18.01.2012 | permalink

Industrie plant Marktzulassung von Golden Rice

Reis Die Gentech-Industrie verspricht sich viel von gentechnisch verändertem Reis. Foto: Christian Seidel/pixelio.de

Der sogenannte "Golden Rice" steht möglicherweise vor seiner Marktzulassung. Dies berichtet die Verbraucherorganisation foodwatch. Nachdem der umstrittene Reis 2011 versuchsweise auf den Philippinen angebaut wurden, soll er nun kommerziell auf den Markt kommen. Die Gentechnik-Industrie verspricht sich vom Anbau des Reises Hilfe für Menschen mit Vitamin-A-Mangel. Kritiker verweisen hingegen auf das Risiko des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen und auf die vielseitigen Ursachen von Mangelernährung. Das Reis-Projekt bewerten sie eher als eine Image-Kampagne der Industrie. Diese wirft den Kritikern wiederum vor, das Leben von Kindern zu gefährden, wenn der Anbau des Reises verhindert wird.
Ein heute von foodwatch veröffentlichter Report wirft wichtige Fragen auf, die vor einer möglichen Markteinführung geklärt werden sollten. So liegen der Öffentlichkeit bisher keine Fütterungsstudien vor, stattdessen wurde der Reis an chinesischen Kindern getestet. Nach wie vor sei außerdem unklar, inwiefern die im Reis produzierten Carotinoide vom menschlichen Körper verwertet werden können.

17.01.2012 | permalink

EU entscheidet über GVO-Soja-Zulassung

GV-Soja Anbau in Argentinien Soja(Photo:Franz Haindl/Pixelio)

Am heutigen Dienstag entscheiden die EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel über die Zulassung von vier Varianten gentechnisch veränderter Soja für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln. Friends of the Earth Europa und Testbiotech fordern in einem gemeinsamen Brief die Mitgliedsstaaten dazu auf, diese Anmeldungen zurückzuweisen. Rückstände aus Spritzmitteln könnten in die Nahrungskette gelangen. Zudem führt die Zulassung insbesondere der herbizidresistenten Pflanzen zu resistenten Unkräutern und neuen Pflanzenkrankheiten, was ein erhebliches Risiko für Landwirte und die biologische Vielfalt darstellt. Die Risikobewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA weist bei den vorliegenden Fällen erhebliche Schwächen auf. So wurden beobachtete unbeabsichtigte Veränderungen der Pflanze sowie das festgestellte Risiko für das Immunsystem im Fall der insektengiftigen Sojabohne MON87701 entweder nicht genauer untersucht oder als irrelevant abgetan.

16.01.2012 | permalink

Gentechnik-Kartoffeln in Deutschland sind Vergangenheit

Foto Amflora-Feld Zepkow Anfang September Amflora-Feld in Zepkow, Mecklenburg-Vorpommern am 09.09.2010 (Foto:Infodienst)

Die Unternehmenszentrale der BASF Plant Science geht in die USA, die Entwicklung und Kommerzialisierung der Gentechnik-Kartoffeln Amflora, Amadea und Modena werden gestoppt. Dies teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Gentechnik-Kritiker verbuchen die Flucht nach Amerika als Erfolg ihrer Arbeit. Die umstrittene und mit Misserfolg gekrönte Gentechnik-Kartoffel Amflora hat den Konzern 13 Jahre Wartezeit auf eine Zulassung, jährlich etwa 150 Millionen Euro und viel Kritik wegen Gesundheitsgefahren eingebracht. Die nicht zugelassene hauseigene Gentechnik-Kartoffel Amadea hat zudem einen Verunreinigungsskandal produziert. Die Knolle entpuppte sich als extrem pilzanfällig und wenig erfolgversprechend. Nun will sich der Konzern auf Projekte konzentrieren, die Ertragssteigerung und Stresstoleranz der Pflanzen versprechen. Er will die Partnerschaft mit Monsanto intensivieren und die Forschung in Deutschland auf die Genidentifizierung ausbauen. Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) freut sich. Christoph Potthoff, Mitarbeiter des GeN fasst zusammen: "Wir werden diesem Geschäftszweig keine Träne hinterher weinen". Er wertet diese Entscheidung als Eingeständnis einer Niederlage gegen die deutsche und europäische Zivilgesellschaft, von der immer wieder breiter Protest gegen den Anbau ausging.

