18.11.2011 | permalink

Honig: Länder fordern Regierung zu Taten auf

Bienen Bild: Maja Dumat/pixelio.de-+-Der Schutz des Honigs vor Verunreinigungen Bedarf gesetzlicher Regelungen.

Agrar- und Umweltminister fordern in ihren Konferenzen die Bundesregierung auf, Maßnahmen für den Schutz der deutschen Imkerei zu ergreifen. Die Länder wünschen sich mehr eigenen Handlungsspielraum. Auf Grund des jüngsten Urteils des Europäischen Gerichtshofs muss der Bund dafür Sorge tragen, dass der Eintrag von gentechnisch veränderten Pollen in Imkereiprodukte verhindert wird. Die Abstandsregelungen beim Anbau von Gentechnik-Pflanzen müssen unter besonderer Berücksichtigung der Imker-Belange neu überdacht werden. Die Regierung muss die sogenannte gute fachliche Praxis zeitnah überarbeiten und geeignete Wege definieren, um Imker in der Nähe von Freisetzungsversuchen vor illegalen Gentechnik-Verunreinigungen zu schützen. Die Umweltminister drängen die Regierung auch, klare und praktikable Regelungen für den Import von Honig zu schaffen. Einige Länder hoffen auf die Ermächtigung, die Abstandregelungen für ihr Land selbst bestimmen oder angleichen zu können, um somit den spezifischen Agrarstrukturen Rechnung zu tragen. Die Regierung soll auf den kommenden Konferenzen einen Bericht vorlegen.

16.11.2011 | permalink

EU-Parlament: Schutz der Bienen unzureichend

Bienen Bildquelle: pixelio.de, Sabine Ullmann; Bienensterben hat schwerwiegende Auswirkungen auf Europas Lebensmittelproduktion und die Umweltstabilität

Das Europäische Parlament hat gestern mit großer Mehrheit eine Resolution angenommen, welche die EU-Kommission auffordert, sich mehr für den Schutz der Bienen einzusetzen und mehr Forschungsaktivitäten anzustrengen. Das Parlament sieht im erhöhten Bienensterben schwerwiegende Auswirkungen auf Europas Lebensmittelproduktion und die Umweltstabilität. Die Abgeordneten schlagen Schulungen für Landwirte zu bienenfreundlichem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vor. Sie fordern mehr objektive Forschung zu den möglichen negativen Auswirkungen von Gentechnik-Kulturen auf die Gesundheit von Honigbienen. Auch nationale Kontrollsysteme sollen eingerichtet und Standards für die Datenerhebung auf EU-Ebene durch die Kommission harmonisiert werden.

15.11.2011 | permalink

Verbände warnen vor Zulassung von Gentech-Soja

Soja-Pflanze kleiner Ausschnitt 800.000 Tonnen Soja, meist gentechnisch verändert werden jährlich nach Bayern importiert. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de

Die EU-Mitgliedsstaaten haben gestern über die Zulassung von zwei gentechnisch veränderten Soja-Pflanzen beraten. Es handelt sich um Soja-Pflanzen der Firmen Bayer und Monsanto. Beide sind gegen Spritzmittel resistent gemacht, dessen Rückstände sich auf den Pflanzen wiederfinden. Der NABU und der Verein Testbiotech warnen vor einer Zulassung für den EU-Markt, die für den Import sowie die Verarbeitung als Futter- und Lebensmittel beantragt wurde. Da die Gentech-Soja unempfindlich gegen die Spritzmittel sind, werden sie massiv angewendet. Auch Unkräuter bilden in der Folge Resistenzen und bringen die Bauern dazu, noch mehr Gifte einzusetzen. Es ist daher dringend notwendig, die Pflanzen auf Rückstände zu untersuchen. Daten darüber fehlen jedoch bisher, kritisieren der NABU und Testbiotech.
Steffi Ober vom NABU warnt vor gesundheitlichen Risiken, denn Rückstände von Glyphosat fänden sich mittlerweile auch im Blut der Verbraucher.
Die Zulassung der sogenannten Basta-Bohne von Bayer ist insbesondere problematisch, weil mit ihrem Anbau der Einsatz des Spritzmittels Glufosinat einhergeht. Glufosinat ist jedoch so gesundheitsgefährdend, dass die EU das Mittel auf die Liste der Stoffe gesetzt hat, die in Zukunft vom Markt verschwinden sollen.
Im Vorfeld der EU-Beratung haben der NABU und Testbiotech Briefe an die Experten der Mitgliedsstaaten verfasst, in denen dargelegt wird, warum die Zulassung der Gentech-Soja-Pflanzen nicht mit dem EU-Recht übereinstimmen.

14.11.2011 | permalink

Zehn Prozent der Milch in Deutschland ohne Gentechnik erzeugt

Neues Ohne-Gentechnik-Siegel Immer mehr Hersteller nutzen das Ohne-Gentechnik-Logo. Verbraucher können dadurch erkennen, dass im Tierfutter keine Gentechnik steckt.

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat an das 100. Unternehmen die Lizenz zur Nutzung des Ohne-Gentechnik-Siegels vergeben. Die Firma Zott hatte ihre Marke Zottarella bereits im April mit einem eigenen Logo verziert und nun die Lizenz vom Verein bekommen. VLOG-Vorstandsmitglied Jochen Koester freut sich über die positive Entwicklung: Bereits über 35 Prozent der Eierhersteller in Deutschland sind beim VLOG registriert. Bei der Milch sind es 10 Prozent der Ware, die ohne Gentechnik hergestellt werden. Nachdem das Siegel anfangs kritisch beäugt wurde, bemüht sich nun auch der Lebensmittelhandel um einen Standard ohne Gentechnik. Das stimmt optimistisch: Koester prognostiziert, dass in drei Jahren die Hälfte aller Kühe in Deutschland ohne gentechnisch veränderte Pflanzen gefüttert werden.

11.11.2011 | permalink

Evangelische Kirche investiert nicht mehr in Gentechnik-Saatgut

Hologramm Harry Hautumm pixelio Bild: Harry Hautumm/pixelio.de; ev. Kirche streicht Investitionen in Agro-Gentechnik

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat eine Richtlinie beschlossen, wonach künftig die Investition des landeskirchlichen Kapitalvermögens in Gentechnik-Saatgut ausgeschlossen ist. Sie ist die erste von 22 Gliedkirchen, die den Leitfaden für eine ethisch nachhaltige Geldanlage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) umgesetzt hat. Unter ethischen Gesichtspunkten setzt die EKM Unternehmen, die gentechnisch verändertes Saatgut herstellen, mit Waffenproduzenten gleich. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang jedoch ein Beitrag in der kircheneigenen Zeitung. In einem Interview hält Professor Reinhard Szibor, bekennender Protestant, die Ablehnung der Agro-Gentechnik gar für einen unverantwortlichen Fehler.

10.11.2011 | permalink

Mexikos Honig-Exporte durch Gentechnik-Anbau bedroht

Bienenwaben Die Arbeit der Imker wird durch den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen bedroht.

Tausende von mexikanischen Imkern produzieren Honig für den Export in die Europäische Union. Doch ihre Arbeit wird vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bedroht. In Mexiko wachsen GVO-Soja und -Mais. Das jüngste Urteil des EuGH zu Gentechnik besagt, dass Honig entweder in der EU nicht verkehrsfähig ist, enthält er nicht zugelassenen GVO-Pollen. Zugelassener GVO-Pollen muss in der Zutatenliste gekennzeichnet werden. Dies würde den Honig jedoch praktisch unverkäuflich machen, weil die überwiegende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher Gentechnik in Lebensmitteln ablehnt. Mexiko ist der drittgrößte Honig-Exporteur der Welt und die Diskussion um den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zieht in der mexikanischen Gesellschaft immer weitere Kreise. Am Welternährungstag tauschten sich Landwirte, Imker und Wissenschaftler lokaler und überregionaler Organisationen bei einem Forum darüber aus, wie mit der Bedrohung durch den Anbau von GVO-Pflanzen umgegangen werden soll.
Speziell für die Imker auf der Halbinsel Yucatán ist der Anbau ein Problem. Dort läuft ein Pilot-Projekt mit Monsantos gentechnisch veränderter Soja. Eine Kontamination anderer Felder mit gentechnisch verändertem Pollen ist in der flachen Landschaft der Halbinsel kaum zu verhindern.

08.11.2011 | permalink

Tomaten-Patent in die höchste Instanz

Kein Patent auf Leben! Kein Patent auf Leben!

Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute entschieden, das Tomaten-Patent der Großen Beschwerdekammer zur Entscheidung vorzulegen. Damit muss die höchste Instanz des EPA darüber entscheiden, ob Pflanzen und Tiere patentiert werden dürfen. „Das Europäische Patentamt hat heute die Notbremse gezogen“, bewertet das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ den Schritt und sieht darin einen Erfolg der Proteste. Gleichzeitig kritisiert der Sprecher des Bündnisses, Christoph Then, jedoch die Arbeit des EPA: „Damit es nicht länger reine Klientelpolitik betreibt, muss das EPA in Zukunft durch unabhängige Gerichte und die Politik kontrolliert werden“.
Die Firma Unilever hatte gegen das Tomaten-Patent Beschwerde eingelegt, woraufhin die Große Beschwerdekammer vor knapp einem Jahr entschied, dass Patente auf Züchtungsverfahren nicht zulässig sind. Heute ging es jedoch um das Patent auf die Tomatenpflanze sowie die sogenannte Schrumpeltomate selbst, die einen geringeren Wassergehalt aufweist und damit besser zu Ketchup verarbeitet werden kann. Der Patentinhaber ist das israelische Landwirtschaftsministerium. Im Oktober hatte das EPA eine öffentliche Anhörung zum Brokkoli-Fall überraschend abgesagt. Trotzdem demonstrierten 300 Menschen vor dem Gebäude des Patentamtes gegen die Monopolisierung von Lebensmitteln.

08.11.2011 | permalink

Weltweiter Widerstand gegen Agro-Gentechnik

Studie: "The GMO emperor has no clothes" Studie: "The GMO emperor has no clothes"

20 Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen aus Asien, Afrika, Amerika, Australien und Europa haben eine gemeinsame Studie veröffentlicht, in der die falschen Versprechungen der Agro-Gentechnik-Industrie und die dazugehörigen Fehlentwicklungen aufgezeigt werden. So hat der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen weder die Lebensmittelsicherheit erhöht noch den weltweiten Hunger eingedämmt oder den Pestizid-Einsatz verringert. Vielmehr hat die Agro-Gentechnik bereits heute zur Zerstörung der Biodiversität und der Lebensgrundlage von Bauern geführt.

07.11.2011 | permalink

Stresstest für Gentechnik-Pflanzen gefordert

Christoph Then Christoph Then: "Man hat den Eindruck, dass das Ergebnis manchmal schon feststeht, bevor die Untersuchungen durchgeführt wurden."

Um die Einführung der Agro-Gentechnik tobt seit Jahren ein heftiger Streit. Obwohl Industrie und Behörden stets versichern, die Pflanzen seien sicher, lehnen Bürgerinnen und Bürger die Gentechnik auf dem Acker überwiegend ab. Kritiker der Agro-Gentechnik stört unter anderem die laxe Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen. Einer von ihnen ist Christoph Then vom Verein Testbiotech, der jüngst eine Studie verfasste, die das EU-Zulassungssystem heftig kritisiert.
Im Interview mit dem Infodienst erklärt Then, wie eine Risikoforschung seiner Meinung nach aussehen müsste. Er fordert eine Art Stresstest für Gentechnik-Pflanzen, bei dem verschiedene Umweltbedingungen berücksichtigt werden. Ob die Pflanzen zugelassen werden oder nicht, sollte seiner Meinung nach grundsätzlich auf politischer Ebene entschieden werden. Then fehlt ein Gesetz, das vorschreibt, gentechnisch veränderte Pflanzen nur dann zuzulassen, wenn deren Verbreitung zeitlich und räumlich kontrolliert werden kann. Auch für die Hersteller von Gentech-Pflanzen brächte dies mehr Sicherheit. Von den Kritikern seiner Studie fordert er, sich einer offenen Diskussion zu stellen, statt lediglich vermitteln zu wollen, alles sei sicher. Seiner Ansicht nach ist dies auch das Problem bei der derzeitigen Forschung: Es entsteht der Eindruck, dass die Ergebnisse schon feststehen, bevor die Untersuchungen überhaupt durchgeführt werden.

03.11.2011 | permalink

Zahl der gentechnisch veränderten Versuchstiere steigt

gentechnisch veränderte tiere Viele Mäuse, Ratten und Fische werden zu Versuchszwecken gentechnisch verändert. ©Grey59/pixelio

Die Zahl der Tierversuche ist im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr erneut um 2,5% gestiegen. Dabei spielt auch die Gentechnik eine immer größere Rolle. Über ein Viertel der Tiere waren gentechnisch verändert, berichtet das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in seinem aktuellen Bericht über Versuchstierzahlen 2010. Besonders Mäuse, Ratten und Fische kamen bei gentechnischen Versuchen zum Einsatz. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche weist außerdem auf 99% Ausschusstiere hin, die getötet werden, weil sie nicht die gewünschten Merkmale aufweisen. Diese Tiere werden in der Statistik nicht erfasst.
Insgesamt liegt die Zahl der Versuchstiere in Deutschland 2010 bei rund 2,9 Millionen. Obwohl das BMELV sich nach eigenen Angaben für die Reduzierung von Tierversuchen einsetzt, starben damit 70.000 Tiere mehr als im Jahr zuvor. Den Anstieg der Zahlen begründete das Ministerium unter anderem mit dem Ausbau des Forschungsstandortes Deutschland.

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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