11.07.2005 | permalink
"Wir werden für die Entwicklung der Bio- und Gentechnologie den notwendigen und verantwortbaren Rechtsrahmen schaffen" so lautet die Ankündigung in dem am Montag vorgestellten CDU/CSU-Wahlprogramm. Diese Aussage fand sich bezeichnender Weise unter dem Punkt "Innovationen". Genauere Aussagen zum Einsatz der Agro-Gentechnik in der Landwirtschaft lieferte das Wahlrogramm nicht. Es ging auch nicht auf die Folgen der gentechnischen Produktion für den Verbraucherschutz ein. Die Formulierung von einer "1 : 1 Umsetzung der EU-Regelungen" ist noch einer der konkretesten Sätze, die sich im Abschnitt zur Landwirtschaft über die Gentechnik finden lässt. In diese Richtung deutete wohl auch das missglückte Sprachbild von Angela Merkel auf der Pressekonferenz: "Der Staat solle mehr Gärtner und nicht Zaun". Fazit: Die CDU/CSU will offenbar nicht mehr die von ihr angekündigte Offensive zur Agro-Gentechnik offen vertreten. Die Union versucht mit Hilfe einer Vertuschungstaktik, die Wähler nicht zu beunruhigen.
Süddeutsche Zeitung: Das Wahlprogramm: 1.11 Neue Perspektiven für Landwirtschaft und Verbraucherschutz
BUND: Umwelt und Gesundheit kommen unter die Räder
Bioland: Freifahrtschein für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
Bündnis90 / Die Grünen: Verbraucherpolitik von CDU/CSU rückwärtsgewandt und ohne Perspektive
10.07.2005 | permalink
2002 kam im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh BT-Baumwollsaatgut auf den Markt. Nach Angaben des Herstellers und US-Multis Monsanto sei es resistent gegen den Baumwollkapselwurm, den ärgsten Feind der Pflanze. Begleitet wurde die Einführung der BT-Pflanze mit einer groß angelegten Werbekampagne im Fernsehen, im Radio und in den Tageszeitungen. Hunderte von Saatguthändlern reisten übers Land, priesen die Vorzüge des BT-Saatguts an: Höhere Ernteerträge, kein Pestizideinsatz.Im vergangenen Jahr kam es dann zum Desaster. "Auf 25.000 Morgen Land, auf denen Kleinbauern die BT-Baumwolle gepflanzt hatten, gab es eine völlige Missernte", beklagt sich Shri Raghuveera Reddy, der Agrarminister des Bundesstaates.
Telepolis: Verkauf von Bt-Saatgut in Indien wegen Missernten verboten
08.07.2005 | permalink
Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern und Winzern sollen im Elsass genveränderte Weinstöcke angepflanzt werden. Die Weinstöcke sollen gegenüber einer Virus-Krankheit immun sein. Die Winzer fürchten um das Renommée ihres Weins.Dennoch stösst das geplante Experiment bei der AVA, der rund 400 elsässische Winzer angehören, auf Widerstand. «Wir fürchten um den guten Ruf unserer Weine», betonte Verbandspräsident Gérard Boesch. Es gebe keinen Grund, den Freilandversuch ausgerechnet im Elsass zu unternehmen, zudem die Grenzregion von der Reisigkrankheit kaum betroffen sei.
Schweizerbauer: Schlechtes Image für elsässische Weine
08.07.2005 | permalink
In den vergangenen Monaten gab es in den Medienverstärkt Meldungen, wonach mit Provitamin A gentechnischangereicherter Reis - so genannter Golden Rice - auch zur Verhütungvon Kinderblindheit beitragen könne. Die dadurch verbreitete Euphoriekann man bei der Christoffel-Blindenmission (CBM), der weltweitgrößten Fachorganisation auf dem Gebiet der Blindheitsheilung und-verhütung, nicht nachvollziehen.
Presseportal: Kein Durchbruch im Kampf gegen Kinderblindheit
07.07.2005 | permalink
Afrikas führende gemeinnützige landwirtschaftliche und wissenschaftliche Organisation, die Africa Harvest Biotech Foundation International will mit neuem genetisch verändertem Sorghum den Hunger von Mio. Menschen stillen. Die Anfang der Woche verschickte Meldung, wonach die von der Bill & Melinda Gates Foundation finanzierte Beihilfe Grand Challenges in Global Health in Höhe von 16,9 Mio. Dollar die Probleme lösen soll, stimmt Experten skeptisch. Nach Ansicht von Umwelt- und Gentechnikexperten verbergen sich hinter dem Vorhaben neue Gefahren.