10.01.2012 | permalink

Imker in Frankreich fordern Gentechnik-Verbot

Biene auf Passionsblume Bienen sammeln auch nicht zugelassenen Gentech-Pollen.

Dutzende Menschen drangen Ende letzter Woche in die Räumlichkeiten von Monsanto Frankreich ein, um den Verkauf und den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu stoppen. Mit der gewaltlosen Besetzung der französischen Zweigstelle des Gentechnik-Konzerns erwirkten Imker mit Hilfe von Gentechnik-Kritikern und Landwirten einen Gesprächstermin mit der Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet am kommenden Freitag. Die Imker fürchten um ihren Honig und wollen vor allem den Anbau des Gentechnik-Maises MON 810 im Frühjahr verhindern. Denn seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes im September 2011 ist Honig, der mit Pollen des Gentechnik-Maises verunreinigt ist, nicht mehr verkehrsfähig, da er derzeit keine ausreichende Lebensmittelzulassung besitzt. Das MON 810-Anbauverbot wurde in Frankreich gerichtlich aufgehoben. Die französische Regierung will jedoch weiter daran festhalten.

09.01.2012 | permalink

Lettland so gut wie gentechnikfrei

Lettland In Lettland sollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen wachsen. Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

In Lettland haben nahezu alle Verwaltungsbezirke (Novads) beschlossen, bis Ende 2012 gentechnikfrei zu sein. In 101 Novads wird dann der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf kommunalen Flächen verboten sein, berichtet ein Berater des lettischen Umweltministeriums. Diese Bezirke haben die obligatorischen Anbau-Regeln bereits umgesetzt und können nun nach einer Gesetzesänderung durch lokale Referenden Anbau-Verbote durchsetzen. Die Ablehnung von Agro-Gentechnik ist in Lettland besonders groß. In einer vom Umweltministerium durchgeführten Umfrage sprechen sich über 90% der Bevölkerung gegen einen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen aus.

02.01.2012 | permalink

Deutscher Honig frei von Gentechnik-Pollen

Honig Honig kann leicht durch Gentech-Pollen verunreinigt werden

Der neue Ökotest zum Thema Honig zeigt: Gentechnik ist nicht kontrollierbar, wenn sie einmal freigesetzt wird. In 14 von 20 Honig-Proben wurden Spuren von Gentech-Pollen gefunden. Gezielt suchte Ökotest nach Honig aus Südamerika, denn dort werden massenweise Gentechnik-Pflanzen angebaut. So fanden die Experten denn auch in allen verunreinigten Honigen Pollen der gentechnisch veränderten Soja-Pflanze Roundup Ready. Deutscher Honig ist hingegen frei von Gentechnik-Verunreinigungen, da hierzulande kaum noch gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Vom Markt genommen werden müssen die verunreinigten Honige jedoch nicht, denn die Gentech-Soja ist in der EU als Lebensmittel zugelassen. Eine rechtliche Klarstellung des EuGH vom September letzten Jahres gibt vor, dass Honig mit nicht als Lebensmittel zugelassenen Pflanzen-Pollen nicht verkehrsfähig ist.

29.12.2011 | permalink

Azoren erklären sich gentechnikfrei

Azoren Auf den Azoren sollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen wachsen. Foto:thinkpink/pixelio.de

Die Regierung der Azoren hat beschlossen, die Inseln gentechnikfrei zu halten. Das Vorsorgeprinzip soll eingehalten werden, um die Wirtschaft und Natur vor möglichen Schäden zu bewahren, die durch die Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen hervorgerufen werden können. Die neue Regelung untersagt daher jeglichen Anbau sowie Züchtung von Gentech-Pflanzen. Davon ausgenommen sind wissenschaftliche Untersuchungen, die dem öffentlichen Interesse dienen.

23.12.2011 | permalink

EU-Kommission lässt neue Gentech-Pflanzen zu

Mais Die Zulassung von Gentech-Pflanzen ist in der EU sehr umstritten.

Die EU-Kommission hat vier neue gentechnisch veränderte Pflanzen für den EU-Markt zugelassen. Es handelt sich um eine Baumwollart und drei Maissorten, die für Lebens- und Futtermittel verwendet, nicht aber angebaut werden dürfen. Das Zulassungs-Verfahren verlief wie gewohnt: Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde hatte die Pflanzen für sicher erklärt. Die Mitgliedsländer konnten sich auf eine Zulassung nicht einigen, woraufhin der Kommission die Entscheidung überlassen wird. Diese sprach sich nun für die Zulassung aus. EU-Bürgerinnen und Bürger dürften dies überwiegend als bitteres Weihnachtsgeschenk ansehen. Denn die Mehrheit von ihnen spricht sich immer wieder gegen gentechnisch veränderte Pflanzen aus. Und die Lebensmittelindustrie reagiert: Immer mehr Hersteller achten mittlerweile auch beim Tierfutter auf gentechnikfreie Ware.

22.12.2011 | permalink

Brasilien liefert auch 2011 ausreichend gentechnikfreie Soja

Kühe im Stall Brasilien produziert ausreichend gentechnikfreie Soja für den europäischen Markt.

Der Markt für gentechnikfreie Soja weitet sich aus. Dies berichtet das Beratungsunternehmen TraceConsult, das regelmäßig über die Verfügbarkeit von gentechnikfreier Soja aus Brasilien informiert. So hat das Zertifizierungs-Unternehmen für gentechnikfreie Soja-Produkte, Cert ID, kürzlich seine Zahlen für 2011 veröffentlicht. Demnach steigt der gentechnikfreie Sektor und ist laut Cert ID-Geschäftsführer Augusto Freire auch ausbaufähig. Neben den 7,7 Mio. Tonnen Soja, die sein Unternehmen zertifiziert, stünden noch beträchtliche Mengen zur Verfügung, die bloß nicht an die Abnehmer gebracht werden, weil der Kontakt zu den Anbietern nicht hergestellt sei. Laut Freire ist Brasilien in der Lage, für viele Jahre die europäische Nachfrage an gentechnikfreien Soja-Erzeugnissen zu decken.

21.12.2011 | permalink

EFSA-Direktorin für Unabhängigkeit der Behörde

Mais Fragezeichen Testet die EFSA Gentechnik-Pflanzen unabhängig?

In einer Umfrage des Nachrichten-Portals FoodNavigator.com haben sich 66% der Leserinnen und Leser dafür ausgesprochen, dass die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) sogenannte Drehtür-Fälle verhindern sollte. Eine von ihnen ist die Geschäftsführende Direktorin der EFSA, Catherine Geslain-Lanéelle. Sie versicherte gegenüber FoodNavigator.com, dass die EFSA alle potenziellen Interessens-Konflikte ihrer Mitarbeiter verhindern wolle. Die EFSA ist immer wieder in die Kritik geraten, weil Mitarbeiter kurz nach ihrer Tätigkeit als Risikobewerter der Behörde zur Industrie wechselten oder sogar gleichzeitig beide Tätigkeiten ausübten. Anfang Dezember hatte sich der europäische Bürgerbeauftragte einer Beschwerde des Vereins Testbiotech angeschlossen, die die Drehtür-Fälle zwischen der EFSA und der Biotech-Industrie anprangert. Die unabhängige Kontrolle von Gentech-Pflanzen muss in Zweifel gestellt werden, wenn EFSA-Mitarbeiter gleichzeitig direkt oder indirekt für die Industrie arbeiten, die diese Pflanzen vermarkten.

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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