16.05.2011 | permalink

Bericht analysiert Kosten bei Gentechnik-Anbau

Trecker Nordstrand Viele Landwirte wollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen.

Ein Bericht der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART zeigt die Mehrkosten auf, die durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entstehen. Demnach sind die Koexistenz-Kosten, die auflaufen, um ein Auskreuzen mit konventionellen Pflanzen zu verhindern, je nach Ackerkultur unterschiedlich. Geht man von für den Gentechnik-Anbau ungünstigem Szenario aus (kleiner Betrieb und strenge Anbauregelungen) ist der Anbau wenig rentabel, weil Koexistenz-Kosten zu hoch ausfallen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen keinen allzu großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs hat. Vielmehr werden wahrscheinlich andere Faktoren, wie die Akzeptanz der Gentechnik in der Nachbarschaft und Bevölkerung sowie die Bereitschaft eines Betriebs, sich mit neuen administrativen Aufgaben auseinanderzusetzen, ausschlaggebend für einen Gentechnik-Anbau sein.

13.05.2011 | permalink

Rheinland-Pfalz: Spannungsfeld Gentechnik

Eveline Lemke Eveline Lemke (Bündis90/ Die Grünen) ist Wirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz und will die Gentechnik in der Landwirtschaft stoppen. (Quelle:Bündnis90/Die Grünen)

Eveline Lemke heißt die erste grüne Wirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz. Spannungen mit dem dort ansässigen Konzern BASF sind hinsichtlich Gentechnik unvermeidbar. Die neue Ministerin will die Gentechnik in der Landwirtschaft stoppen. BASF hat viel Zeit und Geld vor allem in die Entwicklung von Gentechnik-Kartoffeln gesteckt. Der Konzern will die Kartoffel an den Bauern bringen. "Wir haben hier in Rheinland-Pfalz noch bäuerliche Strukturen, und die wollen wir erhalten. Es ist nicht einzusehen, warum große Saatgutproduzenten große Landflächen aufkaufen oder sich über das Saatgut nachher das Land zu eigen machen. Und das ist eine Frage der Machtverteilung und wir sagen: Das Land soll bei den Menschen bleiben und nicht in großstrukturelle, industrielle Hände gehen", erläutert Ministerin Lemke gegenüber Deutschlandfunk ihre Haltung zur Agro-Gentechnik. Auch im Koalitionsvertrag mit dem Titel: „Den sozial-ökologischen Wandel gestalten“ der neuen Regierungsparteien SPD und Bündnis 90/ Die Grünen steht als Ziel klar die Gentechnikfreiheit.

11.05.2011 | permalink

Über hunderttausend Stimmen gegen Gentechnik

Campact Plakat-Aktion Bundestag Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab: Campact Plakat-Aktion vor dem Bundestag. (Photo: Campact)

Die BÖLW-Petition gegen die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen in der EU war ein Riesenerfolg. In den letzten sechs Wochen haben über hunderttausend Bürgerinnen und Bürger unterschrieben und es so ermöglicht, dass der Petent, Felix Prinz zu Löwenstein in einer öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss sprechen kann. Jährlich werden ca. 19.000 Petitionen eingereicht. Nur durchschnittlich zwei davon erreichen die Hürde von 50.000 Unterschriften, die für die öffentliche Anhörung nötig sind. Die Verwaltung des Bundestages hatte alle Hände voll zu tun, denn ein Großteil der Unterschriften kamen per Fax, wodurch die Geräte überlastet waren.
So viel Zulauf dürfte die Bundesregierung nicht ignorieren. Löwenstein hofft, sie durch den Erfolg der Petition dazu zu bringen, sich gegen weitere Zulassungen von Gentechnik-Pflanzen zu richten.

09.05.2011 | permalink

Gentechnik-Werbeveranstaltung bei SPD-Stiftung

AgroBioTechnikum Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz (MV) betreut Freilandversuche mit zusätzlichen Serviceleistungen und ist Sitz verschiedener Labore und Betriebe. Foto: Projektwerkstatt Saasen

Der neutral angekündigte Workshop der SPD-Stiftung Friedrich-Ebert „Streitthema Grüne Gentechnik“ am 27. und 28. Mai entpuppt sich als Werbeveranstaltung der Gentechnik-Lobby. Referent Klaus Ammann hält einen Einleitungsvortrag mit dem Titel "Der Grabenkrieg fruchtet nichts" und ist bekannt als Akteur bei nationalen und internationalen Pro-Gentechnik Lobbyvereinen. Organisiert wird die Veranstaltung von Stefan Rauschen von der RWTH Aachen sowie Heike Mikschofsky, Mitarbeiterin von Prof. Inge Broer an der Uni Rostock. Rauschen und Broer sind Vorsitzende des Vereins zur Förderung innovativer und nachhaltiger Agrobiotechnologie (FINAB), Initiator des Gentechnik-Kompetenzzentrums AgroBioTechnikum.

06.05.2011 | permalink

Gentechnik-Klage gegen Deutschland bei UN-Menschenrechtsausschuss eingereicht

Logo der UN Deutschland hat das Menschenrechtspaket der UN ratifiziert und sich auf einen Bericht der Lage alle 5 Jahre verpflichtet.

Das internationale Netzwerk „Aktion GEN-Klage“ wirft der Bundesrepublik Deutschland Verletzungen der Menschenrechte in der Landwirtschaft durch den Einsatz von Agro-Gentechnik vor dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen vor. In einem Parallelbericht erläutert das Netzwerk, warum auch in Deutschland durch die Agro-Gentechnik das Recht auf Selbstbestimmung, auf Nahrung und auf Gesundheit sowie die Freiheit von Wissenschaft und Forschung gefährdet sind. In den letzten Jahren erfolgten Klagen gegen Österreich, Kanada, Indien, Brasilien und Kolumbien. Die indische Regierung wurde durch den UN-Menschenrechtsausschuss aufgefordert, den Zugang zu altem wieder verwendbarem Saatgut für Bauern zu schützen und die Abhängigkeit von Konzernen zu beseitigen. Brasilien wurde ermahnt, die Abholzung der Urwälder zugunsten des Anbaus von Gentechnik-Soja zu stoppen und die Lebensgrundlage der indigenen Völker und Kleinbauern zu erhalten. Der Ausschuss wird in den laufenden drei Wochen die von der Bundesregierung und dem Netzwerk eingereichten Berichte diskutieren und am 20. Mai der deutschen Regierung seine Empfehlungen bekannt geben.

04.05.2011 | permalink

Sieben Prozent der Mais-Proben mit Gentechnik verunreinigt

Maisblüte Maispollen können kilometerweit fliegen. (Photo:Simone Knorr)-+-

Dieses Jahr sind in sieben Prozent der 417 Mais-Saatgut-Proben in elf Bundesländern Spuren von Gentechnik gefunden worden. Die Verunreinigungen stiegen in den letzten Jahren an. Laut einer Presseerklärung von Greenpeace und Bioland waren vor drei Jahren nur 2.1 Prozent der Proben mit gentechnisch veränderten Organismen vermischt. Der Mais kann durch Insekten, Pollen oder durch Lagerung und Transport der Ernte verunreinigt werden. Letztes Jahr wurde ein Saatgut-Skandal ausgelöst, weil Behörden die Ergebnisse der Tests nicht rechtzeitig bekannt gaben. Mehrere Landwirte hatte die mit Gentechnik verunreinigte Saat bereits ausgebracht und mussten ihre Pflanzen dann umbrechen. Da die Behörden dieses Jahr die Tests rechtzeitig durchgeführt haben, konnte das Saatgut vor der Aussaat zurückgerufen werden. In Bayern wurden am meisten Verunreinigungen gefunden (7,9%). Greenpeace und Bioland fordern die Beibehaltung der strengen Null-Toleranz für das Saatgut. Die regelmäßige Verschmutzung sei nicht akzeptabel. Im März sprach sich der Bundesrat in einer Abstimmung mehrheitlich gegen die Aufweichung der Saatgutreinheit aus, nachdem es bundesweite Proteste gegeben hatte.

02.05.2011 | permalink

US-Ministerium will Gentechnik-Prüfungen der Industrie überlassen

Mais Comic Die EFSA-Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten. (Photo:Testbiotech)

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) plant, Gentechnik-Firmen die Sicherheitsprüfungen ihrer gentechnisch veränderten Pflanzen zukünftig selbst durchführen zu lassen. In einem zweijährigen Pilotprojekt sollen Agro-Chemie-Konzerne wie Monsanto bewerten, ob ihre Pflanzen der Umwelt schaden oder ob sie sicher genug für den Anbau sind. Das Ministerium plant das Verfahren damit effizienter und schneller zu machen, berichtet das US-Magazin „Fast Company“. Außerdem will das Ministerium mit der Auslagerung der Prüfung Kosten sparen, die letzte Entscheidung für die Zulassung jedoch selbst treffen. Schon in der Vergangenheit gab es viel Kritik an der Entscheidungs-Politik der USDA. So hatte ein Richter den Anbau der gentechnisch veränderten Zuckerrübe von Monsanto verboten, weil hierfür trotz der Zulassung durch die USDA keine ausreichenden Umweltsicherheitsprüfungen vorlagen. Auf Druck der Industrie lies das Ministerium einen begrenzten Anbau der Gentechnik-Rübe dieses Jahr zu, obwohl die Sicherheitsprüfungen noch nicht abgeschlossen ist.
Auch am Zulassungsverfahren der EU gibt es herbe Kritik. Die für die Sicherheitsprüfungen zuständige Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) entscheidet stets im Sinne der Gentechnik-Konzerne. Sie führt keine eigenen Sicherheitsprüfungen durch, sondern bewertet lediglich die Studien der Industrie. Leitenden Mitarbeitern der EFSA wurden Verstrickungen mit Lobbyverbänden der Industrie nachgewiesen.

29.04.2011 | permalink

Imker- und Bauern-Protest bei der Bayer AG

Imker auf Demonstration Planet Diversity Imker sorgen sich um ihr Naturprodukt, den Honig.

Imker und Bauern demonstrieren heute bei der Aktionärsversammlung der BAYER AG gegen deren Chemie- und Gentechnik-Geschäfte. Sie wollen die Aktionäre darauf aufmerksam machen, dass der Konzern Verantwortung für die Auswirkungen seiner Produkte auf Bienen und Landwirtschaft übernehmen muss. Denn Pflanzengifte können gefährlich für Bienen sein und gentechnisch veränderte Pflanzen verunreinigen den Honig. Wenn Bienen geschädigt werden, gefährdet das die gesamte Landwirtschaft und insbesondere den Obstanbau. „Nicht nur das gemeinsame Ziel, die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelerzeugung zu sichern, eint Bauern und Imker. Wir bilden auch wirtschaftlich eine Gemeinschaft, denn die Bestäubungsleistung der Bienen sichert unsere Ernten und unser Anbau von blühenden Kulturpflanzen dient den Imkern als Bienenweide“, so Bernd Schmitz, stellvertretender AbL-Bundesvorsitzender.

29.04.2011 | permalink

Von Giftmischern in Futter- und Lebensmitteln

Kühe im Stall Tiere in der EU bekommen viel gentechnisch veränderte Soja zu fressen.(Photo:Simone Knorr)

Diese Woche häufen sich die Warnungen vor dem Anbau gentechnisch veränderter herbizidresistenter Pflanzen und dem damit verbundenen Spritzmittel Roundup. Dieses weltweit meistverkaufte Herbizid mit dem Wirkstoff Glyphosat wird tonnenweise auf die Felder in Ländern wie Argentinien ausgebracht und belastet Boden, Gewässer sowie die in der Nähe lebenden Menschen. Der Anbau scheint weit weg von Europa und dennoch sollte uns die Anwendung dieser Gifte beim Anbau von Lebensmitteln Sorgen bereiten. Denn die Pflanzen werden massenweise nach Europa importiert und gelangen hier über die Futtermittel in unsere Nahrungskette. Außerdem sollen herbizidresistente Gentech-Pflanzen in der EU zum Anbau zugelassen werden. Wie der Verein Testbiotech jetzt berichtet, können Glyphosat-Rückstände in Futter- und Lebensmitteln gesundheitliche Gefahren für Verbraucher mit sich bringen. Es ist nicht auszuschließen, dass insbesondere Zusatzstoffe wie POE-Tallowamine, die als Benetzungsmittel dienen, auch in tierische Produkte und damit in unsere Nahrungskette übergehen. Bereits in viel geringeren Mengen als bisher angenommen kann das Pflanzengift gefährlich für das menschliche Fortpflanzungs- und Nervensystem sowie für die Entwicklung von Embryonen sein. Neueste Untersuchungen aus Kanada zeigen, so berichtet Testbiotech, dass selbst in fötalem Blut von Frauen Rückstände von Pflanzen- und Insektengiften gefunden wurden. Der Verein berichtet, dass das Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zwar die Anwendung bestimmter Spritzmittel verboten hat, es aber keine ausreichende Risikoprüfung und Kontrollen für importierte Futtermittel gäbe, die mit Rückständen belastet sind.

27.04.2011 | permalink

Ein giftiges Geschäft: Gentechnik-Pflanzen und Roundup-Spitzmittel

Flugzeug Roundup Mit Flugzeugen wird das Pflanzengift Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in Argentinien auf die Felder gesprüht. So bleiben auch Wohngegenden nicht verschont. Foto: GM-Watch

Eine neue Studie des Naturschutzbundes (NABU) warnt vor den Folgen des Anbaus von herbizidresistenten Gentechnik-Pflanzen. Mit dem Anstieg des Anbaus insbesondere in den USA und Lateinamerika steigt auch der Einsatz des Spitzmittels Roundup, gegen das die Gentechnik-Pflanzen resistent sind. Außer den gentechnisch veränderten Kulturen sterben alle Pflanzen ab, die mit dem Wirkstoff Glyphosat in Berührung kommen. Aber auch Böden und Gewässer werden von der großflächigen Anwendung von Roundup geschädigt. Und natürlich bleibt auch der menschliche Organismus nicht unversehrt. In einem Dokumentarfilm des NABU berichten Betroffene von vermehrten Krebserkrankungen und Fehlbildungen bei Kindern. Der Film zeigt, wie die Menschen vom Soja-Anbau umringt sind und mit den Vergiftungen leben müssen. Gleichzeitig verlieren sie ihre Lebensgrundlage, weil auf dem Boden außer den Gentechnik-Pflanzen nichts mehr wächst und Urwälder abgeholzt werden.
66% aller Gentechnik-Pflanzen sind gegen Totalherbizide resistent. Pflanzen und Herbizide werden von den selben Herstellern verkauft. Agro-Chemie-Firmen wie Monsanto möchten auch den europäischen Markt für ihr lukratives Geschäft erobern. Erste Versuchsfreisetzungen finden schon statt. NABU-Präsident Olaf Tschimpke warnt vor der Zulassung herbizidresistenter Gentechnik-Pflanzen in der EU. Dabei wird das Unkrautmittel Roundup längst hierzulande eingesetzt. Eine neue TV-Werbekampagne wirbt sogar für die Verwendung des Pflanzengiftes für den privaten Gebrauch im Garten.

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.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

 Wirtschaft und Gentechnik

Der deutsche Gentech-Filz

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
 Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?

Hunger und Gentechnik

(c)

Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.  Dossier Infodienst

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