14.06.2011 | permalink

Amflora in Schweden unter Polizeischutz angepflanzt

Protest gegen Amflora in Schweden Protest gegen Amflora in Schweden, Foto: Ludvig Tillman / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten protestierten bis zum Schluss, doch am Donnerstag letzter Woche setzte die schwedische Polizei die Ausbringung der Gentechnik-Kartoffel Amflora durch. Der Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel der BASF wurde letztes Jahr in der EU zugelassen. Dennoch wachsen nur wenige der Knollen. Dieses Jahr sind lediglich zwei Hektar in Sachsen-Anhalt sowie die Felder in Schweden für den Anbau angemeldet. Die Nachteile der Kartoffel – Gesundheitsgefahren, Ablehnung der Verbraucher und der Industrie – scheinen gegenüber den Vorteilen zu überwiegen. Dass die BASF trotzdem am Anbau festhält, wollten die Aktivisten nicht hinnehmen und protestierten seit dem 19. Mai am Standort in Haparanda. Greenpeace fordert die schwedische Regierung außerdem auf, dem Beispiel Ungarns und Österreichs zu folgen und den Anbau zu verbieten.

09.06.2011 | permalink

Bauernfrühstück vor dem Kanzleramt

Bauernfrühstück vor dem Kanzleramt Bauernfrühstück vor dem Kanzleramt

Nach elf Tagen Fahrt durch ganz Deutschland ist die Bauern-Sternfahrt "Auf dem Weg für unsere bäuerliche Zukunft" heute, am 9. Juni, in Berlin angekommen. Die Bäuerinnen und Bauern aus dem Allgäu, Ostfriesland, Hessen und Mecklenburg haben als Bauernsternfahrer mehr als 1.500 Kilometer zurückgelegt und über 50 Veranstaltungen, Kundgebungen sowie Aktionen im Rahmen der Kampagne "Meine Landwirtschaft" durchgeführt. Die Sternfahrt endete heute um 10 Uhr mit einer "Bauerntafel" vor dem Bundeskanzleramt in Berlin, zu der die Veranstalter die Bundeskanzlerin und alle Berliner eingeladen haben. Gemeinsam sollten die nötigen Weichenstellungen für eine bessere Agrarpolitik im Sinne von Bauern und Verbrauchern diskutiert werden.

08.06.2011 | permalink

Bauern wollen mit Angela reden

Landwirt auf der Demo in Berlin mit Trecker Bauern demonstrieren im Januar in Berlin gegen Gentechnik. Foto: Volker Gehrmann

Morgen werden die Bäuerinnen und Bauern der Sternfahrt in Berlin erwartet. Unter dem Motto „Angela, wir müssen reden!“ demonstrieren sie ab 10 Uhr für eine nachhaltige und gentechnikfreie Landwirtschaft vor dem Kanzleramt. Dort wird es ein Bauernfrühstück geben, zu dem alle eingeladen sind, die sich von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine andere Agrarpolitik wünschen. Mittags hat das Projekt ÜBERLEBENSKUNST ins Haus der Kulturen der Welt eingeladen. Der Abschluss der Sternfahrt wird abends in den Prinzessinnengärten in Kreuzberg gefeiert, wo es urbane Landwirtschaft zu bestaunen gibt und Essen für alle gekocht wird.
Auch das Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg freut sich auf die Bäuerinnen und Bauern in Berlin und teilt anlässlich der Aktion mit, dass die Hauptstadtregion dieses Jahr frei vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bleibt.

07.06.2011 | permalink

Bauern besuchen Gentechnik-Schauplätze

Bauernsternfahrt Kinder auf Trecker Bauernsternfahrt nach Berlin: Auf dem Weg in eine gentechnikfreie Landwirtschaft.

Auf dem Weg nach Berlin trafen sich die West- und Nordwest-Route der Bauernsternfahrt gestern in Braunschweig. Dort besuchten die jungen Landwirtinnen und Landwirte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie das von-Thünen-Institut und diskutierten dort mit dem Versuchsleiter Christoph Tebbe kontrovers über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Das Bundesforschungsinstitut erhält 200.000 Euro aus öffentlicher Hand für seine Forschungsprojekte mit Gentechnik-Pflanzen. Heute steht ein Besuch des Schaugartens Üplingen auf dem Programm. Dort werden Führungen angeboten, bei denen Besucher gentechnisch veränderten Pflanzen beim Wachsen zuschauen können. Die AktivistInnen und Aktivisten der Sternfahrt werden jedoch eher demonstrieren und eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und mit regional angepassten Sorten fordern.
Heute Abend wird herzlich zu einem Gesprächsabend in der Auslandsgesellschaft in Magdeburg eingeladen. Die Referentinnen werden ab 19.30 Uhr mit den Gästen darüber sprechen, warum Landwirtschaft uns alle angeht.
Mit bunt geschmückten Treckern zieht die Sternfahrt am Donnerstag vor das Kanzleramt, wo Bundeskanzlerin Merkel mit unterwegs gesammelten Videobotschaften für die Interessen von Landwirtinnen und Landwirten sensibilisiert werden soll. Dieses Jahr wird die Agrarpolitik der Europäischen Union festgelegt. Jeder Bürger und jede Bürgerin der EU zahlt rund 100 Euro im Jahr an Agrarsubventionen.

06.06.2011 | permalink

NABU warnt vor Giften in Nahrungsmitteln

Flugzeug Roundup Mit Flugzeugen wird das Pflanzengift Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in Argentinien auf die Felder gesprüht. So bleiben auch Wohngegenden nicht verschont. Foto: GM-Watch

Bisher wurden die Gesundheitsgefahren durch das Spritzmittel Roundup unterschätzt. Doch nun häufen sich Berichte, nach denen der Wirkstoff Glyphosat auch in die menschliche Nahrungskette gelangt. Wegen alarmierender Krankheitssymptome bei Nutztieren hat die Universität Leipzig Futtermittel für Nutz- und Haustiere untersucht und darin Rückstände des Spritzmittels gefunden. Der NABU kritisiert, dass es bisher keine Vorsorgemaßnahmen für Verbraucher gibt und hat sich deshalb mit einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt. Darin fordert der Naturschutzbund ein Screening von Futter- und Lebensmitteln auf Rückstände von Glyphosat sowie auf das Beimittel Tallowamin und das Abbauprodukt AMPA.
Glyphosat wird massenweise beim Anbau von gentechnisch veränderter Soja gespritzt, da die Pflanzen gegen das Gift resistent sind. Die Produkte werden nach Europa importiert, um sie hier an Tiere zu verfüttern, die uns wiederum mit Milch- und Fleischprodukten versorgen. Doch auch in Deutschland wird Roundup immer mehr im Getreide- und Obstanbau sowie in Hausgärten eingesetzt. Jährlich werden hierzulande 4000 Tonnen Glyphosat verspritzt. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Gesundheitsrisiken erkannt und 2010 die Verfütterung von mit Glyphosat gespritztem Getreide verboten. „Für den menschlichen Verzehr gibt es aber bislang keine Warnung oder Einschränkung“, kritisiert der NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Weitere Informationen zum Thema Roundup sowie Studien, Videos und interessante Links finden Sie im Infodienst-Dossier:

01.06.2011 | permalink

Gatersleben-Prozess: Angeklagte lassen nicht locker

Weizen Den Anbau von Gentechnik-Weizen in der Nähe der Genbank Gatersleben wollten die AktivistInnen nicht länger hinnehmen. Foto: Maren Borgerding

Heute geht der Strafprozess um die Zerstörung des Gentechnik-Weizen-Feldes in Gatersleben in eine neue Runde. Eine Gärtnerin und zwei Landwirte wurden im November letzten Jahres zu Strafen von rund 300 Euro vom Amtsgericht Aschersleben verurteilt, gegen das sie Berufung eingelegt haben. Im April 2008 sind die Angeklagten zusammen mit anderen Aktivisten auf das Gelände des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben eingedrungen und hatten dort ein Feld mit gentechnisch veränderten Weizen zerstört. Die Aktivisten wollen nun die Rechtmäßigkeit ihres Handelns erneut beweisen. Denn das Institut, auf dessen Gelände der Versuch stattfand, ist auch für die Erhaltung und Sammlung alter Getreidesorten zuständig. Der damalige Versuch fand in 500 Metern Abstand zu alten Sorten der Genbank statt und wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigt. Damit wurde bewusst eine Verunreinigung der Bestände der Genbank in Kauf genommen. "Was dort passiert ist, war offenkundig ein Anschlag auf die gentechnikfreie Landwirtschaft. Ich werde jede Gelegenheit nutzen um diesen Sachverhalt anzuprangern", so einer der Angeklagten Landwirte, Christian Pratz.

30.05.2011 | permalink

Bauernsternfahrt: Aus Nord und Süd Richtung Kanzleramt

Bauernsternfahrt Mit Trompeten und Treckern startete die Bauernsternfahrt gestern auf dem Auerberg im Allgäu. Die in Bayern gestarteten Schlepper werden bis zur Ankunft in Berlin am 9. Juni 1580 Kilometer zurücklegen.

