01.08.2005 | permalink
Das Bündnis für die Gentechnikfreie Region Mittlerer Oberrhein hat einen Forderungskatalog an die Kandidaten der Bundestagswahl aufgestellt: Diejenigen, die mit dem Einsatz der Gentechnik Geld erwirtschaften wollen, müssen für die ökonomischen Schäden ihrer Nachbarn aufkommen. Es soll einen freien Zugang zum Standortregister geben. Wer wissen will, wo sich Felder mit Gentech-Pflanzen befinden, muss dies ohne bürokratische Hürden frühzeitig in Erfahrung bringen können. Der Anbau genveränderter Pflanzen muss spätestens abgebrochen werden, wenn sich herausgestellt hat, dass für bestimmte Kulturen eine Koexistenz von gentechnisch veränderten mit konventionell und biologisch angebauten Pflanzen unmöglich ist.
Karlsruhe news.de: Gentechnikfreie Regionen wollen Schutz
Forderungskatalog der Gentechnikfreien Region Mittlerer Oberrhein
01.08.2005 | permalink
Etwa 300 Umweltschützer aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz haben in Strausberg (Märkisch-Oderland) bei Berlin gegen den kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen protestiert. Die angekündigte Zerstörung eines zehn Hektar großen Feldstückes mit Genmais konnte die Polizei bis zum Sonntagnachmittag jedoch verhindern. Die Beamten hatten das Feld mit Hunderten Beamten umstellt und den Demonstranten die Auflage erteilt, sich dem Acker auf höchstens 250 Meter zu nähern.
Frankfurter Rundschau: Fort Knox auf dem Acker
Die Welt: 250 Menschen protestieren gegen Agro-Gentechnik
Der Tagesspiegel: Festung Maisfeld
Berliner Morgenpost: Polizeischutz für Genmais
Märkische Allgemeine Zeitung: Nur einer schafft es bis auf`s Feld
telepolis: Streit im Kornfeld - "Es gibt kein Jein zur Gentechnik" (Dossier)
taz: Kein Problem für den Rechtsstaat (Kommentar)
Bürgerinitiative Gendreck-weg: Gendreck Feldbefreiung erfolgreich (Presseerklärung)
Tagesschau: Gen-Protest (Video)
Umbruch Bildarchiv: Fotos zur Aktion
01.08.2005 | permalink
Gentechnisch veränderter Raps brachte unerwünschten GV-Wildsenf hervorIn Großbritannien werden derzeit keine gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) kommerziell angebaut. Allerdings zeigte eine groß angelegte Feldstudie auf der Insel bereits negative Auswirkungen von herbizidresistenten Gen-Pflanzen auf die Biodiversität. Weniger Wildkräuter und weniger Insekten bei Gen-Raps und Gen-Rüben, so das ernüchternde Ergebnis. Und - obwohl es kaum ein Wissenschaftler für möglich gehalten hätte - fand sich jetzt sogar ein Superunkraut, das bei diesen - inzwischen beendeten - Freilandversuchen mit herbizidresistentem Raps entstanden war. Ein Wildsenf enthält das Genkonstrukt des herbizidresistenten Raps.
telepolis: Das Superunkraut, das aus dem Gen-Raps kam
01.08.2005 | permalink
Eigentlich sollte in Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal auf größeren Flächen Gentech-Mais kommerziell gepflanzt werden, doch mancher Landwirt machte im Frühjahr angesichts der öffentlichen Proteste dann doch einen Rückzieher. Ganz anders dagegen gehen Bauern und Bevölkerung in Rumänien mit dem Saatgut aus dem Gen-Labor um: Dort säen Landwirte seit dem Jahr 2000 in großem Stil gentechnisch veränderte Soja aus. Der Anbau dieser Pflanzen gerät aber langsam außer Kontrolle.
Deutschlandfunk: Rumänien als El Dorado für den Gentech-Anbau
01.08.2005 | permalink
Die Bio-Fachpresse frohlockt. Immer mehr Öko-Nahrungsmittel kämen auf den Markt, und bereits 28 672 Produkte trügen das deutsche Bio-Siegel. Doch erkauft wird dieses Wachstum zum einen mit extrem weit gereisten und damit ökologisch kaum noch akzeptablen Bio-Produkten und zum anderen durch aufgeweichte Anbauregeln. Die machen es auch milliardenschweren Konzernen leicht, im hochpreisigen Bio-Markt mitzuverdienen, ohne sich allzusehr um die ursprünglichen ökologischen Anliegen zu scheren. So kommt es, dass das größte brasilianische Industriekonglomerat Votorantim, das mit seinem Agro-Unternehmen Citrovita jährlich rund 8000 Tonnen konventionelles Orangensaftkonzentrat auf den Weltmarkt wirft und an gentechnisch veränderten Orangenbäumen forscht, deutschen Supermärkten gleichzeitig Bio-Orangensaft liefert.
