22.02.2010 | permalink
Greenpeace protestierte in 39 Städten mit Aufklebern und Flugblättern gegen Gentechnik in der Milchproduktion.
Für Hersteller gibt es kaum noch Argumente, nicht auf Gentechnik im Tierfutter zu verzichten. Wie Greenpeace letzte Woche auf einer Pressekonferenz erklärte, ist die Fütterung ohne Gentechnik auch für große Produzenten möglich. Brasilien erzeugt ausreichend Soja-Pflanzen, um den gesamten europäischen Markt zu bedienen. Die Firmen Hipp und Humana machen es vor und teilten mit, dass ihre Milch in Zukunft von Kühen stammen soll, die gentechnikfrei gefüttert wurden.
Andere Firmen wie Nestlé und Milupa hingegen ignorieren Verbraucherwünsche und setzen nach wie vor auf Gentechnik-Soja. Greenpeace-Aktivisten ließen dies nicht länger auf sich sitzen und markierten am Samstag prompt die Produkte der beiden Firmen mit Aufklebern. Darauf wurde einerseits vor den Umweltgefahren von Gentechnik gewarnt andererseits klärten die AktivistInnen vor und im Supermarkt Verbraucherinnen und Verbraucher mit Einkaufsratgebern über gentechnikfreie Einkaufsmöglichkeiten auf.
Milupa und Nestlé haben mittlerweile auf die Aktion mit Stellungnahmen reagiert. Beide Firmen verweisen auf die gentechnikfreien Zutaten, die für ihre Produkte verwendet werden und reden sich beim Thema Futtermittel raus. Die Verwendung von Gentechnik-Pflanzen im Futter habe keinen Einfluß auf das Endprodukt, erklärt Nestlé. Milupa behauptet, der Markt für gentechnikfreie Futtermittel sei "ausgetrocknet". Das Gegenteil beweist Jochen Koester von Trace Consult. Der Futtermittel-Experte rechnete auf der BioFach vor, dass bei entsprechender Nachfrage ausreichend gentechnikfreie Futtermittel aus Brasilien zur Verfügung stehen. Greenpeace-Experte Alexander Hissting kommentiert die Stellungnahmen: "Die Verantwortung eines Lebensmittelherstellers bezieht sich nicht nur auf das Endprodukt. Er muss auch die Folgen des Produktionsprozesses verantworten. Gen-Pflanzen schädigen nachgewiesener Weise die Umwelt, fördern die zunehmende Abhängigkeit zwischen Bauern und Chemiekonzernen und gefährden die Ernährungsicherheit".
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