07.06.2010 | permalink

Gentechnik-Saatgut illegal in sieben Bundesländern ausgesät

Mais Verunreinigung Eine Verunreinigung von 0,1% bedeutet, dass pro Hektar 100 Gentechnik-Pflanzen wachsen.

Das verunreinigte Saatgut, das im März bei stichprobenartigen Untersuchungen gefunden wurde, ist in sieben Bundesländern ausgesät worden. Wie Greenpeace gestern aufdeckte, hat das zuständige niedersächsische Landwirtschaftsministerium nicht dafür gesorgt, dass das Saatgut vom Markt verschwindet. Nun wurde es auf 3000 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ausgesät. Das Saatgut der Firma Pioneer Hi-Bred ist bis zu 0,1% mit dem Gentechnik-Mais NK603 verunreinigt. Eine Verunreinigung von 0,1% bedeutet, dass auf einem Hektar ca. 100 gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen. Die Mais-Pflanzen müssen vernichtet werden, der Schaden für die Landwirte geht in die Millionen. Nach wie vor ist unklar, warum das niedersächsische Landwirtschaftsministerium nicht handelte, obwohl die Ergebnisse schon Anfang März vorlagen. Der gefundene Gentechnik-Mais NK 603 ist in Europa nicht zum Anbau zugelassen. Fütterungsversuche mit Ratten zeigen, dass Gesundheitsgefahren durch den herbizidresistenten Mais nicht ausgeschlossen werden können. Für Gentechnik-Experte Alexander Hissting von Greenpeace ist dies der größte Gentechnik-Saatgutskandal in Deutschland.

04.06.2010 | permalink

Gentechnik-Zuckerrohr: Bayer CropScience kooperiert mit brasilianischem Forschungsinstitut

Zuckerrohr Bayer will seine Wettbewerbsfähigkeit mit Gentechnik-Zuckerrohr verbessern.

Bayer CropScience und das brasilianische Zentrum für Zuckerrohrtechnologie Centro de Tecnologia Canavieira (CTC) wollen eine Kooperation für die Entwicklung von Gentechnik-Zuckerrohr für die Ethanol-Produktion eingehen. Die Brasilianer stellen ihre Hochleistungszuckerrohr-Sorten zur Verfügung, der Konzern seinen Gentechnik-Werkzeugkasten. Als Hauptakteur im Markt für gentechnisch veränderte Pflanzen erweitert Bayer CropScience seine bestehenden Kernkulturen Baumwolle, Raps und Sojabohne um das Zuckerrohr und setzt bei den Züchtungszielen neben Resistenzmanagement noch stärker auf den Markt für Agrarkraftstoffe. Der deutsche Konzernkonkurrent BASF hat schon vergangenes Jahr eine Kooperation mit CTC geschlossen. Allerdings geht es bei dieser Kooperation um ertragreichere und trockentolerantere Zuckerrohr-Sorten.

31.05.2010 | permalink

Ein klares Nein zur Gentechnik in Thüringen

Aktenordner CDU und SPD gegen Gentechnik in Thüringen.

Die Fraktionen der CDU und der SPD haben einen Antrag im Thüringer Landtag eingereicht um gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen aktiv zu werden. Die Fraktionen streben einen Anbaustopp von Gentechnik-Pflanzen an, solange die Risiken der Agro-Gentechnik nicht abschließend geklärt sind. Sie fordern die Landesregierung auf, bei den landeseigenen Flächen auf den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu verzichten, die Saatgutkontrollen zu verschärfen und gentechnische Verunreinigungen konsequenter aus dem Verkehr zu ziehen. Auch auf Bundesebene soll die Landesregierung für eine Einschränkung der Agro-Gentechnik hinwirken. Thüringen soll in Teilen oder als Ganzes zur gentechnikfreien Region werden. Die Agro-Gentechnik steht im Konflikt mit der gentechnikfreien Landwirtschaft und nahezu alle Thüringer Landwirte arbeiten ohne Gentechnik. Die Akzeptanz von Agro-Gentechnik ist auch in der Thüringer Bevölkerung gering.

28.05.2010 | permalink

"Gentechnik-Papaya" bald in japanischen Supermärkten?

Papaya Der Anbau von "Gentechnik-Papaya" ist nur in den USA (Hawaii) erlaubt.

Nach Angaben der "Mainichi Daily News" ist in Japan der Import von Gentechnik-Papayas aus den USA für den Sommer geplant. Der Ausschuss für Verbraucherschutz des zuständigen Ministeriums hat dem Import-Antrag zugestimmt, nun liegt der Antrag zur öffentlichen Stellungnahme aus. Kann in dieser Phase der Antrag nicht gestoppt werden, so würde im Sommer das erste gentechnisch veränderte Frischobst in den japanischen Regalen zur Verfügung stehen – allerdings gekennzeichnet. Die Gentechnik-Papayas tragen eine Virusresistenz und werden ausschließlich auf Hawaii angebaut.

26.05.2010 | permalink

Illegale Gentechnik-Schokoriegel in Supermärkten gefunden

Butterfinger Schokoriegel: Gentechnisch verändert aber nicht gekennzeichnet. Foto: Sabine Moeller/Greenpeace

Greenpeace hat in verschiedenen Supermärkten Schokoriegel aus den USA gefunden, die mit Gentechnik-Soja und –Mais hergestellt wurden, aber nicht gekennzeichnet sind. Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind, müssen in Deutschland gekennzeichnet sein, sonst machen sich die Importeure strafbar. Bei den Produkten handelt es sich um die Nestlé-Riegel Butterfinger und Baby Ruth, in denen laut Greenpeace bei Laboruntersuchungen Gentechnik-Soja gefunden wurde. Der Butterfinger wurde außerdem mit sechs unterschiedlichen Gentechnik-Mais-Sorten hergestellt.

In den USA gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die aus Gentechnik-Pflanzen hergestellt werden. Der Großteil der dort angebauten Mais- und Soja-Pflanzen sind gentechnisch verändert und werden auch für die Lebensmittelproduktion eingesetzt.

21.05.2010 | permalink

Resolution zum Thema Agro-Gentechnik

2. Ökumenischer Kirchentag 2. Ökumenischer Kirchentag: Ein klares Nein zur Agro-Gentechnik!

Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag untermauerten die Christen in einer Resolution an die Bundesregierung ihre Ablehnung gegenüber der Agro-Gentechnik. Sie fordern die Politiker auf, die Forschungsförderung nicht einseitig auf Gentechnik auszurichten und den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora in Deutschland zu untersagen. Denn auch nach jahrzehntelanger Forschung bringen gentechnisch veränderte Pflanzen keine höheren Erträge und die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gentechnik-Pflanzen ab. Für die Amflora gibt es gentechnikfreie Alternativen ohne Antibiotikaresistenzgene. Die Resolution weist auch auf die fehlerhafte Entwicklung hin, Biopatente zu privatisieren.

19.05.2010 | permalink

China: Anbau von Gentechnik-Baumwolle begünstigt Weichwanze

Baumwolle Der Anbau von Bt-Baumwolle ist umstritten.

Chinesische Wissenschaftler haben anhand einer Studie herausgefunden, welche unvorhersehbaren Nebenwirkungen der Anbau von Bt-Baumwolle im Norden Chinas hat. Wie das wissenschaftliche Fachblatt Science berichtet, hat der Anbau der Gentechnik-Baumwolle in den letzten zehn Jahren gezeigt, dass sich die Weichwanze stärker ausbreitet als zuvor. Der Grund dafür ist der reduzierte Einsatz von Insektiziden durch Landwirte, die Bt-Baumwolle anbauen. Denn die bekämpft den Baumwollkapselbohrer, indem sie ein für ihn giftiges Toxin produziert. Durch die ausbleibende Anwendung von Spritzmitteln vermehren sich die Weichwanzen und befallen auch angrenzende Obst-Plantagen.

Auch eine Studie über den Bt-Mais-Anbau in den USA zeigt, dass Gentechnik-Pflanzen keine Wunderwaffen sind. Dort vermehrte sich durch den großflächigen Anbau von Bt-Mais der natürliche Feind des Baumwollkapselbohrers, der Western Bean Cutworm. Er fand eine Nische, in der er problemlos gedeihen konnte, weil er im Gegensatz zu seinem Feind nicht durch das Bt-Toxin Schaden nimmt.

