14.06.2005 | permalink

NABU kritisiert Scheitern des Gentechnikgesetzes

Der Naturschutzbund NABU hat das voraussichtliche Scheitern des Zweiten Gentechnikgesetzes im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat am morgigen Mittwoch scharf verurteilt. "Eine Einigung von Rot-Grün und Union beim Gentechnikgesetz ist nicht zu erwarten. Damit ist ein gutes und im europäischen Kontext verbraucherfreundliches Gesetz vom Tisch", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. CDU/CSU hätten das Gentechnikgesetz im Bundesrat bewusst blockiert und damit letztendlich beerdigt.
NABU: CDU/CSU beerdigen verbraucherfreundliches Regelwerk

14.06.2005 | permalink

Opposition sucht Gentechnik-Einigung - FDP fordert komplette Rücknahme des jetzigen Gentechnikrechts

Die FDP will auf eine schnelle Liberalisierung der roten und grünen Gentechnik drängen, wenn sie nach der Bundestagswahl mit in der Regierung sitzt. Die Expertin der Liberalen für die grüne Gentechnik, Christel Happach-Kasan, forderte die Rücknahme des ersten Gentechnikgesetzes.Die Chancen, dass es bei einem Regierungswechsel zu einer Revision des Gesetzes zur grünen Gentechnik kommt, sind groß. Jedoch: der Union steht auch hier - wie bei der Stammzellenforschung - ein Eiertanz bevor: "In der Regierung müssen wir auch unsere gentechnikkritischen Wähler mitnehmen", heißt es beschwichtigend in der CDU/CSU-Fraktion. "Da machen wir nicht mit", kommentiert dies Hapach-Kasan.
Die Zeit: CDU/CSU und FDP uneins bei der Gentechnik

13.06.2005 | permalink

Zweites Gentechnikgesetz scheitert im Bundesrat

Das zweite Gentechnikgesetz der Bundesregierung ist am Widerstand der Opposition im Bundesrat gescheitert. Beide Seiten hätten sich in der zuständigen Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat nicht auf einen Kompromiss einigen können, sagte die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan.Nach Angaben der FDP-Politikerin hatten Union und Liberale ihre Zustimmung zum zweiten Gentechnik-Gesetz mit Änderungen an dem bereits Anfang Februar getretenen ersten Teil verknüpft. Dies habe die Bundesregierung abgelehnt. Damit sei das Gesetz für diese Legislaturperiode vom Tisch, sagte Happach-Kasan.
Yahoo! Nachrichten (afp)
SPD-Bundestagsfraktion: CDU/CSU und FDP schaden dem Standort Deutschland
Bündnis90/Die Grünen: CDU und FDP provozieren Strafzahlungen durch EU
CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Rot-Grün an sachgerechter Gentechnikentscheidung nicht interessiert

13.06.2005 | permalink

Unternehmen wollen Sortenzulassung für MON 810 einklagen

Monsanto und Pioneer Hi-Bred wollen die Sortenzulassung für ihre genveränderte Maislinie MON 810 in Deutschland vor Gericht durchsetzen. Eine entsprechende Klage ist vorbereitet und wird wahrscheinlich diesen Mittwoch beim Verwaltungsgericht Hannover eingereicht. Die Unternehmen hatten dem Bundeslandwirtschaftsministerium nach der kurzfristigen Absage der Zulassung durch das Bundessortenamt (BSA) eine Frist gesetzt: Bis zum vergangenen Freitag sollte das Ministerium das BSA anweisen, die Sortenzulassung zu erteilen. Dies geschah nicht.In letzter Minute bot Staatssekretär Müller den Unternehmen einen Gesprächstermin an. Die Saatguthersteller verspüren nach den jüngsten kurzfristigen Eingriffen des Ministeriums in BSA-Verfahren allerdings wenig Neigung zu weiteren Gesprächsrunden. Sie wollen im Schnellverfahren klären lassen, dass alle Voraussetzungen für die Sortenzulassung erfüllt wurden.
BW agrar
Frankfurter Rundschau: Monsanto ruft Gericht an
Frankfurter Rundschau: Penetrant. Ein Kommentar.
AgriManager: Saatguthersteller erwägt Klage gegen das BMVEL [09/06/2005]

13.06.2005 | permalink

Greenpeace warnt vor chinesischem Gentech-Reis

Umweltschutzorganisation fordert Importverbot Angesichts der Entdeckung eines weiteren Falls von illegal angebautem Gentech-Reis in China hat die Umweltorganisation Greenpeace am Montag ein Importverbot für Reis aus dem asiatischen Land gefordert. Die Maßnahme solle so lange gelten, bis sichergestellt ist, dass kein gentechnisch veränderter Reis in die Supermärkte gelange.China exportiert laut Greenpeace jedes Jahr mehr als 18.000 Tonnen Reis in die Europäische Union, 40 Tonnen davon gehen demnach nach Österreich. "Während die EU-Kommission bereits Test-Informationen von China verlangt hat und Länder wie Japan, Korea, Großbritannien oder die Slowakei selbst aktiv geworden sind, bleibt die in Österreich zuständige Ministerin Rauch-Kallat untätig", bemängelte die Organisation in einer Aussendung.
derStandard (österr.): Greenpeace fordert Importverbot für Gentech-Reis

10.06.2005 | permalink

Südhessische Landeskirche positioniert sich zur Gentechnik

Gentechnik in Lebensmitteln erregt die Gemüter. Die südhessische "Ev. Kirche in Hessen und Nassau" setzt sich aus ethischer Sicht und wissenschaftlicher Perspektive mit der Gentechnik auseinander. Bereits im April hat sie eine Informationsbroschüre für Verbraucher veröffentlicht, um zur Versachlichung des Themas beizutragen. Die Kirche arbeitet zum Beispiel das Heilsversprechen der Agro-Gentechnik auf, das Welthungerproblem lösen zu wollen.
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau: Dossier Grüne Gentechnik [249 KB, pdf-Dokument]

10.06.2005 | permalink

Keine Einigung bei internationalen Kennzeichnungsregeln von GVOs

Die zweite Konferenz der Vertragsstaaten des Cartagena-Protokolls zur Biologischen Sicherheit in Montreal hat sich nicht auf konkrete Regeln zur Information beim grenzüberschreitenden Handel mit gentechnisch veränderten Agrarprodukten einigen können. Besonders umstritten war die Frage, wie detailliert Exporteure ihre Abnehmer darüber informieren müssen, wenn Massengutlieferungen mit Agrarrohstoffen möglicherweise Bestandteile gentechnisch veränderter Organismen (GVO) enthalten. Dieser Punkt wird bei der nächsten Konferenz im März 2006 in Brasilien erneut auf der Tagesordnung stehen.
Biosicherheit.de: Konferenz zum Cartagena Protokoll in Montreal

10.06.2005 | permalink

Monsanto muss Studie zu Risiken bei umstrittenem Gen-Mais MON863 an Greenpeace herausgeben

"Das Kölner Gericht hat einen Präzedenzfall für dieInformationsfreiheit geschaffen", sagt Gentechnikexperte ChristophThen von Greenpeace. "Monsanto ist mit seinem Versuch, denunliebsamen Untersuchungsbericht geheim zu halten, gescheitert."Laut heute veröffentlichtem Gerichtsbeschluss musseine mehr als 1000 Seiten umfassende Studie über Gesundheitsschädenbei Ratten nach der Verfütterung dieses Gen-Mais jetzt an Greenpeace übergeben undveröffentlicht werden.
Greenpeace news: Greenpeace gegen Gentechnik-Gigant
Beck Aktuell: Gericht erlaubt Greenpeace Einsicht in Tierversuchs-Unterlagen
Special zur Zulassung von MON 863

10.06.2005 | permalink

ko-Landwirtschaft: Ausgebremst und Schutz gegen Gentechnik verweigert

Mit der deutschen Landwirtschaft insgesamt geht es in zunehmendem Tempo bergab: 15.700 Bauernhöfe mußten im Jahr 2004 aufgeben werden und die landwirtschaftliche Fläche nahm um 8.100 Hektar ab.Während dessen verzeichnet die Öko-Landwirtschaft ein - im europäischen Vergleich jedoch schwächliches - Wachstum. Mit lediglich rund fünf Prozent Zuwachs gegenüber 15 bis 22 Prozent in den Vorjahren fiel die Wachstumsrate der Öko-Landwirtschaft in den letzten Jahren auf den Stand von 1995 zurück. Zugleich wuchs der Markt für Öko-Lebensmittel im Jahr 2004 um nahezu 12 Prozent. In den letzten zehn Jahren entstanden nach Angaben des 'Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft' (BÖLW) in Erzeugung, Verarbeitung und Handel ökologischer Lebensmittel rund 75.000 neue Arbeitsplätze. Dennoch muß festgestellt werden - wie auch der BÖLW bestätigt - , daß nach wie vor auch unter "Rot-Grün" die Öko-Betriebe im Durchschnitt weniger Förderung erhalten als konventionelle.
Netzwerk Regenbogen

10.06.2005 | permalink

Agrogentechnik: viele Fragen - starker Dissens - einige Antworten

Der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft und derLebensmittelherstellung wurde im Jahr 2004 bei Landwirten, Verbrauchern, Wissenschaftlernund Politikern kontrovers diskutiert. Der Informationsbedarf war sehr hoch.In 28 öffentlichen Veranstaltungen, bei mehreren Fachgremien sowie in den Landtagen vonRheinland-Pfalz und Hessen sprach Dr. Maren Heincke, "Referentin für den ländlichenRaum" vom ZGV, über die sogenannte "Agrogentechnik". Annähernd 2000 Personen wurdendadurch 2004 erreicht. Maren Heincke hat die Erfahrungen ihrer zahlreichen Veranstaltungen in Form eines Fragen und Antworten-Katalogs zusammengefasst und die typische Diskussionsthemen schlaglichtartig dargestellt. Der Jahresberichts richtet sich besonders an "GVO-Laien", die von dem Thema vielleicht zum ersten Mal hören.
Jahresbericht zur Veranstaltungsreihe über Agro-Gentechnik 2004 [92 KB, pdf-Dokument, Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN]

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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