16.08.2010 | permalink

US-Gericht verbietet Anbau von Gentechnik-Zuckerrüben

Profit für wenige, Risiko für alle Profit für wenige, Risiko für alle: Protest vor der KWS-Konzernzentrale im Januar dieses Jahres.

Die Saatgut-Unternehmen Monsanto sowie die deutsche KWS-Saat mussten eine herbe Niederlage einstecken. Die von beiden Unternehmen entwickelte gentechnisch veränderten Zuckerrübe darf in den USA nicht mehr angebaut werden. Innerhalb der letzten Jahre hat die Gentechnik-Rübe, die gegen das Unkrautvernichtungsmittel RoundUp von Monsanto resistent ist, fast den gesamten Zuckerrüben-Markt in den USA übernommen. Umweltschützer hatten gegen den Anbau geklagt, weil die Gentechnik-Pflanzen den Einsatz von Spritzmitteln steigen ließen und auch die Ausbreitung von herbizidresistenten Unkräutern zugenommen hat. Das Gericht hat den Anbau nun verboten, da es für die Zulassung der Pflanzen keine ausreichende Umweltprüfung gibt. Vor dem Verbot angebaute Rüben dürfen noch geerntet und verarbeitet werden. Den Unternehmen wird das Verbot rund zwei Milliarden Dollar kosten. Die in den USA nun verbotene Gentechnik-Rübe wächst versuchsweise auch auf einem Acker in in der Nähe von Einbeck in Niedersachsen. Der kommerzielle Anbau in der EU ist in der Planung. Philip Brändle vom Aktionsbündnis Witzenhäuser Agrarstudierender für eine gentechnikfreie Landwirtschaft freut sich über die Niederlage der Saatgut-Riesen. Schon lange kritisiert das Bündnis die Gentechnik-Aktivität der KWS-Saat, da der Anbau sowohl wirtschaftlich als auch für die Umwelt hoch riskant sei. Die Klage der Umweltschützer hat die KWS total heruntergespielt und bekommt nun die Quittung dafür, so Brändle. Das Aktionsbündnis plant für nächsten Montag eine Jubel-Demonstration für der Konzernzentrale.

13.08.2010 | permalink

Das schwarz-gelbe Gentechnikgesetz

Dem Deutschen Volke Das Gentechnikgesetz soll geändert werden

Das Gentechnikgesetz soll erneut geändert werden. Einen entsprechenden Entwurf will die zuständige Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) im Herbst vorlegen. So sieht es auch der Koalitionsvertrag vor. Geht es nach dem Willen der CSU, sollen die Bundesländer in Zukunft selbst bestimmen, welche Abstände für Gentechnik-Pflanzen gelten sollen. Bayern sieht darin eine große Chance, ein gentechnikfreies Bayern zu schaffen. CDU und FDP hingegen möchten die Koexistenzabstände bundeseinheitlich regeln. Die FDP-Bundestagsfraktion fordert eine wissenschaftsbasierte Gestaltung der Koexistenzregeln. Die Gewichtung des Schutzanspruchs der konventionellen und Biobauern ist jedoch keine Frage der Wissenschaft sondern eine politische Entscheidung. Derzeit klaffen die Abstandsregelungen in den EU-Mitgliedstaaten enorm auseinander. Bulgarien setzt den Abstand auf 30 km, Luxemburg auf 800 Meter und Deutschland auf 150 Meter zu konventionellen Feldern und 300 Meter zu Biomais. Ferner fordert die FDP eine Überarbeitung der Nulltoleranzregelung sowie der Lebensmittelkennzeichnung.

11.08.2010 | permalink

Landwirtschaftsministerium der Philippinen lacht über Gesundheitsgefahren durch Bt Aubergine

Joel S. Rudinas the representative of the Department of Agriculture in the Philippines

Der stellvertretende philippinische Landwirtschaftsminister Joel S. Rudinas geht nicht auf die berechtigten Sorgen gentechnikkritischer Gruppen hinsichtlich der geplanten Einführung einer Gentechnik-Aubergine ein. Über die Bedenken der Gentechnik-Kritiker zu möglichen Gesundheitsgefahren hat er gelacht und will von weiteren Feldversuchen und einer eventuellen Kommerzialisierung nicht abrücken. Doch erst Anfang des Jahres verhängte die indische Regierung ein Moratorium gegen die Gentechnik-Aubergine, da es nicht ausreichend Langzeitstudien gibt und negative Folgen für Gesundheit und Umwelt nicht ausgeschlossen werden können. Auberginen sind die wichtigsten Gemüsepflanzen auf den Philippinen. Sie werden auf einer Fläche von rund 20.000 Hektar angebaut. Die Einführung einer Gentechnik-Aubergine ist daher eine weit tragende Entscheidung. Unterstützen Sie die Petition gegen Bt Aubergine in den Philippinen!

