10.08.2005 | permalink
Wieder hat sich ein Versprechen der Gentechnik-Industrie in Luft aufgelöst. Indische Wissensschaftler attestieren der genmanipulierten Baumwolle im Land, dass sie ohne Nutzen ist. Die so genannte Bt-Baumwolle enthält Erbgut des Bacillus thuringiensis (Bt), das in der Pflanze die Produktion eines Insektengiftes bewirken soll. Mit dessen Hilfe soll sich die Pflanze gegen ihren schlimmsten Fraßfeind, eine kleine Raupe, verteidigen können. Doch genau diesen von der Industrie behaupteten Effekt konnten die Forscher nicht finden.
Greenpeace
Telepolis: Asiatischer Dämpfer für grüne Gentechnologen [10/07/2005]
09.08.2005 | permalink
Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) und die Agrarindustrie stehen vor einem schweren Konflikt um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Dienstagsausgabe) haben mehrere Unternehmen Klage gegen das Künast unterstellte Bundessortenamt eingereicht. Damit wollen sie eine Sortenzulassung für die umstrittene Gen-Maissorte MON 810 in Deutschland erzwingen. Zu den Klägern gehört unter anderem der US-Saatgutkonzern Monsanto. Die Klageschrift wurde der Zeitung zufolge beim Verwaltungsgericht Hannover eingereicht. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin bestätigte dem Blatt zufolge die gerichtlichen Auseinandersetzungen.
yahoo!Nachrichten (afp)
die tageszeitung: Gentech-Mais per Gerichtsbeschluss
die tageszeitung: EU-Kommission: Gen-Mais für alle
Der Spiegel: Unternehmen wollen Zulassung gerichtlich erzwingen
SPD: Verbrauchervertrauen in Genmais laesst sich nicht erzwingen
Die Grünen: Klage von Monsanto: Grüne Zitrone für schlechtestes Firmen-Image und PR-Arbeit
Hintergrundinfos und Studien zum MON 810
09.08.2005 | permalink
Die Union arbeitet schon jetzt an einem Gesetzentwurf zur Änderung des Gentechnikrechts, der nach einem etwaigen Sieg bei der geplanten Bundestagswahl am 18. September noch im Herbst in das parlamentarische Verfahren eingebracht werden soll. In der vergangenen Woche versammelte der Beauftragte der CDU/CSU-Fraktion für die Bio- und Gentechnologie, Helmut Heiderich, Vertreter von 20 Verbänden der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, der Pflanzenzucht, Gewerkschaften, der Industrie und Forschung sowie der Versicherungswirtschaft in Berlin. Von Seiten der unionsgeführten Bundesländer nahm Ministerialdirektor Rainer Arnold vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium an der vorgezogenen "Anhörung" teil.
Land&Forst
Im Bundesrat haben die Unionsländer eine Änderungsliste zum Gentechnikgesetz bereits formuliert.
Greenpeace: Analyse zu den vorgesehenen Änderungsvorschlägen der Länderkammer [207 KB, pdf-Dokument, 2670472005]
08.08.2005 | permalink
Die Europäische Kommission hat heute das Inverkehrbringen der gentechnisch veränderten Maissorte MON 863 für die Einfuhr und die Verarbeitung zu Tierfutter genehmigt. Die Entscheidung erstreckt sich weder auf die Verwendung als Lebensmittel noch auf den Anbau. Der Mais wurde von Monsanto so verändert, dass er gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist. Die Genehmigung wurde Monsanto für 10 Jahre erteilt.
Europäische Kommission
derStandard: Gen-Mais in Kürze auch auf dem Esstisch?
nachrichten.ch: Zulassung ohne Einigkeit
Frankfurter Rundschau: Gen-Mais-Konstrukt in der Kritik
Die Grünen im Europäischen Parlament: Zulassung von gentechnisch verändertem Mais durch dieHintertür? [22 KB, pdf-Dokument]
Studien und Dokumente zum MON 863
08.08.2005 | permalink
Diskussionsrunde (Moderation: Nina Ruge) mit Experten zum Thema Gentechnik, u.a. mit Prof. Ernst-Ludwig Winnacker (Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft / DFG), Prof. Oliver Brüstle (Universitätsklinikum Bonn), Andreas Barner (Vorstandsvorsitzender des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller / VFA) und ManfredKock (ehem. EKD-Ratsvorsitzender) - lief bereits vor einigen Wochen auf PHOENIX
Phönix
Offener Brief an Prof. Winnacker mit Presseinfo
08.08.2005 | permalink
Im südfranzösischen Departement Gers lässt ein junger Bio-Landwirt seine Felder von Aktivisten vernichten. Er hält sein Feld für verseucht, weil auf der angrenzenden Parzelle gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. "Absolut" war bei dieser symbolischen Aktion dabei, um die Hintergründe der Diskussion besser zu verstehen, die Umweltschützer und Wissenschaftler entzweit.
Arte
05.08.2005 | permalink
Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel findet, dass im Bereich der grünen Gentechnik die deutschen Gesetze zurückgenommen werden sollen, die über die EU-Regeln hinausgehen. Bei den möglichen Umweltschäden der Gentechnik wird die CDU dann aber richtig bürokratisch. Statt die Haftung unbürokratisch den Herstellern und Anwendern aufzubürden, wird ein Haftungsfonds konstruiert, in den Täter und Opfer gleichberechtigt einzahlen dürfen: die Biotechnikunternehmen, die Züchter, der Staat in der Startphase und die Landwirte inklusive der Biobauern.
die tageszeitung: Das Nestlé-Programm
die tageszeitung: Die Agrarpolitik der anderen Parteien
05.08.2005 | permalink
Auf Grund der großen Nachfrage gibt es jetzt eine zweite aktualisierte Auflage der Broschüre "Gen-Mais in Deutschland". Sie gibt einen aktuellen Überblick über die politische und ökonomische Entwicklung des Gentech-Anbaus in Deutschland. Für Landwirte und Imker stellt das Heft die praxisrelevanten Pflichten und Rechte zusammen. Darüber hinaus zeigen die Verfasser die Risiken der Technologie auf, stellen Alternativen zur Nutzung der Gentechnik vor und analysieren die Strategien der Gentech-Industrie.Eine Karte mit den Standorten der Gen-Maisfelder und Angaben zu den gestoppten Anbauplänen findet der Leser in der Mitte des Hefts.Gmeinsame Herausgeber der Broschüre "Gen-Mais in Deutschland" sind die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Greenpeace und der Bund Ökologische Landwirtschaft.Sie können die Broschüre kostenlos bestellen. Tel: 040-30 618 120 (Greenpeace)
Broschüre "Gen-Mais in Deutschland" [766 KB, pdf-Dokument]
05.08.2005 | permalink
Seit Anfang des Jahres dürfen in Deutschland genetisch veränderte Pflanzen unter strengen Auflagen angebaut werden. Erprobt werden soll auch, ob das "friedliche" Nebeneinander von Gen-Bauern und traditionell wirtschaftenden Landwirten möglich ist. De facto aber ist der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft bereits im Keim erstickt. Die strengen Haftungsregeln, die Rot-Grün im ersten Gentechnikgesetz festschrieb, nehmen die Gen-Landwirte notfalls kollektiv in die Pflicht: Falls Pollen ihrer Felder genfreie Flächen "verunreinigen", müssen sie Entschädigung zahlen. Dieses Risiko macht der Gentechnik vorläufig den Garaus.
Westdeutsche Allgemeine
WAZ-Umfrage: Gentechnik - Fluch oder Segen?
05.08.2005 | permalink
Gentechnikfreie Sojaschrot-Qualität zu bekommen, war zunächst kein Problem, sagt Klaus Renner, Landwirt auf dem Falkenhof bei Pfungstadt. Doch als vor einem Jahr die als gentechnikfrei zertifizierte Ware auf seinem Hof ankam, stutzte der Bauer: Der Lieferschein der RWZ relativierte, was das Zertifikat eines externen Gutachters noch behauptete; obwohl die Ware laut Gutachten frei von gentechnisch veränderten Partikeln sein sollte, stand auf dem RWZ-Lieferschein genau das Gegenteil. Als Direktvermarkter mit Hofladen und Marktständen war Renner einer der ersten Bauern im Land, die am Qualitätsprogramm der Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen teilnahmen.
Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau: Qualität. Ein Kommentar
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BASF zieht sich zurück
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Tomaten-Patent in höchster Instanz

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
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