Pressetext Deutschland
06.07.2005 | permalink
In der Frage der Gentechnik ist der neue NRW-Landwirtschaftsminister, Eckard Uhlenberg, wenig verbraucherfreundlich. Zwar lehnt die große Mehrheit der Verbraucher jede Form von Gentechnik in der Landwirtschaft ab, CDU und FDP befürworten jedoch ausdrücklich die Ausweitung: "Hier kommt ein Stück Realität in der Landespolitik an. Man hat auf europäischer Ebene den Rahmen gesetzt für Gentechnik in der Landwirtschaft, da können wir doch nicht so tun, als ob uns dieser Rahmen nicht interessiert. Wir können ja nicht einfach die Grenzen zumachen. Den weltweiten Entwicklungen können wir uns nicht verschließen, denn dabei geht es nicht zuletzt um neue Arbeitsplätze in NRW", erklärt der Minister und Landwirt Uhlenberg im Interview mit der taz.
die tageszeitung
06.07.2005 | permalink
Genmanipulierter BT-Reis ist bisher weltweit in keinem einzigen Land zugelassen, auch nicht in China. Nach Presseberichten wurde allerdings in China illegal gentechnisch veränderter Reis aufgefunden. Nach Eurostat-Zahlen importierte die EU im Jahr 2003 immerhin 15.000 Tonnen Reis aus China. Die Europaabgeordnete Hiltrud Breyer hat bei der Kommission nachgefragt, welche Maßnahmen zum Schutz des europäischen Marktes vor unerwünschten Importen ergriffen werden. Herr Kyprianou, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, hat jetzt im Namen der Kommission geantwortet.
Anfrage an die EU-Kommission und Antwort des Kommissars für Verbraucherschutz [77 KB, pdf-Dokumnet]
Greenpeace: Gen-Reis in China außer Kontolle [13/04/2005]
05.07.2005 | permalink
Das Oberlandesgericht (OLG) Köln sprach Greenpeaceheute erneut das Recht zu, Produkte des Milchkonzerns Müller als"Gen-Milch" zu bezeichnen. Obwohl Müller genmanipulierteFuttermittel an die Milchkühe verfüttern lässt, wollte der Konzernbereits vergangenes Jahr Greenpeace die Verwendung des Begriffs"Gen-Milch" gerichtlich untersagen lassen. Das OLG Kölnentschied jedoch am 28. Oktober 2004, dass Müller-Produkte alsGen-Milch bezeichnet werden dürfen, da ein "von Gentechnikbetroffenes Produkt vorliege."
Greenpeace gewinnt erneut Rechtsstreit
Die Welt: Müller Milch unterliegt Greenpeace
AKTION: Protestieren Sie gegen Gen-Futter bei Müllermilch
05.07.2005 | permalink
Mit dieser Aktion wollen wir - Verbände der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft, Umweltschutzorganisationen, Verbraucherzentralen und viele weitere Organisationen - öffentlich und deutlich zeigen, wie groß in Deutschland die Unterstützung für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur ist und wie deutlich Gentechnik in der Lebensmittelproduktion abgelehnt wird.Dazu werden am 11. September 2005 in möglichst vielen Orten des Landes Verbraucherinnen und Verbraucher eine Mahlzeit aus ökologischen Lebensmitteln herstellen, einen Tisch an einen vereinbarten öffentlichen Platz bringen und dort zusammen mit den anderen Teilnehmern der Aktion tafeln!
BÖLW: Aktion am Sonntag, dem 11. September 2005
01.07.2005 | permalink
Jetzt zerrt Monsanto erstmals einen Sojabohnenexporteur wegen Patentverletzung vor den Kadi. Und zwar in Dänemark. Der Exporteur habe argentinische Sojabohnen nach Dänemark eingeführt, in denen das Genkonstrukt von Monsanto nachweisbar ist. Monsato geht davon aus, dass die Sojabohnen mit illegal genutzten Saatgut erzeugt wurden. Das ist auch sehr wahrscheinlich, denn nur 20 Prozent des eine Milliarde US-Dollar umfassenden Saatgutmarkts in Argentinien ist legal. Immerhin 80 Prozent werden schwarz gehandelt. Und über 90 Prozent der Soja in Argentinien stammt von Gentech-Saatgut ab, vor allem aus dem Hause Monsanto.
die tageszeitung
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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
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