landwirte, die Umwelt und die menschliche Gesundheit sei es jedoch eine schlechte Nachricht.
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntekreis, in Schulen o.ä. zu verteilen.
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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Bayerisches Fernsehen: Genehmigungsfilz
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst
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