01.07.2005 | permalink

Saatgutkrieg in Dänemark: Monsanto verklagt Sojabohnenexporteur wegen Patentverletzung

Jetzt zerrt Monsanto erstmals einen Sojabohnenexporteur wegen Patentverletzung vor den Kadi. Und zwar in Dänemark. Der Exporteur habe argentinische Sojabohnen nach Dänemark eingeführt, in denen das Genkonstrukt von Monsanto nachweisbar ist. Monsato geht davon aus, dass die Sojabohnen mit illegal genutzten Saatgut erzeugt wurden. Das ist auch sehr wahrscheinlich, denn nur 20 Prozent des eine Milliarde US-Dollar umfassenden Saatgutmarkts in Argentinien ist legal. Immerhin 80 Prozent werden schwarz gehandelt. Und über 90 Prozent der Soja in Argentinien stammt von Gentech-Saatgut ab, vor allem aus dem Hause Monsanto.
die tageszeitung

01.07.2005 | permalink

Unionsregierung würde "gentechnische Farbenlehre" neu definieren

Eine von der Union geführte Regierung würde im Falle eines Wahlsieges die politische Farbenlehre bei der Gentechnik neu definieren. Bei der so genannten roten Gentechnik, die im medizinisch-pharmazeutischen Bereich eingesetzt wird, würden die Signale, die gerade auf "Go" umgelegt werden sollen, in der Stopp-Position arretiert.Bei der so genannten grünen Gentechnik, die mittels gentechnischer Verfahren oder gentechnisch veränderter Organismen (GVO) die landwirtschaftlichen Erträge steigern will, stände unter einer Unionsregierung eine grundlegende Neuausrichtung an. Der Union ist die derzeitige rechtliche Basis für den Freisetzung von GVO zu restriktiv.
Dow Jones

29.06.2005 | permalink

Gentechnikfreies Rapssaatgut gibt es inÖsterreich

Das lange Ärgern über die Weigerung der deutschen Pflanzenzüchter keineverlässliche Garantie über die Gentechnikfreiheit im Saatgut zu geben, ist zu Ende.Die österreichischen Rapsvermehrer verkaufen gerne auch an deutsche Abnehmer,Einkaufsgemeinschaften und Bauern. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicheLandwirtschaft (AbL) hat recherchiert und Verkaufstellen vom Rapssaatgutzusammengestellt. Für süddeutsche Bauern ist es eine ernsthafte Alternative, vorallem wenn mehrere Bauern gemeinsam bestellen. Allerdings ist das Sortenangeboteingeschränkt. Für norddeutsche Bauern lohnt sich der Kauf wohl nur, wenn sichgrößere Einkaufgemeinschaften bilden.
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft [78 KB, pdf-Dokument]

29.06.2005 | permalink

Weniger oder mehr Hunger?

Weltweit wachsen die Flächen, auf denen gentechnisch veränderte Saaten angebaut werden - auch Landwirte in manchen Entwicklungsländern setzen darauf. Für die Anbieter ist die Gentechnik auch ein Mittel gegen den Hunger in der Welt, entwicklungspolitische Organisationen in Deutschland sind da allerdings skeptisch. Ob die Gentechnik für die Welternährung erforderlich ist, war Thema einer Tagung der Evangelischen Akademie Iserlohn.
Deutschlandfunk

29.06.2005 | permalink

Fütterungsstudie zum MON 863

Monsanto hat seine Fütterungsstudie zum MON 863 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die laufende Prüfung der Monsanto-Studie durch unabhängige Wissenschaftler bestätigt Zweifel an der Sicherheit des MON 863. Noch ist nicht abschließend geklärt, ob die negativen Effekte bei den Versuchsratten im Zuge der Sicherheitsforschung auf den Gentech-Mais zurückgehen.Die Unregelmäßigkeiten in Monsantos Zulassungsantrag für den Mais brachte ein französischer Beamter im letzten September zu Tage. Die Fütterungsversuche an den Ratten waren im Zulassungsantrag nicht sauber ausgewertet worden. Nach Aufforderung von Greenpeace hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April dieses Jahres die Freigabe der Studie beschlossen, die dem Antrag zugrunde liegt. Monsantos Beschwerde infolgedessen hat das Oberverwaltungsgericht Münster abgewiesen.
Monsanto: 90-day rat feeding study for MON 863, Full Report [5,7 MB, pdf-Dokument, engl.]
Monsanto: 90-day rat feeding study for MON 863, Summary [224 MB, pdf-Dokument, engl.]
Die Wochenzeitung: Mais im Ministerrat
ZDF heute-Video: Studien müssen auf den Tisch
ZDF heute: Brisante Ergebnisse in umstrittener Studie
Berichte zur Studie von unabhängigen Wissenschaftlern

