07.04.2011 | permalink
Ca. 90 Prozent der gentechnisch veränderten Pflanzen stammen von Monsanto.
Der weltweit größte Gentechnik-Konzern Monsanto ist wieder auf Erfolgskurs. Im zweiten Quartal seines Geschätsjahres 2010/2011 macht der US-Konzern eine Milliarde Dollar Gewinn. Das Plus wurde durch eine gesteigerte Nachfrage beim Saatgut erreicht. Noch letztes Jahr hatte das Unternehmen geschwächelt und niedrigere Umsätze im Bereich Agro-Chemikalien hinnehmen müssen. Die Konkurrenz hatte billigere Pflanzengifte angeboten. Doch Sparmaßnahmen des Unternehmens scheinen gefruchtet zu haben. Firmenchef Hugh Grant kann seine Gewinnprognosen wieder nach oben korrigieren.
Von Monsanto stammen 90% der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen. Zusammen mit Syngenta, DuPont und Limagrain kontrolliert Monsanto die Hälfte des weltweiten Saatgutmarktes. Da Saatgut die Grundlage der Lebensmittel ist, wird die zunehmende Konzentration des Saatgutmarktes mit großer Sorge betrachtet. Denn Monsanto kontrolliert die steigenden Saatgutpreise und kann durch seine Patentrechte verhindern, dass mit dem Saatgut weitergezüchtet wird.
06.04.2011 | permalink
Foto: www.pixelio.de/Paul-Georg Meister
Laut einer Antwort des Bundesforschungsministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion gab es bisher keine Förderung der Forschung im Bereich Synthetische Biologie. Der Verein Testbiotech ist jedoch anderer Meinung. Demnach werden seit 2005 Projekte zur Synthetischen Biologie der Firmen GeneArt und Entelechon gefördert. Auch die BASF und Universitäten bekommen Gelder für diesen Forschungsbereich. Insgesamt sollen mehrere Millionen Euro geflossen sein. Warum das Ministerium dies verschweigt, ist unklar. Testbiotech vermutet, dass eine offene Debatte über Förderziele der Regierung und die Risiken vermieden werden soll. Diese ist laut Testbiotech aber dringend erforderlich, denn es wird bereits viel geforscht, es gibt aber bisher keine vorbeugenden gesetzlichen Regelungen, die eine Freisetzung von Organismen mit künstlichem Erbgut verhindern. Deshalb wurde letztes Jahr ein Aufruf gestartet, der bereits von 5000 Menschen unterzeichnet wurde.
04.04.2011 | permalink
Bauern demonstrieren im Januar in Berlin gegen Gentechnik. Foto: Volker Gehrmann
Ein Bericht von Friends of the Earth Europe (FoE) zeigt die versteckten Kosten des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen. So müssen Hersteller für die Reinhaltung von konventionellen und Bio-Produkten enorme Ausgaben auf sich nehmen. Die Folgen seien steigende Lebensmittelpreise. Laut EU-Angaben können die Kosten für die Herstellung gentechnikfreier Futter- und Lebensmittel um 13% ansteigen. Die wahren Ausgaben für Warentrennung, Überwachung und Probenahmen sind laut FoE jedoch weitaus höher und übersteigen die vorausgesagten Gewinne der Gentechnik bei weitem. Anlässlich der Diskussion um die Möglichkeit nationaler Anbauverbote in der EU fordert FoE, auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des GVO-Anbaus bei der Zulassung von Gentechnik-Pflanzen zu berücksichtigen. Biotech-Firmen müssten für Schäden aufkommen, die durch Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen entstehen.
Weitere Informationen zu den wahren Kosten der Gentechnik sowie den FoE-Report finden Sie im neuen Infodienst-Dossier.
01.04.2011 | permalink
Aus Protest gegen die Freisetzung von Gentechnik-Rüben durch die KWS kippten Aktivisten 16T Mist vor die Konzern-Zentrale.
