28.12.2009 | permalink
Der Anbau von Gentechnik-Mais in der EU ist 2009 stark zurückgegangen. Hauptanbauland ist nach wie vor Spanien mit über 80%.
2009 stand rund 20 Prozent weniger Gentechnik-Mais (MON 810) auf den europäischen Äckern als im letzten Jahr. Während die Anbaufläche 2008 noch knapp 108.000 ha betrug – davon 3.000 ha illegaler Anbau in Polen – , wurde 2009 nur noch auf circa 86.000 ha MON 810 ausgebracht. Wie viel Gentechnik-Mais in diesem Jahr in Polen illegal angebaut wurde, ist noch unbekannt. Der MON-810-Mais ist die einzige in Europa zum Anbau zugelassene Gentechnik-Pflanze.
Allein das Anbauverbot in Deutschland hat dazu geführt, dass rund 3000 ha weniger Gen-Mais angebaut wurde. In Tschechien, Rumänien, der Slowakei und in Spanien ging der Anbau um insgesamt 16.000 ha zurück. Nur in Portugal gab es einen geringen Anstieg um 150 ha. Trotzdem bleibt Spanien mit einem Anteil von rund 80 Prozent das Land, in dem am meisten Gentechnik-Mais in Europa angebaut wird.
Diese Zahlen stammen von der im Wesentlichen von der Agro-Industrie finanzierten Website transgen. Die genauen Anbauzahlen für die ganze Welt werden im Februar 2010 wieder im Jahresbericht vom International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA) herausgegeben. Der Bericht bildet die Datengrundlage für die meisten statistischen Auswertungen und Darstellungen rund um den Anbau von Gentechnik-Pflanzen. Oft sind die Zahlen jedoch im Sinne der Gentechnik-Industrie dargestellt, die auch diesen Service finanziert. So werden bei den Flächenangaben nicht die Pflanzen zugrundegelegt, sondern die Anzahl ihrer veränderten Eigenschaften, was zu doppelten Zählungen führt. Auch der illegale Gentechnik-Anbau wie beispielsweise in Polen wird unkommentiert miteingerechnet, um den Siegeszug der Gentechnik-Pflanzen zu dokumentieren. Der Infodienst hat für Sie die verfügbaren Zahlen zum Anbau in einem Dossier zusammengestellt und kritisch die unterschiedlichen Quellen benannt und kommentiert. Außerdem finden Sie statistische Informationen zu den gentechnikfreien Regionen. Informieren Sie sich selbst!
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