28.06.2005 | permalink

BfN legt Konzept zur Beobachtung von GVOs vor

In Anbetracht einer zu erwartenden steigenden Anzahl von Freisetzungen mitgentechnisch veränderten Organismen (GVO) schreibt die EU-Freisetzungsrichtlinieden zügigen Aufbau einer bundesweiten Umweltüberwachung von GVO an. Die Wirkungen, die vonGVO ausgehen können, sind in ein komplexes Netzwerk von Ökosystem-Komponenteneingespannt, die für Risikobewertung und -management von Gentechnik eineLangzeitbeobachtung erforderlich machen.Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat im Projekt-Modell zum GVO-Pollenmonitoring eine standardisierbare Beobachtungs- und Überwachungsmethode entwickelt.
Bundesamt für Naturschutz: Studie zum GVO-Pollenmonitoring

28.06.2005 | permalink

10 Millionen Euro für Gentechnik-Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung für die biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen in den kommenden drei Jahren mit 10 Millionen Euro. In 24 Projekten solle untersucht werden, wie sich die bei den Pflanzen gentechnisch erzeugte Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika und Herbizide auswirke, teilte das BMBF am Montag in Berlin mit. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse solle in einem weiteren Projekt gefördert werden.
BMBF fördert Sicherheitsforschung in der grünen Gentechnik

28.06.2005 | permalink

Kursänderung der Gentech-Politik in NRW: Uhlenberg will eigene Erfahrungen sammeln

"Im Interesse der Landwirte und der Verbraucher sollen die verantwortbaren Potentiale der grünen Gentechnik weiterentwickelt und für die Nutzung zugelassen werden, wobei die Wahlfreiheit der Verbraucher durch Kennzeichnung zu gewährleisten ist." Diese Vereinbarung haben CDU und FDP in ihren Koalitionsvertrag für ein Regierungsbündnis in Nordrhein-Westfalen (NRW) zum Kapitel "Verbraucherschutz" aufgenommen.Im Interview mit dem Westfälischen Anzeiger bejaht der neue Landwirtschafts- und Unweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in NRW: "Dies ist ein weltweiter Prozess. Auch wir möchten in der Landwirtschaft hierzulande unsere eigenen Erfahrungen sammeln. Und deshalb wird es hier eine Kursänderung geben." Den Umweltschutz werde er "fair behandeln".
Entwurf der Koalitionsvereinbarung in NRW [pdf-Dokument, 16/06/2005]
Evangelischer Pressedienst: Neue NRW-Regierung will Gen-Anbau erleichtern
Wikipedia: Infos zu Eckhard Uhlenberg

25.06.2005 | permalink

Schweiz:Kein Rückzug der Gentechfrei-Initiative

Die Initiative mit ihrem fünfjährigen GVO-Moratorium habe in der Volksabstimmung bessere Aussichten denn je. Als Abstimmungstermine für die Initiative "für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft" kämen der 27. November 2005 oder der 12. Februar 2006 in Frage, teilte die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie weiter mit. Der Bundesrat dürfte am 29. Juni über das Abstimmungsdatum entscheiden. Das eidgenössische Parlament hatte sich am 17. Juni in der Schlussabstimmung mit 93 zu 92 bei 4 Enthaltungen (Nationalrat) und 35 zu 10 (Ständerat) gegen die Initiative ausgesprochen.
Nachrichten.ch

25.06.2005 | permalink

Genmais ist ein Labor auf dem Acker

"Es gibt bislang unüberschaubare potenzielle Risiken. So lange sollte es keinen Genmais oder Genraps auf den Feldern geben", empfiehlt Agrar-Experte Klaus-Peter Wilbois im Interview mit der taz zum Umgang mit der Agro-Getnechnik.Er weist darauf hin, das zur herkömmlichen Züchtung ein entscheidenner Unterschied besteht:"Bei den klassischen Züchtungen werden die entstandenen Kreuzungsprodukte wieder und wieder ausgesät, bevor sie in den Anbau kommen. Über viele Generationen kann die Pflanze entscheiden, ob sie mit den neuen Eigenschaften weiterleben will. Was nicht passt, wird eliminiert - oder die Pflanze eliminiert sich selbst."KLAUS-PETER WILBOIS, 43, ist Bauernsohn und promovierter Agrarwissenschaftler. Am "Forschungsinstitut für biologischer Landbau Deutschland" ist er zuständig für Saatgutproduktion und Pflanzenzüchtung. Dazu gehört auch eine Internet-Datenbank für ökologisch hergestelltes Saatgut
die tageszeitung

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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