Auch die diesjährige Aussaat der Gentechnik-Zuckerrübe wird von Protesten begleitet. Unter dem Motto: "KWS – behalte deinen Gentechnik-Mist" üben ein Bündnis aus Studenten und Bauern Kritik an der Freisetzung von gentechnisch veränderten Zuckerrüben. Sechzehn Tonnen Mist kippten die Aktivisten vor die KWS-Zentrale. Die Studenten "sehen in der Agro-Gentechnik das Sahnehäubchen einer sich immer weiter industrialisierenden Landwirtschaft, die mit ihrem enormen Hunger nach fossiler Energie und ihrer zerstörerischen Art zu wirtschaften erst aktuelle Probleme wie Artensterben, Klimawandel und Mangelernährung verursacht". Ausgestattet ist die Gentechnik-Zuckerrübe mit einer Herbizidresistenz und soll mit dem passenden Herbizid die Unkrautregulierung einfacher, umweltverträglicher und wirtschaftlicher machen. Doch die Erfahrung beim dauerhaften Anbau mit herbizidresistenten Gentechnik-Pflanzen zeigt, dass langfristig die Unkrautregulierung durch Ausbildung von Unkrautresistenzen eine Erhöhung von Pflanzenschutzmitteln zur Folge hat. Der Mehreinsatz von Spritzmitteln führt zu einer erhöhten Belastung für die Umwelt und ist somit auch wirtschaftlich nicht mehr lukrativ. Gentechnik-Pflanzen dienen vornehmlich dem Gewinn der Saatgutunternehmen.
31.03.2011 | permalink
Brauchen Kühe gentechnisch verändertes Futter aus Übersee? Bei Danone bald nicht mehr. (Photo:Simone Knorr)
Ganz stolz präsentiert Danone heute seinen neuen umweltfreundlichen Joghurt-Becher der Marke Aktivia. Aus „natürlich nachwachsenden Rohstoffen“ ist er hergestellt und verbraucht weniger fossile Rohstoffe. Die Rohstoffe für den Biokunststoff werden aus Mais-Pflanzen hergestellt, und laut Danone-Website wird ausschließlich gentechnikfreier Mais gefördert. Ob das auch für die Fütterung der Kühe gilt, bleibt unklar: Über den Inhalt der grünen Verpackung erfährt der kritische Verbraucher nichts. Außer dass die „Qualität selbstverständlich unverändert“ bleibt. Aber nicht mehr lange, versichert eine Mitarbeiterin auf Anfrage des Infodienstes. Schon bald wird das erste Werk in Ochsenfurth auf eine Fütterung ohne Gentechnik umstellen, die anderen sollen folgen, sobald alles garantiert gentechnikfrei abläuft. Verbraucher dürfen in ferner Zukunft also auch auf eine Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ auf dem Joghurt-Becher hoffen.
28.03.2011 | permalink
Auch in den Zicklein fanden sich Gen-Fragmente. Foto: Ulrich Schorn / pixelio.de
Gen-Abschnitte aus gentechnisch veränderten Futtermitteln lassen sich voraussichtlich durch sensiblere Analysemethoden zukünftig in Milch nachweisen. Dies geht aus einem aktuellen Rundschreiben des Deutschen Raiffeisenverbandes hervor. Anlässlich dieses Zugeständnisses des Futtermittelverbandes, dass sich Gentech-Futtermittel auf die tierischen Produkten auswirken, fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) eine Kennzeichnung tierischer Produkte. Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL, kritisiert die Strategie des Raiffeisenverbandes. Statt nun auf Futtermittel ohne Gentechnik umzustellen, rät der Futtermittel-Verband lediglich, nicht mehr zu behaupten, dass Gen-Abschnitte vom Futter nicht in der Milch landen können. Die AbL fordert Bäuerinnen und Bauern auf, gentechnikfreies Futter nachzufragen. Allein mit Lieferungen aus Brasilien lassen sich 60% des EU-Bedarfes an gentechnikfreier Soja decken.
Letztes Jahr hat der Verein Testbiotech bereits eine Recherche veröffentlicht, die zeigt, dass sich Gen-Abschnitte aus gentechnisch veränderten Pflanzen immer häufiger in tierischen Produkten wiederfinden.
28.03.2011 | permalink
Bis zum 19. April wurden 50.000 Unterschriften benötigt.
