22.03.2010 | permalink
Nicht nur in der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion können Gentechnik-Pflanzen verarbeitet werden. Die Gentechnik-Industrie setzt zunehmend auf den Anbau für die Biogas-Erzeugung. eon-Mitte hat nun erklärt, auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen bei der Biogas-Erzeugung zu verzichten. Das hessische Bündnis "Keine Agrogentechnik auf Hessens Feldern und Tellern" begrüßt die öffentliche Erklärung des Unternehmens. Eon-Mitte wirbt mit diesem Versprechen für seine Biogas-Vermarktung, zuletzt auf der Schwalm-Eder-Messe in Schwalmstadt am vergangenen Wochenende. "Wir gehen davon aus, dass Eon-Mitte und anderen Biogas-Erzeugern das schlechte Image von Genmais-Biogas bewusst ist und wir hoffen, dass das Genmais-Verbot damit ein dauerhafter Bestandteil der Anbauverträge bleibt", erklärte Dietmar Groß, Sprecher des Bündnisses.
15.03.2010 | permalink
Bayerisches Landidyll und Gentechnik passen nicht zusammen.
Christoph Fischer ist ständig unterwegs gegen Gentechnik. Mit seinen Vorträgen überzeugt der Landwirtschaftsberater die Menschen von seinem Ziel: Ein gentechnikfreies Bayern. Er hat schon viel erreicht. Seit der Gründung von "Zivil Courage - Freie Bauern und Bürger AG - Gegen Gentechnik" sind der Initiative bereits 24 Landkreise beigetreten. Im Februar erhielt Fischer vom bayerischen Umweltminister Söder (CSU) die Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt.
09.03.2010 | permalink
Foto: Blauen-Institut;-+-Die Schweiz will ihr Gentechnik-Moratorium um drei Jahre verlängern.
Das Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft wird in der Schweiz bis November 2013 verlängert. Nach dem Ständerat sprach sich auch der Nationalrat für eine entsprechende Änderung des Gentechnikgesetzes (GTG) aus. Grund der Verlängerung sind die nicht abgeschlossenen nationalen Forschungsvorhaben, die Klarheit zum Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen bringen sollen. Im Nationalen Forschungsprogramm (NFP) werden die 'Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen' untersucht. Deutschland steht nun vor der Wahl dem Vorbild Schweiz zu folgen, die bisher versäumte Risikoforschung nachzuholen und vom kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Abstand zu nehmen.
09.03.2010 | permalink
Bayern soll gentechnikfreie Region werden
Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) für Oberfranken, Werner Reihl, rät vom Anbau der Gentechnik-Kartoffel ab. Die Kartoffel garantiert keinen Mehrertrag im Vergleich zu ihren gentechnikfreien Alternativen und ist vom Verbraucher nicht gewünscht. Die großen Stärkefabriken in Süddeutschland betonten gegenüber Bauernverband-Präsident Sonnleitner, Landwirte mit gentechnisch veränderten Kartoffeln nicht durch ihr Werkstor zu lassen. Karl Paulus, Geschäftsführer des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Wunsiedel warnte die Bauern vor dem Anbau von Gentechnik-Pflanzen: 'Denn dann begeben sich die Bauern in die Hand großer Konzerne, die versuchen, den Fuß in die Tür zu bekommen.' Sie würden Leibeigene der Großkonzerne, und die Folgen für die bäuerliche Landwirtschaft und die Kulturlandschaft seien nicht mehr absehbar. Und doch sind Versuchsflächen mit Amflora in Bayern geplant. Das Umweltinstitut München fordert daher den bayerischen Umweltminister Markus Söder (CSU) auf, Bayerns Gentechnikfreiheit dauerhaft zu garantieren. Zu diesem Zweck soll Söder die Charta der gentechnikfreien Regionen Europas unterzeichnen. Bereits im vergangenen September hatte Söder angekündigt, dass Bayern sich zusammen mit anderen gentechnikkritischen Regionen in Europa für ein Selbstbestimmungsrecht bei der Gentechnik einsetzen will.
04.03.2010 | permalink
In Deutschland gibt es viel Protest gegen den Gentechnik-Mais-Anbau.
Wächst auf einem Acker Gentechnik-Mais, darf dort im nächsten Jahr kein konventioneller Mais angebaut werden. In Nordsachsen ist dieser Fall in den Jahren 2008/09 jedoch eingetreten. Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen wirft dem Sächsischen Umweltministerium nun vor, seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen zu sein. "Behörde und Gentechnikbauern zeigen einmal mehr, dass sie ihrer Verantwortung beim Umgang mit dieser Risikotechnologie nicht gewachsen sind. Es ist nicht hinnehmbar, dass das SMUL als überwachungspflichtige Behörde einen solchen Verstoß erst deckt und dann versucht zu vertuschen", sagt dazu Jens Heinze vom Aktionsbündnis.