Neues Deutschland: Spiel mit doppeltem Boden
30.07.2005 | permalink
In Australien sind Bauern, Agrarverbände und Umweltschützer gleichermaßen alarmiert: In einer Lieferung konventionell angebauten Rapses für Japan wurden gentechnische Verunreinigungen gefunden.Bei dem genmanipulierten Raps handelt es sich um die Sorte Topas19/2 von Bayer CropScience. Der Gen-Raps ist in Australien nicht für den Verzehr zugelassen. Für die australischen Bauern entsteht daraus ein existenzielles Risiko.Australische Greenpeacer haben spontan auf den Fund reagiert: In weißen Anzügen mit dem Schriftzug Gentechnik-Kontrollteam statteten sie der Konzernzentrale in Melbourne einen Besuch ab. Und wurden für diese friedliche Aktion prompt verhaftet. Bayer CropScience war offenbar besorgter über die Kontaminierung des Unternehmens durch Umweltschützer als über die Kontaminierung australischer Äcker und Exporte mit verbotenem Gen-Raps.
oekonews.de
Neues Deutschland: Australiens Landwirte besorgt über illegalen Gentech-Raps [22/07/2005]
29.07.2005 | permalink
Eine neue Form des Protestes: Die Kampagne "Gendreck weg!" kündigt für das Wochenende am 30./ 31. Juli an, dass sie einen Maisacker in der Nähe von Berlin verwüsten will. Bisher zerstörten Gen-Gegner Pflanzen heimlich, diesmal wird die Polizei zur Tat geladen. Michael Grolm hat die Straftat präzise geplant. Datum: Sonntag, 31. Juli, 14 Uhr. Treffpunkt: ein Zeltcamp in Strausberg, Brandenburg. Deckname: "Tanz in den Mais". Grolm wird zu Fuß aufbrechen und nach drei Kilometern zu seinem Ziel gelangen. Es ist ein 50 Hektar großes Maisfeld, mitten im Naturpark Märkische Schweiz. Er wird den Acker zerstören. "Befreien", sagt er, der noch Gleichgesinnte sucht.Grolm hat die Kampagne "Gendreck weg" initiiert. Der 33-jährige Agraringenieur kämpft gegen Pflanzen auf dem Acker, die gentechnisch verändert wurden. Dass jemand Genfelder verwüstet, ist nicht neu. Doch dass jemand die Sabotage in aller Öffentlichkeit plant - statt im Geheimen -, und Entschädigungszahlungen ankündigt - das ist schon sehr selten. Grolm sagt: "Ich will nicht kriminalisiert werden." Deshalb lädt er auch die Polizei ein, die Tat zu beobachten. Zudem will er kurz vorher eine Anzeige schalten, in der die Namen aller Beteiligten stehen.
Frankfurter Rundschau: Blockaden (Kommentar, 22.07.2005)
taz: Der "Tanz in den Mais" (24.07.2005)
RBB: Kritik des Landkreises an Gen-Maisaktion (27.07.2005)
Presseerklärung BUND Brandenburg: Gegen Gentechnik (28.07.2005)
Frankfurter Rundschau: Entschädigung schon ausgehandelt (28.07.2005)
Sonnenseiten: Bürgerinitiative gegen Gen-Mais (29.07.2005)
Nordkurier: Auflagen zum Genmais-Protest (29.07.2005)
Bürgerinitiative Gen-Dreck-Weg
28.07.2005 | permalink
Als erste österreichische Molkerei hat die Niederösterreichische Molkerei (NÖM AG) ihre gesamten Frischmilch-Produkte auf "gentechnikfrei" umgestellt. Mit rund jährlich 100 Millionen Liter Frischmilch stellt die zweitgrößte Molkerei in Österreich etwa ein Drittel ihrer Milchprodukte um. Rund 2100 Landwirte sollen dazu eine gentechnikfreie Fütterung vornehmen.
dlz - Deutsche Landwirtschaftszeitung: Gentechnikfreie Milch
Greenpeace: Milch ohne Gentechnik - es geht doch! - Müller-Milch soll auf Gen-Pflanzen als Futter verzichten
Die Presse (Österreich): Milchwirtschaft - gentechnikfrei zu höheren Preisen?
25.07.2005 | permalink
Die Union will bei einem Wahlsieg in den ersten 100 Tagen ihrer Regierung das Gentechnikgesetz von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) in entscheidenden Punkten revidieren. Nach dem in diesem Jahr in Kraft getretenen Gentechnikgesetz müssen Genbauern auch für unbeabsichtigte Genveränderungen auf konventionell bewirtschafteten Nachbarfeldern haften."Wir werden deshalb dafür sorgen, dass Landwirte beim GVO-Anbau nur haften, wenn sie die Regeln guter fachlicher Praxis nicht beachtet haben," kündigte CSU-Agrarfrau Gerda Hasselfeldt an. Was Gerda Hasselfeldt und das Handelsblatt verschweigen: Nach Vorstellungen der CDU&CSU soll die Regeln für die gute fachlichen Praxis die Industrie selbst festlegen.
Das Handelsblatt: Union kündigt Gentechnik Wende an
22.07.2005 | permalink
Wie schwer es manchmal ist, ohne transgene Organismen auszukommen, zeigt der Weg zu Deutschlands erster gentechnikfrei erzeugter, konventioneller Milch. Dazu brauchen herkömmliche Landwirte gentechnik-freies Sojaschrot, wie es bis heute in Nord-Brasilien angebaut wird.Bauern berichten, dass spontane Zusagen des Landhandels, die gewünschte Ware prompt zu liefern, in den folgenden Gesprächen stets zurückgezogen wurden. Die Union kündigte indessen an, die Gentechnik im Falle eines Wahlsieges kräftig zu fördern.
Frankfurter Rundschau: Blockade
Gehe zu Seite: ← ... 214 215 216 217 218 219 220 221 222 ... →
Newsletter bestellen
● Gentech-Kartoffel:
BASF zieht sich zurück
● Bt-Mais und Bienen:
EuGH-Urteil: Großer Erfolg für Imker-Bündnis
● Patente:
Tomaten-Patent in höchster Instanz

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen.
Spenden Sie hier!
Bestellen Sie den Flyer hier
Das PDF bekommen Sie hier
Die Guten Gründe online
Alle Informationen auf dieser Seite sind kostenlos. Das heißt aber nicht, dass unsere Arbeit nichts kostet. Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt!
Online-Spende hier!
.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst