18.02.2010 | permalink
Verbraucherinnen und Verbraucher können durch ihre Produktwahl die Gentechnik bannen.
Greenpeace hat heute auf der BioFach Messe in Nürnberg den Einkaufsratgeber "Milch für Kinder" vorgestellt. Darin sind 55 Hersteller und 67 Marken zu finden und immer mehr von ihnen verzichten auf den Einsatz von Gentechnik-Pflanzen im Tierfutter. Besondere Freude dürfte Gentechnikkritikern die Nachricht bescheren, dass auch Humana, Deutschlands zweitgrößte Molkerei, sich dazu entschlossen hat, auf gentechnikfreie Fütterung umzustellen. Hersteller Hipp setzt schon länger auf die Fütterung ohne Gentechnik und ist damit Vorreiter in der Branche der Babymilch-Nahrung. Johannes Doms von der Hipp-Geschäftsleitung kritisierte auf der BioFach die Praktiken der Gentechnik-Industrie, mit fragwürdigen und teilweisen illegalen Mitteln die Welt mit "gentechnisch veränderten Organismen zu verseuchen".
Dem Umweltverband Greenpeace ist es wichtig, keine Panik zu verbreiten. Ein Risiko für Verbraucher bestehe nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht beim Konsum von Produkten, die von Tieren stammen, die mit Gentechnik-Pflanzen gefüttert wurden. Futtermittel-Experte Jochen Koester stellte heute klar, dass ausreichend gentechnikfreie Soja für den europäischen Markt zu Verfügung stehe. Nicht nur in Brasilien wird in großen Mengen gentechnikfreie Soja angebaut, auch der indische Markt ist im Kommen. Und in China sieht Koester ein sehr großes Potential, denn dort ist der Anbau von Gentechnik-Soja verboten.
17.02.2010 | permalink
Foto: Greenpeace
In diesem Jahr wird wahrscheinlich wieder kein Gentech-Mais auf deutschen Äckern stehen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat Ende vergangener Woche das "Ruhen des Verfahrens" in Sachen Monsanto angeordnet. Monsanto hatte nach Ilse Aigners (CSU) Verbot des Gentech-Mais MON 810 das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verklagt. Nun scheinen sich beide Parteien darauf geeinigt zu haben, sich erst einmal außergerichtlich zu verständigen. Die Umweltorganisationen BUND und Greenpeace kritisieren das Verhalten des BVL scharf. Das Bundesamt habe ohne Not dem Ruhen des in Braunschweig anhängigen Verwaltungsgerichtsverfahrens zugestimmt, obwohl die Behörde beste Aussichten gehabt hätte zu gewinnen. Das Anbauverbot für den Gen-Mais wäre dann für rechtens erklärt worden. Laut Greenpeace-Informationen war Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner außerdem nicht über das Verhalten ihrer Behörde informiert.
In jedem Fall bleibt das MON 810-Verbot bis auf weiteres bestehen und es ist höchst unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr noch MON 810 ausgesät werden darf. Welche Vereinbarungen die Verbraucherschutzministerin, das BVL und Monsanto jetzt treffen, ist allerdings ebenso unklar wie der Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Verfahrens.
16.02.2010 | permalink
In Deutschland gibt es viel Protest gegen den Gentechnik-Mais-Anbau.
Statt Lösungen für landwirtschaftliche Probleme zu bringen, werden sie durch Gentechnik-Pflanzen verstärkt. Dies berichtet die Umweltorganisation GLOBAL 2000 heute. Eine Studie der Universität von Arizona belegt, dass Schädlinge zunehmend resistent gegen Gentechnik-Mais und Gentechnik-Baumwolle der Firma Monsanto werden. Baumwollkapselbohrer beispielsweise entwickelten zunehmend Immunität gegen das Bt-Gift, das von den Gentechnik-Pflanzen gebildet wird. Die Anzahl der resistenten Insekten stieg von Null auf 50 Prozent. Auch das teurer Gentechnik-Mais-Saatgut scheint unbrauchbar zu werden. In Südafrika und Puerto Rico verzeichnen MaisproduzentInnen mehr und mehr Ernteschäden. Eine Ursache könnte darin liegen, dass es Bauern mit kleinteiliger Landwirtschaft nicht möglich ist, die vorgeschriebenen Pufferflächen einzurichten. Dort können sich Insekten, die noch nicht resistent sind, ausreichend vermehren und die Anzahl resistenter Insekten gering halten.
11.02.2010 | permalink
In Deutschland ist der Anbau des MON 810 verboten, die EU ist für eine generelle Zulassung zuständig.
Nachdem das EU-Parlament die neue EU-Kommission am Dienstag gewählt hat, kann diese nun auch in Sachen Gentechnik ihre Arbeit aufnehmen. Sowohl die Zulassung der Gentechnik-Kartoffel Amflora als auch die Wiederzulassung des Gentechnik-Maises MON 810 stehen auf der Agenda.
Doch Meldungen, wonach die Zulassung kurz bevor steht, hat ein Kommissionssprecher gestern dementiert, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID). Beide gentechnisch veränderten Organismen sind von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit für unbedenklich erklärt worden. Dennoch möchte sich die neue Kommission zunächst politisch neu orientieren. So stehen Verhandlungen darüber an, ob die Mitgliedsstaaten über die Zulassungen für einen Anbau in Zukunft selbst entscheiden können. Importgenehmigungen sollen voraussichtlich weiter wie bisher für die gesamte EU gelten. Der neue Verbraucherschutz-Kommissar Dally ist ab sofort für die EU-Politik im Bereich Gentechnik zuständig.
In Deutschland ist der Anbau des MON 810 derzeit verboten. Der Zulassung der BASF-Kartoffel "Amflora" will sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner nicht entgegenstellen. Beide Pflanzen wurden vorsorglich im Standortregister für den Anbau dieses Jahr eingetragen.
09.02.2010 | permalink
Indien ist die Wiege der Auberginenpflanze.-+-Quelle: www.pixelio.de; Fotograf: Dieter Schütz
Der breite Protest hat sich gelohnt. In Indien wird in absehbarer Zeit keine Gentechnik-Aubergine zugelassen. Umweltminister Jairam Ramesh hat heute verkündet, dass er ein Moratorium für die Zulassung der Bt-Aubergine solange verhängen will, bis Langzeitauswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt geklärt sind. Greenpeace hatte aus Protest gegen die Gentechnik-Pflanze geplant, das weltgrößte Auberginen-Curry zu kochen und an hungernde zu verteilen. Indien ist der größte Auberginen-Produzent und die Bt-Aubergine wäre die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die dort als Lebensmittel zugelassen wäre. Ramesh erklärte heute, er handle nach dem Vorsorgeprinzip. Denn Wissenschaftler brachten bei seinen öffentlichen Anhörungen etliche Fragen auf, die nicht abschließend geklärt werden konnten. Auch die kritische öffentliche Meinung hätte ihn beeinflusst. Zumal er in der Zulassung der Bt-Aubergine keine Dringlichkeit sehe. Greenpeace begrüßt das Moratorium, fordert aber ein strenges Monitoring für die Versuche mit weiteren 41 Gentechnik-Pflanzen, die in Indien getestet werden.
08.02.2010 | permalink
Maispollen können kilometerweit fliegen.
Der Anbau von Gentechnik-Mais ist in Deutschland verboten. Trotzdem planen einige Landwirte den Anbau und meldeten ihn vorsorglich an. Langsam läuft die Anmeldefrist jedoch aus. Denn drei Monate vor Aussaat muss der Anbau beim Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) gemeldet werden und der Frühling und somit auch die Anbausaison nahen. Doch solange kein Urteil im Hauptsacheverfahren um das Anbau-Verbot gefällt ist, bleibt der Gentechnik-Mais verboten.