Heute startet die Petition für einen Anbaustopp von Gentechnik-Pflanzen. Hinter der Aktion steht der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der die Bundesregierung dazu bringen will, sich auf EU-Ebene für einen Zulassungsverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen einzusetzen. Für die Anhörung vor dem Petitionsausschuss werden 50.000 Unterschriften benötigt, und zwar bis zum 17. April. Petent Felix Prinz zu Löwenstein ärgert vor allem das mangelhafte Zulassungsverfahren auf EU-Ebene, das lediglich auf Studien der Antragssteller basiert. Unabhängige Risiko-Studien werden nicht erstellt. Im Gegenteil: Kritischen Wissenschaftlern wird der Zugang zu dem patentierten Saatgut von den Unternehmen verwehrt. Der BÖLW fordert deshalb alle Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Stimme abzugeben und die Petition zu unterzeichnen.
25.03.2011 | permalink
Bantam"s bunte, samenfeste Vielfalt.
Pünktlich zum Frühlingsanfang startet auch dieses Jahr die Aktion Bantam von Save Our Seeds. Golden Bantam, ein samenfester Mais setzt ein praktisches und lebendiges Zeichen gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais. Wo Bantam steht, wächst keine Gentechnik. Seit 2006 ist die Anzahl der Bantamesen, also Menschen, die Bantam in ihren Gärten oder ihren Balkonen pflanzen, auf 60.000 gestiegen. Seit zwei Jahren wächst auch das Sortiment. Der Lein „Blaues Wunder“ wurde letztes Jahr dazugenommen, eine Reaktion auf gentechnisch verunreinigten Leinsamen in Brot und Müsli, der in 36 Ländern entdeckt wurde. Zurückzuführen war die Gentechnik-Verunreinigung auf eine Sorte namens Triffid, die nirgends auf der Welt eine Zulassung besitzt. Dieses Jahr wächst das Sortiment um Kohlrabi-, Zucchini- und Sonnenblumensamen – samenfest und garantiert ohne Gentechnik. Denn samenfeste Sorten sind die Grundlage für eine weltweite Ernährungssouveränität.
25.03.2011 | permalink
Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) verleiht das Siegel "Ohne GenTechnik".
Der Verein "Lebensmittel ohne Gentechnik" (VLOG) feiert diese Woche einjährigen Geburtstag. Im März 2010 wurde er gegründet, um die Produktion von Lebensmitteln ohne Gentechnik zu fördern. Seit August letzten Jahres ist er für die Vergabe des Siegels "Ohne Gentechnik" zuständig. Seit seiner Gründung haben sich die Zahlen sehr positiv entwickelt: Mittlerweile stieg die Mitgliederzahl auf 65 und hat sich damit mehr als verdoppelt. Außerdem zählt der VLOG 70 Firmen, die eine Lizenz für die Verwendung des Ohne Gentechnik-Siegels innehaben. Unter anderem schmückt das Siegel Edeka-, Landliebe, tegut- und Neuland-Produkte. Der VLOG wird in Kürze eine vollständige Liste der Lizenznehmer auf seiner Homepage veröffentlichen (www.ohnegentechnik.org).
24.03.2011 | permalink
In zwei Bundesstaaten von Mexiko ist der Anbau von Gentechnik-Mais verboten worden. Bild: Semillas y Salud
In den Bundesstaaten Tlaxcala sowie Michoacán in Mexiko wurde der Einsatz von gentechnisch verändertem Mais-Saatgut gesetzlich verboten. In den kürzlich verabschiedeten Gesetzen wird der Mais als Grundnahrungsmittel und Kulturerbe unter besonderen Schutz gestellt. Dies ist ein wichtiges Zeichen für das ganze Land, denn alleine in diesen beiden Bundesstaaten wird ein Drittel allen Maises produziert. Mexiko ist die Wiege der Mais-Pflanze und birgt mit Tausenden über Jahrhunderte gezüchteten Sorten die größte Vielfalt dieser Kulturpflanze. 1998 erließ die mexikanische Regierung ein Anbaumoratorium für gentechnisch veränderten Mais, das am 6. März 2009 trotz zahlreicher Proteste auslief. Seitdem ist in bestimmten Regionen von Mexiko der Versuchsanbau mit gentechnisch veränderten Mais-Pflanzen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Da es immer wieder zu ungewollter Verunreinigung von Saatgut kommt, ist das erwirkte Verbot von Gentechnik-Mais ein großer Erfolg. Vier Jahre lang hat die Initiative 'Grupo Vicente Guerrero' hartnäckig daran gearbeitet.
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BASF zieht sich zurück
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Tomaten-Patent in höchster Instanz

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst