07.06.2011 | permalink
Bauernsternfahrt nach Berlin: Auf dem Weg in eine gentechnikfreie Landwirtschaft.
Auf dem Weg nach Berlin trafen sich die West- und Nordwest-Route der Bauernsternfahrt gestern in Braunschweig. Dort besuchten die jungen Landwirtinnen und Landwirte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie das von-Thünen-Institut und diskutierten dort mit dem Versuchsleiter Christoph Tebbe kontrovers über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Das Bundesforschungsinstitut erhält 200.000 Euro aus öffentlicher Hand für seine Forschungsprojekte mit Gentechnik-Pflanzen. Heute steht ein Besuch des Schaugartens Üplingen auf dem Programm. Dort werden Führungen angeboten, bei denen Besucher gentechnisch veränderten Pflanzen beim Wachsen zuschauen können. Die AktivistInnen und Aktivisten der Sternfahrt werden jedoch eher demonstrieren und eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und mit regional angepassten Sorten fordern.
Heute Abend wird herzlich zu einem Gesprächsabend in der Auslandsgesellschaft in Magdeburg eingeladen. Die Referentinnen werden ab 19.30 Uhr mit den Gästen darüber sprechen, warum Landwirtschaft uns alle angeht.
Mit bunt geschmückten Treckern zieht die Sternfahrt am Donnerstag vor das Kanzleramt, wo Bundeskanzlerin Merkel mit unterwegs gesammelten Videobotschaften für die Interessen von Landwirtinnen und Landwirten sensibilisiert werden soll. Dieses Jahr wird die Agrarpolitik der Europäischen Union festgelegt. Jeder Bürger und jede Bürgerin der EU zahlt rund 100 Euro im Jahr an Agrarsubventionen.
06.06.2011 | permalink
Mit Flugzeugen wird das Pflanzengift Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in Argentinien auf die Felder gesprüht. So bleiben auch Wohngegenden nicht verschont. Foto: GM-Watch
Bisher wurden die Gesundheitsgefahren durch das Spritzmittel Roundup unterschätzt. Doch nun häufen sich Berichte, nach denen der Wirkstoff Glyphosat auch in die menschliche Nahrungskette gelangt. Wegen alarmierender Krankheitssymptome bei Nutztieren hat die Universität Leipzig Futtermittel für Nutz- und Haustiere untersucht und darin Rückstände des Spritzmittels gefunden. Der NABU kritisiert, dass es bisher keine Vorsorgemaßnahmen für Verbraucher gibt und hat sich deshalb mit einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt. Darin fordert der Naturschutzbund ein Screening von Futter- und Lebensmitteln auf Rückstände von Glyphosat sowie auf das Beimittel Tallowamin und das Abbauprodukt AMPA.
Glyphosat wird massenweise beim Anbau von gentechnisch veränderter Soja gespritzt, da die Pflanzen gegen das Gift resistent sind. Die Produkte werden nach Europa importiert, um sie hier an Tiere zu verfüttern, die uns wiederum mit Milch- und Fleischprodukten versorgen. Doch auch in Deutschland wird Roundup immer mehr im Getreide- und Obstanbau sowie in Hausgärten eingesetzt. Jährlich werden hierzulande 4000 Tonnen Glyphosat verspritzt. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Gesundheitsrisiken erkannt und 2010 die Verfütterung von mit Glyphosat gespritztem Getreide verboten. „Für den menschlichen Verzehr gibt es aber bislang keine Warnung oder Einschränkung“, kritisiert der NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Weitere Informationen zum Thema Roundup sowie Studien, Videos und interessante Links finden Sie im Infodienst-Dossier:
01.06.2011 | permalink
Den Anbau von Gentechnik-Weizen in der Nähe der Genbank Gatersleben wollten die AktivistInnen nicht länger hinnehmen. Foto: Maren Borgerding
Heute geht der Strafprozess um die Zerstörung des Gentechnik-Weizen-Feldes in Gatersleben in eine neue Runde. Eine Gärtnerin und zwei Landwirte wurden im November letzten Jahres zu Strafen von rund 300 Euro vom Amtsgericht Aschersleben verurteilt, gegen das sie Berufung eingelegt haben. Im April 2008 sind die Angeklagten zusammen mit anderen Aktivisten auf das Gelände des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben eingedrungen und hatten dort ein Feld mit gentechnisch veränderten Weizen zerstört. Die Aktivisten wollen nun die Rechtmäßigkeit ihres Handelns erneut beweisen. Denn das Institut, auf dessen Gelände der Versuch stattfand, ist auch für die Erhaltung und Sammlung alter Getreidesorten zuständig. Der damalige Versuch fand in 500 Metern Abstand zu alten Sorten der Genbank statt und wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigt. Damit wurde bewusst eine Verunreinigung der Bestände der Genbank in Kauf genommen. "Was dort passiert ist, war offenkundig ein Anschlag auf die gentechnikfreie Landwirtschaft. Ich werde jede Gelegenheit nutzen um diesen Sachverhalt anzuprangern", so einer der Angeklagten Landwirte, Christian Pratz.
30.05.2011 | permalink
Mit Trompeten und Treckern startete die Bauernsternfahrt gestern auf dem Auerberg im Allgäu. Die in Bayern gestarteten Schlepper werden bis zur Ankunft in Berlin am 9. Juni 1580 Kilometer zurücklegen.
Gestern startete die Bauernsternfahrt, um in anderthalb Wochen vor das Kanzleramt zu ziehen. Denn Bäuerinnen und Bauern haben es immer noch satt und protestieren für eine tiergerechte, faire, ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft. Die Nordwest- sowie die Südost-Route ist schon unterwegs, in den nächsten Tagen starten außerdem junge Bäuerinnen und Bauern auf einer Nordost- und West-Route. Zwischenstopps gibt es bei "Denkmälern einer sich industrialisierenden Landwirtschaft", wie der Schweinemastanlage in Haßleben und dem Gentechnikschaugarten in Üplingen. Außerdem sind ein Besuch beim Kirchentag in Dresden sowie 50 weitere Veranstaltungen geplant. Heute ist die Nordwest-Tour beim Landesbauerntag in Cloppenburg zu Besuch. Aus Richtung Südosten kommt die Route heute Abend beim Rock for Nature auf dem Regionalmarkt in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall an. Am 9. Juni heißt es dann "Angela, wir müssen reden" zum Abschluss vor dem Kanzleramt.
27.05.2011 | permalink
Greenpeace-Aktivistin vor Amflora-Lager in Schweden. (Photo:Greenpeace)
Greenpeace-Aktivisten demonstrieren seit einer Woche gegen den Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora. Auf Schwedens Feldern soll die aus dem Hause BASF stammende Kartoffel auf 5 Hektar vermehrt werden. Dabei ist die Amflora überflüssig, gefährlich und illegal. Es gibt gentechnikfreie Alternativen ohne Antibiotika-Resistenzgene. Der Einsatz entsprechender Markergene kann zu erheblichen Problemen beim Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin führen. Sie sind daher in der EU nicht mehr erlaubt. Selbst BASF ist von seiner Kartoffel nicht mehr überzeugt und wartet auf die Zulassung der Nachfolgeknolle Amadea. Mit dem Protest vor Ort und einer zusätzlichen Mail-Aktion will Greenpeace ein Verbot der Gentechnik-Kartoffel in Schweden erreichen. In Deutschland steht die ungeliebte Kartoffel auf zwei Hektar. In Österreich, Luxemburg und Ungarn ist ihr Anbau verboten.
25.05.2011 | permalink
Deutschland hat das Menschenrechtspaket der UN ratifiziert und sich auf einen Bericht der Lage alle 5 Jahre verpflichtet.
Der UN-Menschenrechtsausschuss hat anerkannt, dass durch gentechnisch veränderte Pflanzen Gesundheitsgefahren für Menschen ausgehen können. Die Bundesrepublik Deutschland ist nun aufgefordert, dem UN-Ausschuss zu berichten, welche Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher eingeleitet wurden. Das Netzwerk „Aktion GEN-Klage“ hat der Bundesrepublik Deutschland eine Verletzung der Menschenrechte durch den Einsatz von Agro-Gentechnik vorgeworfen. Das Recht auf Gesundheit, Nahrung und Selbstbestimmung sei durch gentechnisch veränderte Pflanzen eingeschränkt. Die Initiative hatte auch gegen fünf andere Staaten Klage wegen Menschenrechtsverletzungen durch die Anwendung der Agro-Gentechnik eingereicht. Der Ausschuss hat bereits Regierungen aufgefordert, Menschen vor Abhängigkeit von Konzernen sowie die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu schützen, die durch Abholzung der Urwälder für den Anbau von Gentechnik-Soja bedroht ist. Christiane Lüst vom Netzwerk betont, dass erstmalig eine Regierung aufgefordert wurde, Maßnahmen zum Schutze der Gesundheit zu ergreifen. Die Bundesregierung hat nun fünf Jahre Zeit dafür.
Aktion GEN-Klage: UN-Ausschuss bestätigt Gesundheitsgefährdung durch GEN-Food
NDR.de: UN-Ausschuss bestärkt Gentechnik-Klage aus MV
dapd: UN-Ausschuss verlangt Auskunft zum Gesundheitsschutz wegen Gentechnik
Netzwerk "Aktion GEN-Klage": Parallelbericht an UN-Menschenrechtsausschuss
United Nations: Concluding Observations20.05.2011 | permalink
Studie von Aziz Aris und Samuel Leblanc: Gift aus Gentechnik-Pflanzen im Blut von Schwangeren und Föten nachgwiesen. (Quelle:Studie von Aziz Aris und Samuel Leblanc)
Eine neue Studie aus Kanada weist das Vorkommen eines Giftstoffs aus Gentechnik-Pflanzen im menschlichen Blut nach. Die Theorie, das Gift würde im menschlichen Verdauungstrakt zersetzt, ist somit widerlegt. Gesundheitsrisiken beim Verzehr des Toxins wurden wissenschaftlich nachgewiesen. Das Bt-Gift stammt aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis und wirkt gegen bestimmte Insekten. Das Gen für das giftproduzierende Eiweiß Cry1AB ist bei den Gentechnik-Pflanzen im Genom eingebaut. Über die Nahrungskette gelangt das Bt-Gift in den Körper. Bei den in der Studie untersuchten Frauen und Föten wurde Cry1AB im Blut nachgewiesen. Dass die Frauen mit dem Gift gearbeitet haben, konnte in der Studie ausgeschlossen werden. Sie könnte dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beim Zulassungsprozess von Gentechnik-Pflanzen als Entscheidungshilfe dienen. Die Wissenschaftler warnen vor möglichen Risiken durch den Verzehr von Gentechnik-Pflanzen oder daraus gewonnenem Öl.
20.05.2011 | permalink
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos übt scharfe Kritik an Agro-Gentechnik. Foto: EPP
In einem Interview mit der rumänischen Tageszeitung Adevarul übte EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Ciolos scharfe Kritik am Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen sind in ihrer Qualität ungenügend und schränken die vielfältige Ernährung ein. Er sieht durch den Einsatz von Gentechnik das weltweite Vertrauen von Verbrauchern in europäische Lebensmittel gefährdet und fordert eine Agrarforschung in der EU, die auf Vielfalt und Qualität von lokalen Produkten ausgerichtet ist. Der Kommissar betonte, dass Wahlfreiheit in Anbau-Fragen für den Landwirt bewahrt werden muss. Ciolos spricht sich für die Möglichkeit der Mitgliedsstaaten aus, eine Verbot auf Grund von Auskreuzungen oder anderen sozio-ökonomischen Gründen zu erwirken. Ferner bestätigte der Kommissar den Druck der USA auf die EU, Agro-Gentechnik zu befördern, trotz des wachsenden Unbehagens der europäischen KonsumentInnen.
17.05.2011 | permalink
Honigmelone als Erfindung von Monsanto? (© wrw/PIXELIO)
Der US-Konzern Monsanto hat ein europäisches Patent auf eine konventionell gezüchtete Melone erhalten. Die Melone ist resistent gegenüber einer Viruskrankheit und wurde auf herkömmliche Art und Weise gezüchtet. Melonen mit diesen Eigenschaften wurden ursprünglich in Indien entdeckt. Doch in Europa gilt sie nun als Erfindung von Monsanto. Christoph Then, Sprecher des Bündnisses Kein Patent auf Leben, spricht von einem Missbrauch des Patentrechtes, da eine Patentierung konventioneller Züchtung verboten ist. Das Verbot wurde jedoch umgangen, indem nicht das Verfahren patentiert wurde, sondern die Pflanzen selbst. Problematisch an der Patentierung ist, dass mit dem Saatgut nicht weitergezüchtet werden darf. Das Recht auf die genetische Ressourcen liegt also beim Patentinhaber. Die Initiative Kein Patent auf Leben hat deshalb einen Aufruf gestartet, den bereits 15.000 Menschen unterzeichnet haben. Sie fordern eine Änderung des europäischen Rechts, damit eine Patentierung von Tieren, Pflanzen und daraus gewonnenen Lebensmitteln verhindert wird.
16.05.2011 | permalink
Viele Landwirte wollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen.
Ein Bericht der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART zeigt die Mehrkosten auf, die durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entstehen. Demnach sind die Koexistenz-Kosten, die auflaufen, um ein Auskreuzen mit konventionellen Pflanzen zu verhindern, je nach Ackerkultur unterschiedlich. Geht man von für den Gentechnik-Anbau ungünstigem Szenario aus (kleiner Betrieb und strenge Anbauregelungen) ist der Anbau wenig rentabel, weil Koexistenz-Kosten zu hoch ausfallen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen keinen allzu großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs hat. Vielmehr werden wahrscheinlich andere Faktoren, wie die Akzeptanz der Gentechnik in der Nachbarschaft und Bevölkerung sowie die Bereitschaft eines Betriebs, sich mit neuen administrativen Aufgaben auseinanderzusetzen, ausschlaggebend für einen Gentechnik-Anbau sein.
Newsletter bestellen
● Gentech-Kartoffel:
BASF zieht sich zurück
● Bt-Mais und Bienen:
EuGH-Urteil: Großer Erfolg für Imker-Bündnis
● Patente:
Tomaten-Patent in höchster Instanz

Unsere Flyer zeigt Ihnen die wichtigsten Gründe gegen Gentechnik auf einen Blick: Ideal, um ihn im Bekanntenkreis, in Schulen o.ä. zu verteilen.
Spenden Sie hier!
Bestellen Sie den Flyer hier
Das PDF bekommen Sie hier
Die Guten Gründe online
Alle Informationen auf dieser Seite sind kostenlos. Das heißt aber nicht, dass unsere Arbeit nichts kostet. Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt!
Online-Spende hier!
.. dass ein mittelständisches deutsches Unternehmen bis zu mehrere hunderttausend Euro im Jahr einplanen muss, um Gentechnik-Rohstoffe zu vermeiden?

Eine Studie zeigt, an zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. Anstatt die Industrie zu kontrollieren, setzen sie sich für ihre Interessen ein.
Then, Lorch (April 2008): Kontrolle oder Kollaboration?
Die Experten sind sich einig. Gegen den Hunger in der Welt hilft keine Gentechnik! Lesen Sie hier, was es mit der Nahrungsmittelknappheit tatsächlich auf sich hat.
Dossier Infodienst