Wie Greenpeace heute berichtet sind einige der MON 810-Anbau-Flächen im Standortregister fehlerhaft eingetragen worden. Bei sechs von 24 angemeldeten Flächen in Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stimmt entweder die Größe oder der Standort der Flächen nicht. Einige der Fehler sind auf Landwirte zurückzuführen, die im Moment Schadensersatz vom BVL fordern, weil sie letztes Jahr keinen Gentechnik-Mais anbauen durften. Sie halten das vom BVL verhängte MON 810-Anbau-Verbot für rechtswidrig. Sie hätten damals ihre Flächen ordnungsgemäß angemeldet - im Gegensatz zu diesem Jahr. Interessant ist auch die vorsorgliche Anmeldung der Gentechnik-Kartoffel. Während in den letzten Jahren der Anbau der "Amflora" unter Versuchsanbau lieft, wurde dieses Jahr ganz optimistisch ein kommerzieller Anbau angemeldet - für den Fall, dass die EU den Anbau noch rechtzeitig zulässt. Die Hektar-Anzahl fällt weniger optimistisch aus: Lediglich auf 20ha soll die Kartoffel ausgebracht werden. Dabei wäre mehr Anbau möglich. Denn letztes Jahr wurden auf den Versuchsflächen ausreichend Kartoffeln produziert, um dieses Jahr ca. 300ha zu bestellen.
05.02.2010 | permalink
Der Anstieg der Saatgutpreise bei Gentechnik-Soja ist enorm. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de
Der von BASF und Embrapa entwickelten herbizidtoleranten Gentechnik-Sojabohne ist von der brasilianischen Kommission für Biosicherheit CTNBio die Zulassung zum kommerziellen Anbau in Brasilien erteilt worden. Da Brasilien ein Soja-Exportland ist, muß nun auch ein Markt geschaffen werden. Für die Importländer, wie beispielsweise die EU, stehen die Genehmigungen allerdings noch aus. Eine Notwendigkeit zum Import von Gentechnik-Soja besteht in der EU nicht. Wie allen herbizidtoleranten Gentechnik-Pflanzen wird auch dieser der Vorteil von weniger Pestizid-Einsatz angedichtet, einer Reduzierung der Betriebskosten und natürlich auch die Verminderung des CO2-Ausstoßes. Dabei häufen sich die Meldungen zur Ausbildung von Superunkräutern durch die einseitige Unkrautbekämpfung aus den USA, dem Land, in dem der Anbau mit herbizidtoleranter Gentechnik-Soja schon jahrelang praktiziert wird. Die Häufigkeit der Spritzungen sind angestiegen, die Betriebskosten und CO2-Emissionen folgerichtig auch. Auch mit ständig steigenden Saatgutpreisen müssen die brasilianischen Landwirte rechnen. Denn aus dem jüngsten Bericht des "US Organic Center" geht hervor, daß in den Jahren seit Einführung der Gentechnik-Soja der Saatgutpreis um 230% gestiegen ist.
04.02.2010 | permalink
Foto: Greenpeace
Die Umweltverbände ziehen Bilanz nach 100 Tagen schwarz-gelbe Regierung. Ob beim Thema Gentechnik-Kartoffel Amflora, MON 810-Anbau-Verbot oder Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung: Die neue Regierung legt mehr Wert auf Industrie-Interessen als auf Verbraucherschutz, so das Fazit von Greenpeace, NABU, BUND, WWF und DNR. Obwohl 70% der Verbraucherinnen und Verbraucher Gentechnik in der Landwirtschaft und im Essen ablehnen, setzt die neue Regierung auf Gentechnik-Pflanzen. Bereits im November stimmte Landwirtschaftsministerin Aigner in Brüssel für die Zulassung einer neuen Gentechnik-Pflanze. Der Anbau der Gentechnik-Kartoffel "Amflora" soll trotz erheblichen Widerstands aus der Bevölkerung gefördert werden. Dabei spielen die Interessen des Amflora-Herstellers BASF offensichtlich eine große Rolle. Denn längst gibt es eine gentechnikfreie Variante, die genau soviel Stärke produziert. Auch der fehlende Einsatz für die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung wird kritisiert. Zwar führte Ilse Aigner letztes Jahr ein einheitliches Bundessiegel ein, lässt aber mit der versprochenen Informationskampagne für das Label weiter auf sich warten. Ernährungs- und Futtermittelindustrie lassen hingegen keine Gelegenheit aus, um gegen die Kennzeichnung Stimmung zu machen.
03.02.2010 | permalink
Der Anstieg der Saatgutpreise bei Gentechnik-Soja ist enorm. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de
Die Versprechen der Gentechnik-Industrie sind groß: Mit der Ausweitung des Gentechnik-Anbaus sollen höhere Erträge für die Bauern erzielt und die Umwelt mit weniger Spritzmittel belastet werden. Die Umweltorganisation Global 2000 zeigt nun erneut auf, dass das Gegenteil der Fall ist: Der Anbau von Gentechnik-Soja und -Baumwolle bringt den Landwirten in den USA zunehmende Schwierigkeiten. Das Problem liegt auf der Hand: Zwar sind die Pflanzen gegen Unkrautvernichtungsmittel durch gentechnische Verfahren resistent. Die Anwendung mit den Spritzmitteln soll dadurch vereinfacht werden. Doch auch Unkräuter wie die Pflanze Amaranthus Palmeri bilden bei immer gleicher Anwendung Resistenzen gegen das Monsanto-Gift Roundup. Dieses muss deshalb umso öfter auf die Felder gebracht werden: Mittlerweile sechs bis acht Spritzungen sind nötig, um die resistenten Unkräuter in Schach zu halten - eine enorme Belastung für die Umwelt. "Obwohl Monsanto in wissenschaftlichen Kreisen zu gibt, dass die Unkräuter auf den Gentech-Äckern außer Kontrolle sind, wird den Farmern weiterhin das Märchen von den mit Gentechnik erzeugten Wunderpflanzen erzählt. Monsanto treibt die US-Farmer fahrlässig in den Ruin", kritisiert der Gentechnik-Sprecher von Global 2000, Jens Karg.
03.02.2010 | permalink
Die vielfältigen Maissorten werden von Kleinbauern in Mexiko seit Generationen gepflegt.
Seit tausenden von Jahren wird in Mexiko Mais kultiviert. Viele Mexikaner sind stolz darauf und bezeichnen sich, wie die Maya damals, als Menschen des Mais. Tausende von traditionellen Maissorten haben sich herausgebildet und werden je nach Bedarf angebaut. Aber diese alten Sorten müssen geschützt werden, denn schon vor Jahren, als es noch ein Moratorium gegen den Anbau von Gentechnik-Mais in Mexiko gab, wurden gentechnisch veränderte Mais-Pflanzen entdeckt. Wahrscheinlich wurde er über Nahrungsmittelimporte auf die Felder gebracht. Mittlerweile hat die Regierung auf Druck der Gentechnik-Industrie den Anbau von Gentechnik-Mais in einigen Regionen zugelassen. Umso dringlicher ist es für Kleinbauern, sich ihre Nahrungssouveränität zu sichern und ihre Maissorten zu verteidigen. Für den Widerstand gegen Gentechnik können sie von deutschen Bäuerinnen und Bauern lernen. Deshalb macht sich eine Gruppe von LandwirtInnen und VerbraucherInnen aus Hohenlohe heute auf den Weg nach Mexiko. Diese lernen im Gegenzug, die Probleme ihrer mexikanischen KollegInnen besser zu verstehen, die sich schon jetzt gegen Verunreinigungen wehren müssen. Die agrarpolitische Reise kann im Blog aktuell mitverfolgt werden.
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntekreis, in Schulen o.ä. zu verteilen.
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Die Guten Gründe online
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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Bayerisches Fernsehen: Genehmigungsfilz
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst
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