26.02.2010 | permalink
Raps kreuzt sich leicht aus und die Samen können bis zu 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben.
Das Verwaltungsgericht Schwerin hat gestern entschieden, dass die Standorte von Ackerflächen, auf denen versehentlich Gentechnik-Raps angebaut worden ist, öffentlich gemacht werden müssen. Vorausgegangen war eine Klage des Anbauverbandes Bioland mit Unterstützung von Greenpeace gegen das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern. Sie hatten geklagt, weil im Jahr 2007 die Aussaat von insgesamt 1500 Hektar illegal gentechnisch verunreinigtem Raps in Norddeutschland erfolgt war. Die Behörden hatten sich unter Berufung auf den Datenschutz geweigert, die Standorte zu nennen. Auch gegen die Landwirtschaftsministerien der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen klagten Bioland und Greenpeace erfolgreich, dort wurden die Länder schon im September 2009 zur Offenlegung der Flächen angehalten. Nun fordert Greenpeace auch die Offenlegung der Flächen, die mit gentechnisch verunreinigtem Mais bepflanzt wurden. Aus einer Übersicht von Bioland und Greenpeace geht hervor, dass ein Umgang mit Funden von gentechnischen Verunreinigungen im Maissaatgut nicht im Sinne des Umweltinformationsgesetzes erfolgt. Teils existieren nicht einmal Informationen zum Verbleib des verunreinigten Saatgutes.
25.02.2010 | permalink
Blauer Brief an Aigner
Das Aktions-Netzwerk Campact hat gestern über 34 000 "Blaue Briefe" an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner übergeben. Aigner wird darin aufgefordert, die gentechnikkritische Haltung, die die CSU vor der Bundestagswahl an den Tag gelegt hatte, beizubehalten. Innerhalb der neuen Regierung hat Aigner viele Gegenstimmen, die sich eher für die Förderung der Agro-Gentechnik aussprechen. Demnächst muss Aigner in Brüssel über die Zustimmung von neuen Gentechnik-Pflanzen entscheiden. Sie selbst konnte bei der Übergabe nicht anwesend sein, dafür nahm die Wahlkreisleiterin die Post entgegen.
24.02.2010 | permalink
Gentechnikfreie Regionen arbeiten ohne Gentechnik.
Nur ein erster Schritt sollen die 26 Unterschriften von Landwirten des Bauernverbandes Bützow sein. Sie verpflichten sich, für ein Jahr keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen. Damit soll die Natur geschützt und der Ruf als touristische Region geschützt werden. Doch einigen Bauern geht das nicht weit genug. Sie wollen sich auch gegen gentechnisch verändertes Futter stark machen, denn auch über Futtermittelreste und Gülle würde die Gentechnik auf die Felder gelangen. Dieses Jahr sind zumindest 17 500 Hektar, also mehr als die Hälfte der gesamten landwirtschaftlichen Fläche im Landkreis Bützow frei vom Gentechnik-Anbau.
19.02.2010 | permalink
Im Rahmen eines Diskussionsforums betonte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV) Armin Müller die klare Haltung des Verbandes gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Dies entspricht der Meinung der Verbraucher und vieler Landwirte. Mit 45 gentechnikfreien Regionen und Initiativen ist Hessen nach Bayern das aktivste Bundesland. Enttäuscht waren die Teilnehmer auf einer Tagung von Bioland von der hessischen Landwirtschaftsministerin Lautenschläger, die behauptete, es werde langfristig keine gentechnikfreie Landwirtschaft mehr geben.
18.02.2010 | permalink
Der mit Gentechnik verunreinigte Mais wurde bereits ausgesät.
Der amerikanische Gentechnik-Konzern Pioneer wird keinen gentechnisch veränderten Mais in Kitzingen freisetzen. Laut Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat das Unternehmen die entsprechenden Anträge zurückgezogen. Ein Erfolg für die jahrelangen Proteste aus der Bevölkerung. Wie es um die Versuchsflächen von Monsanto steht, ist nicht ganz klar. Im Standortregister sind derzeit keine Versuche angemeldet.
Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. wertet den Rückzug Pioneers als Teilerfolg, kritisiert aber weitere Freisetzungsvorhaben in Sachsen und Sachsen-Anhalt.