Gestern startete die Bauernsternfahrt, um in anderthalb Wochen vor das Kanzleramt zu ziehen. Denn Bäuerinnen und Bauern haben es immer noch satt und protestieren für eine tiergerechte, faire, ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft. Die Nordwest- sowie die Südost-Route ist schon unterwegs, in den nächsten Tagen starten außerdem junge Bäuerinnen und Bauern auf einer Nordost- und West-Route. Zwischenstopps gibt es bei "Denkmälern einer sich industrialisierenden Landwirtschaft", wie der Schweinemastanlage in Haßleben und dem Gentechnikschaugarten in Üplingen. Außerdem sind ein Besuch beim Kirchentag in Dresden sowie 50 weitere Veranstaltungen geplant. Heute ist die Nordwest-Tour beim Landesbauerntag in Cloppenburg zu Besuch. Aus Richtung Südosten kommt die Route heute Abend beim Rock for Nature auf dem Regionalmarkt in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall an. Am 9. Juni heißt es dann "Angela, wir müssen reden" zum Abschluss vor dem Kanzleramt.

27.05.2011 | permalink

Keine Gentechnik-Kartoffel auf Schwedens Feldern

Protest Schweden Amflora Greenpeace-Aktivistin vor Amflora-Lager in Schweden. (Photo:Greenpeace)

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren seit einer Woche gegen den Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora. Auf Schwedens Feldern soll die aus dem Hause BASF stammende Kartoffel auf 5 Hektar vermehrt werden. Dabei ist die Amflora überflüssig, gefährlich und illegal. Es gibt gentechnikfreie Alternativen ohne Antibiotika-Resistenzgene. Der Einsatz entsprechender Markergene kann zu erheblichen Problemen beim Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin führen. Sie sind daher in der EU nicht mehr erlaubt. Selbst BASF ist von seiner Kartoffel nicht mehr überzeugt und wartet auf die Zulassung der Nachfolgeknolle Amadea. Mit dem Protest vor Ort und einer zusätzlichen Mail-Aktion will Greenpeace ein Verbot der Gentechnik-Kartoffel in Schweden erreichen. In Deutschland steht die ungeliebte Kartoffel auf zwei Hektar. In Österreich, Luxemburg und Ungarn ist ihr Anbau verboten.

25.05.2011 | permalink

UN-Ausschuss bestätigt Gesundheitsgefährdung durch Gentechnik

Logo der UN Deutschland hat das Menschenrechtspaket der UN ratifiziert und sich auf einen Bericht der Lage alle 5 Jahre verpflichtet.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hat anerkannt, dass durch gentechnisch veränderte Pflanzen Gesundheitsgefahren für Menschen ausgehen können. Die Bundesrepublik Deutschland ist nun aufgefordert, dem UN-Ausschuss zu berichten, welche Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher eingeleitet wurden. Das Netzwerk „Aktion GEN-Klage“ hat der Bundesrepublik Deutschland eine Verletzung der Menschenrechte durch den Einsatz von Agro-Gentechnik vorgeworfen. Das Recht auf Gesundheit, Nahrung und Selbstbestimmung sei durch gentechnisch veränderte Pflanzen eingeschränkt. Die Initiative hatte auch gegen fünf andere Staaten Klage wegen Menschenrechtsverletzungen durch die Anwendung der Agro-Gentechnik eingereicht. Der Ausschuss hat bereits Regierungen aufgefordert, Menschen vor Abhängigkeit von Konzernen sowie die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu schützen, die durch Abholzung der Urwälder für den Anbau von Gentechnik-Soja bedroht ist. Christiane Lüst vom Netzwerk betont, dass erstmalig eine Regierung aufgefordert wurde, Maßnahmen zum Schutze der Gesundheit zu ergreifen. Die Bundesregierung hat nun fünf Jahre Zeit dafür.

20.05.2011 | permalink

Zweifel an Sicherheit von Gentechnik-Pflanzen bestätigt

Grafik aus Studie von Aziz Aris und Samuel Leblanc Studie von Aziz Aris und Samuel Leblanc: Gift aus Gentechnik-Pflanzen im Blut von Schwangeren und Föten nachgwiesen. (Quelle:Studie von Aziz Aris und Samuel Leblanc)

Eine neue Studie aus Kanada weist das Vorkommen eines Giftstoffs aus Gentechnik-Pflanzen im menschlichen Blut nach. Die Theorie, das Gift würde im menschlichen Verdauungstrakt zersetzt, ist somit widerlegt. Gesundheitsrisiken beim Verzehr des Toxins wurden wissenschaftlich nachgewiesen. Das Bt-Gift stammt aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis und wirkt gegen bestimmte Insekten. Das Gen für das giftproduzierende Eiweiß Cry1AB ist bei den Gentechnik-Pflanzen im Genom eingebaut. Über die Nahrungskette gelangt das Bt-Gift in den Körper. Bei den in der Studie untersuchten Frauen und Föten wurde Cry1AB im Blut nachgewiesen. Dass die Frauen mit dem Gift gearbeitet haben, konnte in der Studie ausgeschlossen werden. Sie könnte dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beim Zulassungsprozess von Gentechnik-Pflanzen als Entscheidungshilfe dienen. Die Wissenschaftler warnen vor möglichen Risiken durch den Verzehr von Gentechnik-Pflanzen oder daraus gewonnenem Öl.

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 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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