19.05.2010 | permalink

Erneuter Protest gegen Amflora bei BASF

Protest gegen BASF-Kartoffel Bauern protestieren gegen die Amflora.

Die BASF bekommt keine Ruhe, was Proteste gegen die Amflora angeht: Gestern haben Gentechnik-Gegner vor dem BASF-Hochhaus in Ludwigshafen gegen die Gentechnik-Kartoffel protestiert.

Mit einer riesigen aufblasbaren Kartoffel warnten sie vor den Folgen der Knolle, die ein Antibiotikaresistenz-Markergen enthält und daher für die menschliche Gesundheit gefährlich werden könnte. Auch Lebensmittel dürfen laut der neuen Zulassung der EU-Kommission bis zu 0,9% verunreinigt werden. Dadurch ist auch die Lebensmittelwirtschaft bedroht, die sich aufwendig gegen Verunreinigungen schützen muss.

Ein Bündnis von Verbänden hat wegen der Zulassung der Amflora bereits ein Widerspruchsverfahren gegen die EU-Kommission eingeleitet. Da die Zulassung zum Anbau von vielen Experten als rechtswidrig eingestuft wird, soll der Europäische Gerichtshof in einem anschließenden Klageverfahren die Zulassung zu Fall bringen.

14.05.2010 | permalink

Patent auf Sonnenblume bleibt bestehen

Sonnenblume geht auf Sonnenblume

Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein Patent auf eine ganz normal gezüchtete Sonnenblume bestätigt. Greenpeace hatte im Jahr 2005 dagegen Einspruch eingelegt, der nun abgewiesen wurde. Bei dem Patent handelt es sich um Ansprüche auf Sonnenblumen, die durch Züchtung einen verbesserten Ölgehalt aufweisen. Greenpeace-Patentberater Christoph Then kritisiert die Praxis des EPA, das in den letzten Jahren über 100 Patente erteilt hat, die sich auf normale Tier- oder Pflanzenzucht erstrecken. Diese Praxis des Patentamtes gerät zunehmend in die Kritik von Verbänden, zumal sich das EPA durch Patentgebühren finanziert. Die Bundesregierung ist bisher untätig geblieben, obwohl sie sich im Koalitionsvertrag gegen die Vergabe von Patenten auf Pflanzen und Nutztiere ausspricht.

11.05.2010 | permalink

Bündnis klagt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Amflora

Grünenprotest bei Agrarministerkonferenz Grüne demonstrierten Anfang Mai vor der Agrarminister- konferenz in Plön gegen die Amflora.

Ein Bündnis von Verbänden hat wegen der Zulassung der Gentechnik-Kartoffel Amflora ein Widerspruchsverfahren gegen die EU-Kommission eingeleitet. Da die Zulassung zum Anbau in der EU von vielen Experten als rechtswidrig eingestuft wird, soll der Europäische Gerichtshof in einem anschließenden Klageverfahren die Zulassung zu Fall bringen. Die Verbände der "Aktion Gen-Klage", darunter auch der BUND, sind sich sicher, dass die Zulassung rechtswidrig ist. Denn Gentechnik-Pflanzen, die eine Antibiotikaresistenz-Gen enthalten und damit eine Gesundheitsgefahr darstellen, dürfen laut EU-Freisetzungsrichtlinie nicht mehr angebaut werden.

Gehe zu Seite: ... 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

Newsletter bestellen

Flyer - Gute Gründe gegen Gentechnik

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen. 

 Spenden Sie hier!
 Bestellen Sie den Flyer hier
 Das PDF bekommen Sie hier
 Die Guten Gründe online

+ + Spenden für den Infodienst + +

Alle Informationen auf dieser Seite sind kostenlos. Das heißt aber nicht, dass unsere Arbeit nichts kostet. Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt!
 Online-Spende hier!

Wussten Sie schon ...?


.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein. http://www.youtube.com/watch?v=KFM8QDyubHA
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
 Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

Nachrichten
Gerd das Gen auf facebook Infodienst Gentechnik auf twitter