11.08.2010 | permalink

Italiens radikaler Widerstand gegen Gentechnik-Mais erfolgreich

Am Montag zerstörten 70 Aktivisten ein Gentechnik-Maisfeld in Italien und verhinderten so die bevorstehende Ernte. In Italien ist der Anbau von Gentechnik-Pflanzen zwar nicht verboten, jedoch verhindern rechtliche Rahmenbedingungen und bürokratische Genehmigungsverfahren den großflächigen Anbau. Die Kontaminationsgefahr durch gentechnisch veränderte Organismen hat in Italien besondere Brisanz, da das Land europaweit zweitgrößter Produzent von ökologischem Obst und Gemüse ist. Ein wichtiger Wirtschaftszweig könnte einbrechen.

06.08.2010 | permalink

USA: Rapsmutanten in der Wildnis

rapsfeld Raps kreuzt sich leicht aus und die Samen können bis zu 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben.

Wissenschaftler der Universität von Arkansas haben Genkonstrukte (Transgene) des Gentechnik-Raps bei Wildpflanzen nachgewiesen. Die Daten wurden heute auf einer Konferenz der Ecological Society of America in Pittsburgh, Pennsylvania, vorgestellt. Die untersuchten Pflanzen aus North Dakota wurden nicht aktiv ausgesät und waren weit entfernt von den mit Gentechnik-Raps bestellten Flächen. 80% der untersuchten Wildpflanzen enthielten Transgene mit Herbizidresistenz gegen die Wirkstoffe Glyphosat oder Glyphosinat. Besonders alarmierend ist jedoch der Fund der Pflanzen mit gestapelten Transgenen, also mit beiden Genkonstrukten und somit resistent gegen Glyphosat als auch Glyphosinat. Pflanzen mit den Mehrfachresistenzen sind bisher nicht kommerziell eingesetzt worden und können einen Hinweis dafür liefern, dass sie sich in freier Natur gebildet haben. Wirklich überraschend sind die Ergebnisse zwar nicht, weil Raps eine hohe Auskreuzungsrate besitzt und die Samen bekanntlich weit fliegen. Dennoch dokumentiert dies deutlich den Mangel an einem ausreichenden Monitoring in den USA. Einmal mehr zeigt sich, dass Gentechnik-Pflanzen nicht kontrollierbar sind. Es bleibt abzuwarten wie die Umwelt auf die neuen Gentechnik-Mutanten reagiert.

04.08.2010 | permalink

Zulassung einer Genmais-Sorte von Bayer zurückgezogen

Maisfeld mit Kolben Ab sofort ist der Anbau des Gentechnik-Maises Liberty Link in ganz Brasilien verboten.

Der Gerichtshof des brasilianischen Bundesstaates Paraná hat die Anbaugenehmigung für die gentechnisch veränderte Maissorte Liberty Link der Firma Bayer mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Geklagt hatten unter anderen die Nichtregierungsorganisationen AS-PTA und Terra de Direitos, beide Partner des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED). Bayer ist es nach dem Urteil verboten, den genveränderten Mais auszusäen, zu vermarkten, zu transportieren, zu importieren oder zu entsorgen. Das Anbauverbot gilt für ganz Brasilien. Stig Tanzmann, Agrarexperte des EED, begrüßte das Urteil, denn es kommt durch Auskreuzung immer wieder zu Verunreinigungen des Saatguts. Neben dem Anbauverbot des Gentechnik-Maises fordert das Gericht in Paraná in seinem Urteil die brasilianische Zulassungsbehörde CTNBio auf, ihre Zulassungsentscheidungen transparenter zu machen. Das Urteil ist von allergrößter Bedeutung, weil Brasilien als großer Anwender von Gentechnik – vor allem bei Soja - bisher als einer der vehementesten Befürworter dieser Technik galt.

29.07.2010 | permalink

Gentechnik-Kartoffel der BASF vom Acker geholt

Amflora vom Acker Foto: Gendreck weg - Die Amflora wurde heute vom Acker geholt.

Sechs Aktivisten entfernten heute Gentechnik-Kartoffel-Pflanzen vom Acker und packten sie in Säcke mit der Aufschrift „Vorsicht! Gentechnisch veränderte Organismen! Nicht zum Verzehr geeignet!“. Sie wurden von der Polizei abgeführt. Der einzige kommerzielle Gentechnik-Kartoffel-Acker in Deutschland befindet sich in Mecklenburg-Vorpommern nahe Zepkow im Müritzkreis. Gleichzeitig protestierten Mitglieder des Aktionsbündnisses am Rande des Feldes gegen den Anbau.

28.07.2010 | permalink

EU-Kommission erteilt fünf neue Zulassungen für Gentechnik-Mais

Mais Comic Die Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen in der EU ist unzureichend.

Die EU-Kommission hat heute fünf neue Gentechnik-Mais-Linien in der EU zum Import und zur Verarbeitung sowie als Futter- und Lebensmittel zugelassen. Außerdem wurde die Zulassung des Bt11 erneuert. Die Zulassungen gelten nicht für einen Anbau in der EU. Da es im EU-Rat weder eine qualifizierte Mehrheit für noch gegen die Zulassungen gab, konnte die EU-Kommission darüber entscheiden. Die Genehmigungen gelten für 10 Jahre. Die in der Kritik stehende Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte die Gentechnik-Mais-Sorten zuvor als sicher bewertet. Bei den Neu-Zulassungen handelt es sich um die Mais-Linien 1507x59122, 59122x1507xNK603, MON88017xMON810, MON89034xNK603, Bt11xGA21.

26.07.2010 | permalink

Gentechnik-Aktivisten kündigen Feldbefreiung öffentlich an

Grünenprotest bei Agrarministerkonferenz Grüne demonstrierten Anfang Mai vor der Agrarminister- konferenz in Plön gegen die Amflora.

Am Donnerstag, den 29. Juli, wollen zwei Gentechnik-Aktivisten den einzigen kommerziellen Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora in Deutschland zerstören. Wohl wissend, dass bei der Aktion Polizei auflaufen wird und die Aktivisten festgenommen und sicherlich auch vor Gericht gestellt werden, rufen die zwei Gentechnik-Kritiker öffentlich zu der Aktion auf, weil sie durch den Anbau die menschliche Gesundheit, das ökologische Gleichgewicht und die Ernährungsouveränität bedroht sehen. Mit Schutzanzügen sollen die Amflora-Knollen aus dem Boden geholt und in einem Müllsack gesammelt werden. Mit der öffentlichen Ankündigung erhoffen sich die Aktivisten weitere Unterstützung aus der Bevölkerung.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus hat am Wochenende in einem Interview mit dem Nordkurier seine Kritik an der Gentechnik-Knolle verdeutlicht. Er sieht die einzigen Gesundlagen in Deutschland gefährdet, weil die Amflora einen erhöhten Virusbefall hätte. Der Minister fragt sich, warum die Kartoffel in Deutschland angebaut werden soll, wenn weder Züchter noch Verarbeiter die Kartoffel brauchen. Backhaus will im September zu einen "Gen-Gipfel" einladen.

26.07.2010 | permalink

Gentechnik-Weizen mit Nebeneffekten im Freiland

Weizen Foto: Maren Borgerding

Bei einem Versuch mit gentechnisch veränderten Weizen in der Schweiz zeigt sich in aller Deutlichkeit, was Kritiker von Gentechnik-Pflanzen an der Technologie bemängeln: Pflanzen sind komplexe Wesen, deren natürliche Genregulation gestört werden kann, wenn ihr fremde Gene eingebaut werden. Bei der Studie der Universität Zürich wurde gentechnisch veränderter Weizen freigesetzt, der gegen Mehltau resistent ist. Während die Pflanze im Treibhaus widerstandsfähiger gegen Mehltau war und mehr Ertrag lieferte als die unveränderte Kontrollpflanze, kehrte sich das Bild im Freiland um: Der Ertrag der Gentechnik-Pflanzen brach teilweise um 50 Prozent ein. Der Studienleiter sagte, dass ihm kein Versuch mit derart großen Nebeneffekten bekannt sei.

Für die Expertengruppe Testbiotech ist das Ergebnis dieses Versuchs ein weiterer Hinweis darauf, dass die Risikoabschätzung gentechnisch veränderter Pflanzen nicht ernst genug genommen wird. Geschäftsführer Christoph Then fordert systematische Untersuchungen unter wechselnden Bedingungen in Gewächshäusern. Bei Tests unter freiem Himmel gebe es zu viele zufällige Einflussfaktoren. Umweltbedingungen sollten im Gewächshaus lieber kontrolliert simuliert werden.

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein. http://www.youtube.com/watch?v=KFM8QDyubHA
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
 Bundestag.de: Interview mit Ulrike Höfken (26.05.08)

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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